Rugendas

[442] Rugendas, 1) Georg Philipp, geb. 1666 in Augsburg, Sohn eines Uhrmachers, kam erst bei einem Kupferstecher, dann bei dem Maler Jesaias Fischer in die Lehre. Doch bald hemmte ihn ein Fistelübel an der rechten Hand in der Arbeit, u. er arbeitete mit der linken, bis die Abstoßung eines Knochens von der Natur ihn unerwartet heilte. Er arbeitete nun bei Hofmann in Wien, reiste 1692 nach Venedig u. arbeitete dort bei Molinarot. Sein Hauptsach war Schlachtenmalerei. Er kehrte 1693 heim, wurde aber von der Noth gezwungen wieder Kupferstecher zu werden u. stach mehre Schlachtblätter in Schwarzer Kunst. 1710 wurde er Director der Zeichenakademie in Augsburg, stach noch viele Jagd-, Reitschul- u. ähnliche Stücke, griff die letzten Lebensjahre wieder zum Pinsel u. st. 1743. 2) Johann Lorenz, Urenkel des Vor., geb. in Augsburg 1775, Kupferätzer u. Schlachtenmaler, Professor der Kunst- u. Zeichnenschule u. Director der Akademie daselbst; st. 1826. Seine Werke zeichnen sich durch historische Treue u. lebhafte Phantasie aus, bes. zu erwähnen sind die Schlachten an der Osternach u. bei Hohenlinden, bei Abensberg u. die von Verona, Marengo, Elchingen, Austerlitz, Landshut, Eckmühl, Regensburg etc. 3) Johann Moritz, Sohn des Vor., geb. 1802 in Augsburg, bildete sich daheim u. dann in München, wohin er 1817 ging, zum Maler u. zwar zum Genremaler. 1821 ging er mit Langsdorf nach Brasilien, trennte sich indeß von ihm u. gab nach seiner Rückkehr 1825 ein Werk über seine Reise heraus. 1827–29 lebte er in Calabrien u. Sicilien u. trat 1831 eine zweite Reise nach Südamerika an, welches er seit dieser Zeit nach allen Richtungen bereiste. Nachdem er von 1841–45 Peru, Bolivia u. Chili durchforscht u. noch ein Jahr auf der Ostküste Südamerika's verweilt hatte, kehrte er 1847 nach Europa u. München zurück. Die 3000 Zeichnungen u. Öl- u. Aquarellbilder, bes. ethnographische Gegenstände u. Landschaften, kaufte 1848 der Staat von R. gegen eine Jahresrente von 1200 Fl. Er st. 29. Mai 1858 zu Weilheim in Oberbaiern.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 14. Altenburg 1862, S. 442.
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