Die Eroberungen Sargons und seiner Nachfolger

[513] 397. Das große sumerische Reich Lugalzaggisis ist nach kurzem Bestande, um 2775 v. Chr., einer neuen Erhebung der Semiten erlegen. Ihr Träger ist König Sargon von Akkad. Der späteren Zeit, als das semitische Element die volle Suprematie auch im Volksleben gewonnen hatte, [513] gilt er als der Begründer der semitischen Herrschaft und als Vorbild aller späteren Könige. Daher erscheint sein Name in dem Werke, welches die für einen Herrscher unentbehrlichste Wissenschaft behandelt, die Lehre von den Vorzeichen, welche aus der Gestalt und den Abzeichen der Leber des Opfertiers gewonnen werden. Für zahlreiche günstige Vorzeichen wird eine Tat Sargons oder seines Sohnes Naramsin berichtet, die er unter diesen Auspicien ausgeführt hat. Das ist natürlich späterer Schematismus, bei dem nicht ohne Geschick für diese Taten ein darauf deutbares Omen zurechtgemacht worden ist. Aber die Begebenheiten selbst sind einer Chronik entnommen, die authentisches Material benutzt hat; und es hat sich denn auch ein in spätbabylonischer Zeit angefertigter Auszug aus einer derartigen Chronik erhalten. Als Vollender seines Werks erscheint auch hier sein Sohn Naramsin. Daneben stehen Texte, in denen die Überlieferung in die Form von Königsinschriften gekleidet ist, in denen die alten Herrscher selbst von ihren Taten berichten. Dabei mögen wirkliche Inschriften derselben benutzt sein, wie sie auch uns noch teils im Original, teils in späteren Abschriften erhalten sind; aber von diesen authentischen Dokumenten unterscheiden sich die eben erwähnten Texte dadurch, daß in ihnen (wie auch in den Notizen der Chronik) die geschichtlichen Vorgänge mit sagenhaften Erzählungen verbunden sind. Die Tradition führt Sargons Erfolge auf die Gunst der Göttin Istar zurück, die ihren niedriggeborenen Liebling beschirmt und zum mächtigsten König erhebt. In der inschriftlichen Fassung der Sage erzählt Sargon, er sei der Sohn einer armen Frau, sein Vater sei unbekannt; seines Vaters Bruder lebe im Gebirge. In der Stadt Azupirân am Euphrat habe ihn seine Mutter heimlich zur Welt gebracht und ihn in einem Kasten aus Schilf im Fluß ausgesetzt; dann habe der »Wassergießer« Akki ihn aufgezogen, durch die Liebe der Ištar habe er die Herrschaft über die »Schwarzköpfigen« (§ 394) gewonnen. Am Schluß fordert er die späteren Könige auf, zu versuchen, ob sie seine Taten nachmachen könnten. Ebenso berichtet die [514] SEILsche Königsliste: er sei Gärtner und Schenke im Tempel des Zamama, des Gottes von Kiš, gewesen. Hier wird also, der Tendenz der babylonischen Geschichtsüberlieferung (§ 318) entsprechend, dem Helden eine niedere Herkunft zugeschrieben und zugleich ein Mythus auf ihn übertragen, der auch sonst von Heroen und Reichsgründern bei den verschiedensten Völkern vielfach erzählt wird, so in Indien von Kršna, bei den Israeliten von Mose, bei den Griechen von Perseus und von den Zwillingen Neleus und Pelias; von diesen ist er auf Romulus übertragen. Auch die Sage von Kyros und manche andere sind nahe verwandt. Dadurch wird Sargon in den Kreis der mythischen Urkönige hineingerückt; so erklärt es sich, daß die Gelehrten Naboneds seinen Sohn Naramsin 3200 Jahre vor diesem, um 3750 v. Chr., regieren lassen, etwa ein Jahrtausend zu früh (§ 329 a).


Die Angaben der Chronik: KING, Chronicles concerning early Bab. Kings 1907 (§ 318A.); ebenda auch die Geburtslegende (früher III R. 4, 7; Keilinschr. Bibl. III 1, 101 nicht durchweg richtig übersetzt) und die Omina (IV R. 34, 1; Keilinschr. Bibl. III 1, 102), mit den Bruchstücken eines babylonischen Duplikats. Fragment eines gleichartigen Textes: »ich bin Šarukin, der durchzogen hat die vier Weltteile ...« bei CLAY, Amurru p. 194. Bruchstücke einer Geschichte Naramsins gleichfalls in Form einer Königsinschrift Cun. Texts XIII 44. Daß die Chronik, aus der so wohl die Omina wie die KINGSCHE Epitome entnommen sind (beide stimmen vielfach wörtlich überein), nicht gleichzeitig, sondern ein Geschichtswerk aus späterer Zeit ist, lehren besonders die Angaben über Babel und Marduk (§§ 403. 413). Aber zu Grunde liegen die gleichzeitigen Daten, die zweifellos schon jetzt ebenso wie später in Datenlisten zusammengestellt waren. Das Verständnis der Lebervorzeichen hat JASTROW erschlossen (vgl. § 426 a); s. seine Religion Babyloniens und Assyriens II 227ff. – Die früher namentlich von WINCKLER mit großer Energie vertretene Behauptung, Sargon sei keine geschichtliche Persönlichkeit, ist jetzt durch die gleichzeitigen Dokumente widerlegt. – Für die Liste SCHEILS ist der Nachtrag Rev. d'Ass. IX 81 von wesentlicher Bedeutung.

