Minho

[295] Minho (portug., im span. Miño; spr. Minjo), 1) Fluß, entspringt auf der Sierra de Mondoñedo in der spanischen Provinz Lugo (Galicien), tritt in die Provinz Orense, macht auf eine Strecke die Grenze zwischen Portugal u. Spanien u. fällt nach einem Laufe von 36 Ml. bei la Guardia ins Atlantische Meer; er nimmt rechts die Narla, Ferreyra, Avia, Tea, links den Sil, Sarria u.a. auf. Der M. hieß bei den Alten Bätis, u. weil er viel Mennige mit sich führte u. sein Wasser daher eine rothe Farbe hatte, auch Minius, woraus der Name M. wurde; 2) (Entre Minho e Douro), Provinz in Portugal, an das Atlantische Meer, Spanien (Provinzen Pontevedra u. Orense), Traz os Montes u. Beira stoßend, bewässert vom M. u. Duro, Lima, Cavado, Ave u.a.; hat 240 portug. Quadratlegoas od. 135 geogr. QM.; von den Gebirgen Serra de Gerez, de Marao, de Amarella u.a. durchzogen, hat sehr angenehmes Klima, die beste Bodencultur des Königreichs, gute (auch künstliche) Bewässerung, bringt Getreide (Mais u. Weizen zur Ausfuhr), Hülsenfrüchte u. Gemüse (reichlich), gute Weine, Südfrüchte, Holz (Stein- u. Korkeichen, Lorbeer, Cypressen u.a.), Wild (wilde Schafe, auch Wölfe), Zuchtvieh (Rinder, Ziegen, viele u. gute Schafe, welche im Winter nach Alemtejo gehen); man treibt Fischerei (Lampreten, Störe, Sardinhas), Leineweberei, Hutmacherei, Handel (mit Weinen, Wolle u. dgl.): die Bevölkerung 1857: 857,000 Ew.; dieselben sind sehr thätig, erfinderisch, genügsam; Eintheilung in die 3 Districte Braga, Porto u. Vianna mit den gleichnamigen Hauptstädten: Provinzialhauptstadt ist Braga.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 295.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: