Petersburg

Petersburg
Petersburg

[462] Petersburg, die zweite Hauptstadt, aber erste Residenz des russ. Kaiserthums mit 480,000 Einw., liegt in den Ostseeprovinzen im gleichnamigen, 880 ! M. und eine Mill. Einw. enthaltenden Gouvernement (dem ehemaligen Ingermanland), zum Theil auf Inseln und an der Mündung der Newa in den finnischen Meerbusen.

Peter I. gründete im J. 1703 auf dem kaum von Schweden eroberten Boden, der erst im nystädter Frieden 1721 abgetreten wurde, diese jüngste unter den europ. Hauptstädten, und das von ihm bewohnte hölzerne Haus, von dem aus er die Anlage leitete, mit einem von ihm angeblich selbst gezimmerten Boote ist durch einen steinernen Überbau zu einem bleibenden Denkmale jener Zeit gemacht worden. Der Boden in dieser Gegend ist sumpfig und unfruchtbar, bei anhaltenden Südwestwinden, welche das Wasser vom Meerbusen her anstauen, sogar Überschwemmungen ausgesetzt, von denen die am 19. Nov. 1824 eine der heftigsten war; allein das schnelle Emporblühen der Stadt zum Hauptstapelplatze des Verkehrs Rußlands mit dem übrigen Europa hat wegen der Wahl des Ortes ihren Gründer gerechtfertigt, von dessen Nachfolgern Katharina II., Alexander I. und Nikolaus I. vorzüglich zur Verschönerung von P. beitrugen. Dieses hat einen Umfang von vier Meilen und nimmt also einen Flächenraum von einer ! M. ein, von dem aber noch kein Zehntel mit Gebäuden besetzt ist, die fast durchgängig ein freundliches Äußere und zum Theil mit Geschmack verzierte Façaden haben, nirgend übermäßig hoch und häufig mit grün, roth und grau angestrichenen Eisenplatten gedeckt sind. Aus den vorzüglichen Lagen der Stadt sind hölzerne Gebäude fast ganz verdrängt, in den abgelegenern Stadttheilen aber gibt es deren noch genug. Die Newa, der hier 200 Klaftern breite und sehr tiefe Abfluß aller im Ladogasee sich sammelnden Gewässer, theilt sich in der Stadt in die zuerst nordwestl. abgehende große Newka, von der weiterhin [462] ein Arm links als kleine Newka abfließt; ferner in die große und kleine Newa, welche südl. und nördl. Wasili-Ostrow (d.i. Insel) umgeben. Der größte und schönste Theil der Stadt liegt südl. von der Newa, ist aber von einigen aus derselben kommenden und bogenförmig ihr wieder zufließenden Kanälen durchschnitten, von denen die Moika, die Fontanka, der Katharinenkanal und der 1832 eröffnete, die ganze Südseite der Stadt umgebende die bedeutendern sind. Die Ufer sind meist mit Granitquadern aufgemauert und mit eisernen oder granitnen Brustwehren versehen, was auch von den Ufern der Newa gilt, an deren linker Seite sich der über eine halbe Meile lange engl. oder große Quai (Uferstraße) hinzieht, den ein 7 F. breiter Weg für Fußgänger und eine 40 F. breite Straße bilden, die von Palästen und schönen Privathäusern begrenzt ist. Noch schöner ist der 1834 erst vollendete, gegenüberliegende Quai von Wasili-Ostrow, an dem vor dem Gebäude der Akademie der Künste zwei kolossale, aus Ägypten hergebrachte Sphinxe aufgestellt sind. Über die Hauptarme der Newa führen sechs große Schiffbrücken, weil der starke Eisgang stehende Brücken zu sehr beschädigen und häufig zerstören würde, während jene abgeführt werden, sobald der Strom zufriert. Dies pflegt sehr schnell und nie vor dem 20. Oct. zu geschehen und bis die Eisdecke trägt, sowie während des Eisganges, der selten vor dem 25. März, jedenfalls aber im Apr. eintritt, ist die Verbindung zwischen den vom Strome getrennten Stadttheilen dann auf kurze Zeit unterbrochen. Die drei wichtigsten Schiffbrücken führen über die große Newa und sind die 1050 F. lange und 60 F. breite Isaaksbrücke, die westlichste, welche nach Wasili-Ostrow führt; die mittlere, 2456 F. lange große petersburger Brücke zwischen dem Admiralitäts- und petersburger Stadttheil, und die östlichste, über die noch ungetheilte Newa führende Woskresenskoibrücke. Über die Kanäle und kleinen Flußarme bestehen mehr als 70 Brücken von Granit, Eisen oder Holz. Das Wasser der Newa ersetzt durch seine Güte das gänzlich fehlende, trinkbare Brunnenwasser, des Winters wird ihre Eisdecke als Straße benutzt und die große Newa ist der Schauplatz des am 18. Jan. begangenen, griech. Festes der Wasserweihe, sowie der öffentlichen Volksvergnügungen während des Carnevals oder der Butterwoche, zu denen namentlich die Rutscheisberge (s. Eis) gehören.

Bei regelmäßiger und symmetrischer Bauart ist P. doch vom Vorwurf der Einförmigkeit frei, die vielen Straßen von außerordentlicher Länge, wie z.B. der 14,350 F. lange Newskyprospect, der 10,220 F. lange große Prospect und acht andere von mehr als 6000 F., mit denen sich eine Breite von meist 60–120 F. verbindet, machen aber, daß die Stadt sich, einige Gegenden ausgenommen, ziemlich menschenleer und nicht wie der Ein- und Ausfuhrplatz für den größten Theil des russ. Reichs ausnimmt. Das Straßenpflaster ist meist schlecht und fehlt in mehren abgelegenen Gassen noch ganz; neuerdings sind auch mit gutem Erfolg sechseckige Holzklötze in mehren Hauptstraßen dafür zum Belegen des Weges angewendet worden. Die vorzüglichsten öffentlichen Plätze sind: das Marsfeld, wo große Paraden von 40–50,000 M. und militairische Übungen stattfinden, mit dem Standbilde Suworoff's (s.d.); der Petersplatz mit der Reiterstatue Peter I. (s.d.); der Platz neben der Akademie der Künste mit einem Obelisken zu Ehren Rumjanzow's; der mit der Alexandersäule (s. Alexander I.) gezierte Platz vor dem in seiner Gestalt vor der Einäscherung durch die Feuersbrunst am 29. Dec. 1837 umstehend abgebildeten Winterpalaste, der zu den größten Palästen in Europa gehörte. Ohne die durch bedeckte Bogengänge damit verbundenen und erhaltenen Gebäude der von Katharina II. erbauten großen und kleinen Eremitage, wo große Kunstsammlungen, die von Katharina II. angekauften Bibliotheken eines Voltaire, Diderot, Nicolai, Zimmermann, Büsching und zahlreiche Kostbarkeiten aller Art aufbewahrt werden, war der Winterpalast 450 F. lang, 350 breit und 70 hoch, umschloß einen viereckigen Hof und wurde von dem Baumeister Grafen Rastrelli unter der Kaiserin Elisabeth und Peter III. aufgeführt. Er wurde von mehr als 3000 Menschen bewohnt und die Staats- und Prunkgemächer waren noch geräumig genug, um bei der sogenannten Hofmaskerade, mit welcher hier jährlich der Neujahrstag gefeiert wird, 25,000 Personen aller Stände aufzunehmen.

Ganz P. ist in 13 Hauptstadttheile und jeder davon wieder in Viertel eingetheilt. Den Mittelpunkt der Stadt bildet der erste Admiralitätstheil, welcher mit noch acht andern am linken Ufer der Newa liegt und wo sich westl. vom Winterpalaste die große 672 F. lange Admiralität befindet, deren drei Seiten Schiffswerfte einschließen und deren Thurm in eine sehr hohe vergoldete Spitze mit einem Schiffe ausläuft. Dem Winterpalast südl. gegenüber liegt der halbkreisförmige, neue Palast des Generalstabs, dessen Mittelpunkt ein hohes, 70 F. weites und mit einem Siegswagen gekröntes Triumphthor bildet; weiter nach O. folgt an der Newa das von Katharina II. für den Fürsten Orloff 1770–83 erbaute Marmorpalais, welches an das Marsfeld grenzt, das östl. vom Sommergarten eingeschlossen ist, einem öffentlichen Spaziergange, den nach der Newa zu ein eisernes und stark vergoldetes Gitter umgibt. Westl. von der großen Admiralität liegen am Petersplatze die Paläste des Senats und der dirigirenden Synode und die noch im Bau begriffene Isaakskirche, die schon 1768 begonnen und auch unter dem Kaiser Paul, jedoch aus geringem Material vollendet wurde, weshalb Alexander I. sie wieder abbrechen ließ, um an ihrer Stelle einen der prächtigsten Tempel der Welt aufzuführen. Sie hat die Form eines Kreuzes mit gleichlangen Armen, denen jeder eine mit 12 Granitsäulen von 56 F. Höhe gezierte Façade und den Mittelpunkt eine prächtige, von vier kleinern umgebene Kuppel bildet. Vom Marmorpalais südl. liegt der neue Michailowsche Palast mit einem Parke, welchen der Kaiser Alexander I. mit einem Aufwande von 17 Mill. Papierrubel von 1819–25 zum Geschenke für seinen Bruder Michael aufführen ließ und der zu den ausgezeichnetsten Palästen von Europa gezählt wird. Am westl. Ende dieses Stadttheils liegt die neue Admiralität mit einem steinernen Gebäude, in welchem die größten Schiffe gebaut werden können. Im zweiten Admiralitätstheile ist zu bemerken: die 1801–11 erbaute prächtige Kathedrale der Mutter Gottes von Kasan, zu welcher zwei halbrunde, von 132 korinthischen Säulen getragene Hallen führen und deren Inneres 56 polirte Granitsäulen und vielerlei kostbare Zierathen und Trophäen aus dem franz. Kriege enthält. Die Altarwand wurde im J. 1837 ganz mit Silber bekleidet, wozu die donischen Kosacken über 3000 Pf. schenkten. Es befinden sich hier ferner die katholische, eine lutherische, reformirte und armenische Kirche, das große kais. Erziehungshaus und das Findelhaus, welches 4–5000 Kinder des Jahrs annimmt. Im dritten Admiralitätstheile liegt der ältere Michailow'sche Palast, wo Kaiser Paul I. umkam und den das Ingenieurcorps jetzt inne hat, der vom Kaiser Nikolaus I. als Großfürst bewohnte Anitschkoff'sche Palast, das neue Theater, die öffentliche kais. Bibliothek, mehre große Kaufhöfe, d.h. von massiven Verkaufsladen und bedeckten Gängen umschlossene viereckige Räume. Im vierten Admiralitätstheile oder der Kolomna ist das Bemerkenswertheste eine Gußeisenfabrik und in dem südl. daran grenzenden narwaschen Stadttheile der von Peter I. damals in ziemlicher Entfernung von der Stadt für seine Gemahlin erbaute Palast Katharinenhof, ein unbedeutendes hölzernes Gebäude, dessen Garten aber ein besuchter Vergnügungsort ist; das große Militairwaisenhaus, ein Entbindungshaus und der zu Ehren der von Paris heimkehrenden Garden aufgeführte Triumphbogen. Gleich diesem hat auch der moskwalsche Stadttheil noch viel unbebaute Räume. Einer von den am höchsten gelegenen und schönsten ist der Stückhof oder Liteinaja, wo sich das alte und das von Alexander I. aufgeführte, prächtige neue Zeughaus, in welchem auch eine von Riga hergebrachte Sammlung alter Rüstungen des deutschen Ordens verwahrt wird, die Kanonengießerei, der Artilleriehof, das im ehemaligen ital. Garten von der Kaiserin Mutter gestiftete Lazareth für Arme, deren über 2000 jährlich hier verpflegt und eine weit größere Anzahl mit Arzneimitteln und ärztlichem Rath versehen werden, das vom Kaiser Paul gegründete Katharinenstift zur Erziehung von 200 adeligen Waisen befinden. Den östlichsten Theil von P. bildet der roschestwenskische Stadttheil mit dem von Katharina II. dem Fürsten Potemkin nach Eroberung der Krim (Taurien) geschenkten taurischen Palaste, in welchem jetzt Antiken und Copien nach solchen aufbewahrt werden, und dem großen Erziehungshause für 300 adelige und 200 bürgerliche Mädchen im ehemaligen Kloster Smolna. Im Stadttheile Jamskaja oder Karetnoi (der Fuhrleute) liegt das Kloster des h. Alexander Newsky, welches Peter I. hier gründete, wo der genannte russ. Held und Heilige im 13. Jahrh. über die gelandeten Dänen und Schweden einen großen Sieg erfochten haben soll. Das Kloster ist die Residenz des Erzbischofs von P., hat unter Katharina II. seine prächtige Kirche mit dem silbernen Grabmale des Heiligen erhalten und ist auch der Sitz einer geistlichen Bildungsanstalt. Wasilij-Ostrow, die große Insel zwischen der großen und kleinen Newa, ist der regelmäßigste Stadttheil von allen und enthält namentlich die drei Perspectiven, drei lange und breite Straßen, die von zwölf andern rechtwinkelig durchschnitten werden. Die östl. Spitze der Insel bildet einen freien Platz, wo die hier abgebildete neue Börse, von einem Säulengange umgeben und mit einem 126 F. langen, 66 F. breiten und von oben beleuchteten Saale liegt. Vor ihr erheben sich am Ufer zwei 120 F. hohe Schiffsschnabelsäulen als Leuchtthürme zum Besten der bei Nacht an der Spitze der Insel vorüberfahrenden Schiffe. Hier befinden sich auch die Zollgebäude, daneben die großen Waarenspeicher (Ambaren); das lange Gebäude der sogenannten Collegien, wo vordem die höchsten Reichsbehörden ihren Sitz hatten und jetzt die 1819 errichtete Universität und das Senatsarchiv sich befinden; das neue Gebäude der Akademie der Wissenschaften mit einer Bibliothek und Naturaliensammlung, das früher auch hier gelegene, unbequeme Observatorium [465] aber ist seit 1835 durch ein neues auf den außerhalb P. gegen S. gelegenen Höhen von Pulkowa ersetzt worden; die Gebäude des ersten Cadettencorps, des Seecadettencorps, der Akademie der Künste, neben welchem ein Obelisk zum Gedächtniß des Türkenbesiegers Rumjanzoss steht; die Bergwerksschule mit ihren großen Sammlungen und der Nachbildung der wichtigsten russ. Bergwerke im anstoßenden Garten. Der Galeerenhafen mit seiner von Seeleuten und Handwerkern bewohnten Umgebung liegt an der westl. Spitze der Insel. Von Wasilij-Ostrow folgt nördl. auf der von der Newa und Newka gebildeten Insel der petersburger Stadttheil mit der eine kleinere Insel am Südrande der großen einnehmenden Festung, innerhalb welcher die von Peter I. 1712 gegründete Peter-Paulskirche mit einem 340 F. hohen Thurme und dem kais. Begräbnisse steht; auch befindet sich hier die Münze. Im eigentlichen Stadttheile ist das Gebäude des zweiten Cadettencorps für Genie- und Artilleriewesen zu bemerken. Dazu kommen noch mehre nördl. und westl. gelegene Inseln, wie das von Landhäusern und Gärten bedeckte Kamenoi-Ostrow; die Insel Jelagin mit einem kais. Lustschlosse und Garten; die Kreuzinsel (Krestowsky) mit Wald- und Gartenanlagen, Kaffeehäusern, Restaurationen, Schaukeln u.s.w., der beliebteste Vergnügungsort aller Stände; die Apothekerinsel mit einem botanischen Garten. Sie werden mit einem engl. Garten von fünf Stunden Umfang verglichen und gewähren im Sommer einen ebenso reizenden Aufenthalt als malerischen Anblick. Der wiburger Stadttheil besteht nur aus wenigen Straßen am rechten Ufer der Newa und Newka; das große Hospital mit Raum für nahe an 3000 Kranke von den Landtruppen und halb so viel Seesoldaten und Matrosen liegt hier neben der medicinisch-chirurgischen Akademie, die 400 Schüler hat. Den dreizehnten Stadttheil machen jetzt die ehemaligen Dörfer Klein-und Groß-Ochta am rechten Newaufer aus, wo ein großer Theil der Fabriken seinen Sitz hat, welche meist Fremden, zumal Engländern und Deutschen gehören. Mehre der bedeutendsten, wie die Tapeten-und Hautelisse-, die Spiegel-, Porzellan- und eine große Baumwollen- und Leinenfabrik, die Eisen- und Stückgießerei, sind auch Eigenthum der Regierung. Der auswärtige Handel, für welchen den Sommer über eine regelmäßige Verbindung mit mehren Häfen des baltischen Meeres durch Dampfschiffe besteht, ist ebenfalls meist in den Händen fremder Kaufleute Im Ganzen ist P.'s Handel, welcher die Ausfuhr des größern Theils der Landeserzeugnisse und die hauptsächlichste Einfuhr besorgt, von außerordentlicher Wichtigkeit, große Seeschiffe müssen jedoch bei niederm Wasserstande und wenn sie volle Ladung haben, bei der sechs Meilen entfernten, auf einer Insel im finnischen Meerbusen gelegenen Stadt Kronstadt (40,000 Einw.) löschen, wo sich ein Handels- und zwei Kriegshäfen befinden und jährlich gegen 1500 Schiffe ankommen und abgehen. Unter den zahlreich in P. angesiedelten und verkehrenden Fremden sind Deutsche die Mehrzahl, deren sich über 25,000 hier aufhalten und zu denen namentlich auch alle Bäcker gehören. Die Zahl der eigentlichen Bürger beläuft sich auf 55,000, ebenso hoch die des Militairs und weit über 200,000 Einw. sind leibeigene Bauern und Diener, die man in den vornehmen Häusern ausnehmend zahlreich unterhält. Im Ganzen machen die Männer zwei Drittel der Bevölkerung von P. aus.

Von den vorhandenen Bildungsanstalten sind außer den schon erwähnten noch die von Peter I. gestiftete Akademie der Wissenschaften, das zur Bildung von Lehrern für den höhern Unterricht bestimmte pädagogische Hauptinstitut, das oriental. Institut und eine Menge Lehranstalten für das Seewesen zu bemerken. Die Umgebungen von P. sind gegen N. und O. ziemlich öde und meist eine von Sumpf und Gehölz bedeckte Wüste, auf der Südseite aber trifft man viele ansehnliche Gärten, Landhäuser und kais. Lustschlösser, von denen Zarskoje-Selo (Zarendorf) eines der prächtigsten und seit 1836 mit dem zierlichen Lustschlosse Pawlowsk und dem sieben Stunden entfernten P. durch eine Eisenbahn verbunden ist. Es war der Lieblingssommeraufenthalt Katharina II., und am Eingange ist 1817 ein Triumphbogen von Gußeisen errichtet worden. Noch drei Meilen südlicher liegt Gatschina, welches Kaiser Paul I. als Großfürst bewohnte und der Schauplatz seiner seltsamen Einfälle war und wo sich jetzt eine Abtheilung des großen Findelhauses befindet. Auf einer von Landhäusern und Gärten an beiden Seiten eingefaßten Kunststraße gelangt man nach der Gegend des Meeres hin zu den kais. Lustschlössern Strelna, Peterhof mit großen Gärten, wo im Jul. der Geburtstag der Kaiserin Alexandra mit Festen und Illuminationen der Gärten und der auf dem dahinter liegenden Meere aufgestellten Flotte begangen wird, zu denen oft gegen 100,000 Menschen zu Wagen und zu Wasser sich einfinden. Nicht weniger reizend liegt Oranienbaum, die Sommerresidenz des Großfürsten Michael.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 462-466.
Lizenz:
Faksimiles:
462 | 463 | 464 | 465 | 466
Kategorien:

Buchempfehlung

Suttner, Bertha von

Memoiren

Memoiren

»Was mich einigermaßen berechtigt, meine Erlebnisse mitzuteilen, ist der Umstand, daß ich mit vielen interessanten und hervorragenden Zeitgenossen zusammengetroffen und daß meine Anteilnahme an einer Bewegung, die sich allmählich zu historischer Tragweite herausgewachsen hat, mir manchen Einblick in das politische Getriebe unserer Zeit gewährte und daß ich im ganzen also wirklich Mitteilenswertes zu sagen habe.« B.v.S.

530 Seiten, 24.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Nach den erfolgreichen beiden ersten Bänden hat Michael Holzinger sieben weitere Meistererzählungen der Romantik zu einen dritten Band zusammengefasst.

456 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon