II.

[548] Ein Punkt in dieser Urkunde ist von hoher Wichtigkeit: Die Erfindung der hebräischen Vokalzeichen. Sie sagt aus: »Der Vater des Jehuda Magihah, mit Namen Mose der Punktator, war der erste Erfinder, um für die Jünger das Lesen der heiligen Schrift zu erleichtern« היה ןדקנה השמ 'ר ויבאש (ןשוש ישנא) ונועידוה ארקמה תאירק תדימל םידימלתל לקהל ןושארה הדובה. Zum Subst. הדוב muß man notwendig ergänzen: תודוקנ לש, also, der Erfinder der Vokalzeichen. Diese Tradition trägt ihre Wahrheit in sich durch die allereinfachste Motivierung: »Weil das Lesen des vokallosen hebräischen Textes immer schwerer wurde, erfand Mose (aus Susa?) die Vokalpunkte.« Darum erhielt er auch den Namen »der Punktator«. Die Frage über die Entstehung der hebräischen Vokalzeichen, welche dem Hebraisten so viel Kopfzerbrechen gemacht hat, wäre hiermit gelöst. Die Kritik mußte sich bisher mit der Antwort begnügen, daß, da weder der Talmud, noch der mit der hebräischen Bibelliteratur vertraute Kirchenvater Hieronymus die geringste Andeutung über Vokalzeichen geben, diese erst in der nachtalmudischen Zeit eingeführt worden seien. Aber warum hat sich kein Zeugnis über die erste, Epoche machende Einführung derselben erhalten? Das quälte die Kritik. Jetzt haben wir das gewünschte Zeugnis. – Das Thema über die hebräischen Vokal- und Akzentzeichen hat aber seit dem Jahre 1840 eine große Ausdehnung erhalten. Früher kannte man nur das übliche Zeichensystem und hatte keine Ahnung davon, daß es noch ein anderes gibt. Da fand Firkowitz hebräische Bibelmanuskripte nach einem ganz abweichenden System. Die Vokalzeichen haben andere Figuren und stehen durchweg oberhalb der Buchstaben, die Akzentzeichen sind ebenfalls anders gestaltet. Pinner hat davon (in seinem Prospektus) ein ganzes Faksimile gegeben. Bisher sind nur zwei Exemplare mit solchen Zeichen bekannt; eines [548] davon, die letzten Propheten umfassend, vom Jahre 916 (bei Pinner beschrieben S. 18, Nr. 3). Wir kennen demnach jetzt zweierlei Systeme, das übliche, in welchem die Vokalzeichen unter halb stehen (mit Ausnahme des ו und ו) und das neuentdeckte mit anderen Figuren und der Stellung oberhalb. Wir wollen sie der Kürze wegen das Untersystem und Obersystem nennen. Aus einer Notiz in einem Pentateuchkodex mit Targum (in der Bibliothek von Parma) erfahren wir, daß das Obersystem das Assyrische und das Untersystem das Tiberiensische genannt wurde: בותכ ופוסבו ... םוגרת םע שמוח לבב ץראמ אבוה רשא רפסמ קתענ הז םוגרת הלאה םירבדכ ריכמ יברב ןתנ 'ר וכפהו רושא ץרא דוקנב הלעמל דקונמ היהו אוה (?) ידייוא תנידממ ריכמ 'רב לאומש 'רב הנוקנאמ םחנמ 'רב םחנמ 'רב ךרובמה םשב אצנגמ ץראב ץצולתמה ןרק עדג רשא ינרבט דוקנל וחסנו והיגהו ןדקנה קודצ רב (mitgeteilt von Luzzatto in םדק תוכילה p. 24 vgl. de Rossi Codices manuscripti Nr. 12). Nathan ben Machir war ein Zeitgenosse Raschis; vgl. Responsum Raschis (in Goldbergs Sammlung םינמטמ שפוח S. 1) Ihre Namen haben beide Systeme wohl von dem Lande, wo sie erfunden worden, das eine in Assyrien (Susa?), das andere in Tiberias. Von dem tiberiensischen System, welches das jetzt übliche ist, wissen wir, daß die Karäer Mocha und sein Sohn Mose266, die Massoreten, es eingeführt haben um 780-800: ינמו (אחומ 1.) אחא 'ר רמ םהידוקנב לאה םמחרי ינארביטה דוקנ ינקתמ השמ 'ר (o. S. 522), Nissi ben Noach spricht aber von Zeichen der Babylonier: תורתיו תורסחו םימעט קוספו םידוקנ ףולאלו רענש ישנאל (bei Pinsk. T. 38). Das רענש ישנא דוקנ ist wahrscheinlich identisch mit dem רושא דוקנ. Nissi ben Noach scheint beide gekannt und dem babylonischen vor dem assyrischen System den Vorzug gegeben zu haben. – Es scheint aber noch ein drittes System gegeben zu haben, wenigstens was die Akzentzeichen betrifft. Denn das Machsor Vitry (zirka 1100) spricht von einem üblichen, einem palästinensischen und einem ינרבונ דוקנ. (Kerem Chemed T. IV, p. 203 mitgeteilt von Luzzatto): ימ השמל ורמאנש םה תוניגנה ימעטש ימו דרויה ימו הלועה ימו דמוע ימו בשוי ימו ףקוז ימו שלות דוקנ ןיא ךכיפלו םונקתש אוה םירפוס תוניגנה ינמס לבא חנומה לארשי ץרא דוקנל םימוד םהינש אלו ונלש דוקנל המוד ינרבונ. Die Stelle scheint korrumpiert zu sein. ינרבונ soll (wie Luzzatto emendieren will) ינרבט bedeuten267.

Bleiben wir bei den zwei Systemen, die uns bekannt sind. Es folgt aus dem Zitat von Salomon ben Jeruchams Mukaddimah, daß das von Mocha und seinem Sohne eingeführte tiberiensische System jünger ist, als das רושא דוקנ oder רענש דוקנ. Das assyrische System ist also vor 780-800 in Gebrauch gewesen. Aber seit wann? Darüber kann man jetzt nur so viel sagen: In der nachtalmudischen Zeit. Möglich, daß es zur Zeit eingeführt wurde, als die Mohammedaner ihre Vokalzeichen dem Syrischen entlehnt haben.

[549] Einem Einwurfe muß noch begegnet werden, wenn das Resultat feststehen soll, daß vorher das assyrische System in Gebrauch war und von dem tiberiensischen verdrängt wurde. Wir haben gefunden, daß das tiberiensische dem jetzt üblichen Punktationssystem entspricht und, daß es von Mocha und seinem Sohne Mose eingeführt wurde. Beide gelten aber als Karäer und Mocha als Jünger Anans268. Ist es aber nicht unglaublich, daß ein von Karäern eingeführtes und von Karäern gebrauchtes Punktationssystem bei Rabbaniten Eingang gefunden haben soll? Darauf erwidere ich Folgendes: So schroff auch die zwei jüdischen Bekenntnisse gegeneinander standen, so haben sie nichtsdestoweniger Einfluß aufeinander ausgeübt. Daß der Karäismus nach und nach rabbinische Elemente in sich aufgenommen, ist oben nachgewiesen. Aber auch die Rabbaniten, namentlich in Palästina, haben sich so manches von dem Karäismus angeeignet. Sahal ben Mazliach bezeugt es ausdrücklich, daß die palästinensischen Rabbaniten dem Fleisch- und Weingenuß entsagt, levitische Reinheitsgesetze beobachtet, karäische Ehegesetze gehalten und zum Teil auch den karäischen Festkalender angenommen haben (Sendschreiben bei Pinsker, Anhang, S. 33): רמאי םאו םיקוחר הלמרכבו שדקה רהב םינברה ידימלת וניחא הנה יכ םדא ושע ארקמ ינב ישעמכ םה יכ תעדל התא בייח הלאה םישעמה ןמ רקבו ןאצו רשב ולכאי אלש םיבר םהמ שיו .ודמל םהמו ... תואמוטה לכב ואמטי אלו םיתמה לא ועגי אלו ... םילשוריב תב אלו השא תוחא תב אלו חא תב וחקי אל םא יכ דבלב הז אלו רשא תורוסא רשא תורוסאה תוירעה לכ ןמ ורזניו באה תשא םהו ודבע השמ ידי לע 'ה יפמ ו"צי ארקמ ינב ימכח םורסא דחא םויו חריה תיארב דחא םוי םימי ינש םשה תרזעב םישוע וחינהו םהיניע םשה ריאהש םהמ שיו ... םינפל םישוע ויה רשאכ ךרד לא ובשו רובח ןעמל [(?) גוהנה] ןותנה רובעה ןובשח תמאה. Wollte man diesem Propagandisten keinen Glauben schenken und seine Angaben als Kunstgriff für die Proselytenmacherei ansehen, so bezeugen es rabbanitische Nachrichten, daß die Palästinenser manche levitische Reinheitsgesetze beobachtet haben. Eine Menstruierende durfte nichts im Hause anrühren (Responsa Gaonim הבושת ירעש Nr. 72): הדנ חרזמ ישנא תעגונ הניא לארשי ץרא ינבו ... תיבה יכרצ לכב תשמתשמ הנב תא קינתש וריתה קחודמו תיבבש םילכב אלו חל רבדב. Man wird einräumen müssen, daß solche Strenge antitalmudisch und nur dem Karäismus entlehnt ist. Aus folgendem Passus (l.c. Nr. 176): ןילבוט ןניא חרזמ ישנא ןיעגונמה ןיא שדקמה תיב ברחשמ ... שימשתמ אלו ירקמ אל ןיחוד ןיא ערוצמ םכח דימלת אהי ו"ח םא הזה ןמזבו ןיאמטמ היהו אתשה אכילד שרדמה תיבמ אלו תסנכה תיבמ אל ותוא שודק ךינחמ, geht hervor, daß die לארשי ץרא ישנא, die Palästinenser, dieses alles streng genommen, Lustrationen gebraucht und die Aussätzigen aus Synagoge und Lehrhaus gewiesen haben. Diese Strenge ist aber jedenfalls karäischen Ursprungs (vgl. S. 508). Maimuni bezeugt, daß manche rabbanitischen Gemeinden von den Karäern den Brauch angenommen haben, eine Wöchnerin 40 oder 80 Tage vom ehelichen [550] Umgange fern zu halten (האיב ירוסא XI, 15):269 הז ןכו םינואג תצקמל תובושת אצמתו תומוקמ תצקמב אצמתש רחא הבקנ תדלויו םיעברא ףוס דע התטמ שמשת אל רכז תדלויש ךרדו תובושתה ןתואב אוה תועט אלא גהנמ הז ןיא ... םינומש הז רבד ודמל (םיארק) םינימה ןמו תומוקמה ןתואב תיסרוקיפא; vgl. Raschi Pardes p. 5b. לע ןואג יאדוהי 'ר רמ רמא ךכ רכזל 'ז בשת הכלה עטקש היחה ליבשב אתולג שיר המלש (?) אל הכרבל וננודא רכז אבר רמאו ... םייקנ 'ז בשת כ"חאו הדנכ 'ז רופסת ךכ רחאו הנממ םדה קוספיש דע הדנכ תדלוי אלא יכ אתביתמ שירו הלכ שיר רמא ןכו םייקנ. Vgl. dazu Maimuni Hil. Issure Biah XI, 6. In vielen Gemeinden Ägyptens waren unter den Rabbaniten vollständig karäische Bräuche eingeführt (Responsa Maimuni רודה ראפ Nr. 152): ונתרות יניד וחכש םירצמ ירע בורב רשא לארשי בור ןיבואש םימב ןיצחור ןהש דע (םיארק) תונימ גהנמ וגהנו...; vgl. Maimunis Brief an Ibn G'abar in םינקז םעט p. 74 b: רחא םיכלוהו תונימ ירבדל םיטונ הזב םתוא וניצמ םירצמ ישנא םיארקה רודס. (Vgl. auch הזונג הדמח, ed. Edelmann, S. 5 a).

Haben also namentlich die palästinensischen Juden karäische Elemente, welche mit dem Talmud in direktem Widerspruch stehen, aufgenommen, um wie viel mehr durften sie das tiberiensische Punktationssystem annehmen, das so zu sagen kein konfessionelles Gepräge an sich trägt und zu den ἀδιάφορα gehört. Denn die Rabbaniten der alten Zeit und die Gaonen haben die Vokalzeichen als etwas ganz Äußerliches, nicht zur heiligen Schrift Gehöriges, betrachtet. Als der Gaon Mar-Natronaï II. gefragt wurde, ob man den Pentateuch mit Vokalzeichen versehen dürfe, erwiderte er verneinend und bemerkte dabei, daß die Punkte und Zeichen nicht vom Sinaï stammen, sondern von »den Weisen« eingeführt wurden (mitgeteilt von Luzzatto aus Machsor Vitry דמח םרכ III, p. 200): 'ר רמ הרות רפס ?הרות רפס דוקנל רוסא םא םתלאששו ןואג יאנרטנ יכ יניסב דוקנ ןתנ אלו דוקנ וב ונעמש אל יניסב השמל ןתנש לבב רובענ ןפ ונתעדמ ףיסוהל ונל רוסאו ןמיסל והוניצ םימכחה הרות רפס םידקונ ןיא ךכיפל ףיסות. Die Gaonen haben also die Vokalzeichen für etwas Unwesentliches gehalten270. Man bemerke wohl, daß Natronaï nicht sagt, die Sopherim oder die talmudischen Gelehrten (וניתובר), sondern »die Weisen«, d.h. Männer ohne religiöse Autorität, haben die Vokale bezeichnet. Also, weit entfernt einen heiligen Charakter zu haben, galten sie den Gaonen als eine vollständige Nebensache. Den Karäern dagegen schienen sie so wesentlich zum Texte zu gehören, daß Jehuda Hadassi, gewiß von älteren Karäern entlehnt, sie als eine sinaitische Offenbarung betrachtet, ja sie schon von Adam her datirt: דוקנ אלב יכ םימעטו דוקנב םידוקנ תויהל תויואר תורותה ירפסו לע תורח םיהלא בתכמ יכ לע ... וניהולא הנתנ אל םימעטו םירסח אלו םימעטבו דוקנב ןתביתכב םיאלמ ויה ... הככ תוחלה דוקנהו ןושלהו תויתואח ונתנ םדאמו םמעטו םדוקנמ (Eschkol Nr. 173, S. 70 b).271 Cs ist demnach nicht auffallend, daß die palästinensischen Rabbaniten die von[551] Mocha eingeführten Vokalpunkte und Akzente angenommen und weiter verbreitet haben. Haben doch die Rabbaniten den massoretischen Text, so wie ihn ein Karäer festgesetzt hatte, anzunehmen keine Scheu getragen und ihn als Musterexemplar benutzt. Es ergibt sich nämlich zur Gewißheit, daß Aaron ben Ascher und sein Vater Mose, deren massoretischer Text mustergültig wurde, Karäer waren272.

Die Beweise sind nicht schwer zu führen.

1) Der Karäer Jehuda Hadassi spricht von ihm, wie von einem Konfessionsgenossen (l.c. Nr. 163 und Nr. 173, p. 70a): לש תוגוז םינומש לע תופסות ןירתב ןירת רדס ךבתכמ תרוסמב קדקדמה ונחינת 'ה חור רשא ןב.

2) In alten Kodizes wird ihm auch von seinem massoretischen Gegner Ben-Naphtali das Epitheton דמלמה beigelegt, welches nur bei karäischen Autoritäten vorkommt. (Pinner prospectus, S. 86): בקעי ןב לאומש םיהגומה םירדסה ןמ ארקמ לש הזה רוזחמה תא רסמו דקנו בתכ ןגב וחונ רשא ןב השמ ןב ןורהא דמלמה השע רשא םיראובמה ןדע273. Der Kodex, in dem diese Stelle vorkommt, ist im Jahre 1008 in Ägypten kopiert. Ebenso heißt es in einem Kodex (unbekannten Datums das. S. 63): הז ןב :ידש םמחרי ילתפנ ןבו רשא ןב םידמלמה ינש ןיבש ףולחה ןונל שגדי ילתפנ ןבו יפר ןונ ןב עשוהי לכ רשא.

3. Die Überschrift zu Ben-Aschers grammatisch-massoretischem Werk, in der rabbinischen Bibel (הלודג ארקמ vom Jahre 1517) und bei Dukes (Kontres Hamassoret Tübingen 1846 S. 1) lautet so, daß er zu den םיליכשמ gezählt wird. Das Epitheton ליכשמ ist aber, wie Kundigen bekannt, ebenso wie דמלמ, nur für Karäer gebräuchlich. Die Überschrift lautet: הז היזעמ םוקממ רשא ןב ןורהא רבחש םימעט יקודקדמ רפס לע והחיני םיהלא הברעמ תרנכ םי לע רשא הירבט תארקנה םיריהזמהו םיליכשמה רפע תמדא ינישי םע והציקיו ובכשמ עיקרה רהזכ וריהזי274. In dem von Dukes veröffentlichten Fragmente gebraucht Ben-Ascher selbst den Ausdruck וניבי םיליכשמחו (Kontres S. 36).

4. Folgendes spricht noch schlagender dafür, daß Ben-Ascher Karäer war. In dem eben genannten grammatischen Werke bemerkte er ausdrücklich, daß die [552] Propheten und Hagiographen zur Thora gehören und eine Ergänzung derselben sind (bei Dukes l.c., S: 30):275(תוינומדק) ,הנושארה הרומשאה הרות ארקמה רדס [תמא] הרותכ הרות םויס ,הרותכ הרות הנשמ, הרותכ םרודסו ,הרותה דמעמכ הרותה םולש הנוכיתה הרומשאה :םיאיבנה רדס םידמוע הנומא יריצ תושפנ יבישמ ,הרותכ הירוה הב םירומו הרומשאה, םיבותכה רדס ... הרותה תקחכ םעל לעמ לדגמב םידמלמ םתומשו .תונושאר ןורכזו תמא לש הלבק הנורחאה עידוהל ... םיאיבנה יפמ םיבותכ םיבותכו םיאיבנ הרות םהילע 1.) שקומהו [וטפשמבו ונינעב] (יוטבהו 1.) וטבהו בותכה לכש שדוקה בתכל (המוד.

Bekanntlich hat der Karäismus gegen die Tradition geltend gemacht, daß der Pentateuch durch die Propheten und heiligen Hagiographen ergänzt wird und dadurch nicht mangelhaft erscheint (vgl. o. S. 503). Ben-Ascher behauptet hier dasselbe Prinzip und führt sogar denselben Vers als Beleg dafür an, wie die Karäer. Es liegt in diesen holprigen Versen eine ganze Polemik gegen den Rabbanismus. Zum Schlusse macht er auch das karäische Prinzip geltend, daß die Folgerung aus Analogie (שקומה) eben so gut wie das Schriftwort ist (vgl. o. 532). Die rabbanitischen Massoreten haben in aller Naivität diese Formel aufgenommen und nannten die Propheten (אתמלשא) »Ergänzung«, und zwar die ersten Propheten אתמלשא אתימדק und die letzten אתירתב 'א, ohne zu ahnen, daß diese Formel gegen die talmudische Tradition gerichtet ist.

5) Man könnte auch als Beweis anführen, daß Saadia gegen Ben-Ascher nicht sehr glimpflich polemisiert hat (o. S. 532 f.). Saadia hat aber nur, so viel wir wissen, gegen Karäer und Ketzer polemisiert und nicht gegen Bekenntnisgenossen. Ben-Ascher war also Karäer und dennoch ist der von ihm festgestellte massoretische Text276 der heiligen Schrift von Rabbaniten in [553] Palästina, Ägypten nnd später aller Orten adoptiert worden, und ein Ben-Ascher-Text galt als Muster-Exemplar, wie Maimuni berichtet רפס תוכלח הרות VIII, 4): יתיארש םירפסה לכב לודג שובש יתיארש יפלו לכ הנה בותכל יתיאר םיקלחנ ... תריסמה ילעב ןכו הלא םירבדב ןקתל ידכ תורישה ןתרוצו תומותסהו תוחותפה הרותה תוישרפ הלא םיבדב וילע ונכמסש רפסו .םהמ היגהלו םירפסה לכ םהילע ... םירפס םירשעו העברא ללוכ אוהש םירצמב עודיה רפסה אוה לכה ויה וילעו םירפסה ונממ היגהל םינש המכמ םילשוריב היהש וב היגהו הברה םינש וב קדקדו רשא ןב והיגהש יפל ןיכמוס יתבתכש הרותה רפסב יתכמס וילעו יקיתעהש ומכ תובר םימעפ ותכלהכ. Die Rabbaniten hatten also keine Bedenken, den massoretischen Text eines Karäers zum Muster zu nehmen.

Es darf daher nicht auffallen, daß sie die von den Karäern Mocha und seinem Sohne eingeführten Akzentzeichen angenommen haben, da diese für den synagogalen Gebrauch unwesentlich sind und nur für den häuslichen Gebrauch bestimmt waren. Noch fehlen uns aber Zeugnisse, wie das tiberiensische System die Alleinherrschaft behaupten konnte. Über das Wesen des assyrischen Systems hat Herr Pinsker eine eingehende Abhandlung geschrieben. Im Jahre 957 kannten die Juden in der Krim weder Vokal- noch Akzentzeichen. Sie wurden erst von Jerusalemischen Propagandisten eingeführt, welche 200 karäische Familien in Sepharad (Kertsch), Unchat, Sulchat und Kaffa zum Rabbanismus bekehrten277. (Notiz in einem Odessaer Kodex bei Pinner, Prospektus, S. 64 und bei Pinsker, Text, S. 17): םימכחה םיחולשח םהיתובא ורבחש תונברה תרות ןויצמ ונל ואיבהש ןיימלשוריה תצק הפ ונחנא הונלבקו םתודע יפכ שדוקה חורב ינש תיב ימכח םיתאמ אפקו ותאכלוסו ותאכ ןואב דרפסב רשא םילשורי תולג ןטק טרפ הרות אצת ןויצמ יכ תנשב ונערז לעו ונילע םיתב ילעב ירפס לכ תא ונל ומעטו ודקנ םה .אמייקה אמכסהה רפסב בותככ ינאו ... םילשוריב םירפוסה ונקתש םימעטו תודוקנב שדוקה םיבר יכ הזה רפסב ןורכז יתבתכ (?) יטילפה דמלמה הכרב ינאו יכ ןדע םחונ וניתובא לככ דבל שדוק יארקמב םידחיתמ וניחאמ ונלדבנש ונתוא םיפרחמו םדק ימימ תונברה תרות רוא ואר אל ןמא קדצ הרומ אבי דע םהמ. Pinsker, der diese Handschrift selbst gesehen, bürgt für das hohe Alter dieser Urkunde. Über die krimischen Städte, die hier vorkommen, vgl. ebendas. Die hervorgehobenen Buchstaben ergeben als Zahlzeichen 717, d.h. 4717 aera mundi = 957 christl. Zeit.


Fußnoten

1 [Einen Bericht aus Seder Olam nach einem Ms. Parma hat Schechter in der Monatsschrift 1895, S. 23 ff. veröffentlicht, wo auch S. 27-28 sich die Erzählung von Mar-Sutra findet, mit teilweise anderen L.-AA.]


2 [Das Ms. Parma, a.a.O. hat hier eine bessere L.-A.: לודג רואמ לפנ םויה ותוא, woraus in unseren Ausgaben des SO. die erwähnte Korruptel entstanden ist. Es handelt sich um einen Kometen, von dessen Erscheinen auch Barhebräus berichtet; vgl. Lazarus, die Häupter der Vertriebenen, S. 129, Anm. 2. Es ist dies aber nicht identisch mit dem folgenden: אדומע יזחתיא ארונד. Möglich auch, daß es in SO. lautete: בכוכ לפנ לודג.]


3 [Cod. Parma a. a O. S. 28 liest: ןינש ןיתלת.]


4 [Vgl. Brüll, Jahrbücher V. 95 (H).]


5 [Vgl. auch Nöldeke a.a.O., S. 461.]


6 [Die richtige L.-A. ergibt sich aus dem Ms. Parma a.a.O. S. 28, wo es heißt: הידהב ווהד םירוחבה ואטחו וכלה םיוג תונבב ינזמ אקו ךסנ ןיי ןייתש ווהד ןוניחכשאו. Nach der L.-A. םירוחבה könnte das rätselhafte יקתנד aufgelöst werden in 'ד oder יקני 'ת »vierhundert Jünglinge.« Vgl. auch die Vorschläge bei Lazarus a.a.O., S. 169, Anm. 4.]


7 [Vgl. Nöldeke a.a.O., S. 149-150.]


8 Vgl. auch Brüll Jahrbücher II, S. 101 ff., Lazarus a.a.O. S. 122 ff.


9 [Vgl. jedoch die Berichtigung dieser Auffassung und der Schlußfolgerung durch Harkavy bei Rabbinowitz a.a.O. S. 381 Anm. 2.]


10 [Vgl. hierzu Brüll, Jahrbücher II, 17, Anm. 11 (H.).]


11 [Der Text verbessert nach ed. Neub. S. 25.]


12 Ich weiß nicht, woher Samuel ha-Nagid (bei Conforte Kore ha-Dorot Anfang) und nach ihm Abraham Ibn Daud die Notiz haben, daß R. José 514 starb; Scherira, die Hauptquelle, gibt doch an, er sei nach 515 gestorben. [Vgl. auch A. Epstein in RÉJ. XXXVI S. 228.]


13 [Vgl. jedoch Brüll, Jahrbücher II, S. 110 u. S. 112 (H.).]


14 [Vgl. hierzu Frankelin der Monatsschrift 1861, S. 264-265, Anm. 4.]


15 [Nach Epstein a.a.O., S. 231, Anm. 1, wäre der Ausdruck Gaon hier wörtlich zu nehmen.]

16 [Vgl. auch Frankel a.a.O., S. 264, und Epstein a.a.O., S. 230 ff.]


17 [Vgl. ebendort, S. 233-236.]


18 Vielleicht ist zu lesen ב"פקתת = 982 Sel. statt ב"סקתת. Dann würde es stimmen, daß Rabbah und Hunaï im Jahre 671 fungiert haben.


19 [Nach J. Lewy im Jahresbericht des jüd.-theolog. Seminars, Breslau 1895, S. 5, Anmerkung 1 und 1905, S. 28, ist die Datierung der Saburäerepoche bis 689 so zu erklären, daß man sich dieselbe mit Abschluß des ersten Jahrtausends der seleuzidischen Ära, das zugleich Todesjahr des ersten literarisch hervortretenden Gaon, R' Scheschna, war, abgeschlossen dachte. Ein Unterschied zwischen der Tätigkeit der Saburäer und der der ersten Gaonen ist nicht anzunehmen.]


20 [Vgl. jedoch Monatsschrift 1908, S. 338, Anm. 2.]


21 [Es ist aber zu bemerken, daß wir noch bei den allerletzten Amoräern Babyloniens der Wendung וחלש םתמ begegnen, woraus hervorgeht, daß man von Babylon aus sich in Palästina Belehrung geholt hat.]


22 [Vgl. jedoch Harkavy a.a.O. S. 391, Anmerkung 3, wonach es mit השעמ ישנא ולטב in Sota 9, 15 zu erklären wäre.]

23 [Vgl. jedoch die Bemerkung S. 223, Anm. 2.]


24 [Betreff der Bezeichnung םינוציה םירפס vgl. auch Asulai Schem Hag'dolim II, S. 60, Nr. 65.]


25 [Vgl. jetzt die Ausgabe von J. Müller, Wien 1878, und die Einleitung hierzu].


26 [Vgl. hierzu Responsen Chemda Genusa, Nr. 90, S. 17 a.]


27 [Nach Krauß in RÉJ. XXXVI, S. 28 und ebendort Anm. 1 und 2 soll es als eine Gemara über einen tannaitischen Teil des Werkes zu betrachten sein.]


28 [Nach Nöldeke a.a.a.O. S. 431 hat Bahârm vom 27. Juni 590 bis Juni 591 regiert, wonach auch das Datum der Verfolgung des Hormiz zu ändern wäre.]


29 [Die Liste ist so zu gestalten: Huna Mar, genannt im Arabischen Hakim – vgl. Harkavy, Tschuboth ha-Geonim S. 378, – der auch Ahunaï genannt wurde (vgl. Seder Olam Sutta ed. Neubauer II, S. 76 und Lazarus a.a.O. S. 129 Anm. 1 und S. 171 im Register), ferner Kafnaï, Chaninaï, Bostanai.]


30 Vgl. Kobak, ןורשי VI, S. 126.


31 [Über die Bedeutung von δευτέρωσις bei den Kirchenvätern vgl. Bacher, Agada der Tannaïten, I2, S. 484.]

32 [Nach Brüll, Jahrb. V, S. 95, Anm. 1, ist unter δευτέρωσις zu verstehen der Vortrag des Targum; nach Rabbinowitz, S. 399, Anm. 1, und Harkavy a.a.O., S. 400, Anm. 124, ist darunter die Mischna, also wohl, einschließlich der Gemara, der Talmud zu verstehen.]


33 [Vgl. jedoch hierüber Harkavy in RdÉJ. V, S. 203 und in Sichron la-Rischonim II, St. Petersburg 1900, S. 36-39, und bei Rabbinowitz a.a.O., S. 403, Anm. 125.]


34 [Vgl. den Erklärungsversuch bei Schor, Einleitung zur Edit. von Juda Barsilaïs S. ha-Ittim, S. X–XI, Anm. 5.]


35 [Die hier eingeklammerten Worte sind in den edd. nicht nachweisbar.]


36 [Es ist aber doch wohl anzunehmen, daß bereits mit den Römern Juden nach Gallien gekommen sind.]


37 De Perceval kann die Augen vor diesem gewichtigen Beweise nicht verschließen. Er selbst setzt die Belagerung Jathribs von einem Könige Abu-Kariba um das Ende des 5. Jahrhunderts. Nur reißt er diese Begebenheit aus dem Zusammenhang mit der Bekehrung des Königs zum Judentum, d.h. aus dem Pragmatismus, welchen sämtliche arabische Quellen über diese Zeit haben. Auch ist er im Zweifel, ob dieser Abu-Kariba identisch ist mit dem Proselyten Tobba. Seine Worte sind: (a.a.O. II, 654): L'Aboù-Kariba (qui entreprit l'expédition contre Jathrib) était-il un roi de Yaman? C'est une question, qu'il m'est impossible de résoudre. Tout ce qu'il me parait constant, c'est que les détails que je vais exposer appartiennent à la fin du cinquième siècle à l'an 495 environ, bien que la légende arabe d'où je les tire les lie avec l'introduction du judaïsme dans les Yaman. Aber nicht bloß diese Legende, d.h. das Kitab al-Aghani, sondern auch Tabari und andere verbinden die Belagerung Jathribs mit dem Proselytentum Tobba Abu Karibas. Um nicht von diesem Beweise erdrückt zu werden, muß de Perceval zu einer ganz grundlosen Unterscheidung Zuflucht nehmen. Je crois, bemerkt er (I, S. 92, Note 1), qu'il y a eu deux entreprises formées contre Jathrib par des rois différents, et à un long intervalle l'une de l'autre Les historiens auront confondu les détails des deux sièges. Aber das heißt nicht Kritik üben, wenn man sich mit sämtlichen Gewährsmännern in Widerspruch setzt. Alle diese wissen nur von einer einzigen Expedition gegen Jathrib, und diese lassen sie von einem himjaritischen Könige Tobba Abu-Kariba unternehmen. Daher ist es auch falsch, was dieser Geschichtsforscher (II, S. 653) darüber aufstellt. Peut-être s'agit-il d'un prince Abou-Carib dont parle Procope sous le nom Ἀβοχάραβος. Kurz, de Perceval verfährt bei diesem Punkte sehr unkritisch.


38 [Vgl. jedoch S. 86, Anm. 4.]


39 [Vgl. jedoch Hirschfeld in RÉJ. VII, S. 175, Anm. 1 für die Ansicht von Caussin de Perceval.]


40 [Vgl. auch Nöldeke a.a.O., S. 185, Anm. 1, Rothstein, Geschichte des Lachmidenreiches, a.a.O., S. 80 und ebendort, Anm. 1.]


41 [Vgl. jedoch die Bemerkung von Rabbinowitz a.a.O., S. 410, Anm. 2, wonach dies chronologisch wohl möglich wäre.]


42 Über die früheren Exilarchen vgl. Revue des Ét. j. VIII, 122; Kobak Jeschurun, VIII, S. 77.


43 [Vgl. jedoch wegen des richtigen Textes Χοσρόου bei Theophanes, die Bemerkung von Lazarus a.a.O. S. 174, Anm. 1.]


44 [Vgl. jedoch in Betreff des richtigen Namens oben S. 124.]


45 Vgl. Revue des Et. j. VIII, p. 122 [und jetzt die Widerlegung bei Rabbinowitz, S. 413, Anm. 1].


46 Über die Exilarchen vgl. Lazarus in Brüll, Jahrb. Bd. X. (H.)


47 [Von Nathan rührt jedenfalls wohl nur der Bericht über die Ereignisse zu Ukbas, Kohen-Zedeks und Saadias Zeit her, bei Neubauer, Mediavael Jewish chronicles II, S. 78, 83 und 86; vgl. auch Friedländer in JQR. XVII, S. 752.]


48 Frankel, Monatsschrift, Ihrg. 1883, S. 186; Revue des Ét. j. XII, p. 262.


49 [Vgl. hierzu meine Darstellung in der Monatsschrift, Jahrg. 1908, S. 334, Anm. 3, auf Grund der besseren LA. bei Neubauer: אתאירטו אתאכופת.]


50 Handschr. Damascus 1383. רב יאנטסוב יאנינח יאנפכ יובאב אוה יאכז הדוהי יוקסיא אוה קחציו המלשו יאדסחו יודא יאדסחו הדוהי ןב דודו יוקסיא אוה קחציו השמ (Responsa Geonim, ed. Harkavy, S. 378). [Eine aus einer tripolitanischen Bibel bei Neubauer, a.a.O. II, S. 248, veröffentlichte Liste fügt hinter Isaak-Iskawi noch ein: David ben Jehuda. Betreffs Bar-Adoj vgl. auch Schechter, Saadyana, S. 75, Anm. 5, und Poznaṅski in »Schechters Saadyana«, Franks. a.M. 1904, S. 9, Anm. 2.]


51 [Nach Harkavy, a.a.O. S. 378, war es Isaak genannt Iskawi.]


52 Eine Anekdote, die von Anan mitgeteilt wird, würde seine feindliche Stimmung gegen die Rabbaniten dartun, wenn deren Echtheit erwiesen wäre: ןנע ךתחנ היהו ונטבב לארשי ימכח לכ ויהש ןתי ימ רמוא היהש ןימה אוהו םה םיתמ ויהו ברחב. Diese Anekdote teilt Mose Tachau in seinem Werke םימת בתכ mit (Ozar Nechmad III, 64). Für die Echtheit läßt sich anführen, daß Mose Tachau mit karäischen Schriften bekannt war, Stellen von Sahal Abulsari und Abu-Ali (Jefet) zitiert und an einer Stelle angibt, ein karäischer Pentateuch-Kommentar sei aus Babylonien über Rußland nach Regensburg gebracht worden: רפס הזש ונל ודיגהו איסורמו איסורל ילבבמ אב (םיארקה לש שמוח) לקועמה קרופשניגרל והואיבה. Auf derselben Seite kommt vor ילעובא לאש ;ירסבא רמא –. Mose Tachau kann demnach dieses bissige Wort in den karäischen Schriften gefunden haben.


53 [Anan kann erst c. 765 in Frage gekommen sein, da Bagdad erst 763 erbaut worden ist. Chananja aber hat 771 nicht mehr amtiert.]


54 [Unter dem im folgenden Zitat genannten ברעמ ist nicht Maghreb im Sinne von Nordafrika zu verstehen, sondern Spanien; vgl. Poznaṅski in dem genannten Artikel über Kairuân Nr. 42, Anm. 1.]


55 Ich habe die richtige Lesart aus den zwei Texten des Scheriraischen Sendschreibens wiederhergestellt. Die Schulamsche Edition ist hier korrekter, nur hat sie יאניבז רב יאנורטנ statt יאביבח. Diese Lesart יאביבח ist aber aus dem Passus im Pardes gesichert.

56 Vgl. Coronel, ןתנ רכז, S. 152 und 154: אישנ יאנורטנ בתכה ןמ אלש דומלתה תא דרפס ינבל בתכש אוהו יאנינח רב.


57 Vgl. jedoch Responsen der Geonim, ed. Harkavy, 389: ןתנ אנברל ג"ר יאנורטנ התורמד הירב אתולג שיר יאדסח ןאוריקב םירדה ... םידימלת לכל היננח אנברד הירב [vgl. auch Bet Talmud IV, 339. H.].


58 [Es geht aber aus der in JQR. XVIII, S. 428 erhaltenen Mitteilung von Anfragen des ברה ןב םלושמ בר ןואג ארירש 'רל הגנרפ ץראב רשא הכול תנידממ סומינולקנא ל"ז בא יאהו deutlich hervor, daß die Kalonymiden noch im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts in Lucca lebten.]


59 [Vgl. hierüber Epstein im Hachoker II, S. 13 ff.]


60 [Vgl. zu diesen Ausführungen Neubauer in RÉJ. XXIII, S. 230.ff., wonach die Identität mit dem übergangenen Gaon abzuweisen ist, zumal nach der Achimaazchronik Abu-Aarons Auftreten in Süditalien um 860-870 anzusetzen ist.]


61 [הביאתכ nach Neub., a.a.O. I, S. 38.]


62 Daß die Tiberienser bei der Ernennung des Exilarchen beteiligt waren, ist Unsinn. Entweder hat Barhebräus sich hier geirrt, oder die Lesart, die Assemani vorgelegen hat, war korrumpiert 1a). Ich vermute, daß der Text ursprünglich gelautet hat: אירבנא (Anbaren ser), und daraus entstand die Korruptel: איירבט. Obwohl eigentlich Firuz-Schabur von den Arabern Anbar genannt wurde, die zweite Hauptstadt der lachmidischen Fürsten (vgl. de Perceval, essay sur l'histoire des Arabes, T. II, p. 12, Note), so nannten die Juden doch das nahgelegene Pumbadita oder Nahardea ebenfalls Anbar 1b). Benjamin von Tudela, der die Gegend bereist hat, sagt zweimal: Pumbadita ist Anbar: אתידבמופ איה רבנאלאל יצחו םוי םשמו (ed. Asher II, p. 69), und ebenso muß man lesen (p. 53) (םשמו רשא אתידבמופ איה (רבנאלאל 1.) רבוילאל םימי ינש אעדרהנב. Der Karäer Abulsari Sahal, der während des Bestandes der Hochschule Pumbaditas gelebt hat und in der Gegend war, nennt die beiden Lehrhäuser, auf welche er das Bild des Propheten Zacharias von den zwei Weibern anwendet, Sura und Anbar, d.h. Pumbadita oder Nahardea. תא ('ה) עדגי ותעב ץקה תירחאבו אירוסב לארשי לע וכלמ רשא םישנ יתש לוע אוהו – ינשה ולקמ הרותה ךרדמ לארשי תא ואיצויו ראבנאו (bei Pinsker a.a.O. S. 42). Der Karäer Jakob ben Rëuben hat dieselbe Deutung: השא דומלתו הנשמ ילעבל ארק :תחא השא תאזו םתקזח םש רשא אעדרהנו אירוס איה :תיב הל תונבל ... תחא בר יב ינבו םירבחו תולכ ישאר םשש םתמכחו – (Sefer ha-Oscher Ms. Leyden p. 224 verso). Suria ist hier offenbar Sura. So nennt es auch Benjamin von Tudela: איסחמ אתמ איה אירוסל יצחו םוי (הפוק ריעמ) םשמו (Über Suria vgl. Frankels Monatsschrift Jahrg. 1883, 377). Ebenso der Verfasser der Maaszeh Bostanaï: ישאר לאמשו אירוס איה ןימי .לאמש לש תחאו ןימי לש תחא תובישי אתידבמופו אעדרהנ. Da Sahal unter אירוס das eine Lehrhaus in Babylonien versteht, so meint er sicherlich unter ראבנא das andere, nämlich Pumbadita. Dieses wurde, weil es in der Gegend lag, die Nahardea hieß, auch mit diesem Namen bezeichnet (vgl. Responsum R' Haï in Geiger Zeitschrift V, S. 398, Note 2): ותואבו הדובע רדס רמול ארוסב אלו אעדרהנב אל עדונ היה אל ןמז.

1a) [Vgl. jedoch Lazarus a.a.O., S. 30, Anm. 2.]

1b) [Vgl. jetzt auch Friedländer in JQR. XVII, S. 753 u. 756, Anm. 3.]


63 Vgl. jedoch Frankels Monatsschrift Ihrg. 1883, S. 376: ןואנ ןושחנ בר... ונאסילאמ אבש ףולא רזעלא 'ר יקלטיאה ןמ תורסיא עברא םשמ איבהל ונממ עבת (880-89) [vgl. auch Bet Talmud IV, 339 (H.)]. [Danach sind in dieser Zeit Exilarchen gewesen: Natronaï II. und sein Sohn Chisdaï II.; vgl. auch Harkavy a.a.O., S. 389.]


64 [Das in JQR. XVII. von Friedländer veröffentlichte Fragment des arabischen Originals von Nathans Bericht (S. 746 ff.) teilt mit, daß Kohen-Zedek ungefähr 4 Jahre im Amt war, bis der Streit ausbrach. Danach ist der Bericht im hebräischen Text zu verbessern, vgl. a.a.O. S. 749.]


65 [In einem Sendschreiben des oben S. 291, Anm. 2 erwähnten Ben Meïr wird als sein Anhänger ein Ahron ben Amram genannt; vgl. Saadyana, S. 20 unten. Ob mit diesem identisch?]


66 [Zur größeren Glaubwürdigkeit Nathans gegenüber Scherira, vgl. auch Friedländer a.a.O. S. 752. Friedländer nimmt an, daß Nathan eine »Geschichte Bagdads« geschrieben hat, zu der auch das von Harkavy in der Festschrift für A. Berliner veröffentlichte Fragment über Natira gehört. Nathans Angaben werden fast durchgängig durch die der arabischen Schriftsteller bestätigt.]


67 [Der letzte Exilarch Chiskia war ein Ururenkel von David ben Sakkaï, wie aus einem von Kamenetzky in RÉJ. LV, S. 51, veröffentlichten Sendschreiben hervorgeht; die Genealogie desselben ist: Chiskia, David – der nicht Exilarch war – Chiskia, Jehuda, David ben Sakkaï.]


68 [Nunmehr zu ergänzen durch Natronaï II. und Chisdaï II.]


69 [Vgl. jedoch S. 127, Anm. 2.]


70 [Dieser Bericht von dem Vorrang Suras gehört nicht Nathan Babli an; vgl. auch Epsteins Aufsatz über die Quellen zur Gaonengeschichte in der Festschrift für Harkavy, St. Petersburg 1908, hebr. Abteilung, S. 169-171.]


71 [Dem suranischen Gaon allein stand das Recht zu, bei der Thoraverlesung seitens des Exilarchen die Lektion in der Targumparaphrase vorzutragen, während das Schuloberhaupt von Pumbadita sich passiv verhalten mußte. Anch andere Privilegien standen ihm zu; vgl. Nathan Babli bei Neubauer a.a.O. II, S. 83-84.]


72 [Vgl. jedoch die Aufklärung über die damals in Firûz-Schabur bestehende Schule in der Monatsschrift 1908, S. 338, Anm. 2.]


73 [Wahrscheinlich nach David ben Sakkaïs Zeit; vgl. Rabbinowitz, S. 136, Anm. 2.]


74 Die Bezeichnung לבב als Stadt bedeutet bei Nathan Bagdad. Karmisin liegt fünf Tagereisen im Osten von לבב = Bagdad. לבבמ םוי יצח ךלהמ רצרצ. Il y a dans le territoire de Bagdad deux villages du nom de Sarsar, de Sacy, Chrestomathie arabe I, p. 77, Note 21, im Namen eines arabischen Schriftstellers. Dadurch läßt sich die Lage Suras einigermaßen geographisch bestimmen. Der Geburtsort des Exilarchen David ben Saklaï, Kasr, lag südlich von Bagdad, 7 Mil von Sura entfernt: 'ז ארוס ןיבו וניב לבב םורדב רצק ןילימ.


75 [Über das gegenseitige Verhältnis zwischen Exilarchat und Gaonat, z.B. die Legalisierung der Gerichtsakte des ersteren durch das letztere, die verschiedenen Gerichtshöfe usw. vgl. Monatsschr. a.a.O. S. 334 ff und besonders S. 336, Anm. 2.]


76 [Die Resche Kallah sind wohl identisch mit den Allufim; über Zusammensetzung und Gliederung der Kollegialmitglieder vgl. oben S. 135, Anm. 2 und Monatsschrift Jahrg. 1908, S. 340 ff. und S. 455 ff.]


77 [Vgl. über diese jetzt auch Monatsschrift Jahrg. 1908, S. 457-458.]


78 [Vgl. hierzu Monatsschr S. 456 und ebenda Anm. 1.]


79 Daß die Kollegienmitglieder der zwei Hochschulen sich als Sanhedristen betrachteten, bezeugt auch der karäische Polemiker Abulsari Sahal in seinem Sendschreiben: םע יגיהנמו םיעורה ןמ שי יכ עמושו ינא עדויו לא םיאב ןיררהנס םה יכ םירמואו םתוערל םתושפנ ונתנ רשא 'ה םיוגה ןמ םהמעו תותשלו לכאל תבשה םויב לארשי יתב (Pinsker, Likute, Beilage III, S. 32).


80 םיאנת bedeuten im Talmud Gelehrte, welche die Mischnah und die Boraïtas auswendig kannten; es waren lebendige Mischnah-Exemplare, die den Mangel an geschriebenen ersetzten. Man sprach sogar in der talmudischen Zeit verächtlich von diesen Gedächtnismenschen. Auffallend ist es, daß םיאנת noch in der gaonäischen Zeit vorhanden waren. Denn auch Nathan spricht von solchen: לכל בתכ ... ארוס תבישי) שאר ןב דוד תא) והורחביש הבש םיאנתלו םידימלתל ותבישי ישנא יאכז. [Über die םיאנת vgl. jetzt Friedländer a.a.O. und Monatsschr. S. 458-459.]


81 [Bene Ssijumé. Vgl. Halberstamm in Kobaks ןורשי V 137.] [Vgl. über diese jetzt Monatsschrift S. 342 ff. und S. 455 ff.]


82 [Dies trifft doch nicht für alle zu.]


83 Dadurch ist auch erwiesen, daß die Angabe in den Responsen des Bezalel Aschkenasi und Ibn Abi-Simra, welche das Responsum in betreff des Pseudomessias Serene zitieren, falsch ist, daß die Anfrage an R' Mose Gaon ergangen sei. Dieser fungierte nämlich über ein Jahrhundert später (827-37).


84 Daß Almokammez Autor der von Jehuda Hadassi mitgeteilten Häresieen ist, geht aus dem Anfang und dem Verlaufe hervor: ןכ (םינורמוש לש) םגהנמ וז לע ןכא ... וירפסב כתכ ץמקמלאב עדונה יקרלא ןאורמ ןב דוד ונל רפס עידוה ףא ... תואופרה ירפסבו תומואה יבתכב םכחתנ אוה יכ הלק האמוטמ וצחרי סינורמושה יכ וירפסב und im Verlaufe (Nr. 98) תצקמב ץמקמלא ןאורמ ןב דוד דיגה הלא לכ םושר... דעב םג רפסו ארובל) תומד ונתי םה יכ םיפורצ דעב וירפס (היראגמלא) הידגאלא. [Mokammez war jedoch kein Häretiker.]


85 [Nach Harkavy bei Rabbinowitz, S. 502 a.a.O., ist es eine Ehrenbezeichnung: »Gottesdiener«.]


86 Merwan ließ einen Resch-Galuta enthaupten; vgl. RÉJ. VIII, S. 124.


87 [Nach Harkavy a.a.O. ist Isfahani 50 Jahre früher aufgetreten.]


88 [Vgl. Kobez, ed. Lichtenberg, S. 76.]


89 Vgl. RÉJ. V, p. 208.


90 [Vgl. hierzu Steinschneider in ZDMG., Jahrg. 1874, S. 635-647, der die Apokalypse ihres historischen Hintergrundes entkleidet, und deren Quelle aus anderen nichtjüdischen Apokalypsen nachweist. Steinschneider nimmt, a.a.O., S. 646, als Entstehungszeit die Epoche des ersten Kreuzzuges an.]


91 Auch die Karäer verstanden unter Keni das islamitische Reich, wie Jakob ben Rëuben (1050) in seinem biblischen Kommentar (רשועה רפס) angibt: תא אריו לאעמשי תוכלמ וז ינקה, Ms. der Leydner Bibliothek, p. 74 recto.


92 [Vgl. dagegen Steinschneider a.a.O., S. 639, Anm. 28.]


93 [Vgl. dagegen die Aufrechterhaltung dieser LA. bei Steinschneider a.a.O., S. 637.]


94 [Dagegen spricht jedoch der hebräische Text; vgl. Steinschneider, a.a.O., S. 638.]


95 Über den Ausdruck לוח ןיב לוחא, »sehr schielen« vgl. d'Herbelot, biblioth. orient. 418a und Adlers Note zu Abulfeda l.c. Hebräisch steht hier für »schielen« ןיעה ןופיש vielleicht für ןיעה ףופש: detortus oculo. [Es ist jedoch an das arabische ןפש zu denken; vgl. Steinschneider a.a.O., S. 638, Anm. 25.]


96 [Nach Rabbinowitz S. 436, Anm. 3 sind hierunter wohl die Fatimiden, im Gegensatz zu den Omejaden, zu verstehen.]


97 Ein Passus dieser interessanten Apokalypse kommt auch in Pirke de R' Elieser vor. Er lautet: דועו תוכלמש עמשש ןויכ לאעמשי 'רמ עמשש רמוא ןועמש 'ר היה ץראהו רמאנש םילבחב ץראה דומל ןידיתע (רמא) אב לאעמשי םדא תומישכו ןאצל הערמ תורבק יתב םישועו ריחמב קלחי רבקה ןישרוחו ןירזוחו םיאצומ םהש םוקמ לכב ותוא םירבוק ותוא םיערוזו. In Pirke de R'E. (c. 30) werden diese zwei Momente, das Ausmessen des Landes und die Benutzung der Grabstätten, aufgezählt unter den 15 Dingen, welche die Ismaeliten üben werden: לאעמשי 'ר תירחאב ץראב תושעל לאעמשי ינב ןידיתע םירבד ו"ט רמוא תורבקה תיב ושעיו םילבחב ץראה תא ודדמי ןה ולאו םימיה 'וכו תותפשא ןאצ ץברמל. Die Frage ist demnach, welche der beiden Schriften Original dafür ist. Indessen, da in Pirke de R' E. neben unverständlichen Momenten auch einige vorkommen, die nur unserer Apokalypse entnommen sein können, weil sie hier im Zusammenhange stehen, so ist nicht daran zu zweifeln, daß der Verf. der Pirke sie sämtlich der Apokalypse entlehnt hat. Die entlehnten Punkte sind ועטיו – תוכלמ עלס לספיו ןינב ינביו שדקמח תיב תומוח תוצרפ ורדגיו – םיסדרפו תונג לכיהב. Die übrigen Punkte: ישאר לע םהמו םהב ודדמיו ובריו לארשימ קח קחריו תמאה שגתו רקשה הבריו (?) םירהה סומלוקהו ריינה למקיו, – לארשיב תונוע, gehören vielleicht den Lücken an, die wir in der Apokalypse, namentlich nach Jezid I., wahrgenommen haben. Vgl. o. S. 208, Anmerkung. [Vgl. jedoch Steinschneider a.a.O. S. 645-646.]


98 [Nach Zunz, Literaturgeschichte der Synagogalen Poesie, S. 604-605, ist die Erzählung vom Einsturz des G'eirun bei den Juden nicht vor dem 9. Jahrhundert in Umlauf gewesen. Vgl. auch Lekach Tob zu Num. 24, 17 (ed. Wilna 1884, S. 259). Nach Steinschneider a.a.O., S. 640-642, bezeichnet G'eirun entweder ein Tor der Moschee in Damaskus oder in der Stadt selbst. Den Namen führt er auf den sagenhaften Riesen Gerion zurück.]


99 [Vgl. jedoch die Bemerkung S. 464, Anm. 1. Nach Harkavy a.a.O. S. 438, Anm. 125, dürfte der Midrasch `Esser Galijot, auf den sich der Gaon Zemach ben Chajjim beruft, älter sein.]


100 Der Zug, daß Armilaos der Sohn des Satans und des Steines ist, beruht auf einer eigentümlichen Sage. Sie erzählt, es gebe in Rom einen Marmorstein von jungfräulicher Gestalt: תומד שיש לש ןבא ימורב שיש ורמא הפי הרענ (so in mehreren messianischen Apokalypsen). Dieser Stein ist eine Geburt von der Tochter des Kaisers Tiberius. Der judenfeindliche Bischof Agobard klagt die Juden folgender Lügenhaftigkeit gegen Christus an: Ad extrema vero, propter plura mendacia accusatum (Christum) Tyberii judiciis, in carcerem retrusum, eo quod filiae ipsius (cuisine viro masculi partum promiserat) lapidis conceptum intulerit (de judaïcis superstitionibus, ed. Baluz, p. 77). Der Stein ist also eine Geburt von Tiberius' Tochter, durch magische Mittel zur Welt gekommen. Rom und das Christentum haben Anteil daran. Armilaos, als Erzeugnis von Satan und dem Steine, ist entstanden durch die Kreuzung von Rom, Christentum und Satan. Es ist also System in diesem Unsinn. Übrigens komint die Sage von Jesu Verhältnis zu Tiberius und seiner Tochter in einem apokryphisch-aramäischen Evangelium vor (zitiert von Schemtob Ibn-Schaprut in dessen polemischer Schrift ןחוב ןבא Ms. S. 181): רפסבו ארידנפ רב ושיד אדבועב ימלשורי ןושלב ורבחש רפס 'רו ... היחרפ ןב עשוהי 'רו אנומגה שוטליפ אתא :בותכ ינשה הימק אירבטל ארידנפ ןב ושיו אנעטומ ןב ןתנוי 'רו אבינג הדוהי ןב היל רמא ןותידבעד ןידבוע ןילה המ ןוהל רמא רסיק סונירבט אתתאו ייחו היל אנשחל תימד ןאמו אניסמו אניחמו אנא אהלא .ןוכל אניסנמ אדב היל רמא .רכד אלב הל אנרבעמ אדלי אלד אקפא היל ורמא .ירבעתתד הודבע שנ רב יוח אלד אתרב יל תיא ארבעואו הל שחלו יהוקפא דיקפל הוצ .ןמקל.


101 Die folgende Notiz ist als Ergänzung und Modifizierung von Note 17, zum großen Teile nach neuestens aufgefundenen Quellen, zu betrachten. A. H.


102 [Vgl. jetzt Jubelschrift für Graetz, Breslau 1887, hebr. Abtlg., S. 13.]


103 [Vgl. auch die Ausführungen von Poznaṅski in RÉJ. XLV, S. 169 ff., und besonders S. 173.]


104 [Vgl. jetzt RÉJ. XLV, S. 193.]


105 [So berichtet Juda ibn Bal'âm in seinem handschriftlichen Ezechielkommentar, vgl. a.a.O. S. 193-194.]


106 [Dieselbe soll nach Anan nur mittels einer Schere vollzogen werden, mit Berufung auf Josua 5, 2, was jedoch alle anderen Karäer zurückweisen; vgl. a.a.O. S. 195 und Studien VIII, S. 83.]


107 [Vgl. a.a.O., S. 196, Anm. 2.]


108 [Vgl. Studien a.a.O., S. 80-81.]


109 Möglicherweise wurde mit letzterer Benennung die Aufzählung der Gesetze nach Art der תוצמ ג"ירת in den תולודג תוכלה des Zeitgenossen Anans, Jehuda Gaon, bezeichnet.


110 Die erhaltenen Bruchstücke aus dem Ananschen Werke sind alle im talmudischen hebräisch-aramäischen Idiom abgefaßt, wobei jedoch manche Eigentümlichkeiten vorkommen; so z.B. gebraucht er immer für die dritte pers. sing. אמא statt רמא (nach dem Beispiele des talmudischen אמיא ,אמית), für יכה ימנ gebraucht er zuerst יכה םה (über den späteren Gebrauch bei den Gaonen und in Spanien vgl meine Studien und Mitteilungen, IV, S. 353, wo außer Anan noch Samuel Ibn-Nagdila im Trostschreiben an Chananel zuzufügen ist).


111 [Vgl. über ihn oben S. 269, Anm. 3.]


112 [Vgl. Studien und Mitteilungen VIII, S. 69, und ebendort Anm. ג"י die Ergänzung der Lücke.]


113 [Ebendort, S. 71.]


114 [Studien und Mitteilungen, S. 57-58 und Rabbinowitz, a.a.O. S. 505.]


115 [Ebendort, S. 64.]


116 [Studien und Mitteilungen, S. 91-92.]


117 [A. a.O. S. 94.]


118 [A. a.O. S. 96.]


119 [A. a.O. S. 111.]


120 [Studien und Mitteilungen, S. 111-112.]


121 [A. a.O. S. 114 ff.]


122 [Ergänzt nach Studien usw., S. 118.]


123 [Eine teilweise hebräische Übersetzung des Folgenden siehe bei Rabbinowitz, S. 504.]


124 [Jakob ben Rëuben lebte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, vgl. Poznaṅski in JQR. XX, S. 74.]


125 [Vgl. über ihn oben S. 288, Anm. 1.]


126 Zwei Schriften scheinen in talmudischem Idiome, wie sie für die Entwicklung der Halacha in der gaonäischen Zeit üblich war, stilisiert gewesen zu sein. Denn die wenigen Zitate, welche spätere karäische Schriftsteller von Anan anführen, sind in dieser Sprache gehalten. Ein Zitat bei Jehuda Hadassi (Eschkol Nr. 166): :הלוג שאר ןנע ונבר ונליכשמ ונינודא רמא ןכ תבו ןב אכילד אה השוריב םיבורק םה תבו ןב אכיאד אנדיעב 'וכו השוריב הכריד ןיקפנ לכו ןוהירתב אבא ןיהיכיריד ןיקפנו. Ein anderes Zitat findet sich bei Abulfaraǵ Josua ben Jehuda (in dessen Sefer ha-Jaschar, zum Teil mitgeteilt von Pinsker L. K., Beilagen, VI, S. 65, Anmerk. 3). לעב תשא בסנמל רכזל היל רוסאו ... :ןנע ירבד רופסב קרפ ומא לעב תשא לעב ירבגד ויבא תשא לעב תשאכ אימודד ומא לעבל יבוסנאל הבקנל הל רוסאו ותשא הרוסא ךכל אוהו איה ייופטל ויבא תשאל אינתד ינאהו ... 'וכו אימודד היבא תשא 'וכו ובורקו תובורק ןילה ריסא האדהב. Ein Zitat hat Mose Baschjazi (in seinem Sebach Pesach Ms. der Leyd. Bibliothek, Kod. Warner Nr. 5): םינשי םיפד יתאצמ 1.) אנאמא אק בתכי ןנע 'ר הלוגה ... שאר תלוגס ירבדמ אחספד אנידד (אנימאק.


127 [Zur Berichtigung dieser Angaben vgl. oben S. 185, Anm. 4.]


128 [Zur Berichtigung vgl. oben S. 223, Anm. 2.]


129 Benjamin Nahawendi erwähnt Anans Ansicht über den Wert eines hebräischen רככ, in Betreff dessen er mit ihm differierte: ןב ןימינב ינא ירבדמ יכ ךדמלל יכ ל"צז ןנע ירבד לבא ... תועמ םיפלא תרשע אוה רככ השמ גנדשש תועמ םיפלא תשמח רככ (in seinem ןימינב תואשמ, ed. Goslow-Eupatoria, 1833).


130 [Vgl. auch die Zusammenstellung bei Harkavy in Studien VIII, S. XI–XII.]


131 [Vgl. auch die Mitteilung einer anonymen, rabbanitischen Streitschrift in RÉJ. a.a.O., S. 195 und Harkavy in Studien VIII, S. 167 mit einigen Varianten.]


132 [Vgl. hierzu jetzt Harkavy, Studien VIII, S. 137.]


133 [Vgl. jedoch besonders Poznaṅski in RdÉJ. XLV, S. 173 ff.]


134 [Vgl. zum Text Harkavy, Studien a.a.O., S. 132.]


135 [Vgl. oben S. 223.]


136 Simcha Luzki (in seinem Katalog, der einem älteren in חנ ןב יסנ םיארקה קולח entnommen ist), zerreißt die zwei Namen und macht zwei Personen daraus, von denen er חנ ןב יסנ nach Jephet setzt, wie denn überhaupt sein Katalog sehr verworren ist.


137 [Die Angaben über die Karäer als Massoreten sind unhaltbar.]


138 Vgl. Revue d. Ét. j.V. p. 211: ךלמ הלמרלאב ןאכו .היכמלא םהו ילמרלאב היאגלא הדה ילא ןופרעיו ילמרלא


139 [David Almokammez war kein Karäer. Vgl. oben S. 322-323, Anm. 5.]


140 Die Orthographie des Namens ist durchaus nicht zweifelhaft. Scharastani schreibt ידנואהנלא ןימינב und ebenso Salmon, Jephet und Jakob ben Rëuben. Munk hat schon richtig erkannt (Annalen Jahrg. 1841, S. 76), daß die Schreibweise ידנואה oder ידנוואה eine Korruptel ist. Nur diejenigen, welche gewöhnt sind, aus tertiären Quellen zu schöpfen, konnten dabei Zweifel hegen.


141 [Nach Harkavy bei Rabbinowitz a.a.O. S. 445, Anm. 129, ist das Wort entweder mit ךרדה םתוחנל Exod. 13, 20 oder dem talmudischen אנידד אקמועל תיחנ zu erklären.]


142 [Vgl. auch Studien a.a.O., S. 179.]


143 [Vgl. über seine Zeit oben S. 322, Anm. 3.]


144 [Mit Recht bemerkt jedoch Harkavy bei Rabbinowitz a.a.O., S. 448, daß sich dies nur auf diejenigen Gesetze bezieht, deren Gründe uns nicht ohne weiteres erkennbar sind, die sogen. Chukkim.]


145 [Die letztere Zahl ist, da Salmon später gelebt hat, vgl. oben S. 288, Anm. 2, zu ändern.]


146 [Vgl. die wiederholten Bemerkungen hiergegen.]


147 [Ob hier לבס wirklich als »Last«, und nicht vielmehr als »Tragen« aufzufassen ist?]


148 [Vgl. auch Weiß a.a.O. S. 77.]


149 [Er blühte im elften Jahrhundert; vgl. Poznaṅski in JQR. XIX, S. 63-65.]


150 [Vgl. die Bemerkung S. 223, Anm. 2.]


151 [Vgl. die Bemerkung S. 185, Anm. 4, betreffs des angeblichen Bibelkommentars.]


152 [Vgl.0jedoch S. 288, Anm. 1.]


153 [Jehuda ben Alân war wohl kein Karäer; vgl. Steinschneider, Arabische Literatur der Juden, § 67, S. 111-112, und Poznaṅski, Zur jüdisch-arabischen Literatur, S. 59.]


