Bosch [2]

[250] Bosch, 1) Hieronymus van Aken (Aken), genannt B., niederländ. Maler, geb. um 1462 in Herzogenbusch (Bosch), woher sein Name, gest. daselbst 1516, stand noch unter der Herrschaft der van Eyckschen Malerei, trug aber wesentlich dazu bei, das Gebiet der niederländischen Kunst über die Grenzen des Kirchlichen hinaus zu erweitern, indem er als der erste Motive aus dem Volksleben griff und mit derbem Humor bei moralisierender Tendenz behandelte. Mit Vorliebe wandte er sich dem Abenteuerlichen, Spukhaften zu; seine Darstellungen der höllischen Strafen und Versuchungen zeigen eine unerschöpfliche Phantasie in der Erfindung grotesker und gespenstischer Wesen. Auf die niederländische Kunst hat er dadurch einen großen Einfluß geübt und namentlich in Pieter Brueghel den begabtesten Nachfolger gefunden. Seine Hauptwerke befinden sich in Madrid, Wien (Jüngstes Gericht, in der Akademie) und Antwerpen. Die Kupferstiche, die man ihm zugeschrieben, sind nach ihm vom gleichzeitigen Architekten Alaert du Hameel ausgeführt.

2) Jeronymo de, Philolog und lateinischer Dichter, geb. 23. März 1740 in Amsterdam, gest. 1. Juni 1811 in Leiden, in Amsterdam gebildet, war zuerst Apotheker, seit 1773 Stadtsekretär daselbst und wurde[250] 1798 Kurator der Universität Leiden. Seine lateinischen Gedichte erschienen gesammelt zu Leiden 1803 (2. Aufl., Utrecht 1808); sein Hauptwerk ist die »Anthologia graeca« (das. 1794–1810, 4 Bde.; 1822 dazu 5. Band von Lennep).

3) Jan van den, Graf, niederländ. General, geb. 2. Febr. 1780 zu Herwynen in Geldern, gest. 28. Jan. 1844, kam als Leutnant 1797 nach Java, wo er schnell zum Obersten emporstieg. Wegen Differenzen mit dem Generalgouverneur Daendels nahm er 1808 den Abschied. Nach seiner Rückkehr (Nov. 1813) agitierte er für die Restitution des Hauses Oranien. Wieder in der Armee angestellt, wurde er 1815 Generalstabschef und nachher Generalmajor. Verabschiedet, stiftete er die Gesellschaft für Begründung der Armenkolonien und die Kolonie Frederiksoord. 1828 ward er als Generalkommissar nach Surinam, bald aber wieder nach Batavia gesendet, wo er 1830 Generalgouverneur wurde. Er führte in Indien das Kultursystem (s. Java) ein. 1833 zurückgekehrt, übernahm er das Ministerium der Kolonien, schied aber 1839 aus und wurde in den Grafenstand erhoben. 1842 wurde er Mitglied der Zweiten Kammer.

4) Ernst, Maler, geb. 1834 in Krefeld, erhielt in Wesel vom Historienmaler J. Schex die erste künstlerische Anleitung. ging 1851 nach Düsseldorf und arbeitete in der dortigen Akademie bis 1857. Seine Bilder zeigen eine glückliche Vereinigung von Figuren, Tieren und Landschaft, sind tüchtig gezeichnet und im Kolorit von harmonischer Wirkung. Aus einigen spricht auch ein glücklicher Humor, während in andern ein poetischer, zuweilen sogar ein phantastischer Zug vorwaltet. Die hervorragendsten sind: Schmuggler in einem Kahn (1854), Fähre beim Eisgang, der fliegende Holländer, Verteidigung eines Blockhauses gegen Indianer (1866), Zigeunerbande im Dorfe, Hermann und Dorothea am Brunnen und Hermann unter dem Birnbaum, die drei von F. Dinger gestochenen anmutigen Gemälde: Fern der Heimat, Rotkäppchen und Aschenbrödel, Genoveva. B. hat auch Bildnisse gemalt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 250-251.
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