Leuchtenberg [1]

[313] Leuchtenberg, 1) sonst deutsche gefürstete Landgrafschaft der Oberpfalz, an der Nab; bestand aus den Ämtern Pfreimt, Leuchtenberg, Wernberg u. Misprunn; 4 QM.; 6500 Ew. L., we ches früher unter eigenen Landgrafen stand, wurde im 13. Jahrh. an den Herzog Ludwig von Baiern verkauft. Doch muß die Landgrafschaft entweder ganz, od. zum Theil später wieder an die Landgrafen zurückgefallen sein; denn dieselben besaßen L. wieder, u. erst nach dem Tode des letzten Landgrafen Maximilian Adam, 1649, kam L. an den Herzog Albrecht von Baiern, welcher Maximilians Schwester, Mechtilde, geheirathet, hatte. Albrecht aber überließ L. seinem Bruder dem Kurfürsten Maximilian; dessen Sohn, Kurfürst Ferdinand Maria, gab nach Erlangung seiner Majorennität L. seinem jüngeren Bruder Max Philipp, u. als dieser 1705 starb, fiel L. an Kurbaiern zurück. Als der Kurfürst Max Maria Emanuel 1706 in die Acht erklärt wurde, belehnte der Kaiser Joseph 1708 dem Fürsten Leopold Matthias von Lamberg, u. nach dessen Tode, 1711, dessen Bruder Franz Anton damit. Da der Kurfürst 1714 im Badener Frieden in seine Lande restituirt wurde, erhielt er auch L. zurück, u. L. wurde von den Kurfürsten ihren jüngeren Brüdern als Apanage gegeben, so von Karl Albrecht seinem Bruder Herzog Ferdinand, von welchom es auf dessen Sohn Clemens Franz kam. Nach Absterben des Hauses Baiern suchte Mecklenburg, welches vom Kaiser Maximilian 1502 einige Ansprüche erhalten hatte, diese geltend zu machen, doch bekam Karl Theodor von Pfalzbaiern L. 1817 wurde L. nebst dem vormaligen Bisthum Eichstädt u. anderen Gebietstheilen, vom König von Baiern dem Vicekönig von Italien, Eugen Beauharnais, als mediatisirtes Fürstenthum verliehen u. von diesem an seinen ältesten Sohn vererbt, 1854 aber aufgelöst u. mit der Krone Baiern vereinigt. Wappen: rother Balken in Silber. 2) Hauptort, Marktflecken im Landgerichte Vohenstrauß des baierischen Kreises Oberpfalz; Ruine eines Bergschlosses; Rentamt; 500 Ew; 1842 große Feuersbrunst; 3) sonst Mediatgericht des Herzogs von L. u. Fürsten von Eichstädt; im baierischen Kreise Mittelfranken, 20 QM.; 57,000 Ew., 8 Städte, 15 Marktflecken, 181 Dörfer u. Weiler, an der Altmühl, Sulz u. hinteren Schwarzach, fruchtbar; begreift das ehemalige Hochstift Eichstädt; früher unter die umliegenden Kreise vertheilt, seit 1815 als bevorzugte Standesherrschaft vereinigt u. dem Herzog von L. mit 250,000 Gulden Einkünften überlassen; theilte sich in die Hauptstadt Eichstädt u. die Landgerichte Eichstädt, Kipfeuberg, Belingrieß u. Greding.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 313.
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