Albert [3]

[268] Albert, 1) Heinrich, Liederdichter und Komponist, geb. 28. Juni a. St. 1604 zu Lobenstein im Vogtland, gest. 6. Okt. 1651 in Königsberg, studierte in Leipzig die Rechte, dann Musik unter seinem Oheim Schütz in Dresden, ging 1626 nach Königsberg i. Pr., wo er 1631 Organist an der Domkirche wurde. Seine Gedichte, die er alle selbst in Musik gesetzt hat, sind zum größten Teil Kirchenlieder, von denen einige noch jetzt im Gebrauch sind; seine wenig zahlreichen weltlichen Lieder zeichnen sich durch anmutige Leichtigkeit aus. Sie erschienen (mit einigen seiner Freunde Dach und Roberthin) gesammelt in seinem berühmten »Poetisch-musikalischen Lustwäldlein« (Königsb. 1648), eine Auswahl mit den Musikbeilagen, in den »Neudrucken deutscher Literaturwerke« (hrsg. von L. H. Fischer, die Musikbeilagen von Eitner, Halle 1883 bis 1884). Dem Einfluß des Musikers A. war vor allem die volkstümliche Sangbarkeit der Gedichte des Königsberger Kreises zuzuschreiben.

2) Joseph, Photograph, geb. 5. März 1825 in München, gestorben daselbst 5. Mai 1886, besuchte die polytechnische Schule, die Akademie in München, gründete 1850 ein photographisches Atelier in Augsburg und siedelte 1858 nach München über. Er wandte die Photographie zuerst zur Vervielfältigung von Handzeichnungen und Kupferstichen an (Kaulbach, Schwind, Rethels Hannibalzug u.a.). Auch lieferte er photographische Nachbildungen von Werken der Münchener Pinakothek. Er vervollkommte den Lichtdruck, nach ihm Albertotypie, Albertypie genannt, und benutzte ihn zur Verbesserung des photochrontischen Verfahrens der Gebrüder Ducos de Hauron. – Sein Sohn Eugen A., geb. 26. Mai 1856 in Augsburg, gründete in München eine Kunst- und Verlagsanstalt zur Verwertung seiner Erfindungen; er liefert in Kupfer geätzte Hochdruckklischees für die Buchdruckpresse, Heliogravüren etc. und trug durch Erfindung der Citochromie sowie durch die mechanische Zurichtung von Autotypklischees zur Förderung des Kunst- und Illustrationsdrucks bei.

3) Eduard, Chirurg, geb. 20. Jan. 1841 zu Senftenberg in Böhmen, gestorben daselbst 26. Sept. 1900, studierte in Wien, wurde 1873 Professor der chirurigischen Klinik in Innsbruck, 1881 Professor in Wien. Er arbeitete besonders über Fieber, tierische Wärme und Mechanik der Gelenke, schuf eine Reihe neuer chirurgischer Methoden und schrieb: »Beiträge zur operativen Chirurgie« (Wien 1878–80); »Lehrbuch der speziellen Chirurgie« (5. Aufl., das. 1898, 2 Bde.); »Diagnostik der chirurgischen Krankheiten« (8. Aufl., das. 1900); »Zur Theorie der Skoliose« (das. 1890); »Der Mechanismus der skoliotischen Wirbelsäule« (das. 1899); »Einführung in das Studium der Architektur der Röhrenknochen« (das. 1900); »Beiträge zur Kenntnis der Osteomyelitis« (mit Kolisko, das. 1896), Vgl. Habart, Eduard A. Gedenkblatt (Wien 1900).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 268.
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