Opāl

[304] Opāl Opălus), Mineral, erscheint in amorphen Massen, derb u. eingesprengt, knollig, traubig, nierenförmig, auch als Versteinerungsmittel; Bruch muschelig bis uneben; Härte 5 bis 7, specifisches Gewicht 2,1 bis 2,3; farblos, weiß u. verschieden gefärbt, glas- bis fettglänzend, durchsichtig bis undurchsichtig, manche Varietäten mit schönem Farbenspiel; besteht aus Kieselerde mit 2 bis 13 Proc. Wasser, meist mit kleinen Beimischungen von Kalk, Magnesia, Eisenoxyd u. Thonerde, wodurch die verschiedenen Abarten bedingt werden. Varietäten: a) Edler O. (Flimmer-, Flammenopal), milchweiß, ins Gelbliche übergehend, durchscheinend, stark glänzend, mit buntem Farbenspiel, war bei den Alten sehr geschätzt u. wurde in Indien dem Diamant gleich geachtet; findet sich bes. in Ungarn, wird zur Vermehrung des Farbenspieles rundlich geschliffen. In Wien hat man einen edlen O. 43/4 Wiener Zoll lang, 21/2 dick, 34 Loth schwer, der um 1776 in den Opalgruben von Ozernowiza gefunden wurde; b) Feueropal, honiggelb, weingelb bis hyacinthroth, stark glänzend, durchsichtig; ist selten, findet sich in einem trachytischen Gestein bei Zimapan in Mexico u. im Mandelstein auf den Faröer; c) Gemeiner (Pech-, Wachs-) O., ohne Farbenspiel, halbdurchsichtig, wachsglänzend, milchweiß, gelblich od. grünlich (Girasol, wenn er im Lichte spielt), findet sich häufig, Gänge, Adern u. Nester bildend, im. Porphyr in Ungarn, Leißnig, Sedlitz u.a. O. in Sachsen; im Serpentin von Niemczitz in Böhmen, bei Kosenitz in Schlesien, in Mähren, im Mandelstein von Island u. den Faröer, auf Erzgängen in Freiberg, Schneeberg u. Johann-Georgenstadt in Sachsen; d) Glasopal, so v.w. Hyalith, s.d.; e) Leberopal, so v.w. Menilith, s.d.; f) Jaspopal (Opaljaspis), so v.w. Eisenopal, s.d.; g) Hydrophan (s.d.); h) Halbopal (s.d.); i) Holzopal, (s.d.); k) Kascholong (s.d.); l) Perlsinter, kleintraubig, nierenförmig, weiß, durchscheinend, schwach perlmutterglänzend, am Zeleznikberg bei Szirk in Ungarn, Santa Fiora in Toscana (Fiorit); der Perlsinter u. Kieseltuff (s.d.) enthalten kein Wasser, zu ihnen gehören der Michaelit, ein derbes Mineral von der Insel St. Michael (Azoren), Schwimmstein, Polirschiefer, Tripel- u. Kieselgühr, welche letztere meist aus Kieselpanzern von Infusorien bestehen; m) Wasseropal, traubig, nierenförmig, tropfsteinartig, wasserhell, enthält 35 Proc. Wasser; findet sich in einer Kaolingrube bei Pfaffenreuth in Baiern; n) Glossekolit, milchweiß, klebt an der Zunge, enthält 17 Proc. Wasser; o) Alumocalcit, derb u. eingesprengt, im Bruch muschelig, weiß, ins Blauliche u. Röthliche; mit Jaspis zu Eibenstock in Sachsen. Der edle O. wird alswerthvoller Edelstein zu Schmuckgegenständen aller Art benutzt, auch der Feueropal, Kascholong u.a. schön gefärbte Varietäten des O-s dienen als Schmucksteine.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 304.
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