397a. Außer Sargon und Naramsin wird in dieser Überlieferung kein König von Akkad erwähnt. Die SCHEILsche Liste hat dagegen 12 Könige dieser Dynastie aufgezählt; aber [515] unglücklicherweise sind nach ihrem Begründer Sargon die nächsten vier Namen weggebrochen: der folgende, sechste, ist Šarganišarri, ein Name, der bisher gewöhnlich gleichfalls als Sargon gedeutet wurde. Aus den Monumenten kennen wir fünf hierhergehörige Herrscher: Sargon I., Urumuš, Maništusu, Šarganišarri und Naramsin. Aber hier erheben sich zahlreiche Schwierigkeiten. Die drei zuerst Genannten sind zweifellos älter als Naramsin, sowohl nach sonstigen Indizien wie nach dem Stil ihrer Monumente; bei ihnen steht die akkadische Kunst noch in den Anfängen, unter Naramsin hat sie den Gipfel ihrer Entwicklung erreicht. Danach kann Naramsin nicht der Sohn und Nachfolger Sargons I. gewesen sein, und auch zwischen ihm und Maništusu muß ein größeres Intervall gelegen haben. Überdies nennen Sargon I., Urumuš und Maništusu sich »Könige von Kiš«, haben also den Titel der alten Oberkönige von Sinear übernommen. Trotzdem ist es unmöglich, sie in die Dynastie von Kiš zu versetzen; denn auf einer Tontafel aus Nippur sind Inschriften des Lugalzaggisi, Sargon I., Urumuš und Maništusu in dieser als chronologisch richtig bezeichneten Folge zusammengestellt, und überdies wird hier angegeben, daß Sargon den Lugalzaggisi gefangen genommen hat. Auch führt er hier gelegentlich den Titel »König von Akkad« an Stelle oder neben dem eines »Königs von Kiš«. Die drei Könige schreiben ihre Namen noch immer ohne Gottesdeterminativ, obwohl ihre Göttlichkeit bereits in Personennamen ausgesprochen wird, die von den Königsnamen abgeleitet sind (§ 402); vereinzelt findet sich dann das Gotteszeichen bei dem Namen des Sarganišarri, der sich durchweg »König von Akkad« nennt. Naramsin dagegen führt es ständig und wird als »Gott von Akkad« bezeichnet; sein Titel ist »König der vier Weltteile«. Danach muß Šarganišarri der Vorgänger Naramsins gewesen sein; er kann also nicht mit dem sechsten König der Dynastie identisch sein, sondern dieser ist ein gleichnamiger späterer König. Es kommt hinzu, daß Šarganišarri und Naramsin beide an dem Tempel in Nippur gebaut haben, daß beide in zahlreichen [516] Urkunden aus Tello genannt werden, und zwar allein von allen Königen der Dynastie, daß unter beiden wenigstens die Kunst der Gravierung von Siegeln auf gleicher Höhe steht; sie bilden also eine eng zusammengehörige Gruppe; und wenn Šarganišarri seinen Vater Ittiellil (Datiellil?) nennt, ohne ihm den Königstitel zu geben, so spricht auch das dafür, daß er nicht der legitime Thronerbe, sondern ein Usurpator gewesen ist oder etwa einer Seitenlinie der Dynastie entstammte. Andrerseits zeigen die erhaltenen Jahrnamen auf den Urkunden der Zeit Šarganišarris diesen im Kampf mit denselben Völkern (Elamiten, Amoritern), die nach der Tradition Sargon I. bezwungen hat. Das kann natürlich die Folge von Rebellionen sein; aber die Vermutung liegt nahe, daß die Tradition den Šarganišarri mit Sargon I. zusammengeworfen und deshalb den Naramsin fälschlich zum Sohne des letzteren gemacht hat. Eine definitive Lösung dieser Probleme werden erst neue Funde bringen; einstweilen erscheint als das Wahrscheinlichste die Annahme, daß auf die drei ersten Könige der Dynastie von Akkad Šarganišarri I. (Sargon II.), der Sohn des Ittiellil gefolgt ist und daß Naramsin dessen Sohn und Nachfolger war. Der sechste König der Dynastie wäre dann als Šarganišarri II. (Sargon III.) zu bezeichnen und vermutlich ein Sohn Naramsins. Insgesamt haben die 6 Könige nach den Daten der SCHEILschen Liste 158 Jahre regiert, d.i. etwa 2775-2620 v. Chr.


Im Gegensatz zu SCHEIL, THUREAU-DANGIN (Or. Lit.-Z. 1908, 313. Rev. d'Ass. IX 33ff. 73ff.) und HROZNÝ (Wiener Z. Kde. d. Morgenl. 23 und 26) habe ich Ber. Berl. Ak. 1912, 1064ff. den Nachweis versucht, daß Sargon I., Maništusu und Urumuš der Dynastie von Kiš, vor Lugalzaggisi, angehörten, und die seit HILPRECHTS Veröffentlichung der Inschriften von Nippur (Bab. Exped. I) herrschende Annahme richtig sei, daß Šarganišarri der Begründer der Dynastie von Akkad und Vater Naramsins sei; dieselbe Ansicht vertrat KING PSBA. 30, 235ff. und Hist. of Sumer and Akkad. Das ist durch die von POEBEL, Or. Lit.-Z. XV 481ff., gemachten Mitteilungen über eine Tafel in Philadelphia mit Kopien von Inschriften des Lugalzaggisi, Sargon, Urumuš und Maništusu als falsch erwiesen worden. Dadurch sind Namen und Folge der drei [517] ersten Könige von Akkad festgelegt. Mithin kann Naramsin nicht der Sohn Sargons, des Begründers der Dynastie, sein, wie die Tradition angibt; hier sehe ich nur den im Text vorgetragenen Ausweg. Dafür spricht weiter, daß Naramsin sowohl nach seiner Titulatur wie nach dem Kunststil seiner Denkmäler an den Schluß der Reihe gehört. Volle Aufklärung müßte u.a. eine sorgfältige technische Untersuchung der Bauten des Šarganišarri und Naramsin in Nippur bringen. – Weiter hat POEBEL 1. c. erkannt, daß die Zeichen der SCHEILschen Liste, die den Namen des sechsten Königs zu enthalten schienen, sich vielmehr auf die folgenden vier Könige beziehen, die zusammen 3 Jahre regierten, und besagen »wer König war und wer nicht König war (ist nicht zu entscheiden)«. Mithin ist der erste in der Liste wiedererhaltene Name, Šarg[anišarri], nicht der fünfte, son dern der sechste König, und zwischen ihm und Sargon I. ist außer für Urumuš, Maništusu und Naramsin Raum für einen ersten Šarganišarri. Der sechste König, Šarganišarri II., wird der Prinz Šarganišarri sein, der neben seinem Bruder Binganišarri (einem Sohn Naramsins: TH.-D. S. 168 1 und 3a) in einer Rechnung aus Tello erwähnt wird: THUREAU-DANGIN, Rev. d'Ass. IX 81. – Der Name Sargon wird in den gleichzeitigen Denkmälern Ša-ru-gi geschrieben, später Šar-gi-na oder Šar-du; das sind ideographische Schreibungen für Šarru-kînu »der rechte König« (Ša-ru-ki-in schreibt der § 397 A. angeführte Text bei CLAY, Šar-ki-in ein alter Assyrerkönig, Sohn des Ikunum § 463). Ebenso schreibt Sargon von Assyrien seinen Namen; aber die hebraeische Transskription Jes. 20, 1 gibt ihn durch ןוגרס wieder. Mithin ist er Šargani gesprochen worden, wie das erste Element in dem Namen Šarganišarri [diese Lesung, statt –šar-ali, ist jetzt allgemein angenommen; BOISSIER will auf Grund der Schreibung Šar-ka-li-e-šar in dem Omentext Cun. Texts XX 2, 18 Šargani-šarri lesen, ebenso HROZNÝ und POEBEL was »der König des Alls ist mein König«, oder »König der Gesamtheit der Könige« bedeuten soll; aber diese auch sonst sehr problematische Deutung scheitert daran, daß die Silbe šar in dem ersten und dem dritten Gliede des Worts mit verschiedenen Zeichen geschrieben wird]. – Den Namen Urumuš will HROZNÝ' Rimuš lesen, vielleicht mit Recht.


398. Über die Art, wie Sargon zur Macht gelangt ist und seine Herrschaft begründet hat, fehlt jede geschichtliche Kunde; denn trotz der Legende von seiner niedrigen Herkunft könnte er sehr wohl aus vornehmem Geschlecht, vielleicht sogar aus dem alten Königshause von Kiš stammen, so gut wie z.B. Kyros oder Ardešir I., wenn es auch sehr wohl möglich ist, daß er wie so manche Reichsgründer im Orient als Führer einer Schar von Freibeutern begonnen hat. Sicher [518] ist lediglich, daß seine Erfolge zugleich eine Erhebung der Semiten von Akkad gegen die sumerische Herrschaft bedeuten. Sonst wissen wir nur noch, daß er den Lugalzaggisi gefangen genommen hat, und daß er den alten Titel eines Königs von Kiš wieder aufgenommen hat, der den Anspruch auf die Herrschaft über ganz Sinear enthielt. Residiert hat er freilich nicht in Kiš, sondern sich eine neue Hauptstadt in Akkad bei Sippara gebaut, mit dem Heiligtum seiner Schutzgöttin Ištar (Anunit, § 393). Die Beziehungen zu Nippur waren nicht zu entbehren und Sargons Nachfolger nennt sich »gesalbt von Anu, Patesi des Ellil«. Aber bei all diesen Königen erscheint Šamaš von Sippara als der eigentliche Hauptgott des Reichs; neben ihm wird (außer seiner »Braut« Aja) der Gott Amal angerufen, der vielleicht mit dem Gott Zamama von Kiš identisch ist (§ 393 A.). – Aber Sargon hat nach allen Seiten weit über die Grenzen Sinears hinausgegriffen. Er hat die Elamiten besiegt und die hier bestehenden Fürstentümer untertänig gemacht; in diese Kämpfe gehören wohl auch die drei Kriegszüge »ins Seeland«, deren er sich in der legendarischen Inschrift rühmt und bei denen er Tilmun, eine Insel im persischen Meerbusen vor der Mündung der großen Ströme, und »das große Dêr (Dur-ilu)« jenseits des Tigris besetzte. Das Land Subartu »in seiner Masse«, d.h. wohl in seinem ganzen Umfang, hat er unterworfen, ihre »weiten Scharen« besiegt und die Beute nach Akkad gebracht. Als im Norden Babyloniens der Dynast Kaštubila von Kaṣalla sich empörte, wurde er besiegt und die Stadt so gründlich zerstört, »daß selbst Vögel dort nicht hausen können«. – Der größte Erfolg Sargons war aber die Unterwerfung der Amoriter; dadurch hat er »die Herrschaft über die vier Weltteile« gewonnen. In den Angaben über die Omina werden drei Feldzüge ins Amoriterland erwähnt, worunter doch wohl das Zentrum Syriens verstanden werden muß. Auf einem anderen Feldzug wurde »das Land des Sonnenuntergangs bis an sein Ende« unterworfen; man wird dabei an Nordsyrien und das östliche Kleinasien denken. Drei Jahre lang hat er hier verweilt [519] und als Zeichen seiner Herrschaft vielerorts seine Bilder aufgerichtet (vgl. § 400); auch das Meer des Sonnenuntergangs hat er überschritten und reiche Beute heimgeführt. Vermutlich ist er nach Cypern hinübergegangen; seit der Zeit des Reichs von Akkad finden sich hier babylonische Siegelcylinder, darunter einer mit dem Namen eines Beamten Naramsins (§ 498), Auch die Tonfigur der nackten Göttin des Geschlechtslebens (§ 373) ist damals nach Cypern gekommen und wird hier vielfach nachgebildet. Von Cypern aus hat sie sich weiter in die Welt des Aegaeischen Meers verbreitet: diese Göttin, die dem Naturakte eine religiöse Weihe verlieh, hat offenbar auf die Vorstellungen der Völker im Westen einen besonderen Reiz ausgeübt. Diese Feldzüge fallen ungefähr in die Zeit, als die Pharaonen der vierten Dynastie (seit ca. 2840) ihre Macht über Palaestina und Phoenikien ausdehnten (vgl. §§ 232. 253); zweifellos haben sich zwischen ihnen und dem Reich von Akkad mancherlei Beziehungen ergeben, wenn es auch schwerlich zu kriegerischen Konflikten gekommen ist. – So hat Sargon ein Reich zusammenerobert, das weit über das Lugalzaggisis hinausreichte. In den Ruinen von Susa haben sich, von einem späteren König als Beute aus Sinear hierher verschleppt, Reste eines dreieckigen Dioritblocks mit seinem Namen gefunden, mit Skulpturen nach Art der Geierstele: in der oberen Reihe Kampfszenen und nackte Gefangene, in der unteren sitzt der König auf dem Thron, vor ihm steht der Träger des Sonnenschirms und der Hofstaat, und daran schließt das Schlachtfeld mit den Leichen, die von Geiern und Hunden verzehrt werden. Ein anderes, wahrscheinlich zugehöriges Fragment zeigt die Reste eines mit einer Keule bewaffneten Gottes, der ganz wie auf der Geierstele ein Netz mit Gefangenen oder Erschlagenen hält, und auf der anderen Seite eine sitzende Figur. Wenn hier die Übernahme der alten sumerischen Motive unverkennbar ist, so ist andrerseits die Muskulatur nicht wie dort übertrieben; die Schlacht ist in eine Reihe von Einzelkämpfen aufgelöst; der König trägt einen langen Spitzbart sowie Schnurrbart und sorgfältig gepflegtes und aufgebundenes [520] Haupthaar, wie ein Teil der Feinde auch, während sein Gefolge glatt rasierten Kopf und keinen Bart hat, also zum Teil wenigstens aus Sumerern besteht. Wer die Feinde sind, wissen wir nicht, da die Beischrift fast völlig zerstört ist; eine Vermutung darüber ist um so weniger möglich, da die Skulpturen noch immer nicht publiziert sind, sondern lediglich eine Beschreibung darüber vorliegt.


