Paradiesvogel [1]

[660] Paradiesvogel, 1) Paradisiădae, Familie aus der Gruppe der rabenartigen Vögel in der Ordnung der Singvögel; Nasengruben dicht befiedert, Unterkiefer nicht höher als der Oberkiefer, Mundwinkel gerade; die Gattungen P. (Paradisea), Mino od. Atzel (Eulabes), Madenhacker (Buphaga); 2) Paradisĕa, Gattung aus obiger Familie, haben einen mäßig langen, messerförmigen, starken, vorn etwas gebogenen Schnabel (der an der Wurzel u. an den Nasenlöchern sammetartige Federn hat); Gefieder oft u. zum Theil metallisch glänzend u. einzelne Federn sehr verlängert, z.B. an den Weichen, an der Brust, am Kopfe od. Schwanze; sie leben auf Neuguinea u. den benachbarten Inseln; Arten: Gemeiner P. (P. apoda), hat die Größe einer Lachtaube, ist dunkelzimmetbraun, am Oberkopfe u. Nacken graugelb u. um den Schnabel u. an der Kehle sammetartig smaragdgrün; an den Weibchen kommen zwei Fuß lange, nach hinten gerichtete, zarte, gelbliche Federn hervor, die einen großen Busch bilden, der über den Schwanz hinausreicht, u. aus diesen kommen zwei sehr lange Federn hervor, die nur am Ende einen kurzen, metallisch grünen Federbart haben; seine Lebensweise ist die der Elster; die Einwohner von Neuguinea u. der umliegenden Inseln schneiden ihnen die Füße (auch die Flügel) ab, weshalb man sonst glaubte, diese Vögel müßten stets fliegen, ihre Eier auf den Rücken ausbrüten etc. In den zoologischen [660] Cabineten findet man daher die Füße oft durch Krähenfüße ersetzt. Der schöne Federbusch der Weichen dieses Vogels wurde sonst von den Damen als Schmuck auf den Hüten getragen u. hieß Basitan. Arten: Kleiner P. (P. papuana), braun, Brust tief rothbraun, oben hellgelb, Kehle metallisch grün, Seitenfedern weiß, hellgelb gemischt; Rother P. (P. rubra), mit goldgrünem Federbusch, Seitenfedern schön roth; Weißer P. (P. alba); Königsparadiesvogel (P. regia), wie eine Lerche; braun, purpurschillernd, unten weiß, Brust roth mit glänzend grünem Querstreif u.m.a. Prächtiger P. (P. superba), schwarz, mit großen, abstehenden, grünen, goldschimmernden Schulterfedern, welche eine Art Mantel bilden u. auch aufgerichtet werden können; Kehle purpurglänzend u. darunter beginnt ein herabhängender, schwalbenschwanzförmiger, stahlgrüner, goldglänzender Kragen; ferner P. magnifica u. P. sexsetacea.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 660-661.
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