Phosphorsaures Eisen

[820] Phosphorsaures Eisen (Eisenphosphat), phosphorsaures Eisenoxydul (Ferrophosphat) Fe3(PO4)2+8H2O findet sich als Vivianit, im Raseneisenerz, in manchen Torfsorten, die es oberflächlich schön blau färbt, auch in fossilen Knochen. Aus Eisenvitriol fällt gewöhnliches phosphorsaures Natron farbloses Salz, das in Wasser unlöslich ist, an der Luft sich durch Oxydation schnell bläut und arzneilich benutzt wird. Phosphorsaures Eisenoxyd findet sich im Braun- und Raseneisenerz, im Phosphorit, Grüneisenstein und im blau angelaufenen Vivianit. Aus Eisenchloridlösung wird durch gewöhnliches phosphorsaures Natron ein amorphes, in Wasser unlösliches weißes Salz Fe2(PO4)2+4H2O gefällt, das beim Erhitzen wasserfrei und braun wird. Beim Glühen in Wasserstoff wird es zu pyrophosphorsaurem Eisenoxydul, dann zu Eisenphosphoret reduziert. Pyrophosphorsaures Eisenoxyd Fe4P6O21+14H2O wird aus Eisenchloridlösung durch pyrophosphorsaures Natron als weißer Niederschlag gefällt, ist unlöslich in Wasser, löst sich aber mit grünlicher Farbe in pyrophosphorsaurem Natron, und aus dieser Lösung fällt Alkohol weißliches amorphes pyrophosphorsaures Eisenoxydnatron 2Na4P2O7.Fe4P6O21+14H2O, das mild salzig schmeckt, in kaltem Wasser sich langsam löst und durch kochendes Wasser zersetzt wird. Mit zitronensaurem Ammoniak gemischt, bildet es eine amorphe, gelblichgrüne, leicht lösliche Masse, die mild eisenartig schmeckt und wie das vorige als leichtverdauliches Eisenmittel benutzt wird.

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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 820.
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