Alten [2]

[381] Alten, Karl August, Graf von, hannöv. General, geb. 20. Okt. 1764 in Burgwedel bei Hannover, gest. 20. April 1840, Sprößling eines altadligen Geschlechts, trat 1781 in den hannöverschen Militärdienst, machte die Feldzüge von 1793 und 1794 in den Niederlanden mit und ging 1803, nach der Auslösung der hannöverschen Armee durch Napoleon, nach England, wo er als Kommandeur einer leichten Brigade in die deutsche Legion trat, mit der er den Expeditionen nach Norddeutschland, Rügen und Kopenhagen beiwohnte. 1808 zum General befördert, begleitete er Wellington nach Portugal und deckte den Rückzug Moores nach Coruña. 1809 war er an der unglücklichen Unternehmung gegen Vlissingen beteiligt. 1811 abermals nach Portugal gesandt, nahm er unter Beresford an der Belagerung von Badajoz und der Schlacht von Albuera teil. Als Chef der leichten Division Wellingtons focht A. 1811–14 bei Salamanca, Vittoria, an den Pyrenäen, bei Nivelle, Nive, Orthez und Toulouse. 1815 kommandierte er die Hannoveraner in den Niederlanden, focht ruhmvoll bei Quatrebras und stand bei Waterloo im Zentrum der englischen Armee; seine heldenmütige Verteidigung von La Haye-Sainte hielt den Angriff der Franzosen um mehrere Stunden auf. A. selbst ward schwer verwundet. Zum General der Infanterie ernannt und in den Grafenstand erhoben, stand er als Kommandeur der Hannoveraner in Frankreich bis zu deren Abzug 1818. Seitdem lebte er in seiner Heimat in ländlicher Stille, bis er 1831 mit dem Portefeuille des Krieges und Anfang 1832 auch mit dem des Auswärtigen betraut ward. Nach der Thronbesteigung Ernst Augusts blieb A. im Amte, doch behielt er, auf seinen Wunsch des Portefeuilles des Äußern enthoben. nur das Kriegsministerium bei. Er starb auf einer Reise zu Bozen in Tirol. Sein Standbild wurde in Hannover am Eingang des Waterlooplatzes aufgestellt. Vgl. V. v. Alten, Stammtafeln des uradligen Geschlechts von A., 1182–1889 (Berl. 1889).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 381.
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