Reiß

[770] Reiß, Wilhelm, Geolog und Reisender, geb. 13. Juni 1838 in Mannheim, studierte Geologie, bereiste 1855–60 Sizilien, Madeira, die Azoren, Kanarischen Inseln und Südportugal, habilitierte sich 1864 als Privatdozent in Heidelberg, bereiste 1866 Griechenland und mit Stübel 1868–77 Südamerika, namentlich Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivia. Nach Europa zurückgekehrt, war R. 1885–87 Vorsitzender der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin und 1888 Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Anthropologie. Seit 1892 lebt R., zum Geheimen Regierungsrat ernannt, in Könitz (Thüringen). Außer zahlreichen in Quito in spanischer Sprache erschienenen Arbeiten veröffentlichte er: »Die Diabas- und Lavenformation der Insel Palma« (Wiesbad. 1861); »Die tertiären Schichten von Santa Maria (Azoren)« (mit Bronn, in Bronn und Leonhards »Jahrbuch« 1862); »Ausflug nach den vulkanischen Gebirgen von Ägina und Methana 1866« (mit Stübel, Heidelb. 1867); »Santorin. Die Kaimeni-Inseln« (mit Fritsch und Stübel, das. 1867); »Geologische Beschreibung der Insel Tenerife« (mit Fritsch, Winterth. 1868); »Geschichte und Beschreibung der vulkanischen Ausbrüche bei Santorin« (mit Stübel, Heidelb. 1868); »Das Totenfeld von Ancon in Peru« (mit Stübel, Berl. 1880–87, 3 Bde.); »Kultur und Industrie südamerikanischer Völker« (das. 1889–90) und mit Stübel das noch nicht abgeschlossene Werk »Reisen in Südamerika« (das. 1890 ff.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 770.
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