Thüringische Terrasse

[517] Thüringische Terrasse, die Berg- und Hügellandschaft zwischen dem Thüringer Wald und dem Harz, der Saale und der Werra, die vom Harz durch die Goldene Aue (das Tal der Helme) geschieden wird, bildet im allgemeinen eine allmählich gegen S. ansteigende Landschaft mit zahlreichen Bergzügen und Platten. Dahin gehören: der Göttinger Wald (423 m) östlich von der Leine, das Plateau des Eichsfeldes (Goburg, am Westrand, 566 m), mit dem Ohmgebirge (523 m) und dem Dün (517), das zwischen Wipper und Helbe sich als Hainleite (Wetternburg 464 m, Possen 433 m) zur Unstrut zieht; das Kyffhäusergebirge (466 m) am südlichen Rande der Goldenen Aue; die Schrecke, Schmücke und Finne zwischen der Unstrut bei Sachsenburg und der Saale bei Kösen; der Hainich (473 m), zwischen dem Eichsfelder Plateau und den Bergen bei Eisenach; der Ettersberg (481 m) nördlich von Weimar und der Steigerwald bei Erfurt. In unmittelbarer Nähe des Thüringer Waldes bereits befinden sich zwischen der Saale und Gera der Singerberg bei Stadtilm (585 m), die Reinsberge bei Plaue (603 m), ferner die Horst (458 m) mit den Drei Gleichen bei Wandersleben (Wachsenburg 414 m) und die Hörselberge (486 m) bei Eisenach. Auch die ostwärts von der Saale sich erstreckenden Berglandschaften gehören teilweise noch hierher, so die Heide mit dem Kulm (486 m) bei Saalfeld etc. Die Terrasse besteht vorzugsweise aus Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein. Älteres Gestein, Zechstein und Rotliegendes, Gneis und Granit bedeckend, findet sich im Kyffhäusergebirge.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 517.
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