Metternich zur Gracht

[200] Metternich (Wolff-M.) zur Gracht, ein der Katholischen Confession folgendes, schon im 12. Jahrh. urkundlich vorkommendes, altes stiftsfähiges u. ritterbürtiges, zu den ehemals reichsritterschaftl. Cantonen am Rhein u. in der Wetterau gehöriges Geschlecht, dessen ursprünglicher Stammname Wolff von Gudenberg war; aus ihm ließ sich Wilhelm 1429 bei Andernach am Rhein nieder, dessen Sohn Goddert veränderte durch Verheirathung mit einer geborenen Beelgen von M., Erbin zu M., den Familiennamen in Wolff genannt M., u. des Letztern Urenkel Hieronymus nahm 1538 durch Vermählung mit Katharina geb. von Buschfeld, Erbtochter zur Gracht, von dieser Besitzung (im Rheinpreußischen Regierungsbezirk Köln gelegen) den Zunamen zur Gracht an. Das Geschlecht wurde 1627 in den Freiherrn- u. 1731 in den Grafenstand erhoben u. ist in Rheinpreußen, Westfalen, Braunschweig, Hannover, Nassau u. Baden begütert. 1) Freiherr Hermann Werner, Urenkel des Hieronymus, geb. 1621, wurde Fürstbischof in Paderborn u. Domprobst in Hildesheim u. st. 1705. 2) Freiherr Franz Arnold, Neffe des Vor., Sohn des 1668 verstorbenen kurkölnischen Geheimen Raths u. Oberststallmeisters Freiherrn Degenhard Adolf, geb. 1658, wurde 1704 Fürstbischof in Paderborn, 1706 Fürstbischof in Münster u. st. 25. Dec. 1718. Von seinen Brüdern setzte Johann Adolf (geb. 1651, war kurkölnischer Geheimer Rath, Oberkämmerer u. Marschall, in zweiter Ehe mit Anna Maria Therese Truchseß zu Wetzhausen vermählt u. st. 1722), die später gräflich gewordene Stammlinie fort, während Hieronymus Leopold (geb. 1661, war Fürstbischof in Paderborn, Geheimer Rath u. Oberststallmeister, mit Anna Antonie geb. Freiin von der Horst vermählt u. st. 1719) die noch im Freiherrnstande blühende Nebenlinie Wolff-M. zu Wehrden stiftete. Chef der gräflichen Linie ist jetzt: 3) Graf Levin, geb. 1811, ist seit 1858 Wittwer von seiner zweiten Gemahlin Josephine geb. Gräfin von Hompesch-Bollheim. Jetziger Chef der freiherrlichen Linie ist: 4) Freiherr Clemens, geb. 1803, gewesener Vicepräsident der preußischen Regierung in Potsdam.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 200.
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