Benk

[635] Benk, Johannes, Bildhauer, geb. 29. Juli 1844 in Wien, begann seine Studien auf der dortigen Akademie, wo er für eine Gruppe: Genoveva lehrt den Schmerzenreich beten, 1868 den Reichel-Preis erhielt, bildete sich dann im Atelier Hähnels zu Dresden und durch Studien in Florenz und Rom weiter und ließ sich 1871 in Wien nieder, wo er sich zumeist in der monumentalen und dekorativen Plastik für öffentliche Bauten betätigte. Für die Parlamentsgebäude schuf er vier Doppelkaryatiden und eine in Marmor ausgeführte Giebelgruppe: Innere Verwaltung, für die Hofmuseen die Steingruppen Plastik und Amor und Psyche und die Bronzefiguren Pallas Athene und Helios, für den Festsaal des Rathauses die Statuen der Bürgermeister Trau und Vorlauf und für das Treppenhaus des Arsenalmuseums eine Gruppe der Austria. Einen großen Anteil hatte er an der plastischen Ausschmückung des neuen Hofburgtheaters, für das er zwei Geniengruppen auf dem Dache des Bühnengebäudes, vier Kentauren an der Fassade des Treppenhauses, sechs Gruppen für die Nischen des ersten Stockwerkes, die Personifikationen der Schönheit, Weisheit, Wahrheit und Dichtung für die Treppenhäuser und die mit reichem Bronzeschmuck versehene Marmorstatue der Klytia (s. Tafel »Bildhauerkunst XVIII«, Fig. 5) für den Kaisergang ausgeführt hat. Letztere, zugleich als Trägerin von Beleuchtungskörpern dienend, ist in Nachbildungen verbreitet worden. Von seinen übrigen Schöpfungen sind noch die Grabdenkmäler des Malers Amerling und des Komponisten Johann Strauß auf dem Zentralfriedhof, das Denkmal Amerlings im Wiener Stadtpark u. ein Brunnen auf dem Hauptplatz in Währing hervorzuheben.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 635.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika