Jerusalem-Stiftung, Evangelische

[237] Jerusalem-Stiftung, Evangelische, eine am 22. Juni 1889 von König Wilhelm II. von Preußen errichtete kirchliche Stiftung, deren Zweck die Erhaltung der bestehenden sowie die Schaffung neuer evangelisch-kirchlicher Einrichtungen und Anstalten in Jerusalem, insbes. Kirchen und Schulen, sowie die Einrichtung und Unterstützung der evangelischen Gemeinde daselbst ist. Außer dem Jerusalemer Kollektenfonds (220,000 Mk.) und dem 1869–88 gesammelten Kirchenbaufonds (530,000 Mk.) wurde der Stiftung das 1841 von Friedrich Wilhelm IV. zur Errichtung eines deutsch-englischen protestantischen Bistums in Jerusalem gestiftete Dotationskapital (430,000 Mk.) überwiesen; Preußen verzichtete also auf seinen Anteil an dem protestantischen Bistum in Jerusalem (s. oben, S. 236, Geschichte). Am 31. Okt. 1898 wurde die evangelische Erlöserkirche, zu der 1893 der Grundstein auf dem Platz des ehemaligen Johannesklosters in Jerusalem gelegt worden war, in Gegenwart des Kaisers Wilhelm II., seiner Gemahlin und eines großen Gefolges, dem Vertreter der evangelischen Landeskirchen nicht bloß Deutschlands, sondern auch vieler andrer Kirchen angehörten, eingeweiht. Zwei Tage danach schenkte der Kaiser der römisch-katholischen Gemeinde in Palästina die sogen. Dormitio S. Mariae (s. Jerusalem, S. 235).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 237.
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