Döbeln [2]

[70] Döbeln, Georg Karl, Freiherr von, schwed. Feldherr, geb. 29. April 1758 in Westergötland, gest. 16. Febr. 1820 in Stockholm, stand, seit 1778 schwedischer Offizier, 1780–88 in französischen Diensten und focht 1789–90 im schwedisch-russischen Krieg mit Auszeichnung. 1808, als Oberst und Chef der finnländischen Björneborgbrigade, schlug er die Russen bei Kauhajoki (10. Aug.) und Jutas (13. Sept.) und rettete, hierauf zum Generalmajor und Befehlshaber auf Åland ernannt, sein Heer im März 1809 hin über nach Schweden, wo er eine norwegische Heeresabteilung zur Räumung Jemtlands nötigte. 1809 in den Freiherrenstand erhoben, ward D. 1813 als Generalleutnant während des Feldzugs gegen Napoleon wegen eigenmächtiger Absendung von Truppen zum Entsatz Hamburgs vom schwedischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, aber schon nach wenigen Monaten begnadigt. 1816 ward er Präsident des Hofkriegsgerichts. Der finnländische Dichter Runeberg (s. d.) hat D. in »Fänrik Ståls Sägner« ein literarisches Denkmal gesetzt. Seine Biographie schrieb Svedelius (Stockh.[70] 1884). Vgl. auch E. G. v. Döbeln, Några anteckningar om och af general v. D. (Stockh. 1856–1878, 4 Tle.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 70-71.
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