Hundt [1]

[624] Hundt, ein uraltes Adelsgeschlecht, welches aus dem Pinzgau im Salzburgischen abstammt, wo es im 13. Jahrh. das Schloß Dorf bei Salfelden besaß. 1312 theilte sich das Haus in neun Linien, von welchen noch das gräfliche Haus in Oberbaiern (früher H. u. Lauterbach) u. das freiherrliche Haus H. u. Alten-Grottkau fortblühen. Die andern Linien hatten im übrigen Deutschland, auch in Italien, wo sie sich Canis, u. in England, wo sie sich Hundston nannten, ihre Wohnsitze. I. Gräfliches Haus: Dieses war im 15. Jahrhundert nach Lauterbach in Oberbaiern übergesiedelt, wo es noch jetzt begütert ist, es folgt der Katholischen Confession u. wurde 1681 in den Freiherrn u. 1703 in den Grafenstand erhoben. Merkwürdig ist: 1) Wiguleus, H. von Sulzen, geb. 1514 u. st. 1588 als Hofrathspräsident u. Geh. Rath in Ingolstadt; er schr.: Baierisches Stammbuch: Metropolis Salisburgensis, Ingolst. 1582, fortgesetzt von Christoph Gewold, Münch. 1620, 3 Bde., Fol. Jetziger Chef ist: 2) Graf Johann, Sohn des 1839 verstorbenen baierischen Kämmerers u. adeligen Stallmeisters Grafen Maximilian, geb. 1804, Herr auf Wickertshofen in Oberbaiern, ist seit 1842 mit Emilie geb. von Deker vermählt. II. Freiherrliches Haus: H. u. Alten-Grottkau, welches diesen Beinamen von einem im Kreise Grottkau in Schlesien gelegenen Gute angenommen hatte; es wurde im Laufe der Zeit hauptsächlich in Schlesien, in der Lausitz u. in Sachsen begütert, ward 1716 in den Freiherrnstand erhoben u. blüht gegenwärtig in Schlesien fort. Merkwürdig ist: 3) Freiherr Karl Gotthelf, geb. 1722 in der Oberlausitz, Erbherr auf Lipse u. mehreren Gütern daselbst, kaiserlicher Geh. Rath, wurde in Frankreich katholisch u. st. 1776 in Meiningen; er liegt zu Melrichstadt in vollem Costume als Tempelherr begraben u. ist bes. in der Geschichte der Freimaurerei als Stifter des Tempelherrnsystems (von der Stricken Observanz) merkwürdig, s.u. Freimaurerei (Gesch.) II. B). Ordensname: Eques ab ense. Jetziger Chef ist: 4) Freiherr Alexander, Sohn des 1850 verstorbenen Freiherrn Emanuel Johannes, geb. 1803, Mitbesitzer des Lehensgutes Boithmannsdors im Kreise Grottkau, ist seit 1829 vermählt mit Luise Mathilde geb. Beck.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 624.
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