Bianchīni

[719] Bianchīni (spr. Biankini), 1) Francesco, geb. 1662 in Verona, studirte seit 1680 in Padua Theologie u. Naturwissenschaften, seit 1684 in Rom Jurisprudenz, wurde Bibliothekar Alexanders VIII. u. Ehrenkämmerling Clemens XI. u. Secretär der mit der Kalenderverbesserung beschäftigten Commission, Hausprälat Innocenzs VIII. u. Referendar bei den Signaturen. Glücklich vollbrachte er den Auftrag, eine Mittagslinie in der Kirche St. Maria degli Angeli zu ziehen u. einen Sommerzeiger zu errichten; unvollendet dagegen blieb seine achtjährige Arbeit in Italien, von einem Meere zum andern eine Mittagslinie zu ziehen. B. st. 1729. Er schr. u.a.: Storia universale, provata con monumenti et figurata con simboli degli Antichi, Rom 1694; Camera ed inscrizioni de liberti servi et ufficiali della casa di Augusto scoperta nella via Appia, ebd. 1727, Fol.; Del palazzo de'Cesari, Verona 1738; begann die von seinem Neffen Giuseppe B. (geb. 1704 in Verona, gest. 1759 in Rom) vollendete Ausgabe von Anastasius', De vitis Rom. pontificum, Rom 1718–34, 4 Bde. 2) Ludovico, geb. um 1790, schrieb seit 1827 Mehreres über Nationalökonomie u. Staatswissenschaft, war bis 1848 Minister des Innern im Königreich Beider Sicilien, welchen Posten er seit 1856 wieder bekleidet. Seine bedeutendsten Schriften sind: Della scienza del den vivere sociale, partestorica, Neap. 1845; Principj della scienza del den vivere sociale e della economia publica, ebd. 1855.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857, S. 719.
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