Rétsey

[67] Rétsey, Adam R. de, geb. 1775 in Sárd bei Magyar-Igen, trat 1789 in die österreichische Armee ein u. zeichnete sich während der Feldzüge 1793 u. 1794 in den Niederlanden u. 1796–1801 in Italien so aus, daß er schnell avancirte u. schon 1809 Oberstlieutenant wurde. Dem österreichischen Auxiliarcorps zugetheilt, kämpfte er 1812 gegen Rußland u. wurde zum Oberst befördert; 1813 u. 1814 focht er bei Dresden u. Kulm, bes. bei Leipzig, wo er die Position von Dölitz erstürmte. Er wurde 1820 Generalmajor u. als solcher nach Italien versetzt; hier wohnte er dem Zuge nach Neapel bei u. blieb als Brigadier bis 1827 in Palermo u. dann als Chef des zweiten Infanterieregiments zwei Jahre in Verona, kam dann nach Agram, wurde 1831 als Feldmarschalllieutenant u. Divisionär wieder nach Italien versetzt u. nahm an der österreichischen Intervention in dem Kirchenstaate Theil. 1839–46 war er commandirender General in Galizien, worauf ihm das zweite Capitanat der ungarischen Leibgarde u. die Feldzeugmeisterwürde verliehen wurde. Nach der Ermordung des Feldmarschalllieutenant Grafen von Lamberg 28. Septbr 1848 in Pesth berief der Kaiser R. zur Bildung eines neuen ungarischen Ministeriums; in dieser Eigenschaft contrasignirte er jene Manifeste, welche Ungarn in den Kriegszustand erklärten u. den Banus Jellachich mit dem Oberbefehl der Truppen in jenem Kronlande betrauten; s. Ungarn (Gesch.). Anfangs 1850 wurde R. in den Ruhestand versetzt u. lebte seitdem in Wien, wo er am 26. Oct. 1852 starb.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 14. Altenburg 1862, S. 67.
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