Daß die Anordnung der Taten Sargons in der Chronik und den Omina nicht chronologisch sein kann, ist klar; so wird die Unterwerfung von Subartu nach der Rebellion gegen Sargon in seinem Alter berichtet. Der Feldzug gegen die Amoriter (Martu) kommt in der Chronik nicht vor (so wenig wie der gegen Elam), aber dreimal hinter einander (no. 2. 4. 5) in den Omina. – Der Feldzug ins Land des Sonnenuntergangs (no. 7 der Omina) steht in der Chronik zu Anfang, wie es scheint ins 11. Jahr gesetzt [in der Legende ist daraus geworden »das Land des Meeres belagerte ich dreimal«]. Statt des »Überschreitens des Meers des Sonnenuntergangs« in den Omina nennt die Chronik »das Meer des Sonnenaufgangs«, was schwerlich (wie KING meint) das Ursprüngliche ist. – Erbauung der Stadt Akkad mit dem Königspalast: Omina 3 und 8 sowie Chronik Zl. 18ff., in Verbindung mit einer Schädigung von Babel (das hier zuerst vorkommt), bei der die Einzelheiten nicht klar sind; ganz verkehrt ist die Behauptung WINCKLERS, er habe Babel gegründet und zur Hauptstadt erhoben. – Tilmun oder Dilmun (geschr. Ni-tuk-ki) lag nach dem Assyrer Sargon Ann. 370 30 kasbu (= 221/2 Meilen) weit »wie ein Fisch« im Ostmeer; danach ist es wohl mit DELITZSCH, Paradies 178. 218 im Mündungsgebiet des heutigen Šatt el Arab zu suchen [gegen meine Ansicht in der vorigen Auflage]. JENSEN, Keilinschr. Bibl. III, 1, 53 und Z. Ass. XV 225f., sucht es an der persischen Küste; sonst identifiziert man es meist mit der größeren Baḥreininsel (bei den Griechen Tylos), weil die babylonische Inschrift eines hier gefundenen Basaltsteins (DURAND, J. R. As. Soc., new series, XII 1880, p. 193) einen Gott Enzag erwähnt, der sonst als Gott von Tilmun erscheint. Aber die Baḥreininseln sind sogar von der heutigen Mündung des Tigris etwa 60 Meilen entfernt, also sehr viel mehr, als Sargon angibt; der Stein mag hierher verschleppt sein. – Kaṣalla (auch in der Datenliste Dungis HILPRECHT, Bab. Exped. I 125, TH.-D. S. 229, 8, und in einer Liste der als Monatsbeamte fungierenden Patesis bei RADAU, Early Bab. hist. p. 302) wird von den ersten Königen von Babel wiederholt bekämpft (§ 437f.), muß also im Norden gelegen haben. – Denkmal Sargons aus Susa: GAUTIER, Rec. 27, 176, abgedruckt bei SCHEIL, Déleg. en Perse X 4f.; von der Inschrift ist nur sein Name erhalten. Den Titel »König von [521] Kiš« erhält er in der Inschrift seines Sohnes § 399. Daß dieser Titel die Herrschaft über Stadt und Reich von Kiš bedeutet, wie bei den alten sumerischen Königen, und nicht mit HROZNÝ, THUREAU-DANGIN u.a. als šar kiššati »König der Welt (o.ä.)« gedeutet werden kann, wie später bei den assyrischen Königen, habe ich Ber. Berl. Ak. 1912, 1075f. gezeigt.


