Protestantische Union

[394] Protestantische Union, die am 4. Mai 1608 zu Auhausen in Württemberg geschlossene Vereinigung protestantischer Fürsten. Persönlich waren hier zusammengetreten: Fürst Christian von Anhalt (der Generalleutnant der Union), Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg, Markgraf Georg Friedrich von Baden, Herzog Johann Friedrich von Württemberg und die Markgrafen Christian und Joachim Ernst von Brandenburg. Bundesdirektor ward Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz. Nach kurzer Zeit traten dem Bunde bei: Pfalzgraf Johann von Zweibrücken, das ganze Haus Anhalt, der Graf Gottfried von Öttingen und mehrere Reichsstädte (Straßburg, Nürnberg, Ulm etc.). Nach Zusammenschluß der Gegner in der Katholischen Liga (s. Liga) unter Herzog Maximilian von Bayern traten 1609 auch der Kurfürst Johann Siegmund von Brandenburg und Landgraf Moritz von Hessen der Union förmlich bei. Da aber der mächtigste evangelische Fürst, der Kurfürst von Sachsen, dem Bunde fernblieb, erlahmte er bald. Zwar spornten die Rüstungen der Liga und das Herannahen eines spanischen Heeres unter Spinola Anfang 1620 die Verbündeten zu einigem Eifer an; aber die Schlacht am Weißen Berge bei Prag (8. Nov. 1620) vernichtete das Königtum Friedrichs V. von der Pfalz und die P. U. (vgl. Dreißigjähriger Krieg, S. 189).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 394.
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