Goethe [2]

[168] Goethe, 1) Hermann, Önolog u. Pomolog, geb. 16. März 1837 in Naumburg a. S., erlernte Gartenbau und Landwirtschaft in Erfurt, besuchte die landwirtschaftliche Akademie in Hohenheim, wurde Vorstand der landwirtschaftlichen Gartenbauschule in Obergorbitz bei Dresden, 1865 Wanderlehrer für Obst- und Weinbau in Karlsruhe, 1871 Wanderlehrer für Niederösterreich und war bis 1883 Direktor der neu zu gründenden Landes-Obst- und Weinbauschule in Marburg in Steiermark. 1886 habilitierte er sich als Privatdozent an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, und 1888 wurde er zum Vorsteher der biologischen Versuchsstation für Weinbau und zum Geschäftsleiter des Vereins zum Schutze des österreichischen Weinbaues in Baden bei Wien ernannt, dessen Vizepräsident er noch jetzt ist. Er schrieb: »Die Obstbaumschule« (2. Aufl., Stuttg. 1884); »Der Weingarten« (Wien 1873); »Ampelographisches Wörterbuch« (das. 1876); »Der Obstbaum, seine Pflanzung und Pflege als Hochstamm« (3. Aufl., Weim. 1889); »Handbuch der Ampelographie« (2. Aufl., Berl. 1887). »Die Rebenveredelung« (Wien 1886); »Die wichtigsten amerikanischen Reben« (Graz 1884); »Die Phylloxera und ihre Bekämpfung« (Wien 1887); »Weinbau trotz Reblaus« (Graz 1890); »Aus der biologischen Weinbauversuchsstation« (das. 1891). Auch gab er mit seinem Bruder (s. unten) einen »Atlas der für den Weinbau Deutschlands und Österreichs wertvollsten Traubensorten« (Wien 1874–78) heraus und redigierte 1867–71 die »Rheinische Gartenschrift«, 1876–81 die »Ampelographischen Berichte« und seit 1892 die »Mitteilungen des Vereins zum Schutz des österreichischen Weinbaues«.

2) Rudolf, Gärtner und Pomolog, Bruder des vorigen, geb. 13. April 1843 in Naumburg a. S., besuchte seit 1860 das Pomologische Institut in Reutlingen und die Gartenbauschule in Obergorbitz bei Dresden, erwarb 1868 die Fürersche Beerenobstschule in Stuttgart, gründete 1874 die kaiserliche Obst- und Gartenbauschule Grafenburg bei Brumath im Unterelsaß und leitete dieselbe, bis er 1879 zum Direktor der königlichen Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim berufen wurde. Seit 1903 lebt er im Ruhestand in Darmstadt. Er schrieb: »Weinbau und Kellerwirtschaft« (Leipz. 1876); »Mitteilungen über den Krebs der Apfelbäume« (Straßb. 1877); »Instruktion für Straßenpflanzungen« (2. Aufl, das. 1880); »Mitteilungen über den schwarzen Brenner und den Grind der Reben« (Leipz. 1878); »Anleitung zum Veredeln der Reben auf amerikanischen Unterlagen« (2. Aufl., Wiesb. 1885); »Die Frostschäden der Obstbäume« (Berl. 1883); »Die Blutlaus« (2. Aufl., das. 1885); »Verzeichnis der für das westliche Deutschland empfehlenswerten Obstsorten« (5. Aufl., Rüdesheim 1900); »Die Kernobstsorten des deutschen Obstbaues« (Berl. 1890); »Die Obstverwertung unsrer Tage« (2. Aufl., Wiesb. 1897); »Handbuch der Tafeltraubenkultur« (Berl. 1894); »Die Obst- und Traubenzucht an Mauern, Häuserwänden und im Garten« (das. 1900); »Der Krebs der Obstbäume« (das. 1904). Auch gründete er 1886 die »Geisenheimer Mitteilungen über Obst- und Gartenbau« und 1889 die »Mitteilungen über Weinbau und Kellerwirtschaft«.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 168.
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