Edelmann

[366] Edelmann, 1) Johann Christian, bekannter Freidenker, geb, 1698 in Weißenfels, gest. 15. Febr. 1767 in Berlin, studierte in Jena Theologie, hielt sich 1735 einige Zeit bei dem Grafen von Zinzendorf auf und ging 1736 nach Berleburg, wo er an J. Fr. Haugs Bibelübersetzung teilnahm. Er kann als der erste ausgesprochene Gegner des positiven Christentums in Deutschland bezeichnet werden, wenn auch seine zahlreichen Schriften: »Unschuldige Wahrheiten« (15 Stücke, Bückeburg 1735–43), »Christus und Belial« (1741), »Die Göttlichkeit der Vernunft« (1742), »Die Begierde nach der vernünftigen, lautern Milch der Wahrheit« (1744) u.a., die seiner Zeit eine Flut von Gegenschriften hervorriefen, bald vergessen waren. Er selbst wanderte, ein langbärtiger Apostel, in Norddeutschland umher, wurde vielfach verfolgt und vertrieben und erhielt endlich unter der Bedingung, nichts mehr zu schreiben, den Aufenthalt in Berlin gestattet. Eine »Auswahl aus Edelmanns Schriften« erschien Bern 1847. Seine 1752 geschriebene »Selbstbiographie« gab Kl ose (Berl. 1849) heraus. Vgl. Mönckeberg, H. S. Reimarus und J. Chr. E. (Hamburg 1867); Guden, J. Chr. E. (Hannov. 1870); Bruno Bauer, Einfluß des englischen Quäkertums auf die deutsche Kultur (Berl. 1878).

2) Max Thomas, Physiker, geb. 18. Okt. 1845 in Ingolstadt, studierte in Augsburg und München, war 1868–73 Assistent bei W. v. Beetz und wurde 1871 Privatdozent, 1893 Professor an der Techn ischen Hochschule in München. Er gründete 1868 ein physikalisch-mechanisches Institut, aus dem eine große Anzahl neukonstruierter Apparate aus dem allgemeinen Bereich der Experimentalphysik, im besondern Meßinstrumente für Erdmagnetismus, Elektrizität und Elektrotechnik, hervorgingen.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 366.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika