Schüler [2]

[463] Schüler, 1) Georg, s. Sabinus. 2) Gottlieb Christian, geb. 1798 in Salzungen, wurde 1820 Advocat daselbst, 1827 Amtssecretär in Glücksbrunn, 1829 Assessor beim Kreisgericht Salzungen, 1833 Landtagsdeputirter u. stand als solcher auf Seiten der Opposition, 1835 Mitglied des Oberlandesgerichtes zu Hildburghausen, 1838 Oberlandesgerichtsrath u. noch in demselben Jahre Oberappellationsgerichtsrath in Jena u. 1842 auch Professor; 1848 wurde er Mitglied des Vorparlamentes u. Abgeordneter zur Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt, 1849 mit Raveaux u. Simon Vorsteher des Centralmärzvereins zu Frankfurt, nachmals Vicepräsident der Weimarschen Ständeversammlung; er schr.: Flüchtige Gedanken eines Deutschen über eine Centralbehörde für Deutschland, Jena 1848, u. gab mit Ortloff, Heimbach u. Guyet Juristische Abhandlungen u. Rechtsfälle etc. heraus, Jena 1847. Vgl. G. Chr. S, ein Lebensbild, Jena 1849. 3) Gustav, geb. 1810 zu Taue an der Rhön, bezog 1826 die Bergakademie zu Freiberg u. studirte seit Michaelis 1829 in Jena Jurisprudenz u. Staatswissenschaften; Ostern 1832 habilitirte er sich in Jena u. wurde 1833 außerordentlicher Professor in der philosophischen Facultät daselbst. Auf einer im J. 1834 unternommenen wissenschaftlichen Reise verweilte er längere Zeit in Polen, Ungarn u. Siebenbürgen, um die geognostische Beschaffenheit der Karpaten zu studiren; 1836 entwarf er im Auftrage des Fürsten der Walachei eine geognostische Karte dieses Landes u. legte die Kupferwerke in Baja de Arema u. die Goldwäschereien im Tschernathale an; 1838 ging er über Constantinopel nach Anatolien u. Kurdistan; während des Aufenthalts in Griechenland erhielt er von der griechischen Regierung den Auftrag Attika u. Böotien wegen Anlegung Artesischer Brunnen zu untersuchen; er bereiste sodann die Nordküste Afrikas u. kehrte über Malta, Sicilien, Italien, die Schweiz u. Frankreich 1840 nach Jena zurück. Später bereiste er noch den Norden Europas. Auf diesen Reisen legte er nicht unbeträchtliche Sammlungen an. Im J. 1849 wurde er zum Professor der Technologie u. Mineralogie zu Jena ernannt u.st. 13. Juli 1855. Er schr.: De ferro ochraceo viridi Jena 1832; Polt ékok Magyarország' földtaris ismeretéhez német köziese ulán Bugát Pál. Tudo mánytár közre bocsátja à Magyar Tudós Társaság, Ofen 1838; Über die Erdspaltungen u. sonstigen Wirkungen des Erdbebens vom 11./23. Jan. 1838, Bukarest 1838 (französisch von H. de Bouvelot, walachisch von P. Poenar).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 463.
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