Rhodoman

[885] Rhodoman, Lorenz, Humanist und Dichter. geb. 5. Aug. 1546 zu Niedersachswerfen in der ehemaligen Grafschaft Hohenstein, gest. 8. Jan. 1606 in Wittenberg, wurde 1562–68 zu Ilfeld von Mich. Neander gebildet, bezog 1571 die Universität in Rostock und wurde noch in demselben Jahre Rektor in Schwerin, 1572 in Lüneburg, 1584 in Walkenried, 1591 Professor der alten Sprachen in Jena, 1598 Schulrektor in Stralsund, 1602 Professor der Geschichte in Wittenberg. Als bedeutenderer Hellenist erweist er sich durch die Ausgaben des Quintus Smyrnäus (Hannov. 1604) und des Diodorus Siculus (das. 1604), besonders aber durch seine zahlreichen, außerordentlich gewandten griechischen Gedichte, von denen die »Argonautica, Thebaica, Troica« (Leipz. 1588) vielfach für antik galten. Von seinen lateinischen Dichtungen heben wir die »Poesis christiana Palestinae, seu Historiae sacrae libri IX« (1589) hervor. Vgl. Perschmann, De Rhodomanni vita et scriptis (Programm, Nordhausen 1864).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 885.
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