Kalmar [2]

[249] Kalmar (Calmar), 1) Län am Baltischen Meere, in Schweden, Theil von Småland mit der Insel Öland; 200, 37 geogr. (96, 8 schwedische) QM.; etwas bergig; hat viele Busen; Fluß: Emm; bringt Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Flachs, gute Waldung, Viehzucht, Fischfang (Strömlinge); Bergbau auf Eisen; Handel mit Eisen, Holz, Theer; 1855: 212, 565 Ew. Der Kalmarsund trennt das Festland von der Insel Öland; 2) Hauptstadt darin, auf der Insel Quarnholm, Provinzialbehörden, Bischof, Kathedral-, Gymnasium, Festungswerke (sonst bedeutend), Fabriken (in Wollenzeugen, Tabak, Spiegeln), Handel mit den Landesproducten, Schiffswerfte, Schloß (Gefängniß, Bibliothek u. Kunstsammlung); 6500 Ew. Hier wurde 1389, als Margarethe, Königin von Dänemark u. Norwegen, auch zugleich die Krone von Schweden erhielt, der Kalmarsche Tractat geschlossen, wo die Stände der drei Reiche ihre Vereinigung projectirten, welche durch die Kalmarsche Union, am 12. Juni 1397, wirklich geschlossen wurde, s.u. Schweden (Gesch.); 1436 u. 1441 von Erich IX. erneuert, zerfiel sie durch Gustav Wasas Thronbesteigung in Schweden 1522. K. wurde von 1500–1613 abwechselnd von Dänen u. Schweden besetzt, bis es seit letzterem Jahre den Schweden blieb. Hier 1611 Niederlage der Schweden durch die Dänen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 249.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika