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Fußnoten.

1 Die maßgebende Monographie ist »Die Schlacht bei Guinegate« von ERNST RICHERT. Berliner Dissertation. 1907.


2 DADIZEELE, Memoires ed. Kerwyn de Lettenhove S. 19. Nach COMINES waren es 200 Edelleute.


3 Alle früheren Werke und Untersuchungen über die Landsknechte sind überholt durch das in eindringendem Studium und scharfsinniger Kritik musterhafte Werk von MARTIN NELL »Die Landsknechte, Entstehung der ersten deutschen Infanterie«. Berlin 1914. Der erste Teil erschien als Berliner Dissertation. Der zu den schönsten Hoffnungen berechtigende und selbst mit jugendlicher Zuversicht ins Leben schauende Verfasser ist 1914 in Frankreich auf dem Felde der Ehre geblieben.

ERBEN H. Z. 116, S. 48 hat gegen die Ergebnisse Nells einige Vorbehalte gemacht, die man anerkennen kann, die aber alles Wesentliche bestehen lassen.


4 In den ersten sieben Urkunden, in denen der Name vorkommt, ist er nach Nells Feststellung, zweimal »Lanzknecht« geschrieben, in dem Schweizer Protokoll (1486) »landtsknechte«; dreimal »lantknechte«.


5 Lilienkron II, 362, 20.


6 Ausführlicher darüber HOBOHM, Machiavellis Renaissance d. Kriegskunst II, 394 mit den Belegen II, 405. Nells Auslegung will mir nicht recht zusagen.


7 HOBOHM II, 426 ff hat, gestützt auf Jovius, die Ansicht aufgestellt, daß der Schweizer Spieß ursprünglich nur 10 Fuß lang gewesen und allmählich als die Spießerhaufen gegeneinander kämpften, bis auf 17-18 Fuß verlängert worden sei. Nell S. 158 bemerkt dazu, daß die Verlängerung dann im Jahre 1483 eingesetzt haben müsse. Vermutlich hatten die Spieße keineswegs eine Normallänge, sondern waren von je sehr verschieden gewesen.


8 Studien über den Langen Spieß. Zeitschr. f. hist. Waffenkde., Bd. IV, S. 301, 1908.


9 BÖHEIM in d. Zeitschr. f. hist. Waffenkunde, Bd. I, S. 62.


10 Das Werk ist schon 1496 in Venedig erschienen. Ich benutze den Abbruch bei ECCARD, Corp. Historicum II, 1612. Als völlig gesichert möchte ich die obige Überlieferung nicht hinstellen. Die Ausbrüche, die der Autor braucht, sind, obgleich er Augenzeuge war, nicht unbedingt klar; auch eine italienische Übersetzung (Venedig 1549) hilft nicht weiter. Jähns I, 727, hat nicht eine Schwenkung, sondern eine Caracole herauslesen willen. Ich füge deshalb den Urtext hinzu. »Ab his phalanx una peditum Germanorum erat, quae omnium oculos in se convertebat, quadratae figurae, quae VI M. peditum, continebat, Georgio Petroplanensi Duce integerrimo, in equo eminente. In ea acie tympanorum multitudo audiebatur germanico more, quibus aures rvpebantur; hi pectore tantum armato incedebant per ordines primo a posteriore parvo intervallo. Primi longiores lanceas in humeris ferebant, infesto mucrone sequentes lanceas erectiores portabant post hos bípennibus et securibus armati; ab his signiferi erant, ad quorum inclinationem agmen totum ac si una rate veherentur, in dextrum, laevum, retro regrediuntur; a tergo pilularii dicti parvorum tormentorum; hos a laeva et sinistra scorpionum Magistri sive manubalistarii sequuntur. Hi in conspectu Beatricis Ducis quadratum agmen uno signo in cuneum subito commutavere, paulo post in alas sese divisere: demum in rotundum altera tantum parte levi motu, altera cursium movebant, prima parte circumacta, postrema immota, ita ut unum corpus esse videretur.«


11 Jahrb. f. Schweizer Gesch., Bd. VI, S. 263. Basin: »Surrogavit enim in eorum locum alios pedites, quos appellabant halbardurios, qui similibus armis induti ut franci sagittarii, loco arcuum contos longos ferratos, quos Flamingi piken appellant, aut latas quasdam secures, secundum Alemannorum peditum ritum, deferebant.«


12 HOBOHM II, 329, 345.


13 Nach SPONT, Revue des Quest. Histor. 1899, p. 60.


14 Nach SUFANE, Hist. de l'infant. française I, 14.


15 Quellenmäßiger Nachweis bei WILLIBALD BLOCK, Die Condottieri. Studien über die sogenannten »unblutigen Schlachten«. Berl. Dissert. 1913.


16 HOBOHM II, 336.


17 Aus der umfangreichen Literatur über die Erfindung des Pulvers und die ältesten Feuerwaffen führe ich an: Napoleon III., Du Passé et de l'Avenir de l'Artillerie. Dieses Werk, geschrieben während der Gefangenschaft Louis Napoleons in Ham, ist auch heute noch beachtenswert. Es ist mit einer gewissen Verkürzung, unter Weglassung der Noten und Tafeln, abgedruckt in den »Œuvres de Napoleon III.«, Bd. IV (1856) und übersetzt von Leutnant (späterem Generalleutnant) H. MÜLLER., Berlin 1856 – ESSENWEIN, A., Quellen zur Geschichte der Feuerwaffen. Faksimilierte Nachbildung alter Originalzeichnungen, Miniaturen, Holzschnitte und Kupferstiche nebst Aufnahmen alter Originalwaffen und Modelle. Herausgegeben vom Germanischen Nationalmuseum. Text von A. Essenwein. Mit 213 Faks.-Tafeln. 4 Lpz. 1872-77. – THIERBACH M., Die geschichtliche Entwicklung der Handfeuerwaffen. Dresden 1886. Nachtrag 1899. – KÖHLER, G., Die Entwicklung des Kriegswesens und der Kriegführung in der Ritterzeit III1. Breslau 1887 (Wohl das fruchtbarste Stück des breit angelegten Werkes.) – ROMOCKI, S. J. v., Geschichte der Explosivstoffe. Band I. Berlin. Hannover 1898. Höchst wertvoll, namentlich durch verbesserten Abdruck des MARCUS GRÄCUS. – JÄHNS, M., Entwicklunsgeschichte der alten Trutzwaffen (Anhang Feuerwaffen). Berlin 1899. – SIXL, P., Entwicklung und Gebrauch der Handfeuerwaffen (Zeitschrift für historische Waffenkunde I ff., 1899 ff. REIMER, P., Das Pulver und die ballidistischen Anschauungen im XIV. und XV. Jahrhundert. Zeitschrift für historische Waffenkde. I, S. 164 ff. Auch Band IV, S. 367. – OSKAR GUTTMANN, Monumenta pulveri ... London 1906. – KARL JAKOBS, Das Aufkommen der Feuerwaffen im Niederrheine bis zum Jahre 1400; Bonn, Verlag von Peter Hanstein, 1910. Eine vortreffliche Schrift, die viel mehr gibt, als der Titel besagt. – RUDOLF SCHNEIDER in der Zeitschrift für historische Waffenkunde, Bd. 6, Heft 3, »Eine byzantinische Feuerwaffe« und dazu die Ausführung von R. FORRER »Archäologisches und Technisches zu der byzantinischen Feuerwaffe des cod. Bat 1605 c. 11. Jahrh.« im 4. Heft derselben Zeitschrift (1909). Diese beiden Aufsätze führen mit ganz neuem Material über Romocki hinaus. Einen wertvollen Überblick auf Grund eigener Forschung gibt M. FELDHAUS, Ruhmesblätter der Technik Lpz. 1910 (?). Neuerdings ist als neuer Beitrag mit sehr wertvollen neuen Aufschlüssen hinzugekommen: RATHGEN (Generalleutnant) und SCHÄFER, »Feuer- und Fernwaffen beim päpstlichen Heer im 14. Jahrh.« Zeitschr. f. hist. Waffenkunde, Bd. VII, H. 1, 1915.


18 SCHNEIDER und FORRER I. c.


19 Am eingehendsten und besten hierüber ROMOCKI I. c.


20 ROMOCKI S. 31.


21 Die Frage, ob und wie weit Schießpulver und Feuerwaffen im alten Indien bekannt geworden sind, darf ich unter diesen Umständen ganz bei Seite lassen. Vergl. hierüber OPPERT, GUSTAV: Zur Schießpulverfrage im alten Indien, »Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften« IV, p. 421-437.


22 RATHGEN und SCHÄFER I. c.


23 Das Werk heißt »De officius regum« von WAL TER DE MILLEMETE und ist angeblich im Jahre 1325 oder im Anfang der Regierung Eduards III., also kurz nach 1327 geschrieben worden. Das Manuskript ist in Oxford, die Abbildung bei Guttmann Fig 69, reproduziert in der Zeitschrift für histor. Waffenkunde und, recht undeutlich, bei Feldhaus S. 100. Ich habe die bei Guttmann gegebene Probe meinem Kollegen Tangl vorgelegt und er sagte mir, daß aus der Schrift nichts zu schließen sei; sie gehöre zwar sicher dem 14. Jahrhundert an, aber gehöre zu der Art von Prachtschriften, die so wenig Individuelles haben, daß eine nähere Datierung nicht möglich ist; sei aber das Manuskript nachweislich aus den angegebenen Jahren (1325-27), so sei auch anzunehmen, daß die Illustration aus derselben Zeit sei. Daß das Geschoß mit der Pfeilspitze gegen ein Burgtor gerichtet ist, könnte vielleicht so ausgelegt werden, daß es sich um eine rein dekorative Zusammenstellung handelt und nicht das Einschießen der starken Torflügel gemeint zu sein braucht. Das Schießen mit Bolzen statt mit Kugeln ist tatsächlich ausgeübt worden.


