Transvaal

[669] Transvaal, früher Südafrikanische Republik (s. d. und die Karten »Kapkolonien« und »Südafrikanischer Krieg«) genannt, seit 1. Sept. 1900 britische Kolonie, 280,026 qkm groß, nachdem 1903 die Distrikte Vrijheit, Utrecht und (zum Teil) Wakkerstroom mit Natal vereinigt sind, mit (1906) 1,322,610 Einw., das jenseit des Vaalflusses gelegene Land zwischen Portugiesisch-Ostafrika und den britischen Kolonien Natal, Oranjefluß, Betschuanenland und Rhodesia, 22°5'–28°5' südl. Br. und 24°45'–32° östl. L. Das Gebiet ist ein 1500–2000 m hohes Plateauland, das vom Innern aus im S. durch das Hochfeld oder Hooge Veld (1200–1500 m) zum Vaal abfällt mit Fortsetzung in Betschuanenland (W.) und Oranjeflußkolonie (S.), im N. und W. durch das niedrigere Bosch-Springbok Veld gegen den mittlern Limpopo und sein Quellgebiet sich abdacht, begrenzt im N. durch die Zand River- und Waterberge. Den Ostrand der Hochebene bilden die Fortsetzungen der Drakenberge (Spitzkop 2220, Mauchspitze 2660, Mangwela 1370 m), die steil gegen O. in eine sandige Ebene abstürzen, aus der als Grenzscheide gegen portugiesisches Gebiet die nordsüdlich verlaufenden Lebomboberge emporragen. Ungefähr auf dem 26.° südl. Br. durchziehen das Plateau, auf dem sich vereinzelte Bergzüge erheben, der Witwatersrand und die Magaliesberge, getrennt durch ein ziemlich enges Tal. Von hier fließen die Wasser nach allen Richtungen ab, nach N. und O. zum Limpopo (Marico, Krokodilfluß, Magalaqueen, Olifant), zur Delagoabai (Komati), zum Vaal, der auf den Drakenbergen entspringt, der Harts. Von der Ostseite der Drakenberge, die im N. durch den Zontpansberg abgeschlossen werden, fließen die Gewässer, die Lebomboberge durchbrechend, zum Indischen Ozean ab: Lomatie und Krokodilfluß zum Komati und die Zuflüsse zum Pongola-Usutusystem. Der Untergrund besteht aus Granit und kristallinischen Schiefern, an die sich ältere Tonschiefer, Sandsteine und Quarzite, ferner Konglomerate, Sandsteine und Schiefer der zum Devon gerechneten Kapformation und jüngere (wohl triadische) kohlenführende Schichten anschließen. Sämtliche Ablagerungen werden von zahlreichen Eruptivgesteinen zumal aus der Gruppe der Diabase durchsetzt (hierzu vgl. die geologische Karte von Südafrika mit Textbeilage beim Artikel »Kapkolonie«). – Das Klima ähnelt in den Gebieten nördlich der Magalieskette und in den östlichen Gebirgsketten dem tropischen, besonders in den Tälern des Limpopo und Olifant; infolge der vom Indischen Ozean her wehenden Südostpassate ist die Ostseite regenreich, während die westlichen Hochebenen arm an Regen sind. Die Regenzeit fällt in den Sommer. Die Gebiete westlich der Draken- und südlich der Magaliesberge haben mehr subtropisches, dem europäischen ähnliches Klima. Jahresmittel ist 19,4° (Januar 23°, Juli 14,9°). Im Hochfeld sind die Tage im Winter zwar warm, nachts aber sinkt das Thermometer gewöhnlich unter den Gefrierpunkt, und die Drakenberge sind häufig mit Schnee bedeckt, im Buschfeld aber sind die Winter milder. Im Springbok- und Buschfeld wie im Distrikt Lydenburg herrschen oft Fieber, während das Hochfeld eine der gesündesten Gegenden der Erde ist. Bloemfontein (1370 m ü. M.) Jahrestemperatur 16,2°, Januar 22,7°, Juli 7,8°, mittlere Jahresextreme 34,5° und -5,2°, Regenmenge 58 cm (Natal 109 cm). Die Pflanzenwelt in den einzelnen Gebieten ist sehr verschieden. Die Hochfeldformationen charakterisieren sich durch weit ausgedehnte Grasebenen. Acacia-Arten (A. robusta) vereinigen sich stellenweise zu kleinen Hochwäldern. Zur Hebung der Baumzucht sind jetzt gepflanzt australische Gummibäume (Eucalyptus) mit Erfolg (an den Alleen bei den Ortschaften), ferner Pinus-Arten und eine Mimosenart, die australische Wattle (die gutes Bauholz liefert). Das Twagras (Arthratherum brevifolium) ist charakteristisch für das Randgebiet gegen die Kalahariwüste und gegen die südlichen Hochflächen. Im O. treten auf der Hochebene zahlreiche Proteazeen auf, die sonst typische Formen der Kapflora bilden. Überhaupt ist die Ostküste pflanzenreicher. An einigen Stellen von T. gedeihen nur europäische Zerealien, an andern Kaffee, Zitronen, Orangen, Zucker und sehr guter Tabak. – Die Tierwelt gehört zur südafrikanischen Subregion der äthiopischen Region. Antilopen herrschen vor, Springböcke finden sich auf den grasreichen Hochebenen noch in Herden. Gnus, Zebras, Giraffen, Büffel, Elefanten und Nashörner sind selten geworden, das Quagga fast ganz ausgestorben, ebenso Löwen, Leoparden und Hyänen sowie der Strauß. Krokodile hausen in den Flüssen; giftige Schlangen sind zahlreich, vielfach erschwert die Tsetsefliege die Viehzucht. Von Haustieren fanden die Europäer Rinder, Schafe mit Fettschwänzen, Ziegen und Hunde vor, Pferde und Merinoschafe sind eingeführt.

Die Bevölkerung (s. oben) besteht aus (1906) 307,036 Weißen (der größte Teil Buren, die frühern Herren des Landes, meist Großgrundbesitzer) und 963,222 Eingebornen. Dazu treten seit Dezember 1904 noch (1907) 53,000 Chinesen (s. unten). Gegen 1890 wird die Zunahme der Bevölkerung auf 285 Proz. angegeben. Die starke Vermehrung der europäischen Bevölkerung hat infolge der Entdeckung sehr reicher Goldfelder stattgefunden. Die Eingebornen (Kaffern, Basuto und Betschuanen, in einzelnen Familiengruppen verstreut Barolong und Batlapi im W., Knopneuzen im Limpopotal, Baboka und Sulu im O.) wurden von den Buren streng patriarchalisch regiert und haben keine politischen Rechte, sind meist als Knechte, Arbeiter in den Bergwerken etc. tätig. Für Schulen ist T. von den Engländern in 13 Inspektorate eingeteilt. Man unterscheidet Farmschulen (1906: 300 mit 9858 Kindern) und Stadtschulen (1906: 117 Elementarschulen [ohne Schulgeld] mit 20,780 Kindern, und 18 [mit Schulgeld] mit 1719 Kindern). Von[669] letztern sind 6 (mit 878 Kindern) höhere Schulen. Außerdem bestehen Waisenhäuser in Irene, Pietersburg und Potschefstroom, ein Normal College in Pretoria und ein Technisches Institut (1904) in Johannesburg. Zudem arbeiten die Missionen auch auf diesem Gebiete. Die unierte deutsch-reformierte Kirche war bisher Staatskirche. Die Industrie hält sich, wie in ganz Südafrika, in sehr bescheidenen Grenzen. Die Aussicht auf Gründung einer Eisenindustrie unter Ausnutzung der Eisen- und Kohlenlager ist noch wenig günstig. Hauptbeschäftigung sind Viehzucht (insbes. von den Buren betrieben), Ackerbau (Getreide, europäische Früchte, Orangen, Zitronen, Baumwolle, Kaffee, Zucker, Tabak [besonders in Rustenburg und Zoutpansberg]) sowie die Ausbeutung der Kohlen-, Gold- und Diamantenschätze. Der Mineralreichtum des Landes ist sehr bedeutend (vgl. Karte »Vorkommen der nutzbaren Mineralien in Südafrika« bei Artikel »Kapkolonie«, S. 595, nebst Textbeilage). Steinkohle (von guter Qualität) findet sich an verschiedenen Stellen von T.; neu eröffnet sind Felder in den Distrikten von Barberton, Middelburg und Pietersburg; die Kohlengruben in T. lieferten 1906: 2,751,136 Ton. im Werte von 837,176 Pfd. Sterl. Gold ist weit verbreitet. Nachdem man bei Tati 1867 (Mauch ist der Entdecker) und 1870 in Lydenburg die Ausbeute begonnen, besonders aber seit 1883 die Goldfelder von De Kaap (Barberton) und Witwatersrand (Johannesburg) Gold sowohl in Konglomeraten als auch in Quarzgängen eingesprengt gefunden hatte, setzte eine Zeit ein, welche die Ausbeute unermeßlich steigerte. Goldfelder finden sich in den Distrikten Zoutpansberg, Lydenburg, Heidelberg, Potschefstroom, Marico, die wichtigsten sind Barberton und Witwatersrand. Der Ertrag war 1884–98: 70 Mill. Pfd. Sterl. Erst nach dem Kriege setzte die Goldausbeute von neuem ein; sie betrug 1901: 258,032, 1902: 1,718,921, 1903: 2,972,897 Unzen. Dieser Jahresertrag hat aber den von 1898 (16,240,630 Pfd. Sterl.) noch nicht erreicht; dagegen ist die Ausbeute von 1904 auf 3,773,517, 1905: 4,909,541, 1906: 5,786,617 Unzen gestiegen. 1906 wurde Gold im Werte von 20,802,074 Pfd. Sterl. gewonnen, d. h. 30 Proz. der Weltproduktion. Zurzeit sind 79 Goldminen in Tätigkeit. Die Silberproduktion betrug 1906: 574,486 Unzen im Werte von 70,704 Pfd. Sterl. Diamanten finden sich besonders in dem südwestlichsten Teil von T., der an das Gebiet von Kimberley (Oranjeflußkolonie) anstößt. Diese Gruben, wie die von Kimberley, werden von der De Beers-Gesellschaft betrieben und förderten zusammen 1902/03 an Ausbeute für 5,241,172 Pfd. Sterl. Ein Rivale ist neuerdings ihnen entstanden in den sechs Diamantgruben im Bezirk Pretoria, deren Ertrag 1902/04: 636,916 Pfd. Sterl. ergab. Außerdem werden in T. ausgebeutet: Kupfer, Eisen, Blei, Nickel, Kobalt, Antimon, Zinn, Graphit u. a. Eine Lebensfrage für die weitere Ausbeutung der Mineralschätze ist die Gewinnung billiger Arbeitskräfte, zu welchem Zweck sich die Regierung (nach harten Kämpfen mit den Buren) zur Einfuhr von Chinesen entschlossen hatte, die aber einem neuern Beschluß zufolge zurückgeschickt werden sollen. Seit 1903 gehört T. dem sämtliche britische südafrikanischen Kolonien umfassenden Zollverein an, wie auch seit dieser Zeit der Interkoloniale Rat (28 Mitglieder) zur Regelung der für T. und die Oranjeflußkolonie gemeinsamen Angelegenheiten besteht. Mit der Provinz Mosambik (Portugiesisch-Ostafrika) besteht ein Sonderabkommen, das den Boden- und Industrieerzeugnissen dieser Kolonie zollfreie Einfuhr nach T. gewährleistet. Dies beruht auf der Nähe der Delagoabai (396 engl. Meilen gegenüber 485 für Durban, dem zweitnächsten Ort) als Einfuhrhafen für T.

Die Einfuhr (Metall- und Manufaktursachen, Lebensmittel, Korn, Woll- und Ledersachen, Chemikalien, Getreide etc.) betrug 1903: 21,794,997, die Ausfuhr (Gold, Kohle, Wolle, Tabak etc.) 12,969,912 Pfd. Sterl. (wovon Gold allein 12,589,248), 1905: 15,849,903, bez. 22,799,136, 1906: 15,561,227, bez. 26,921,541 Pfd. Sterl., doch sind diese Zahlen wohl vorläufig noch mit Vorsicht aufzunehmen. Die Einfuhr von der Delagoabai (die wohl ausschließlich für T. bestimmt war) betrug 1902: 1,279,766 Pfd. Sterl.

Die Eisenbahnen von T., erbaut von der Niederländisch-Südafrikanischen Eisenbahngesellschaft unter staatlicher Zinsgarantie, sind jetzt mit denen der Oranjeflußkolonie zu dem Netz der (staatlichen) Central South African Railways vereinigt, deren Reineinnahmen 1904/05: 1,8 betrugen, für 1906/07 aber nur auf 0,73 Mill. Pfd. Sterl. geschätzt werden. Die Hauptlinien sind: Pretoria-Middelburg-Komatipoort (mit Zweigbahn nach Barberton und Anschluß zur Delagoabai), Pretoria-Nylstrom-Pietersburg, Pretoria-Elandsfontein-Vereeniging (mit Anschluß nach Kapstadt), Elsberg-Heidelberg-Volksrust (mit Anschluß nach Port Durban), Krügersdorp-Potschefstroom-Klerksdorp, dazu eine Dampfstraßenbahn für die Goldfelder: Krügersdorp, Johannesburg-Elandsfontein-Springs. Es waren 1905 im Betrieb 2877 km, im Bau 1035 km. Telegraphenlinien im Lande (mit Anschlüssen an alle umliegenden britischen Kolonien und nach Blantyre am Nyassasee) gab es 1906: 4007, Telephonlinien 855 km; Postanstalten 1906: 368. – Die Finanzen des Landes haben sich nach dem Krieg erst so weit erholt, daß 1905/06 den ordentlichen Ausgaben im Betrage von 4,257,647 Pfd. Sterl. eine Einnahme von 4,587,165 Pfd. Sterl. gegenüberstand. Neben den Finanzen von T. und Oranjeflußkolonie geht das gemeinsame, sogen. interkoloniale Budget, dem die Einnahmen der Central South African Railways zugehen und zugleich die Unterhaltung der South African Constabulary und der Schuldendienst für die gemeinsame Schuld (35 Mill. Pfd. Sterl. garantierte Staatsschuld und 30 Mill. [durch den letzten Krieg hervorgerufene] nicht garantierte Schuld) obliegen. 1903/04 betrugen die Einnahmen dieser Organisation 1,6 Mill., die Ausgaben 2,6 Mill. Pfd. Sterl., welchen Fehlbetrag die beiden Kolonien zu decken hatten. Es bestehen in T. 7 Bankinstitute. Englisches Geld und das der südafrikanischen Republik kursiert. Maße, Gewichte und Münzen sind dieselben wie in der Kapkolonie.

T., seit 1900 britische Kolonie, hat an der Spitze einen Gouverneur und einen Vizegouverneur (von der Regierung ernannt). Während für die Übergangszeit ein Exekutivrat und ein gesetzgebender Rat (mit 15 amtlichen und 13 nichtamtlichen [seit 1904 auf Grund eines Zensus gewählten] Mitgliedern) ihm zur Seite stand, legt die im August 1906 verliehene, am 6. Dez. 1906 ausgearbeitete neue Verfassung das Zweikammersystem zugrunde. Der gesetzgebende Staatsrat (das Oberhaus) besteht aus 15 (für die ersten 5 Jahre vom Gouverneur ernannten, später) gewählten Mitgliedern. Die gesetzgebende Versammlung (69 Mitglieder) geht aus allgemeinem Stimmrecht der weißen Bevölkerung hervor. Zwar soll das allgemeine Stimmrecht ohne Zensus gelten, doch unter einer Einteilung der Wahlkreise auf Grundlage der Zahl mündiger [670] Wähler, so daß der britische Rand 34, das burische Land 29 und Pretoria 6 Vertreter erhält. Die Tagung dauert 5 Jahre. Verhandlungssprachen sind Englisch und Holländisch; alle Gesetze bedürfen der Zustimmung des Gouverneurs; doch kann die Krone auch nach der Zustimmung desselben noch nach 2 Jahren ihr Veto einlegen. Neben dem Gouverneur funktionieren 6 Minister. Die Landesverteidigung von ganz Südafrika (bis zum Sambesi) hat in Pretoria ihren Hauptsitz: T. bildet einen der drei Kommandodistrikte. Außerdem besteht daselbst ein Freiwilligenkorps (1906: 6524 Mann). Hauptstadt ist Pretoria (Sitz des obersten Gerichtshofes), mit 21,161 Weißen, die volkreichste Johannesburg (150,580 Einw.). T. ist 1903 neu eingeteilt worden; es umfaßt folgende 16 Distrikte (wo nichts Besonderes bemerkt, hat der Hauptort gleichen Namen): Barberton (neu), Ermelo (einschließlich Distrikt Carolina), Heidelberg, Lichtenburg, Lydenburg, Marico (Hauptort Zeerust), Middelburg, Potschefstroom, Pretoria, Rustenburg, Standerton (einschließlich Distrikt Bethal), Wakkerstroom (einschließlich Distrikt Piet Retief und ausschließlich des an Natal abgetretenen Teils), Waterberg (Hauptort Nylstroom), Witwatersrand-Gebiet (neu, einschließlich Distrikt Krügersdorp; Hauptort Johannesburg), Wolmaransstad (einschließlich Distrikt Bloemhof) u. Zoutpansberg (Hauptort Pietersburg). Außerdem steht (seit 1894) auch jetzt noch Swasiland (s. d.) in Abhängigkeitsverhältnis zu T., ohne einen Teil desselben zu bilden.

