San Sebastĭan

[576] San Sebastĭan, 1) Hauptstadt der span. Provinz Guipuzcoa, Sommerresidenz des Königs, liegt malerisch auf einer schmalen, mit dem Monte Urgull (116 m) in den Vizcayischen Meerbusen auslaufenden Landzunge, an der Mündung des Rio Urumea und an den Eisenbahnen Madrid-Irun und S.-Elgoibar, ist seit der Zerstörung 1813 regelmäßig aufgebaut hat im Süden an der Stelle der frühern Befestigungsmauern einen neuen Stadtteil mit Anlagen, einen von schönen Gebäuden mit Arkaden umgebenen Konstitutionsplatz mit monumentalem Brunnen, eine Kirche Santa Maria im Barockstil (1743–64), eine gotische Kirche San Vicente, eine Zitadelle (Mota, auf der Höhe des genannten Berges), eine königliche Villa (Miramar), ein Rathaus, ein Denkmal (1894) des Admirals Antonio de Oquendo, eines Basken, eine Handels- und eine Schiffahrtsschule, besuchte Seebäder, ein Kasino, eine Arena für Stierkämpfe, eine Ankerfabrik, ferner Fabrikation von Tapeten, Segeltuch, Glas, chemischen Produkten etc., Seefischerei, lebhaften Handel und (1900) 37,812 Einw. Die durch die Insel Santa Clara gesperrte Bucht (Concha) an der Westseite der Stadt enthält den durch Dämme geschützten Hafen, in dem 1904 im internationalen Verkehr 100 Schiffe von 56,004 Ton. ein- und 20 von 9723 Ton. ausgelaufen sind. S. ist Sitz des Generalkapitäns der baskischen Provinzen, eines Gouverneurs, eines Bischofs und mehrerer auswärtiger Konsulate (darunter auch eines deutschen). S. wurde 1719 von dem Herzog von Berwick eingenommen, aber im Frieden an Spanien zurückgegeben. Die Engländer und Portugiesen stürmten und zerstörten es 31. Aug. 1813. Im J. 1839 wurde es von den Engländern abermals besetzt, am 16. Aug. 1840 wieder von ihnen geräumt. – 2) Hauptstadt der Kanarischen Insel Gomera (s. d.). – 3) (S. de los Reyes) Departementshauptstadt im Staate Miranda von Venezuela, südwestlich von Caracas, am Guarico, linkem Nebenfluß des Orinoko, 376 m ü. M., mit (1873) 7790 Einw., die sich mit Landbau, Viehzucht und Warentransport beschäftigen. – 4) (S. de Acoyapa) Hauptort des Depart. Chontales im mittelamerikan. Staate Nicaragua, 15 km vom Ostufer des Nicaraguasees, am Acoyapa, der in den See fließt, in heißer, ungesunder Gegend, hat 2600 Einw., die Pferde, Maultiere und Rinder züchten. Sein Hafen am See ist San Ubaldo. – 5) Insel, s. Sao Sebastião.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 576.
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