Medusa (Mythologie)

[162] Medusa (Mythologie), Tochter des Phorkys und der Keto, die Schwester der Stehno und Euryale, mit denen sie »hart an der Grenze der Nacht, bei den singenden Hesperiden« wohnte. Sie war sterblich, schrecklich von Gestalt (s. Gorgonen), und wer ihr nahte, wurde durch den Anblick versteinert. Ein keckes Versprechen des jugendlichen Perseus legte ihm die Verpflichtung auf, das Haupt der Medusa zu gewinnen. Er vollführte die That durch den Beistand der Götter, indem Hephästos ihm gefügelte Sohlen und einen unsichtbar machenden Helm, Hermes einen Beutel und eine diamantne Sichel schenkte. Pallas Athene geleitete ihn zu den schlafenden Gorgonen, und lieh ihm ihren spiegelblanken Schild; in diesem erblickte er die Schlummernden, und seitwärts gewendet, hieb er das Haupt ab. Dem Rumpfe entsprangen sofort das Flügelroß, Pegasus und Chrysaar, ein Sohn Poseidons. Rasch entfloh Perseus, die Schwestern der Medusa stürzten ihm nach, doch rettete ihn der Helm. Ueber Afrika nahm er den Flug, dem Haupte[163] der Medusa entträufelte Blut, welches Schlangen erzeugte, daher Afrika deren so viele hat. Eines der erhabensten und grauenhaft schönsten Medusenbilder befindet sich in der Wallraff'schen Sammlung zu Kölln.

–ch–

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 7. [o.O.] 1836, S. 162-163.
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