Geschichte seit 1902. Den ersten Versuch zur Versöhnung der bezwungenen Buren (s. Südafrikanische Republik) machte der englische Kolonialminister Jos. Chamberlain persönlich im Januar und Februar 1903 in T. Unterm 1. Febr. wurde General Lyttelton zum Oberkommandierenden aller englischen Truppen Südafrikas, deren Zahl 1. April 1904 auf 21,500 Köpfe herabgesetzt wurde, mit dem Hauptquartier Pretoria ernannt. Im Juni wurde das Gemeindewahlrecht in Pretoria auf die weißen britischen Untertanen beschränkt, so daß alle fremden Staatsangehörigen und Farbigen davon ausgeschlossen wurden. Ende Juni 1904 trafen die ersten chinesischen Kulis als Grubenarbeiter am Rand ein, was zu Unzufriedenheit Anlaß gab. Auch sonst bewährte sich die britische Zivilverwaltung nicht sonderlich. Ende März 1905 erhielt T. eine wenig befriedigende Repräsentativ- (Wahl-) Verfassung, die einen gesetzgebenden Rat von 6–9 beamteten und 30–35 gewählten Mitgliedern unter dem Vorsitz des stellvertretenden Gouverneurs, ein Wahlrecht für alle Weißen mit geringem Zensus und eine gleichmäßige Einteilung der Wahlkreise vorsah. Im März 1906 wurde der 1903 zwischen der Kapkolonie, Natal, der Oranjekolonie und T. gegründete Südafrikanische Zollverein unter Abänderungen zugunsten der Küstenkolonien erneuert; im September folgte ein Gegenseitigkeitsvertrag mit dem australischen Staatenbunde. Der parlamentarische Sieg der Liberalen im Mutterlande brachte T. im August 1906 die ersehnte Verfassung ein, die der Kolonie das Recht der Selbstregierung verlieh. Anfang März 1907 bestand das erste parlamentarische Kabinett von T. aus Louis Botha (s. d.; Premierminister), J. C. Smuts (Kolonialsekretär und Generalstaatsanwalt; vordem Burengeneral), Joh. Z. de Villiers (Justiz- und Bergwerksminister), Sir Rich. Solomon (Minister der öffentlichen Arbeiten) und General Chr. Botha (Ackerbauminister).

Vgl. Jeppe, Die Transvaalsche Republik (Gotha 1868); Nixon, Complete story of the T. (Lond. 1885); Theal, History of the Boers (das. 1887); Klössel, Die südafrikanischen Republiken (2. Aufl., Leipz. 1890); Seidel, Transvaal (3. Aufl., Berl. 1900); Statham, Südafrika, wie es ist (deutsch, das. 1897); Younghusband, South Africa of to-day (Lond. 1899); Poirier, Le T., 1652–1899 (Par. 1900); Vallentin, Geschichte der Südafrikanischen Republik (2. Aufl., Berl. 1900–01, 3 Bde.); Keane, Boer States, land and people (Lond. 1900); Wlast, Südafrika (Berl. 1900); Bryce, Bilder aus Südafrika (deutsch, Hannov. 1900); V. R. Markham, South Africa past and present (Lond. 1900) und The new era in South Africa (das. 1904); Reclus, L'Afrique australe (Par. 1901); Davis, The native problem in South Africa (Lond. 1903); Brown, Guide to South Africa (das. 1908); Bryden, A history of South Africa (das. 1904); Samassa, Das neue Südafrika (Berl. 1905); Colquhoun, The Africander Land (Lond. 1906); Phillips, Transvaal problems (das. 1906); Goldmann und Kitchin, South-African mines (Johannesburg 1895, 3 Bde.); Truscott, The Witwatersrand Goldfields banket and mining practice (Lond. 1902); Keßler, Gold mines of Witwatersrand (das. 1904); weitere Literatur über die nutzbaren Mineralien in Südafrika, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Goldminenindustrie in T. s. Textbeilage zur »Geologischen Karte von Südafrika« im 10. Band. Karten: Jeppe, Map of the T. 1:1,000,000 (4 Blatt, Pretoria 1889); »Map of T. and Oranje Free State« (hrsg. vom War Office, 1:250,000; im Erscheinen).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 669-671.
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