Dagnan-Bouveret

[414] Dagnan-Bouveret (spr. danjāng-buw'rä), Pascal Adolphe Jean, franz. Maler, geb. 7. Jan. 1852 in Paris, wurde dort Schüler von Gérôme, folgte aber nicht der Richtung seines Lehrers, sondern behandelte Motive aus dem modernen Volksleben, in deren koloristischer Darstellung er sich mehr und mehr den Grundsätzen der Hellmalerei näherte. Seinen ersten Erfolg erzielte er 1879 mit einer Hochzeit bei einem Photographen, der ein Unglücksfall, die Pockenimpfung und 1882 die Segnung des jungen Paares vor der Trauung (nach Motiven aus der Franche-Comté) folgten. In den folgenden Jahren suchte er sein Studienfeld in der Bretagne und schuf in dem Pardon (1887), einer Bußprozession bretonischer Bauern und Bäuerinnen, und dem Ablaßtag in der Bretagne (1889) zwei Werke, deren letzteres ihm durch die schlichte Wahrheit und Tiefe der Charakteristik die Ehrenmedaille des Salons eintrug. Es folgten die Weihe des Brotes (im Luxembourg-Museum), die Rekruten (1891) und die Mittagsrast der Arbeiter auf der Wiese (1893). Nachdem er schon früher mehrere Madonnen gemalt (eine in der Münchener Neuen Pinakothek), wandte er sich mit einem durch eigenartige Auffassung ausgezeichneten Abendmahl (1896) vollends der religiösen Malerei zu, in der er auch in den Jüngern von Emmaus (1897), einer Madonna als Trösterin der Betrübten und in einem Jesus als Kind Hervorragendes leistete. Auch hat er zahlreiche Bildnisse gemalt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 414.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika