Usagara

[975] Usagara, Landschaft in Deutsch-Ostafrika (s. Karte »Deutsch-Ostafrika«), zwischen 6–8° nördl. Br. und 36–38° östl. L., begrenzt von Usegua, Ukami, Khutu, Uhehe, Usinga, Ugogo, der Massaisteppe und Nguru. Den Kern bildet das Rubehogebirge (2000 m). Es wird durchbrochen von dem zuerst Ugembe, später Mukondokwa (Oberlauf des Wami) genannten Hauptfluß der Landschaft, die in den tiefern Talgründen aus fruchtbarem, schwarzem Alluvium besteht, über das Granit, Schiefer, Sandstein in gewaltigen Massen emporragen. Im O. lehnt sich das ungesunde und sumpfige Tal des Makata, im W. die Wüste Marenga Mkali an. Das Klima, in den Niederungen sehr ungesund, ist in den höhern Lagen Europäern zusagend; mittlere Temperatur Juli bis September 25,5°, Oktober und November 30° bei sehr kühlen Nächten. Die Regenzeit dauert von Januar bis April, doch fällt Regen zu jeder Zeit. Die Vegetation, nach der Regenzeit ungemein üppig, bringt in den Talgründen mächtige Tamarinden, Myombo- und Wollbäume, Deleb- und Dumpalmen, Sykomoren etc. hervor; auf den Höhen und nach W. wird der Pflanzenwuchs ärmlicher. Von wilden Tieren sind in der westlichen Ebene Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Herden von Giraffen, Zebras, Antilopenarten, Büffel anzutreffen, auch die Makataebenen sind sehr wildreich. Die zu den Bantu gehörenden Wasagara, infolge der Sklavenjagden scheu und heruntergekommen, wohnen meist auf schwer zugänglichen Berggipfeln in Grashütten und bauen Mais, Hirse, Bohnen, Maniok, Bananen. Viehzucht ist lohnend, soweit die Tsetsefliege fehlt; auch findet man Eisenerz. Hauptorte sind Mpwapwa (s. d.) und Kilossa (s. d.). Hier sind gute Versuche mit dem Anbau von Kartoffeln, Roggen, Weizen, Wein gemacht. Eine protestantische (englische) Missionsstation besteht in Mamboja, eine katholische (französische) in Longa. Bedeutende Handelsplätze sind Kondoa am Mukondokwa und Mbambwa in der Makataebene. Die Landschaft wurde 1884 mit Nguru, Usegua und Ukami durch Karl Peters erworben.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 975.
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