Maki

[762] Maki (Lemur), 1) Geschlecht aus der Ordnung der Vierhänder u. Unterordnung der Halbaffen (s.d.) aus der Klasse der Säugethiere; unten sechs nach vorn gerichtete zusammengedrückte, oben vier gerade stehende, mit einer Mittelllücke versehene Schneidezähne, oben sechs, unten fünf Backenzähne; der Kopf ist zugespitzt (daher suchsschnauzige Affen genannt), die Ohren kurz, behaart, die Augen stehen halb seitlich u. halb vorwärts, der Schwanz ist langhaarig u. länger als der Leib. Truppweise in Wäldern, sanft, lebhaft, auf der Erde nie aufrecht gehend; blos auf Madagascar gefunden, wo andere Affen fehlen sollen. Arten: a) Mokoko od. Katzenmaki (L. catta), aschgrau, mit schwarz u. weiß geringeltem Schwanz, der fast noch einmal so groß als der übrige, an Größe einer Katze gleichende Körper ist; der schönste u. zuweilen nach Europa, selten nach Deutschland gebrachte; b) Vari od. Makako (L. macaco), mit großen weißen u. schwarzen Flecken, auch wohl ganz weiß, od. ganz schwarz (L. niger), u. mit langen, dichten Haaren an den Seiten des Kopfes u. Halses, 20 Zoll lang, wild, mit fürchterlicher Stimme; c) Mongos (Brauner M, L. mongus), braun, Gesicht u. Hände sind schwarz, nimmt fast alle menschliche Speise an, nicht selten nach Europa gebracht; d) Weißstirniger M. (L. albifrons); e) Rother M. (L. ruber), schön braunroth, unten, wie Gesicht u. Hände schwarz; f) Fuchsmaki (L. collaris s. fulvus), braun, röthlich gewässert, unten blaßfahlgelb, Gesicht dunkelviolett; g) Kronenmaki (L. coronatus), oben aschgrau, Beine u. Unterseite blaßgelblich, Gesicht weiß, Augenring grau, Wangen u. Stirn hellroth, mit einem großen schwarzen Flecke auf dem Scheitel; 2) (Fliegender M., Pelzflatterer, Galeopithecus), nach Goldfuß Familie aus der Ordnung der Flattersüßer (Säugethiere); zwischen den fünf scharfnägeligen Fingern der Vorderfüße ist eine Flughaut, zwischen den Beinen u. dem Schwanze ist die Flughaut behaart; Ohren sind kurz; sie gebrauchen die Flughaut nur beim Springen; einzige Gattung: Galeopithecus.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 762.
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