Symbol

[342] Symbol (das), ein griech. Wort, dem ursprünglich die Bedeutung des Begegnens und Zusammentreffens, namentlich mit Dem, was seiner äußern Erscheinung nach als dunkle und geheimnißvolle Macht der Gottheit sich ankündigt, zu Grunde liegt, woraus sich dann der Sprachgebrauch der Alten und Neuern gebildet hat, daß das Symbol ein sichtbares Zeichen ist, in welchem auf dunkle und geheimnißvolle Weise das Unsichtbare zur Erscheinung und Wahrnehmung kommt. Für diese Bedeutung des Symbols ist es ganz gleich, ob dasselbe Wort oder äußerliches Zeichen ist, da das Wort auch als Zeichen der Sache angesehen werden kann. Das deutsche Wort Sinnbild drückt den Begriff nur unvollkommen aus. Das Symbol und was man symbolische Sprache, symbolische Handlung, symbolisches Bildwerk nennt, gehört ganz in das Gebiet der Religion und bezieht sich auf Verhältnisse zwischen Gott und Menschen, die keiner Erklärung, aber einer Andeutung fähig sind. Wo das Symbol seine volle Geltung hat, ist es für den Menschen das fruchtbarste und nachdrücklichste Lehr- und Erkenntnißmittel der Religion, die aber, dem Wesen des Symbols gemäß, in der sinnlichen und körperlichen Umhüllung nur gefühlt und geahnet, nicht aber in abgesonderten Gedanken vorgestellt und begriffen werden kann. So findet sich das Symbol in der Geschichte am vorherrschendsten bei denjenigen Völkern, die in Sprache und Bildung sich noch nicht bis zum vollkommenen Begriff der Religion erhoben hatten, sondern die im Drange des dunkeln religiösen Gefühls und eines innern, mächtigen Bildungstriebes stummen Handlungen und den sie umgebenden Sinnendingen für sich den Ausdruck und die Sprache der Religion verliehen. Es waren die mannichfaltigen und furchtbaren Erscheinungen in der Natur, die in dem Menschen zuerst das dunkle Gefühl der Religion erzeugten, und so entstand früh für ihn die Ahnung oder der Glaube einer Bedeutsamkeit der Natur, daß sie Zeichen gebe und vernehmlich zum Menschen rede, was dann in der Hand der Priester und Volksweisen der Anfang zur symbolisirenden Vergeistigung der Natur und zur Bildung der mannichfaltigen Götterwesen wurde, die in den Religionen der alten Völker sich vorfinden. Hier erscheint die Religion ganz in der Umgebung von Symbolen, denn immer waren es die mannichfaltigsten Erscheinungen der Natur oder Zeichen bestimmter Worte und Bilder, die man zu den Trägern der Religion machte und die man wiederum in einer Reihe symbolischer Handlungen zu deuten und lebendig zu erhalten suchte. Je reiner, unmittelbarer die sinnbildliche Gestalt oder das sinnbildliche Wort die religiöse Idee ausdrückte, je wahrer und eigentlicher diese sich im Bilde verkörpert hatte, desto größer war der religiöse Werth des Symbols, das aber immer den Charakter einer vieldeutigen und schwebenden Unbestimmtheit behält und den bestimmten Ausdruck des Begriffs nicht erreicht.

Das Symbol ist von andern verwandten Begriffen zu unterscheiden. Das Attribut (s.d.) ist ein dem Symbole beigefügtes Zeichen, nur in der Verbindung mit demselben bedeutungsvoll und zur Erklärung und Verdeutlichung der mit demselben verbundenen Eigenschaften dienend, eine dem eigentlichen Symbole untergeordnete Art sinnlich-geistiger Anschauungen. Die Allegorie (s.d.) ist die bildliche Anschauung einer Idee, die aber nicht der nothwendige, unmittelbare Ausdruck des Bildes ist, sondern vermittels eines andern zu demselben hinzugebrachten Gedankens, also durch Reflexion gewonnen wird, und auch dann erst nicht in einem Augenblicke des sinnlichen Anschauens, sondern in einer ganzen Reihenfolge bildlicher Erscheinungen. Darin sind sich jedoch beide ähnlich, daß beide eine wichtige, oft tiefe Wahrheit in dem Dunkel ihrer Hülle verbergen. Bei dem ungekünstelten und einfachen Charakter der Volksreligionen der alten Welt erhielt die Allegorie, als ein künstliches und absichtliches Gebilde, ihre Bedeutung erst, als das Symbol dieselbe bereits zu verlieren begann. Die Metapher steht mit dem Symbole nur in einer zufälligen Verwandtschaft, da sie als bloße Redefigur nicht nothwendig zur Versinnlichung [342] der religiös-sittlichen Wahrheit dient. Ebenso ist der Mythus, insofern in ihm die Religion in das Gewand sagenhafter Dichtung eingekleidet ist, oft reich an symbolischer Beziehung, doch dient er nicht eigentlich wie das Symbol zur Vergeistigung des Sinnlichen oder zur Verkörperung des Geistigen. Was das Verhältniß des Symbols zur Kunst betrifft, so hat das Gesetz des Bedeutungsvollen für dasselbe eine viel zu hohe Geltung, als daß es durch den Reiz der Schönheit den Sinnen zu schmeicheln suchte. Im Gegentheil mußte es zur Vernachlässigung des Schönen führen, je mehr es das Furchtbare und Schreckliche dunkler Naturmächte war, was man im Wort und grellen Bild festhielt und zum Symbol erhob. Daher auch die an Symbolen so reichen Religionen der Indier und Ägypter im Bereiche der zahllosen Götterbilder und der wunderbaren religiösen Bauwerke weit mehr Misgestalten darbieten, als dem Schönheitssinne. Befriedigung gewähren. Nur bei den Griechen gestaltete sich das Symbol im glücklichsten Verein des Bedeutungsvollen mit dem Schönen zum Kunstsymbol. Hier sehen wir das Wesen des Symbols nicht zum Unermeßlichen und Schrankenlosen erweitert, sondern, der Natur gehorchend, fügt es sich in deren Form, dieselbe durchdringend und belebend. Der Widerstreit zwischen dem Unendlichen und Endlichen ist aufgelöst, dadurch, daß jenes, sich selbst begrenzend, ein Menschliches ward. Aus dieser Läuterung des Bildlichen einerseits, und aus der freiwilligen Verzichtleistung auf das Unermeßliche andererseits erblühete diese schönste Frucht alles Symbolischen. Weil in der griech. Sculptur das Göttersymbol die Schönheit der Form mit der höchsten Fülle des Wesens wunderbar vereinigt und am vollendetsten ausgeführt ist, heißt es auch das plastische Symbol. Dasselbe hat jedoch eigentlich ganz aufgehört, Symbol zu sein, und man muß eigentlich das Kunstwerk dem Symbol entgegenstellen, denn jenes hat den Charakter der Vollendung, dieses den der Unendlichkeit. (Vergl. Schön.)

Wie das Symbol gewisse Theile des volksthümlichen Götterdienstes bezeichnete, so bezog es sich auch auf die Geheimlehre und auf den Dienst in den Mysterien. Man nannte die für den geheimen Dienst ausgewählten höhern Sinnbilder Symbole, z.B. die Hirschkalbsfelle, womit sich die Eingeweihten verhüllten, die Cicaden, die sie im Haar trugen, die purpurnen Teppiche, worauf sie traten, und alle dergleichen bildliche Zeichen, wodurch man verborgene Wahrheiten andeuten wollte. Auch jene bestimmten Formeln und Merkworte führten diesen Namen, woran sich die Eingeweihten erkannten, und wodurch sie in den Stand gesetzt wurden, die Ungeweihten auszuschließen. Hieran knüpft sich der Sprachgebrauch, den das Wort Symbol in der christlichen Kirche erhielt. Die Grundbedeutung des Zeichens, besonders des sichtbaren Zeichens, findet sich auch hier festgehalten. Vorerst nannte man die bestimmten Formeln und Glaubensbekenntnisse, in denen, im Gegensatz zum Juden- und Heidenthum oder zur Unterscheidung von häretischen Parteien, die Hauptlehren des Christenthums kurz zusammengefaßt waren, Symbole, wie nicht minder alle Erkennungszeichen, wodurch sich der Christ von dem Nichtchristen unterschied. Nach der Meinung eines griech. Kirchenlehrers wurden jene Glaubensformeln Symbole genannt, »als Zeichen des in der Seele vorhandenen Glaubens; denn die unsichtbare Überzeugung der unsichtbaren und unkörperlichen Seele seien eines äußerlichen Bekenntnisses bedürftig, damit durch dasselbe der in der Seele liegende Glaube sichtbar werde und nicht im Dunkeln zweifelhaft bleibe«. Wie ferner in den heidnischen Mysterien ausgewählte Zeichen und symbolische Handlungen geheime Wahrheiten andeuteten, so wurden auch im Christenthume die Sacramente als sichtbare Zeichen und Unterpfänder des unsichtbaren Heils Symbole genannt. Vorerst die Sacramente im Allgemeinen, dann Taufe und Abendmahl insbesondere, aber überall mit verherrlichenden und den christlichen Sinn näher bestimmenden Beiwörtern; nicht minder das Taufwasser, Brot und Wein im Abendmahl. Eine von dem angeführten Ursprunge der Benennung Symbol, im Sinn einer christlichen Glaubensformel, oder eines Sacraments, abweichende Meinung ist die, nach welcher die Kirche als ein Kriegerstaat erscheint, dessen Regenten, Christus, sich der Gläubige durch jene Formeln und durch die Sacramente, wie der Krieger seinem Feldherrn durch den Eid, dienstpflichtig zueigne. Der Grund dieses Sprachgebrauchs ist aber allein in dem Heidenthum aufzusuchen. Wie hier in den Mysterien das Wort Symbol das Ausschließliche höherer Bedeutung hatte, so wurde es auch frühzeitig in der christlichen Kirche Sitte, gewisse Handlungen und Worte als Zeichen höherer Weihe auszuprägen, um dadurch den Unterschied des höher Christlichen von dem Nichtchristlichen festzustellen, und die Begriffe Bedeutsamkeit und nachdrucksvolle Kürze bleiben, hier wie dort, entschieden vorherrschend. Wie die Glaubensbekenntnisse und Sacramente, so werden auch alle christlichen Gebräuche, alle gottesdienstlichen Übungen, inwiefern sie nothwendige Ausdrücke der dadurch bezeichneten Ideen sein sollen, Symbole genannt. Wenn man ferner gewissen Personen, Gebräuchen und Thatsachen des A. T.'s eine Vorbedeutung auf das N. T. gab und einzelne Lehren und Thatsachen desselben als deren Erfüllung ansah, so werden im kirchlichen Sprachgebrauch dergleichen Vorbilder nicht Symbole, sondern Typen genannt. Besondere bedeutungsvolle Symbole für die Bekenner der christlichen Kirche wurden noch das Kreuzeszeichen und in der spätern Zeit Maria mit dem Jesuskinde.

Die ältesten Symbole oder Bekenntnisse, die allgemein in der ganzen christlichen Kirche anerkannt wurden und deshalb die ökumenischen Symbole genannt werden, heißen das apostolische, das nicäisch-konstantinopolitanische und das athanasische Symbolum. 1) Das Apostolische Symbolum, angeblich von den Aposteln selbst vor der Verkündigung des Evangeliums in aller Welt verfaßt und zwar so, daß jeder dabei einen Satz ausgesprochen haben soll, ist das einfachste und entstand wahrscheinlich als eine Erläuterung und Erweiterung des alten Taufbekenntnisses von Vater, Sohn und h. Geist. 2) Das Nicäisch-konstantinopolitanische Symbolum, zu Nicäa 325 aufgestellt und zu Konstantinopel 381 erneuert und vermehrt, wurde während der arianischen Streitigkeiten Ausdruck des Kirchenglaubens, und enthält nähere Bestimmungen über das Verhältniß der drei göttlichen Personen zueinander. Der von der abendländ. Kirche in dasselbe im 6. Jahrh. aufgenommene Zusatz »und vom Sohne« (filioque) beim Ausgehen des h. Geistes vom Vater verursachte die Trennung der abendländ. und der griech. Kirche. 3) Das Athanasianische Symbolum oder nach seinem Anfange auch Quicunque [343] genannt, wurde nicht von dem Kirchenvater Athanasius selbst, sondern erst am Ende des 5. Jahrh. nach athanasianischen Lehren abgefaßt und erhielt erst im 7. Jahrh. symbolisches Ansehen. Es ist das am meisten strenggläubige und macht die Seligkeit geradezu von einer Glaubensformel abhängig. War in den Symbolen Das enthalten, was im Allgemeinen als Glaube der Kirche gelten sollte, so wurden doch die bald immer häufiger vorkommenden Abweichungen der sogenannten Häretiker oder Irrlehrer von demselben die Ursache, daß ihr Inhalt immer mehr erweitert und näher bestimmt wurde, und so gestalteten sich die Symbole als kurze Bekenntnisse allmälig zu dem größern Umfange von Schriften, die, weil sie mit den Symbolen denselben Zweck hatten und zum Theil an deren Stelle traten, den Namen symbolische Schriften oder symbolische Bücher erhielten. Man wird also unter diesen Ausdrücken solche öffentliche, von einer Kirche oder kirchlichen Partei sanctionirte Schriften verstehen, welche über den Inhalt und Sinn der christlichen Offenbarung eine eigne Glaubensweise aufstellen und darlegen, inwiefern eine Kirche oder kirchliche Partei sich von einer andern unterscheidet. Jede Hauptpartei der christlichen Kirche hat also auch ihre symbolischen Bücher, und alle Hauptparteien stimmen darin untereinander überein, daß sie die oben angeführten drei Symbole der alten Kirche in die Zahl ihrer Bekenntnißschriften aufgenommen haben.

Hier lassen wir zur bequemern Übersicht eine Angabe der symbolischen Bücher der Hauptparteien der christlichen Kirche folgen, indem wir zugleich zur Kenntniß des Nähern auf die betreffenden Artikel verweisen. Die Schriften, welche bei den Katholiken das Ansehen der symbolischen Bücher haben, sind besonders die Verordnungen und Beschlüsse des tridentiner Concils (»Canones et decreta concilii Tridentini«); die Gestalt und das Bekenntniß des katholischen Glaubens (»Forma professionis fidei catholicae«), auf Anordnung Pius IV. 1564 und nachher öfters gedruckt; der röm. Katechismus nach dem Beschluß des tridentiner Concils zum Gebrauch für die Pfarrherren (»Catechismus Romanus ex decreto concilii Tridentini ad Parochos«) auf Befehl Pius V. 1567 gedruckt und als allgemeine Lehrnorm bekannt gemacht. Es gilt jedoch von den symbolischen Büchern der katholischen Kirche die Bemerkung, daß die katholische Kirche durch die Lehre, vermöge welcher sie sich den h. Geist beilegt, sich selbst ein zu entschiedenes Gewicht ertheilt, als daß sie selbst an das Ansehen der von ihr erlassenen Bekenntnißschriften sich durchaus gebunden halten, und nicht noch in der Lehre und im Glauben die mannichfachsten Veränderungen und Umgestaltungen sollte vornehmen können. Die symbolischen Bücher der evangelisch-lutherischen Kirche sind die unveränderte augsburger Confession und die Apologie der augsburger Confession, die schmalkaldischen Artikel, der große und kleine Katechismus Luther's, die Concordienformel (s.d.). Dieselben stehen zur h. Schrift in einem solchen Verhältniß, daß diese als die alleinige Quelle des Glaubens der Kirche angesehen wird, jene als die Richtschnur und der zeitliche Ausdruck desselben gelten. Da aber die Kirche in ihren Grundsätzen ein beständiges Fortschreiten in der Erkenntniß des Glaubens gebietet, und dieser auch im Laufe der Zeit in manchen wesentlichen Punkten als ein von der Kirchenlehre verschiedener erschien, so erwuchs auch für die Kirche hieraus die Gefahr eines Zwiespalts, bei welchem man einerseits am Buchstaben der symbolischen Bücher streng festhielt und ihr Ansehen nicht hoch genug schätzen zu können glaubte, welche Überschätzung ihres Ansehens man mit dem Ausdruck der Symbololatrie bezeichnet, andererseits sich versucht fühlte, das Ansehen der symbolischen Bücher zu vernachlässigen und dasselbe in seiner Geltung auch wol ganz aufzugeben, ein Zwiespalt, der für die Kirche um so schwerer auszugleichen ist, jemehr der Mangel der Einheit ihrer Verfassung und die dadurch in ihrem Schoose hervorgerufene große Verschiedenheit der Meinungen sie hindert, die dem eignen Glauben und Leben ersprießlichen Gesetze zu geben und Beides seiner innern Vollendung entgegenzuführen. Dasselbe gilt auch von den symbolischen Büchern der reformirten Kirche, die in großer Anzahl vorhanden sind und die in Ansehung der Kirchenlehre unter sich selbst auf das mannichfaltigste abweichen, was aber eben daher das reformirte Kirchenthum noch weniger bestimmt und ausdrucksvoll gemacht hat. Diejenigen, in welchen der Lehrbegriff Zwingli's herrscht, sind: das Bekenntniß der vier Städte (Strasburg, Konstanz, Memmingen und Lindau), zur Übergabe an den Kaiser Karl V. auf dem Reichstage zu Augsburg verfaßt; das baseler oder mühlhauser Bekenntniß von 1532; das schweiz. Bekenntniß von 1536. Diejenigen, in welchen der Lehrbegriff Calvin's herrschend ist, sind: Die züricher Übereinstimmung (Consensus Tigurinus), 1551 von Calvin verfaßt und 1554 bestätigt; das zweite schweiz. Bekenntniß, von den Predigern zu Zürich 1566 herausgegeben; die schweiz. Eintrachtsformel (Formula consensus helvetici) erschien 1675; der heidelberger oder pfälzer Katechismus (Catechismus palatinus). Für die Reformirten in den Niederlanden gelten das niederländ. Bekenntniß (Confessio belgica) von 1562 und die Beschlüsse der dortrechter Synode von 1618; für die Reformirten in Frankreich gilt das franz. Bekenntniß (Confessio gallica), von Theodor Beza 1559 verfaßt. Ebenso haben die Reformirten in der Mark Brandenburg, in England und in Schottland ihre eignen symbolischen Bücher. Die den Protestanten verwandten Sekten der Arminianer, Socinianer, Mennoniten und Quäker haben zwar auch Schriften, die als allgemeine Bekenntnisse ihres Glaubens gelten, die aber das Ansehen von symbolischen Büchern nur sehr unvollkommen behaupten, je mangelhafter und unvollständiger in ihnen der Lehrbegriff der jedesmaligen Partei dargelegt ist. Bei der rechtgläubigen griech. Kirche haben die Beschlüsse der 7 ökumenischen Concilien und ein von Peter Mogilas, Metropolit von Kiew, 1643 verfaßtes Glaubensbekenntniß symbolisches Ansehen.

Die Symbolik oder symbolische Theologie ist eine theologische Wissenschaft, welche die gelehrte Kenntniß der Lehren der verschiedenen Kirchen und kirchlichen Parteien aus ihren Bekenntnißschriften zum Zweck hat, indem sie dieselben zu einzelnen Lehrgebäuden aufzuführen und diese miteinander zu vergleichen sucht. Im weitern Sinne umfaßt sie nicht blos die Lehre, sondern auch die Gebräuche und Zeichen, die einer Kirche eigenthümlich zugehören. Sie unterscheidet sich von der allgemeinen Symbolik oder der Lehre von den religiösen Symbolen der alten Völker.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 342-344.
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