Hendel-Schütz

[165] Hendel-Schütz, Henriette, geborne Schüler, mimische Künstlerin und Schauspielerin, geb. 13. Febr. 1772 zu Döbeln in Sachsen, gest. 4. März 1849 in Köslin, debütierte als zweijähriges Kind in Breslau, spielte von 1781–85 Kinderrollen im Ballett am Berliner Nationaltheater und gab dann naive Partien im Schauspiel, Soubrettenrollen in der Oper am fürstlichen Theater in Schwedt a. d. O., wo sie 1788 den Tenoristen Eunicke heiratete. Später in Mainz, Bonn und Amsterdam engagiert, kam sie 1796 abermals nach Berlin und feierte hier in sentimentalen und tragischen Rollen bis 1806, wo sie nach Stettin zog, Triumphe. 1797 von Eunicke getrennt, heiratete sie 1802 den Arzt Meyer und nach der Trennung von diesem 1806 den Militärarzt Hendel, der sieben Monate später starb. Sie wendete sich nun nach Halle und vermählte sich dort 1811 mit dem Professor K. J. Schütz, in dessen Begleitung sie auf Kunstreisen durch ganz Deutschland, Dänemark, Schweden, Holland, Rußland und Frankreich in glänzender Weise ihr großes Talent für mimisch-plastische Darstellungen entfaltete. Nachdem sie 1820 von der Bühne zurückgetreten, trennte sie sich 1824 auch von ihrem vierten Gatten. Peroux-Ritter gab 26 Kupfertafeln ihrer pantomimischen Darstellungen, mit Text von Vogt, heraus. Vgl. »Erinnerungen an Henriette Hendel-Schütz« (Darmst. 1870).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 165.
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