Haselhuhn

[77] Haselhuhn, 1) (Tetrao bonasia), Art aus Gattung Waldhuhn. Haselhuhnhahn: 15 Zoll lang, 21 Zoll breit, rostfarbig, Kopf, Hals u. Rücken mit schwarzen Wellenlinien u. röthlich aschgrauen Federsäumen, über den Augen ein hochrother, warziger Fleck, Kehle schwarz, rothbraune Seiten der Brust, Mitte der Brust u. Bauch weiß. Schwanz abgerundet u. vor der Spitze auf den äußeren Federn mit breiter, brauner Binde. Haselhuhnhenne; kleiner, Kehle hellrostgelb, Oberleib ist dunkler u. stärker schwarz gefleckt; ist in den Gebirgen von Europa bis Lappland, jedoch einzeln zu Hause; liebt Holzabhänge u. Gründe mit Haselstauden u. Birken; Standvogel, frißt Insecten u. Beeren, im Winter Hasel-, Birken- u. Erlenzäpfchen u. Knospen, Spitzen von Heidelbeerkraut, Fichten, Wachholder etc. Balzzeit: Ende März, das Männchen lockt das Weibchen durch Pfeifen; sie leben in Monogamie. Die Henne nistet in dichtem Gebüsch u. Heidekraut u. brütet in 3 Wochen aus. Man schießt sie im Herbst u. Frühjahr durch Locken mittelst der Haselhuhnpfeife (Haselhuhnruf), einer Pfeife von[77] dem starken Knochen eines Gänseflügels, fast wie eine Meisenpfeife, od. mittelst Locken mit einer Eichelschale, welche man zwischen die Finger nimmt, od. mittelst der hohlen Kopper eines Buchenblattes. Der so nachgeahmte Balzton heißt Spissen, von jungen Hühnern Bisten (ein höherer Ton). Die Haselhühner gehen auch in Sacknetze u. Bügeldohnen. Das Wildpret ist sehr schmackhaft u. zart. 2) Weißes H., so v.w. Schneehuhn.

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Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 77-78.
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