Saalfeld [1]

[638] Saalfeld, 1) sonst eigenes, jetzt zu Sachsen-Meiningen gehöriges Fürstenthum, au Schwarzburg, Altenburg, Reuß, Weimar, preußisch Sachsen u. Oberland-Meiningen grenzend; 8 QM., 27,200 Ew.; gebirgig, waldig, Bergbau auf Eisen u. dgl.; Flüsse: Saale, Loquitz; ist in die beiden Ämter S.u. Gräfenthal getheilt. – Die Linie Sachsen- S. wurde 1681 vom Herzog Johann Ernst, dem siebenten Sohne Ernsts des Frommen, gestiftet, verlegte aber bereits 1735 ihre Residenz in das in der Theilung der ausgestorbenen Linie Koburg ihr zugefallene Koburg u. hieß seitdem Sachsen-Koburg-S.; das Fürstenthum S. hatte aber seine Regierungsbehörden in Altenburg, erst 1805 wurde es getrennt; seit 1826 gehört es zu Meiningen, s.u. Sachsen (Gesch.), vgl. Wagner, Darstellung des Fürstenthums S., Hildburgh. 1827; 2) Amt darin, an der Saale; hat 4,5 QM., mit 15,700 Ew.; 3) Hauptstadt darin u. des Fürstenthums, links an der Saale, mit Brücke über dieselbe; Berg- u. Münzamt, Schloß (ehemals Residenz), mehre Kirchen, unter denen die gothische Johanniskirche 1212 aus dem Ertrag der benachbarten Goldgruben von Reichmannsdorf erbaut wurde, Superintendentur, Progymnasium, Realschule, Krankenhaus (seit 1831), Ruinen der Sorbenburg (Hoher Schwarm), Munze, Fabriken (Pottasche, Alaun, Vitriol, Blaufarben, Tabak, Essig, gewebte Waaren u.a.m.), Kupferschmelzhütte, einiger Bergbau; 4500 Ew. Hier Anfang 1567 Landtag, wo Unterthanen u. Ländereien Johann Friedrichs des Mittlern laut kaiserlichem Befehl, wegen der Grumbachschen Händel, dem Herzog Johann Wilhelm zugewiesen wurden; am 10. Oct. 1806 Gefecht zwischen Franzosen u. Preußen, 'wobei Prinz Louis Ferdinand von Preußen blieb (dessen Denkmal auf dem Wahlplatze, bei Wöhlsdorf, steht), s.u. Preußisch-Russischer Krieg von 1806 u. 7; am 16. Juli 1852 Feuersbrunst. Vgl. Wagner, Älteste Geschichte der Stadt S., Rudolst. 1822; Weidenbach, Alterthümer u. Sehenswürdigkeiten der Stadt S., Saalf. 1849; 4) Stadt im Kreise Morungen des Regierungsbezirks Königsberg (preußische Provinz Preußen), am Mäwingsee, welcher durch einen Kanal mit dem Geserichsee verbunden ist; bedeutende Gerberei, Fischerei; 2300 Ew.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 14. Altenburg 1862, S. 638.
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