399. »Später in seinem Alter21«, erzählt die Chronik, »empörten sich alle Lande gegen Sargon, und belagerten ihn in Akkad. Aber Sargon zog gegen sie und schlug sie, und vernichtete ihr großes Heer.« Von dieser großen Rebellion erfahren wir mehr durch eine Inschrift seines Sohns auf einem Steinblock in Form eines kreuzförmigen Prismas. Danach hatten »sämtliche Länder, die mein Vater Sargon mir hinterlassen hatte, sich gegen mich empört, nicht eins war mir treu geblieben«. Aber sein Heer hat der König zur Verfügung; mit ihm besiegt er den König von Anšan und Kurichum-also einen elamitischen Dynasten, der offenbar an der Spitze der Rebellen stand; er nimmt ihn gefangen und führt ihn »vor seinen Herrn den Sonnengott«, dem er in Sippara reiche Geschenke darbringt. Dieser Sohn Sargons, dessen Name auf dem Denkmal nicht erhalten ist, kann kaum jemand anders sein als sein Nachfolger Urumuš (die wirkliche Aussprache des Namens ist gewiß anders gewesen, vielleicht Rimuš). Mehrere nach Nippur geweihte Steingefäße dieses Königs und eine in späterer Abschrift erhaltene Inschrift berichten von einem weiteren Feldzug gegen Elam, bei dem er den König Abalgamaš von Barachsu (vgl. § 432 a) in der Nähe von Susa besiegte und sein Volk vernichtete; so »wurde Urumuš König von Kiš Herr von Elam«. In einer anderen Inschrift rühmt er sich, er habe, was noch niemand vor ihm getan habe, seine Statue in Blei angefertigt und vor Ellil aufgestellt. Diese Inschrift ist sumerisch und semitisch abgefaßt; es ist die älteste Bilinguis, die wir besitzen. Sie beweist, daß diese semitischen Herrscher auch [522] auf ihre fremdsprachigen Untertanen Rücksicht nahmen, wie denn die Sumerer auch auf Sargons Relief an seinem Hof erscheinen und hier wegen ihrer größeren Geschäftskenntnis wohl kaum zu entbehren waren. – Sonst ist uns noch die Notiz erhalten, daß Urumuš von seinen Höflingen ermordet worden ist. Sein Nachfolger war Maništusu. Ein Bruchstück einer Statue dieses Königs aus Alabaster ist in Susa gefunden, mit großen eingesetzten Augen aus Kalkstein und schwarzen Pupillen. Der Bart hängt lang herab, das Haar ist anders als bei Sargon nach Beduinenart kurz geschoren. Die Arbeit ist noch sehr unbeholfen und plump, der Kopf sitzt, wie bei den sumerischen Statuen, dicht auf den Schultern, fast ohne Hals, die Stirn ist noch sehr niedrig, aber der Leib ist, wie bei Sargons Reliefs, wesentlich schlanker als bei jenen. Diese Statue hat ein Beamter Maništusus dem elamitischen Gott Naruti geweiht: Elam war ihm also untertan. Eben darum hat später, um 1200 v. Chr., der König Sutruknachunti von Susa, als er die Städte von Akkad ausplünderte, zahlreiche Denkmäler dieses alten Beherrschers seiner Heimat nach Susa fortgeführt, darunter drei Statuen aus Sippara und dem östlich vom Tigris, auf dem Wege nach Elam, gelegenen Tupliaš (Išnunnak, § 413 A.), weiter einen Obelisken von Diorit, den der König in Sippara aufgestellt hatte. Auf diesem hatte er die umfangreiche Urkunde über den Ankauf ausgedehnter Grundstücke in den vier Städten Dûr-Sin, Kiš, Marad und Šidtab (Aussprache unbekannt) aufzeichnen lassen. Unter den 49 Zeugen erscheinen außer dem Neffen des Königs auch die Söhne der Patesis von Lagaš, Umma und der unbekannten Stadt Basime; sie werden sämtlich als »Söhne von Akkad«, d.h. als Bürger der Reichshauptstadt Akkad bezeichnet, der sie also durch eine rechtliche Fiktion inkorporiert sind. Von erfolgreichen Kämpfen des Königs berichten die Bruchstücke einer andern, auf den Fragmenten von zwei in Sippara aufgestellten Steinblöcken und von zwei Statuenfragmenten aus Susa erhaltene Inschrift: »32 Könige von Städten jenseits des Meeres« hatten sich [523] gegen ihn verbündet; aber er hat sie besiegt und ihre Städte erobert. Den Schauplatz dieser Kämpfe wird man doch wohl ebenda zu suchen haben, wo Sargon am Meer gekämpft und das Meer überschritten hat, d.i. in Syrien und Kleinasien und vielleicht auf Cypern; so scheint es, daß Maništusu die durch die große Rebellion erschütterte Herrschaft Sargons auch in diesen Gebieten wieder hergestellt hat.


Die Inschrift des prisme cuneiforme, publiziert Cun. Texts 32, 1ff. (Abbildung bei KING, Hist. of Sumer and Akkad zu p. 224), wird durch ein Abschrift aus späterer Zeit ergänzt: THUREAU-DANGIN, Rev. d'Ass. VII 179ff. KING und THUREAU-DANGIN wollten es Maništusu zuschreiben; das ist nicht möglich, da nach POEBELS Mitteilungen Urumuš vor Maništusu angesetzt werden muß. – Urumuš: zwei Inschriften in späterer Abschrift THUREAU DANGIN, Rev. d'Ass. VIII 135ff. Weihinschriften: TH.-D. S. 160f. (HILPRECHT, Bab. Exped. I no. 5-8. 13.) Sein Tod: JASTROW, Z. Ass. XXI 277ff., nach einer Angabe der Leberschauomina. – Maništusus Statue aus Susa: Délég. en Perse X; ebenda p. 2f. über die sonstigen dorthin geschleppten Denkmäler. Obelisk: ib. I, mit SCHEILS Kommentar in vol. II; eingehende Untersuchungen darüber von HROZNÝ, Wiener Z. f. Kunde d. Morgenl. XXI 11ff. XXIII 192ff.; der Zweck des Landankaufs ist nicht angegeben, HROZNÝ denkt an einen Kanalbau, aber es wird sich wohl eher um eine große Domäne handeln. – Der Sieg über die Koalition: SCHEIL, Rev. d'Ass. VII 103ff.; die Fragmente der Monolithe aus Sippara (KING, Hist. of Sumer and Akkad 211f.) jetzt publiziert Cun. Texts 32 pl. 5. Inschrift eines Streitkolbens und von einer Vase aus Nippur: TH.-D. S. 162.


400. Auf Maništusu scheint König Šarganišarri I. Sohn des Ittiellill gefolgt zu sein, den die spätere Tradition mit Sargon, dem Begründer der Dynastie, zusammengeworfen zu haben scheint (§ 397 a). Aus seiner und seines Sohnes Naramsin Regierung haben sich viele datierte Tontafeln in Tello erhalten; und auch sonst treten uns diese beiden Könige, deren Regierung den Höhepunkt der Entwicklung des Reichs von Akkad bildet, in den Denkmälern wesentlich greifbarer entgegen als ihre Vorgänger. An Kämpfen hat es auch unter ihnen nicht gefehlt. Die Jahrdaten Šarganišarris erwähnen einen Kampf mit Uruk und dem benachbarten Ort Naksu, also offenbar eine Empörung der Sumerer, die von der Königsstadt [524] Lugalzaggisis ausging; weiter einen Angriff der Elamiten auf Opis, der zurückgeschlagen wird, und eine Besiegung der Amoriter bei Basar; ferner die Besiegung der Gutaeer im östlichen Gebirge und die Gefangennahme ihres Königs Šarlak. Ähnliche Kämpfe hatte Naramsin zu bestehen. Eine in Assurbanipals Bibliothek erhaltene Kopie einer ihm in den Mund gelegten Königsinschrift (§ 397 A.) gab eine zusammenfassende Übersicht seiner Taten, von der leider nur dürftige Bruchstücke erhalten sind. Hier war von seinen Kämpfen im Gebirgslande, gegen Elam, die Gutaeer und die Scharen der Manda, der Barbarenstämme des Nordostens, weiter gegen Subartu und gegen das Meerland, Tilmun, Magan, Melucha die Rede; eine Koalition von 17 Königen mit 90000 Kriegern habe er unterworfen, die feindlichen Städte im Schutze Ellils und der Ištar erobert, die Feinde niedergemacht. Daß er hier vielfach in denselben Gegenden kämpft, wie seine Vorgänger, ist nicht auffällig; kehren doch in allen solchen Reichen die Aufstände ständig wieder, vor allem beim Thronwechsel, wie sich das später unter den Assyrerkönigen so oft wiederholt. Die Übertreibungen liegen auf der Hand; aber auch Naramsin selbst redet in der Inschrift einer nach Susa verschleppten und gänzlich zerstörten Statue von einer Koalition von neun Königen, die er in einem Jahre besiegt habe. Genauere Kunde haben wir von seinen Kriegen gegen die Gebirgsstämme. Eine große, 1500 Jahre später als Beute aus Sippara nach Susa geschleppte Stele zeigt den König, wie er an der Spitze seines Heeres, in dem bärtige und bartlose Krieger, Lanzenkämpfer und Bogenschützen mit einander gemischt sind, in die mächtigen Gebirge des Zagros eingedrungen ist und die Lulubaeer und andere mit diesen verbündete Stämme besiegt hat; die Feinde wagen keinen Widerstand mehr, sondern brechen die Spitzen ihrer Lanzen ab und flehen um Gnade. Der König gewährt sie: er wie seine hinter ihm nachdringenden Krieger halten inne im Kampf und hemmen ihre Speere. Ein anderer Kriegszug führte ihn in die bergumrahmte Ebene des oberen Tigristals; hier hat [525] sich eine Basalttafel mit seinem Bilde an einem Zufluß des Tigris, ein paar Meilen nordöstlich von Diârbekr gefunden. Wie es scheint, hat er hier auch ein Kastell angelegt. Gleichartig werden die Bilder gewesen sein, die Sargon im Westen aufgestellt hat (§ 398). Ein anderer Text berichtet von einem Siege über Charšamatki, König von Aram und Am, wobei er ins Gebirge Tibar eindrang und auch hier sein Bild aufstellte und dem Ellil weihte, ein weiterer erwähnt die Besiegung des Landes Arman. Die Chronik und die Omina erwähnen einen Krieg gegen den Fürsten Riš-adad von Apirak, dessen Stadt regelrecht belagert und zur Unterwerfung gezwungen wird; wir werden sie wohl in Mesopotamien oder Syrien zu suchen haben, da der Name des Herrschers mit dem des amoritischen Gottes Hadad gebildet ist.


Inschriften Šarganišarris und Naramsins: TH.-D. S. 162ff.; Daten der Urkunden ebenda S. 225f. (vorher: THUREAU-DANGIN, Comptes rendus de l'acad. inscr. 1896, 335f.; Rec. de Tabl. cun.; auch RADAU, Early Bab. Hist. 158ff.). – Naksu bei Uruk findet sich auch in der Inschrift Utuchegals (§ 411 b) col. 3, 12. – Das Material für Naramsin in der Chronik und den Omina, sowie in seinen Inschriften TH.-D. S. 164ff. (ein Datum S. 226, g). Die Siegesstele: DE MORGAN, Délégation en Perse I (Rech. archéol. I) p. 144ff. II (Textes élam.-sém. I) pl. 2 [von Sutruknachunti aus Si-ip-pir = Sippara geholt ib. III (él.-anz. I) p. 40], vgl. Sumerier und Semiten 11f. Eine erschöpfende, auf alles Detail eingehende Publikation des großartigen Denkmals ist dringend geboten. – Kampf gegen den König von Aram: THUREAU-DANGIN, Rev. d'Ass. VIII 199 (spätere Kopie seiner Inschrift); gegen Arman: Platte aus Tello TH.-D. S. 166 d. Bildtafel aus Diàrbekr: HILPRECHT, Bab. Exp. I pl. X. Sumerier und Semiten S. 10ff. Taf. 3; die Lokalität bei KING, Hist. of Sumer and Akkad 244f.


401. Die Haupttat Naramsins aber ist die Eroberung des Landes Magan. Das ist ein Gebirgsland, das vor allem den schwarzen Diorit lieferte, der schon unter seinen Vorgängern vorkommt, jetzt aber in Massen bezogen und fortan für die Anfertigung von Statuen, und gelegentlich auch für Gefäße, verwendet wird. Sein König, der gefangen wurde, führte den Namen Mannudannu, der semitisch zu sein scheint. Das stimmt zu der Annahme, daß Magan der Name [526] Arabiens oder etwa des östlichen Teils der Halbinsel ist; Sicherheit wird indessen erst gewonnen werden, wenn einmal die Heimat des Diorits der erhaltenen Statuen entdeckt ist. Mit Magan unmittelbar verbunden erscheint der noch viel schwierigere Name Melucha, das zwar nicht erobert wurde, aber in andauernde Handelsverbindung mit Sinear trat. Es liefert vor allem Porphyr und Goldstaub; außerdem werden aus beiden Ländern verschiedene Holzsorten (speziell ušu-holz) bezogen. Sonst können wir mit Sicherheit nur sagen, daß beide Länder an das Meer gereicht haben müssen. In späterer Zeit, schon in den Amarnabriefen, ist Melucha durchweg der babylonische Name für Nubien oder Kuš; der Name Magan wird von Assarhaddon und Assurbanipal in archaischer Redeweise gelegentlich auf Aegypten übertragen. Daß es das bei Naramsin und Gudea nicht bedeuten kann, ist klar: weder ist eine Unterwerfung Aegyptens wahrscheinlich, noch stammt der Diorit aus Aegypten; und daß das nubische Niltal mit Sinear in Handelsbeziehungen getreten sei, ist völlig undenkbar. Ebensowenig kann man an die armseligen Trogodyten am Roten Meer denken. Im übrigen gibt es in Nubien keinen Porphyr, wohl aber roten Sandstein; und dieser ist nicht nach Sinear gelangt. So ist einstweilen die Annahme am wahrscheinlichsten, daß Magan die an Babylonien angrenzenden Teile Arabiens, Melucha die dahinter liegenden Gebiete bezeichnet; zu letzteren mochte dann die babylonische Geographie auch die Länder jenseits des arabischen Meerbusens rechnen.


Naramsin gegen Magan: Chronik und Omina, und Basis einer nach Susa verschleppten Dioritstatue Délég. en Perse VI, Textes élam.-sém. III p. 1f. TR.-D. S. 166 h (hier heißt der König Mani ...); aus der Beute stammt die in der Mündung des Tigris versunkene Alabastervase I R 3, 7 [vgl. die gleichartige Alabastervase Délég. en Perse IV, Textes sém. II pl. 1, 1]. – Den Diorit von Magan erwähnt Gudea fast auf jeder seiner Statuen; Magan und Melucha nebeneinander: Gudea Statue D 4, 7 (Holz). Cyl. A 9, 19 (Stein). 15, 8 (Holz); aus Melucha bezieht er Porphyr (Cyl. A 16, 22. B 14, 13), Usuholz (Statue B 6, 26ff.) und Goldstaub (ib. 6, 38ff.; vgl. das Gold vom Berge Chachum ib. 6, 33ff.). Beide Länder kommen auch in den [527] Tontafeln der Zeit Šarganišarris und Naramsins VOR: RADAU, Early Bab. hist. p. 161. Über die Verwendung beider Namen in späterer Zeit s. SCHRADER, KGF. 282ff. [aber die Hypothese war ganz verfehlt, daß beide Länder ursprünglich in Babylonien selbst zu suchen seien, vgl. § 361 A.], und meine Israeliten S. 463ff. [gegen die Kombinationen WINCKLERS, der mit diesen Namen die größte Verwirrung angerichtet hat].


Quelle:
Eduard Meyer: Geschichte des Altertums. Darmstadt 81965, Bd. 1/2, S. 513-528.
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