Schröter [3]

[440] Schröter, 1) Wilhelm von S., geb. in Salzungen, wurde Hofrath in herzoglich gothaischem Dienst, war auf dem Friedenscongreß in Osnabrück, stieg unter Ernst dem Frommen bis zum Kanzler u. Geheimen Rath, wurde vom Kaiser Leopold I. geadelt u. nach Wien berufen, erwarb sich aber dort durch seine Finanzverordnungen viele Feinde, von denen er 1663 ermordet wurde; er schr.: Fürstliche Schatz- u. Rentkammer, welche 9 Aufl. erlebte. 2) Christoph Gottlieb, geb. 1699 zu Hohenstein in Sachsen; bereiste als Tonkünstler Holland u. England, wurde 1726 Organist in Minden, 1732 in Nordhausen u.st. dort 1782; er war einer der vorzüglichsten Orgelspieler, componirte viel für die Kirche, machte sich bes. verdient durch die Erfindung des Pianoforte u. schr.: Deutliche Anweisung zum Generalbasse etc., Halberst. 1772, u.m.a. 3) Johann Samuel, geb. 1735 zu Rastenberg in Thüringen, wurde 1756 Rector in Dornburg, 1763 Pfarrer in Thangelstädt, später Stiftsprediger in Weimar, 1785 Superintendent u. Oberpfarrer in Buttstädt u.st. dort 1808; er schr.: Lithologisches Reallexikon, Berl 1772–88, 8 Bde.; Journal für Liebhaber des Steinreichs u. der Conchyliologie, Weim. 1773–80, 6 Bde.; Einleitung in die Kenntniß u. Geschichte der Steine u. Versteinerungen, Altenb. 1774–84, 4 Thle.; Abhandlung über verschiedene Gegenstände der Naturgeschichte. Halle 1776, 2 Thle.; Einleitung in die Conchylienkenntniß, ebd. 1783–86, 3 Bde.; Neue Literatur u. Beiträge zur Kenntniß der Conchylien u. Fossilien, Lpz. 1784–87, 4 Bde. 4) Johann Hieronymus, geb. 1745 in Erfurt; studirte in Göttingen die Rechte, wendete sich aber bes. der Mathematik u. Astronomie zu, wurde 1778 bei der hannöverischen Regierung angestellt, später Oberamtmann in Lilienthal, im Herzogthum Bremen, wo er eine Sternwarte errichtete, welche aber 1813 von den Franzosen niedergebrannt wurde; 1803 wurde er Justizrath in Lilienthal. Er machte in der Astronomie viele wichtige Entdeckungen u. Beobachtungen, vorzüglich betrachtete er den Mond sehr sorgfältig u. gab darüber einen Atlas heraus; fertigte mehre größere Instrumente an, unter anderen ein 25füßiges Teleskop, womit er im Stande war die einzelnen Sternenhaufen der Milchstraße zu unterscheiden u. mit dem er auch seine vorzüglichen Mondentdeckungen machte; u. schr.: Beiträge zu den neuesten astronomischen Entdeckungen, Berl. 1788. Beobachtungen über die Sonnenfackeln u. Sonnenflecken, Erf. 1789; Seleno-topographische Fragmente, Helmst. 1791 u. Gött. 1802, 2 Thle.; Cytherographische Fragmente, Erf. 1793; Aphroditographische Fragmente zur genauen Kenntniß der Venus, Gött. 1796; Neuere Beiträge zur Erweiterung der Sternkunde, ebd. 1798; Neueste Beiträge etc., ebd. 1800; Kronographische Fragmente zur Kenntniß des Saturn, ebd. 1808; Beobachtungen u. Bemerkungen über den großen Kometen 1807, ebd. 1811; über den großen Kometen von 1811, ebd. 1815; Hermographische Fragmente zur genauern Kenntniß des Mercur, ebd. 1816. 5) Corona Elisabeth Wilhelmine, geb. 1748 in Warschau, bildete sich unter Hiller in Leipzig zur Sängerin, wurde 1778 Kammersängerin in Weimar, betrat auch mit Beifall die Bühne als Iphigenia, componirte 25 Lieder (Weimar 1786) u.st. 1802 in Ilmenau; auf sie ist Goethes Gedicht auf Miedings Tod. 6) Johann Friedrich, geb. 1770 in Leipzig, war Lehrer für die anatomische Zeichnen- u. Kupferstecherkunst an der Universität daselbst u.st. 1844; er gab heraus: Das menschliche Auge, nach der Darstellung des Geh. Raths Sömmering, Weimar 1810; Das menschliche Ohr, ebd. 1811; Die menschliche Nase, Lpz. 1812; Die menschliche Zunge, ebd. 1813; Das menschliche Gefühl, ebd. 1814. 7) Vgl. Schröder.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 440.
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