154 [Über diese jüdischen Sekten vgl. den Anhang von Harkavy bei Rabbinowitz a.a.O., S. 493-511 nach Kirkissanis Kitâb-al Anwâr.]


155 [Vgl. Kirkisani bei Rabbin., S. 503 und RÉJ. V, S. 215, gegen diese Identifizierung, und oben S. 212, Anm. 2, betreffs des früheren Auftretens von Judghan.]


156 [Nach Harkavy bei Rabbinowitz S. 454, Anm. 141, ist auf diese Angabe von Luzki kein Verlaß.]


157 [Nach Harkavy a.a.O. Anm. 143 ist die Bezeichnung Schadhganiten identisch mit Judghaniten.]


158 [Über diese Sekte vgl. Harkavy a.a.O., S. 496-498, der sie gemäß der Schreibung היראגמלא mit den תורעמה ישנא identifiziert und in ihnen einen Überrest der im 2. vorchristlichen Jahrhundert entstandenen Essäer sieht, da auch diese ein zurückgezogenes Leben führten, und auch in Ägypten, und zwar sowohl in der Nähe von Alexandria als auch von Fostât, wohnten, womit auch der in ihren Schriften vielfach genannte ירדנכסאלא, d.i. Philo, in Verbindung zu bringen ist. Nach Poznaṅski in RÉJ. L, S. 15 ff., ist höchstens ein Zusammenhang mit den Therapeuten anzunehmen, mit denen sie in ihren allegorischen Anschauungen übereinstimmen könnten.]


159 [Vgl. die Berichtigung diejer Auffassung durch Harkavy a.a.O. S. 455, Anm. 144, wonach der Sinn ist, daß Benjamin Nahawendi der Urheber des Ausspruches (הלאקמ) von der Mittlerschaft des Engels ist.]


160 [Bekanntlich war schon der vor Saadia wirkende Al-Mokammez Mutazilit; vgl. Schreiner a.a.O. S. 22-25.]


161 [Sogar noch Nissim ben Jakob aus Kairuân.]


162 [Der Verfasser des Dod Mordechai war nicht aus Trok, sondern aus Kraßni-Ostrow in der Nähe von Lemberg; vgl. Harkavy a.a.O. S. 456, Anm. 145.]


163 Vgl. auch Kirkisani in RÉJ. V, p. 217. דעב ןאכו םצתעמלא םאיא יפ ךלדו (834-42) ירבכעלא ליעמסא ןנע הללאב.


164 [Die Häresie dieses Sektierers bestand darin, daß er den Text der Thora teils willkürlich gestaltete, teils sich nur nach dem K'tib richtete, ferner den Neumond mit dem Molad beginnen ließ, und das vom Nichtjuden direkt für den Juden am Sabbat zubereitete ohne weiteres gestattete. Vgl. Harkavy a.a.O., S. 507-8 und Poznaṅski, in RÉJ., XXXIV, S. 161 ff.].


165 [Vgl. zu diesen Ausführungen z.T. Poznaṅskis Studie über Meswi al-Akbari, RÉJ. XXXIV, S. 161 ff.]


166 Über Ismael Akbari und Benjamin Nahawendi, vgl. Revue des Ét. j.V., p. 217. [Er gilt als Schüler von Ismael Akbari und polemisierte auch gegen Chiwwi oder Chajaweîh aus Balch. Übrigens gab es auch eine mohammedanische Sekte הינארפעזלא; vgl. Harkavy a.a.O. S. 508.]


167 [Vgl. über ihn a.a.O. S. 509.]


168 [Er soll geraten haben, sich hierin den Rabbaniten anzuschließen.]


169 [Der Sinn ist nach Harkavy a.a.O., S. 458, Anm. 149, daß dies zur Erfreuung des Herzens gehört.]


170 [Vgl. jedoch a.a.O., Anm. 150.]


171 [Das Urteil des Verfassers ist, nach Harkavy a.a.O., S. 459, Anm. 151, zu modifizieren, da die arabischen Schriftsteller Saadia nur Saîd, nicht Ibn Saîd nennen.]


172 Vgl. Frankels Monatsschrift, Jahrgang 1878, S. 423 ff. [Von neueren Abhandlungen über Eldad kommen in Betracht: Neubauer in JQR I, S. 104 if., Abr. Epstein, Eldad Hadani, Preßburg 1892, D. H. Müller, Die Rezensionen und Versionen des Eldad Had-danî in den Denkschriften der Wiener Akademie, 1892 –, das mir jedoch nicht zugänglich ist –, und zuletzt Schloessinger, The Ritual of Eldad Hadani, Leipzig-New-York 1908.]


173 [Das Urteil des Verfassers ist nach Epstein, vgl. oben S. 270, Anm. 3, und Harkavy a.a.O. S. 461, Anm. 154, erheblich einzuschränken.]


174 [Vgl. jedoch die Erklärungen hierzu bei Schloessinger a.a.O., S. 43-45.]


175 [Vgl. jetzt Epsteins Edition, S. 5, Nr. 5.]


176 [Vgl. jetzt Sefer Haschoraschim, hebräische Übersetzung, ed. Bacher, Berlin 1897, S. 497 sub rad. הגש I.]


177 [Vgl. jetzt auch Schlössinger a.a.O., S. 57-103.]


178 [Vgl. die Erklärungsversuche von P. F. Frankl in Monatsschrift 1873, S. 490-495 und bei Schlössinger a.a.O., S. 42-43.]


179 [Vgl. jetzt Epstein S. 13 f.]


180 [Nach Epstein a.a.O. S. XLII ff. ist vielmehr anzunehmen, daß Eldad in seiner vermutlichen Heimat Yemen derartige bei den Arabern übliche Bräuche sich angeeignet hat, wie auch das Kolorit seiner Sprache und so manche Ausdrücke derselben auf arabische Heimat hinweisen; vgl. Schlössinger, a.a.O., S. 29-92.]


181 [Vgl. jedoch zu diesen Ausführungen Epstein a.a.O. Der Karäismus Eldads ist widerlegt durch seine Benutzung der Halachoth Gedoloth; vgl. Epstein S. XLVII–XLVIII und Schlössinger, S. 51-54 auch betreffs der Halachoth P'sukoth.]


182 [Dagegen ist zu bemerken, daß die alte karäische Autorität Daniel al-Kumîsi energisch gegen einen Punkt von Eldads Ritual betreffs der Merkmale der reinen Vögel polemisiert; vgl. Schlössinger a.a.O., S. 47, Anm. 72 und S. 102-103, Anm. 102. Vgl. auch dessen Übersicht der Übereinstimmungen von Eldads Ritual mit palästininensischen Traditionen, S. 48-49].


183 [Vgl. Schlössinger a. a O., S. 9-10].


184 [Vgl. jedoch die Nachweise Epsteins an verschiedenen Stellen seines Werkes, daß so manches der Wirklichkeit entspricht, besonders S. XXXIV bis XXXV. Die Erzählung von den B'ne Mosche ist alten Mythen entlehnt; vgl. a.a.O., S. XXXVII–XXXVIII.]


185 [Über die verschiedenen Rezensionen vgl. Epstein S. XLVIII–L und Schlössinger a.a.O., S. 107 ff.]

186 [Über Chavila, vermutlich südöstlich von Äthiopien, vgl. Epstein, S. 37.]


187 [Vgl. jedoch Epstein, S. XXVII.]


188 [Vgl. zu den beiden folgenden Stellen die anderen LAA. bei Epstein a.a.O., S. 32, Nr. 8-9. Für םירזוכ liest er םידשכ; vgl. ebendort S. 32, Anm. 13. Für םילאעמשיה דצמו ist wohl besser zu lesen mit Epstein םילאעמשי תצקו].


189 [Den vollständigen Text siehe jetzt bei M. Adler in JQR. XVII, S. 84-86. Darnach ist, außer der großen Lücke, hinter ילתפנ zu ergänzen רשא und anstatt תוכ oder זוג ist vorzuziehen die LA. שוכ; vgl. auch ebendort S. 94, Anm. 1].


190 [Nach Epstein, S. 31, Anm. 9, ist die L.-A. רספ gerechtfertigt; es sind die Parouta-Gebirge, nördlich von den vorhergenannten, gemeint.]


191 [Vgl. jedoch die LA. רספ bei Epstein, a.a.O., S. 24 Ende und die Berichtigung S. 46, Anm. 4, wonach רדק »arabisch« bedeutet.]


192 [Es ist dies 4643 = 883.]


193 [Vgl. auch Epstein S. 72-73.]


194 [Jephet ben Ali wirkte erst im letzten Viertel des 10. Jahrhunderts.]

195 [Vgl. a.a.O. S. 9-10.]


196 Um die Funktionsjahre des Gaon Zemach ben Chajjim von Sura zu bestimmen, muß ich eine kleine Korrektur zu der Chronologie der Gaonen, wie ich sie in der Frankelschen Monatsschrift (Jahrg. 1857, S. 336 und 381 ff.) auseinandergesetzt habe, anbringen. Das Datum der gaonäischen Verordnung über die Angreifbarkeit der Mobilien für Schuldforderungen, das ich zum Ausgangspunkte genommen habe (S. 338), fand ich bestätigt durch eine Notiz von Isaak Albarǵaloni (תועובש ירעש No. 13). Sie lautet: ןינד ונאש המו רקע ... ןילטלטממ בוח לעבו הבותכ תובגל םוקמ לכב םויה םינואגה ימיב תורטש ןינמל ח"צו ףלא תנש העבקנ וז הנקת םינורחאה. Also im Jahre 1098 S. = 787; es ist also erwiesen, daß Gaon Bebaï von Surabis 1098 fungiert hat. Von dem Datum dieser Verordnung muß man bis Natronaï 82 Jahre zählen (wie ich das. 339 belegt habe). Natronaï muß demnach bis 1180 S. fungiert haben. Da er nun mindestens im Jahre 1170 fungiert haben muß, so ergibt sich daraus die Richtigkeit der Schulamschen Lesart, daß Natronaï 10 Jahre fungiert hat: 1170-1180. In meinem Artikel hatte ich der anderen Lesart den Vorzug gegeben, was hiermit berichtigt werden muß. Das Plus von 2 Jahren in der Gesamtsumme der Funktionsdauer der suranischen Gaonen muß demnach später eliminiert werden. Nach sorgfältiger Erwägung des Scheriraschen Textes ergab sich mir, daß man Natronais Nachfolger Mar-Amram nicht die Funktionsdauer von 18 Jahren geben darf. Scherira berichtet nämlich, Amram habe bereits früher fungiert, sei abgesetzt worden und habe im ganzen 18 Jahre fungiert: ןיכה ימקו הנש ח"י םרמע 'ר רמ הירתבו ןיכה רתבו רתבו הינימ תחנו ןואג ירקיאו םרמע 'ר היל גילפ יוה אנשירפדכ ךלמ. – Es scheint, daß er eine Zeitlang Gegen-Gaon von Natronaï war. Einen Anhaltspunkt gibt Saadia Ibn-Danan, der Amram nur 8 Jahre vindiziert: תנש רטפנו םרמע 'ר וירחאו ן"רת רטפנ יאנורטנ 'ר ח"נרת. Indessen sind 8 Jahre zu wenig; denn aus einer Notiz ergibt sich, daß Amram im Jahre 1189 noch fungiert hat (das. 340, 8). Man darf ihm also 12 Jahre, nach Natronaïs Tod, beilegen, also 1180-92. Dadurch gewinnt man später an Raum. Man kann seinem Nachfolger 8 Jahre zugestehen, wie sämtliche Editionen des Scheriraschen. Sendschreibens haben: 1192-1200, und man kann Hilaï ben Mischael [Es muß heißen Hilaï ben Natronai] ebenfalls 8 Jahre beilegen. Die korrigierten Data von Natronaï abwärts würden demnach so ausfallen:


1170-1180 Sel.יאנורטנ

1180-1192םרמע

1192-1200 ןושחנ

1200-1207םייח 'ב חמצ

[Eigentlich nur 1 Monat] 1/2 איכלמ

1207-1217ןושחנ רב יאה

1217-1225[יאנורטנ רב יאליה] לאשמ רב יאלה


Auf diese Weise kann man sämtliche Zahlen des Scheriraschen Textes festhalten und braucht keine Konjektur und Emendation.


197 [Vgl. auch Harkavy a.a.O. S. 464, Anm 156.]


198 [Vgl. hiergegen Harkavy a.a.O., S. 465, Anm. 157.]


199 [Über Saadias arabische Schriften vgl. Steinschneider in: Arabische Literatur der Juden § 31, S. 48-69, und dazu Poznaṅski, Zur jüd.-arab. Literatur S. 40-46, ferner meine in der Monatsschrift, Jahrgang 1909, erscheinende Abhandlung über Saadias Leben und seine Schriften.]


