Tusche

[82] Tusche, eine Farbesubstanz, welche, in Wasser eingerieben, zum Schreiben, Zeichnen u. Malen dient. a) Schwarze T., wurde nach Dioskorides schon von den Griechen u. Römern zum Schreiben benutzt; eine allgemeine Anwendung zum Schreiben findet sie noch heute in Asien, bes. bei den Chinesen, welche sie zuerst aus Korea als Tribut empfingen, später aber selbst von ausgezeichneter Beschaffenheit herstellten u. viel nach Europa verführen ließen. Die feinste Art ist die Chinesische T., s.d. b) Farbige T. dient, in Wasser aufgeweicht, zum Coloriren von Bildern u. besteht aus verschiedenen Erd- u. Saftfarben od. Farblacken (z.B. Berliner Blau, Schüttgelb, Gummigutt, Karmin, Zinnober, Umbra, Sepia, Kremnitzer Weiß, Brasilienholzlack), welche mit Leim- od. Gummilösung vermischt u. als Teig zu Täfelchen (mit einem Fabrikzeichen od. einer Aufschrift) geformt od. als Brei in Muscheln eingegossen werden. Gewöhnlich werden die Täfelchen in einem flachen Kasten (Tuschkasten) mit einzelnen Fächern aufbewahrt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864, S. 82.
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