200 Vgl. ןורגאל אבמ, Geigers Zeitschrift X, S. 255. [Das erste Werk Saadias ist bekanntlich der Agron oder Iggaron.]


201 [Vgl. Geiger in Kerem Chemed IX, S. 64.]


202 [Über dieses Werk vgl. Poznaṅski in JQR. X, S. 240-244 u. XX, S. 232.]


203 [Joseph Roëh hat erst im elften Jahrhundert gelebt.]


204 [Saadia hat seine exegetischen Schriften in verschiedenen Rezensionen geschrieben; vgl. Näheres in der Monatsschrift, Jahrg 1909.]


205 [Diese ist jedoch eine Fälschung.]


206 [Vgl. oben S. 288; danach hat Salmon erst im sechsten Jahrzehnt des zehnten Jahrhunderts seine Werke geschrieben.]


207 [Jedoch nur zum Teil, denn den Kommentar zu Daniel hat er erst nach 933 verfaßt, vielleicht auch um diese Zeit den Mischlekommentar: vgl. Monatsschrift, Jahrg. 1909].


208 Von Saadias Übersetzung sind jetzt bekannt die vom Pentateuch, von Jesaia, Psalmen und Hiob. Diese führt auch der arabische Literarhistoriker Mohammed Ibn-Ischak in seinem Fihrist al-Ulûm (um 988) auf mit den Worten: [Vgl. hierzu Monatsschrift, Jahrg. 1909] הארותלא ריספת באתכ ,איעשא ריספת באתכ רובז ריספת והו תכנלא ריספת באתכ – (?) חרש אלב אקסנ בויא באתכ ריספת באתכ – ס"ע דואד; vgl. de Sacy Chrestomathie arabe I, 357 f.). Mohammed nennt aber auch Saadias Übersetzung der Sprüche mit den Worten: דואד םאכחא ריספת באתכ; de Sacy weiß nicht, was dieses bedeuten soll. Man muß aber dazu ergänzen: ןבא דואד, und םאכחא bedeuten die Sprüche Salomos, des Sohnes Davids. [Der richtige Titel des Mischlekom mentars ist המכחלא בלט באתכ »Buch der Anleitung zur Erwerbung der Lebensweisheit«.] Daß Saadia die Sprüche und überhaupt den größten Teil der Bibel übersetzt hat, sagt Bachja (im תובבלה תובוח). Vgl. Rapoport: Saadias Biographie Note 33 und 41, לחנ םימודק S. 5, Note 1 und S. 25. Über לאתמאלא באתכ bei demselben weiter unten. [Über die jetzt vorliegenden exegetischen Werke Saadias und zwar Pentateuch, Jesaia, Psalmen, mit Ausnahme von Psalm 90-106, – während das arabische Original der beiden Einleitungen und der ausführliche Kommentar zu den vier ersten Kapiteln jetzt von mir in der Harkavy-Jubelschrift (St. Petersburg 1908, S. 135-160) erschienen ist – Sprüche und Hiob, vgl. Steinschneider, Arabische Literatur der Juden, S. 55-60 und Poznaṅski, Zur jüdisch-arabischen Literatur, S. 43-45. Hierzu kommt noch vermutlich ein Kommentar zu Jeremia, dessen Einleitung Hirschfeld in JQR. XVIII, S. 317-325 veröffentlichte; vgl. auch Monatsschrift, Jahrg 1909.]


209 [Sie gehören jedoch z.T. Saadias erster schriftstellerischer Periode an; vgl. über diese jetzt Steinschneider a.a.O., S. 60-62, u. Monatsschr. 1909.]


210 [Vgl. hierüber jetzt auch Poznaṅski in seinen Studien zur gaonäischen Epoche, Warschau 1909, S. 62 (Sep.-Abdr. aus Hekadem, Jahrg- II.]

211 [Vgl. jetzt J. Müller in Oeuvres complètes de R' Saadia, T. IX, Paris 1897, S. XVIII–XXII und S. 57-69.]


212 [Nach Steinschneider a.a.O., S. 50-51 unter Nr. 13 ist es eine antikaräische Schrift und bedeutet: Bestätigung der positiven Gesetze; vgl. auch Poznaṅski in JQR. X, S. 259-260. Ein Fragment veröffentlichte Hirschfeld ibid. XVII, S 721-725. Vgl. auch Monatsschrift, Jahrg. 1909.]


213 [Vgl. auch a.a.O., S. 49 unter Nr. 7.]


214 Über die halachischen Schriften Saadias, von denen wir vollständig nur das תושוריה 'ס in der Ausgabe von J. Müller, Oeuvres etc., T. IX, S. 1-53 besitzen (vgl. auch ebendort, S. VIII–XVIII) vgl. Steinschneider a.a.O., S. 48-50 und Poznaṅski in: Zur Jüd.-arab. Literatur, S. 41-42 und in seinen Bemerkungen zu Schechters Saadyana (Frankfurt a.M. 1904), S. 4. Vgl. auch Monatsschrift, Jahrg. 1909.]


215 [Das Kitâb al-Tamjiz, das hauptsächlich die kalendarische Polemik gegen die Karäer enthielt, ist 926-927 verfaßt. Exzerpte daraus gaben Poznaṅski in JQR. X, S. 247-252, Harkavy ibid. XIII, S. 655 ff., wo unter anderem die Frage des zweiten Festtages behandelt wird, Hirschfeld ibid. XVI, S. 102 ff., vielleicht auch Schechter, Saadyana, Nr. IX, S. 30-34. Wie aus JQR. XVI, S. 105 hervorgeht, ist es vor der Schrift gegen Ibn-Sakaweîh verfaßt. Letzterer ist der Autor eines Kitâb al-Fadhaih »Buch der beschimpfenden Dinge«, worüber Harkavy einiges mitteilt in JQR. XIII, S. 661-663; vgl. auch Hakedem I (Petersburg 1907), S. 124-128). Jedenfalls aber ist an eine Polemik gegen den jüngeren Salmon ben Jerucham im Tamjiz nicht zu denken; vgl. auch Harkavy bei Rabbinowitz S. 468, Anm. 165.]


216 [Vgl. ed. Halberstam, Berlin 1885, S. 20-21, wonach die Ergänzungen im Text.]


217 [Vgl. jedoch S. 526, Anm. 4.]


218 [Vgl. jedoch Harkavy a.a.O., S. 469, Anm. 166. Eine andere antikaräische Schrift Saadias, nach der gegen Ibn-Sakaweîhi, ist das למאחתמלא ילע דרלא באתכ »Buch der Widerlegung gegen einen lästigen Angreifer«, worüber vgl. Poznaṅski JQR. X, S. 254-255, wonach es später als 933 verfaßt ist, und ein Fragment hieraus bei Hirschfeld a.a.O., S. 114 bis 119 Vielleicht ist es auch eine Replik gegen Ibn Sakaweîh, vgl. Monatsschrift 1909.]


219 [Der richtige Name ist Chajaweîh.]


220 [Über diese in hebräischer Sprache verfaßte Schrift vgl. jetzt Poznaṅski in Hagoren VII, S. 116 und 120.]

221 [Vielleicht aber schon bei seinem ersten Aufenthalt in Babylonien.]


222 Neubauer, Journal Asiatique 1862, II, p. 230. Dieser אטוז ןב widerlegte Anans Ansicht, daß der Beischlaf mit einer Schwangeren verboten sei. [Über Ben-Suta und seine Polemik gegen Saadia vgl. Poznaṅski in der Monatsschrift 1897, S. 203-212.]


223 [In die Jahre 921-923 fällt Saadias Polemik gegen den Palästinenser Ben Meïr betreffs des Kalenderstreites, dem das םידעומה 'ס gewidmet ist.]


224 [Nach Steinschneider a.a.O., S. 54 ist er noch in Ägypten verfaßt worden.]


225 Scherira berichtet, der Gegen-Gaon sei nach Chorasan verwiesen worden: ןאסרכל חישאי יחדאו. Dieser Passus scheint in Nathans Bericht ausgefallen zu sein.


226 [Nach Steinschneider a.a.O. S. 52 ist es das Jahr 933.]


227 [Der Titel תאדאקתעאלאו תאנאמאלא ist der richtige und es ist mit Harkavy a.a.O. S. 470-471, Anm. 168 die Annahme betreffs des Titels לאתמאלא באתכ zurückzuweisen; höchst wahrscheinlich ist dessen Vermutung, daß damit das יולגה 'ס gemeint ist, da dieses in dem Stil der Mischle ben Sira, ben Irai usw. verfaßt war, – daher der Name לאתמא –, und es auch zehn Abschnytte enthielt. Vgl. auch Studien usw., T. V, S. 146.]


228 [Vgl. über dieses Werk oben, S. 526 und die Ausführungen von Harkavy bei Rabbinowitz, S. 472-473, Anm. 173.]


229 [Vgl. jedoch den Zweifel bei Steinschneider a.a.O., S. 48.]


230 [Vgl. gegen diese Ausführungen: Bacher, Abraham Ibn-Esras Einleitung zum Pentateuchkommentar und Harkavy a.a.O., S. 471, Anm. 169. Über Talmudkommentare Saadias vgl. jetzt Monatsschrift 1909.]


231 [Vgl. Harkavy a.a.O., Anm. 170, Steinschneider a.a.O., S. 50, Nr. 10 und J. Müller in Oeuvres complètes IX, S. 168, Nr. 119 u. Monatsschrift 1909.]


232 [Der Anfang dieser Schrift, arabisch באתכ קיאתולאו הדאהשלא, in JQR. XVI, S. 299.]


233 [Fragmente in Saadyana Nr. XI–XII, S. 37-41.]


234 [Jetzt herausgegeben von Horovitz und Müller in Oeuvres IX, S. 1-53, im arabischen Original mit hebräischer Übersetzung.]


235 [Es ist das gleichfalls eine antikaräische Schrift; ein Fragment veröffentlichte Hirschfeld in JQR. XVII, S. 713-720. Vgl. Monatsschr. 1909.]


236 [Vgl. hierüber Harkavy a.a.O., S. 471, Anm. 171.]


237 [המאקא heißt nicht »Einleitung«, sondern »Aufstellung, Zusammenstellung.]


238 [Über dieses Werk vgl. jetzt J. Bondi im Rechenschaftsbericht der Jüd.-literarischen Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1904, S. 1-40 und Steinschneider a.a.O., S. 62-63, Nr. 25. Die Einleitung führt den Titel האלצלא בוגו באתכ »Buch der für das Beten in Betracht kommenden Vorschriften«.]


239 [Über dieses, auch manches Antikaräische enthaltende Werk vgl. Poznaṅski in JQR. X, S. 260-261 und Steinschneider a.a.O., S. 63, Nr. 26. Vieles davon enthält das von Neubauer in Mediaeval Jewish Chronicles II, S. 87-110 veröffentlichte Kitâb al-Tarikh.]


240 [Es kann nur von vier Jahresformen, also 'ד םירעש, gesprochen werden; vgl. jetzt Epstein in RÉJ. XLII, S. 204-210 u. XLIV, S. 230-236, Bornstein in der Jubelschrift für N. Sokolow, S. 113-116.]


241 [Der richtige Name ist nach Poznaṅski in Hagoren VII, S. 113 und ebendort Anm. 3, Chajaweih.]

242 [Nach Poznaṅski in der oben genannten Schrift über Chajaweîh, Hagoren VII, S. 125-127, gehören nicht alle zehn ketzerischen Ansichten diesem an, sondern, außer Nr. 5 und 6, vielleicht noch Nr. 2 und 4. Poznaṅski hat a.a.O., S. 115-125, alles über diesen Ketzer Erhaltene gesammelt.]


243 [Nach Poznaṅski a.a.O., S. 115, hat er zur Zeit der in Note 18 behandelten Sektierer, also in der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts gelebt; vgl. auch Harkavy, Studien usw. T. V, S. 147 u. S. 177, Z. 12-14.]


244 [Vgl. auch Poznaṅski a.a.O.]


245 [Vgl. hierzu Harkavy bei Rabbinowitz, S. 474-475, Anm. 175 und Poznaṅski a.a.O., S. 113-114.]


246 [Vgl. ed. Schröter, Breslau 1866, Nr. 105, S. 31.]


247 [Mit Recht bemerken Harkavy und Rabbinowitz a.a.O., S. 476, Anm. 176, daß sich hieraus kein Beweis ergibt. Im übrigen setzt Steinschneider a.a.O., S. 115-116, die deutsche Gesandtschaft in das Jahr 956.]


248 Die Stadt הנאגב, wovon Abraham ben David spricht: הנאגבלא דרפסמ ךלהי lautete arabisch ebenso היא'גב, heißt jetzt Pechina nahe bei Almeria und war ehemals eine bedeutende Hafenstadt. Vgl. Gayangos l.c. I, S. 359, Note 122. Es ist also nicht Baëna, wie Zunz behauptet hat.


249 [Vgl. über diesen Punkt meine Bemerkungen zu S. 327.]


250 [Der Ausdruck הלכ תסנכהל ist in diesem Sinne gewiß nicht aufzufassen, da die Einkünfte der Hochschulen nicht so benannt wurden.]


251 [Vgl. jetzt Schechters Veröffentlichung in JQR. XI, S. 643 ff., Poznaṅskis Studie über Kairuân in der Harkavy-Festschrift, S. 187-188 u. S. 192-193. Auch ist der hier im Text angenommene Zeitpunkt nicht der richtige. Vgl. hierüber Näheres in der Monatsschrift 1909.]


252 [Vgl. jedoch Revue des Ét. j. VII, 199 (H.).]


253 [Vgl. jedoch die Bezeichnung des Verfassers des Aruch als ילבבה ןתנ 'ר im קידצ רכז רוציק des R' Joseph Ibn Zaddik aus dem zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts, ed. Neubauer, Mediaeval Jewish Chronicles I, S. 93, und ebenso im Sefer ha-Kabbala des Abraham ben Salomo aus Torrutiel (Ende des 15. Jahrhunderts) ebendort, S. 102. Vgl. auch ferner Groß, Gallia judaica, S. 409. (Ich verdanke diese Hinweise Herrn Dr. Elbogen).]

254 [Vgl. jetzt über Nathan ha-Babli Epstein in der Festschrift für Harkavy, S. 170-171.]


255 [Vgl. auch Epstein a.a.O., S. 172 Afg.]


256 [Vgl. S. 540, Anm. 2.]


257 [Vgl. jedoch meine Ausführungen in der Monatsschrift 1909 über eine frühere Blüte des Talmudstudiums in Spanien.]


258 [Vgl. hierzu Geiger in Hamaskir, Jahrg. 1860, S. 3-4, und Harkavy a.a.O., S. 480, Anm. 178.]


259 Die Zeitgenossenschaft von R' Gerschom und Simon ben Isaak, welche bisher nicht für sicher gehalten wurde, ist aus einer Notiz bestätigt. Ephraim von Bonn (1200) teilt in einem Machsor-Kommentar mit (Dukes Orient Literaturbl., Jahrg. 1844, col. 232) der erstere habe dem letzteren vorgehalten, er habe eine Midraschstelle übersehen: ןועמש 'רל השקה םושרג 'ר םכפשיו םיה ימל אריקה קוספו ארקל לחוה וא קוספ אלהו אלהו רוד לע התא םתדסי ךיאו שונא רוד לע הבר תישארבב שרדנ לובמה. Diese Ausstellung bezieht sich auf das Pijut zum 7. Peßachtage (deutsch. Ritus: םיהלאל ורמא םירידא); in demselben werden allerdings die zitierten Verse auf die Sintflut angewendet: לגר יחכשנ םעז יפוטש םורמ לגרל לילא םשב ארקל לחיהב לגלגל תוהלב םהילע ךפהה םיעב חתפ םימשה תבראו םיה ימל ארק. Dieser Pijut trägt das Akrostichon: Simon ben Isaak. Derselbe war demnach nicht bloß Zeitgenosse von R' Gerschom, sondern verkehrte persönlich mit ihm. Zwei Pijutstücke (Ofan für das Zwischenfest des Peßach und Kerobot für das Wochenfest) haben das Akrostichon: ןובא רב ןועמש und ןובא רב קחצי ןב ןועמש. Salomo Luria hat ihn demnach aus älteren und (wie sich immer mehr herausstellt) authentischen, nur korrumpierten Quellen richtig bezeichnet: קחצי רב לודגה ןועמש 'ר תודוס ידוסבו רשועב המבחבו הרותב לודגה ןובא רב דיסחה, und aus einer anderen Quelle: ןואג יאה 'ר ימיב) םהימיבו אצנגממ לודגה ןועמש 'רו לודגה רזעלא 'ר היה (ןקזה הילא 'רו. Daß R' Simon ben Isaak aus Mainz war und das Epitheton לודגה hatte, wird aus einer anderen Notiz bestätigt werden.


260 [Vgl. Regesten Nr. 144, Ende.]


261 [Es ist jedoch sehr wohl möglich, daß eine damals in Frankreich ausgebrochene Verfolgung auch nach Deutschland hinübergriff; vgl. Caro, Soziale und Wirtschaftsgeschichte der Juden usw. Bd. I, S. 165 und Lukas in der Monatsschrift 1909, S. 111 betreffs Glabers und der damaligen mystischen Richtung.]


262 [Vgl. hierüber Regesten Nr. 143 und Nr. 147.]


263 Von derselben Verfolgung in Mainz spricht höchstwahrscheinlich auch das Responsum des Meschullam ben Kalonymos an denselben Simon ben Isaak (in Resp. Gaonim, ed. Cassel Nr. 61). Der Respondent fleht: »Gott möge die Leiden von uns, unseren Brüdern und den Genossen unserer Gemeinde abwenden«, unserer Gemeinde, d.h. der Gemeinde, welcher sowohl Meschullam, als auch Simon ben Isaak angehörte, d.h. Mainz. Der Passus lautet: 'רב םלושמ ינא יכ ינממ םולש ירבד עמש ... קחצי ןב ןועמש 'רל סומינולק הלכיו רצב ונל ביחרי םיברה וימחרב אוהו ינוקלצ םחימב יונח ונחטבמו ונתלחות יוויקב ונילהק ינבמו וניחאמו ונממ תואושתה וידסח בורב. – Die unverständlichen zwei Wörter: םחימב ינוקלצ müssen wohl gelesen werden: ינוקלצ םוחתב, in der Gegend von Zalkona. ינוקרצ oder הנוקלצ ist nämlich eine Ortschaft in Katalonien und wird auch in Emek ha-Bacha erwähnt neben Solsona (p. 66): לע םג תרוכה הלע הנוקלאצו הנושלוש יבשוי. Die Emendation dafür: ינוק לצ סחמב: »Im Schutze des Schattens meines Schöpfers« (Respons. ibid. pag. 13) ist höchst gezwungen. Es ergäbe sich aus diesem Responsum, daß Meschullam ben Kalonymos ursprünglich in Mainz gewohnt und wegen der Verfolgung nach Katalonien ausgewandert ist; keineswegs darf man ihn mit Rapoport in Lucca suchen (das. 42 b). Wenn Meschullam in Katalonien war, so ist es viel natürlicher, daß an ihn eine Anfrage aus Narbonne gerichtet wurde (ibid. Nr. 140), als wenn Italien seine Heimat gewesen wäre. [Zur richtigen L.-A. ינוק לצ סחמב, vgl. Zunz, Literaturgeschichte der synagogalen Poesie, S. 111, A. 5 (H.).] [Zur Berichtigung vgl. auch Epstein in RÉJ. XXVII, S. 87.]


264 [Im allgemeinen erledigen sich die Ausführungen im Text dadurch, daß die auf Abraham ben Simcha zurückgehende Urkunde, wie bereits zu S. 390 bemerkt, als gefälscht nachgewiesen ist, wodurch auch die daraus in Abschnitt II gezogenen Schlußfolgerungen hinfällig werden; vgl. auch Harkavy a.a.O., S. 485, Anm. 180 und 181 und Monatsschrift 1908, S. 609.]


265 [Nach Harkavy a.a.O., S. 484, Anm. 179 nannten sie sie »Ruß«.]


266 [Vgl. dagegen Frankels Monatsschrift Jahrg. 1876, S. 480 und Jahrg. 1881, S. 403, wo 'רו השמ 'ר החומ als Fälschungen erklärt werden; ferner S. 348 und 395 über die Anfänge der Vokalzeichen (H.)]. [Vgl. auch Bacher in RÉJ. XII, S. 76.]


267 [Vgl. hierüber oben, S. 389, Anm. 2.]


268 [Zu den folgenden Ausführungen sei hingewiesen auf Harkavy a.a.O., S. 195, Anm 41, wo dargetan wird, daß die Mukaddimah des Salmon ben Rucheim gefälscht ist, daß Mosche und Mocha eine und dieselbe Person sind, und daß die tiberiensischen Massoreten, als deren erster R' Pinchas, genannt Rosch-Jeschiba, anzusehen ist, Rabbaniten waren.]

269 [Vgl. hierzu jetzt Schwarz in Mose ben Maimon usw., Bd. I, Leipzig 1908, S. 353-354.]


270 [Über das Nichtzutreffende dieser Schlußfolgerung auf karäischen Ursprung der Vokalzeichen vgl. Harkavy a.a.O., S. 488-489, Anm. 182.]


271 [Vgl. auch für für das etwaige hohe Alter der Punktation, die Studie von Jakob Bacharach ירמאמ דוקנה תומדק לע יכרכבה בקעי, Warschau 1897].


272 [Gegen die folgenden Beweise für das karäische Bekenntnis Aaron ben Aschers vgl. oben S. 324 und Harkavy a.a.O., S. 488-489, Anm 183. Danach bedeutet דמלמה »Lehrer«, denn Kinderlehrer waren es, die das Vokalisationssystem einführten; ferner wird der Ausdruck םיליכשמ von Karäern erst in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts angewendet, schließlich bedeutet אתמלשא auch die »religiöse Vervollkommnung«. Daß Jehuda Hadassi den ben Ascher für den Karäismus reklamiert, ist bei der bekannten Art dieses Autors ganz belanglos. Vgl. übrigens meine Ausführungen in der Monatsschrift 1908, S. 610-611.]


273 So nennt ihn auch der Grammatiker Isaak ben Jehuda (unvollständiger Kodex der Seminarbibliothek Nr. XIX, Heft 6, Bl. 5 b), woraus wir zugleich erfahren, daß das als alt geltende massoretische Werk הלכא הלכואו, der Grundstock unserer großen Maßora, jünger ist als Ben-Ascher. Die Stelle lautet: יתאצמו םעט וב היהי רשא יהיו לכ הלכואו הלכא רפסו יתבר אתרוסמב הרומה תעדל ... שגד ףכה היהי וירחאמ ףכ וילע ךומסיו קיספמ (השמ ןב ןורהא 1.) ןורהא ןב השמ לבא רפוסה ילתפנ ןב בקעי גהנמכ התלוז ןיב הלא ןיב יהיו רחאש המ לכ חפרמ רשא ןב יתאצמ הב דע :ת"פכדגבו א"והי


274 [Es liegt hier lediglich eine Anspielung auf Daniel 12, 3 vor.]


275 [Vgl. zum Text jetzt Dikduke Hateamim, ed. Baer u. Strack, S. 1-2. Danach ist auch die L.-A. שקומהו richtig; vgl. a.a.O., S. 2, Anm. e.]


276 Noch am Ende des neunten Jahrhunderts war der massoretische Text nicht endgültig abgeschlossen, sondern es gab Varianten nicht bloß in betreff unwesentlicher Momente, wie Plene, Defective (תורסח תורתיו), halber und ganzer Zwischenräume, Akzente und Orthographie, sondern auch in bezug auf Versabteilung, wie aus Zemach ben Chajims Gutachten hervorgeht (Schluß zu דדלא רפס und, auch von Ibn-Jachja in Schalschelet zitiert) םיבותכ םהש תוארקמב וליפאו תורתיו תורסחב לארשי ץראל לבב ןיב םהב יונש שי םיעובקו ךותחבו תורוסמבו םימעטה יקספבו תומותסבו תוחותפבו ןיקוספה. Die Varianten der יאברעמו יאחנידמ waren also früher mannigfaltiger und wesentlicher, als sie uns jetzt vorliegen. Saadia folgt noch einer andern Versabteilung und andern Lesarten. [Vgl. jedoch hierzu Lauterbachs Edition von Saadias Psalmenkommentar, Ps. 107-124 (Berlin 1903), Einleitung, S. 10.] Man ist also genötigt anzunehmen, daß erst durch Ben-Aschers Text die abweichenden Exemplare verdrängt wurden, und dieser sich die Alleingeltung errungen hat. – Ben-Ascher schrieb, soweit wir jetzt wissen: 1. םימעטה יקודקד (abgedruckt in Dukes, Kontres), über Akzente, Natur der Konsonanten, Dagesch und Raphe und anderes. [Jetzt vorliegend in der Ausgabe von Baer und Strack, Dikduke Hateamim etc., Leipzig 1879]. 2. ןיגוז םינומש über 80 Homonyma. 3. Massoretische Angaben sind in dem von ihm geschriebenen Bibelkodex (in Kairo bei den Karäern) enthalten. [Vgl. über diesen jetzt die Mitteilungen von P. Finfer in seinem, eine neue Einteilung der Bibelausgaben nach P'tuchoth und S'tumoth anregenden Werk תרוסמ םיאיבנהו הרותח (Wilna 1906), S. 99-101.]


277 [Diese Urkunde ist als gefälscht anzusehen; vgl. Harkavy, a.a.O., S. 316, Anm. 89 und oben S. 389].



Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig [1896], Band 6.
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