24 Am wichtigsten sind zwei in der Kirche des ehemaligen Klosters von St. Leonardo in Leccerto bei Siena befindliche Fresken, auf denen eine Belagerung mit einer Kanone und Handbüchse abgebildet sind (GUTTMANN I. c. S. 28.) Nach einem Rechnungsbuch sollen dem Meister Paul dafür L 16 R 12 im Juni 1343 bezahlt worden sein. Professor Tangl erklärte mir jedoch, daß die Schrift des Rechnungsbuches sehr viel jünger sei.


25 Hierüber die genannten Aufsätze von SCHNEIDER und FORRER.


26 RATHGEN und SCHÄFER machen freilich darauf aufmerksam, daß in den päpstlichen Rechnungen sich eine Eintragung für Holz zu den Pfropfen nicht findet, so genau sie sonst alles angeben; man könne sie aber an Ort und Stelle angefertigt haben.


27 Nach CLEPHAN, A Sketch of the history and evolution of the handgun (Festschrift für Thierbach), S. 35 u. S. 40 wird Schießpulver und verschiedene Arten Geschütz in England zuerst 1338 in einem Lieferungskontrakt erwähnt.


28 Bezüglich Meißens vergl. BAARMANN in der Festschr. f. Thierbach S. 67, wonach der Verteidiger von Salzderhelden schon einige Jahre vorher eine Bleibüchse mit Erfolg gebrauchte.


29 Über älteste Geschütze in der Schweiz, mit einer Urkunde vom Jahre 1391. Von Dr. J. HÄNE in Zürich. Anzeiger für Schweizer. Altertumskunde N. J. Bd. II, S. 215-22. 1900.


30 JACOBS S. 136.


31 FAVÉ III, 80 ff. nach Köhler.


32 Die Ribaudequins sind ursprünglich, die auf den Wällen aufgestellt wurden. Im 15. Jahrhundert werden sie öfter als Feuergeschütze genannt. Die Hauptquellen finden sich zitiert und abgedruckt bei KÖHLER, Kriegsv. der Ritterzeit III1 178, 279, 315.


33 Wie »Knollenpulver« gemacht wird und daß dies Pulver wirksamer sei als Mehlpulver, steht schon in einer Abschrift des Feuerwerksbuches v. J. 1429. KÖSTER (S. 336) und JÄHNS (S. 401) wollen in diesem Knollenpulver noch nicht eigentliche Körnung, sondern nur eine Vorstufe dazu sehen. Romocki S. 182 und Clephan S. 36 nennen es einfach Körnung. CLEPHAN fügt hinzu, daß nichtsdestoweniger das Mehlpulver noch lange im Gebrauch geblieben und das gekörnte Pulver im Beginn des 16. Jahrhunderts wieder angewandt worden sei. Als Grund nimmt er an (ähnlich Köhler III1, 255), daß die Explosion des gekörnten Pulvers so stark war, daß die schwachen Geschütze sie nicht aushielten. Recht einleuchten will diese Erklärung nicht, da man entsprechend weniger Pulver hätte nehmen können.


34 B. KÖRTING, Petrarcas Leben und Werke, S. 542, sagt, daß der Dichter lange Jahre an dem Werke gearbeitet, aber es erst im Alter abgeschlossen habe, nach einer glaubwürdigen Überlieferung am 4. Oktober 1366. Azzo ist 1362 gestorben. Dieses Datum akzeptiert auch KARL FÖRSTER, Petrarcas samtliche Canzone usw., übers. 2. Aufl. (1833), S. XI, Die Nachricht geht zurück auf BALDELLI, Del Petrarca e delle sue opere. Firenze 1797. 2. Aufl., Fiesole 1837. BLANC, in Ersch. u. Gruber III. 19, S. 237 berichtet, daß Petrarca das Werk 1358 begonnen und 1360 beendigt habe; 1360 oder Anfang 1361 habe er es dem Dauphin, später Karl V. von Frankreich gelegentlich einer Gesandtschaft geschenkt, und dieser hat es ins Französische übersetzen lassen. Blanc beruft sich für seine Angaben auch auf BALDELLI, der aber, in der 2. Auflage wenigstens, das Jahr 1366 als Abschlußjahr nennt.


35 Ausg. Genevae, apud Jacobum Stoer 1645 S. 302.


36 Jähns hat in dem »hölzern« ein indirektes Zeugnis für die Ableitung aus der Madfaa sehen wollen. Mir will das nicht einleuchten.


37 JOVIUS, Elogia virorum bellica virtute illustrium. Basel 1575. S. 184. Auch GUCCIARDINI, Hist. d'Italia, Bd. IV. Venedig 1562. S. 100.


38 Jacobs S. 53.


39 Jacobs S. 51 ff., S. 136.


40 NAPOLEON, Etudes S. 66.


41 BAARMANN, Die Entwicklung der Geschützlafette bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts und ihrer Beziehungen zu der des Gewehrschaftes. Festschrift f. Thierbach S. 54. Eine höchst wertvolle Untersuchung. Auf abweichende Annahmen bei ESSENWEIN und GOHLKE (Gesch der Feuerwaffen) gehe ich nicht ein. Nach v. GRAEVENITZ, Gattamelata und Colleoni und ihre Beziehungen zur Kunst, Leipzig 1906, S. 96, setzte Colleoni die Geschütze auf fahrbare Lafetten und wurde dadurch für Italien der Schöpfer der Feldartillerie.


42 Robertus Valturius, de re militari, Veronae 1482 hat im X. Buch eine Reihe von Geschützabbildungen. Darunter sind auch Bomben mit brennendem Zündschwamm, im übrigen aber sind die Bilder stark phantastisch.


43 Auf dem raschen Marsche Rom – Neapel 1495 beschießt Karl VIII. die Stadt Monte-Fortino, so daß sie durch Sturm genommen werden kann. Pilorgerie, Campagne de 1494/95, S. 174. Dasselbe wiederholt sich bei Monte die San Giovanni (S. 174) »Vier Stunden Beschießung« bezeugt Karl VIII selbst am Tage der Eroberung (9. II. 95) in einem Brief. Man hat in dieser Zeit eine ausreichende Bresche gelegt (a.a.O. S. 176. Monte Fortino bezeichnet Karl im Brief vom 11. II. als »une des places de ce pays très renommée de force«. Gegen diese Stadt ist er erst nach dem Mittagessen aufgebrochen; noch nicht eine Stunde nach dem ersten Schuß war der Sturm schon geglückt a.a.O. S. 177/178). – Brief eines hohen frz. Militärs aus Neapel vom Februar 1495: Notre artillerie n'est pas grande, mais nous en avons trouvé en ceste ville et des pondres largement; mais nous avons faulte de voultes de fer pour ce qu'ilz n'ont que pierres icy (a.a.O. S. 197). – In Anwesenheit des Königs wird besser geschossen: au jour d'huy le roy est allé disner à l'artillerye, et ont faire les canonniers en peu de temps si bonne diligence de battre qu'ilz ont rué une tour (a.a.O. S. 211, 13. März 1495).


44 BECK, Gesch. des Eisens (I, 906) sagt, die eisernen Kugeln gehörten zu den frühesten Zeugen für die Erfindung des Eisengusses und lägen lange vor 1470, wo Ludwig XI. das Geheimnis einem deutschen Juden abgekauft haben soll (a.a.O. S. 910). S. 915 will er sogar bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zurückgehen. Aber das scheint sicher unrichtig. Wo eiserne Kugeln früher erwähnt werden, mögen es, wie Beck selbst sagt, geschmiedete Kugeln gewesen sein, und die gegen Ende des 15. Jahrhunderts auftretenden gegossenen Eisenkugeln werden als etwas ganz Neues angesehen. JÄHNS I, 427 ist aus einem anonymen Kriegsbuch v. J. 1450 zitiert, daß steinerne Kugeln vorzuziehen seien, weil sie viel billiger seien, als eiserne oder bleierne. Der hohe Preis kann aber doch wohl kaum ausschlaggebend gewesen sein, wenn man sich klar macht, daß die einzelne Steinkugel wohl viel billiger, das Geschütz dafür aber in Herstellung, Transport und Behandlung um so kostspieliger war. Die Handschrift eines Feuerwerksbuches, die Jähns II, 405 in das Jahr 1454 setzt, empfiehlt, eiserne Kugeln mit Blei zu umgießen; das kann wohl nur auf geschmiedete Eisenkugeln bezogen werden, denen man durch den Bleiumguß die Rundung gab, die mit Schmieden nicht so leicht zu erreichen war. Es wäre also ein indirektes Zeugnis, daß man das Eisen selber noch nicht zu gießen verstand. Ein Nürnberger Inventar im Jahre 1462, das Jähns I, 427, erwähnt, führt eiserne Geschützkugeln nicht auf.


45 LIEBE, Die soziale Wertung der Artillerie. Zeitschrift für historische Waffenkunde II, 146.


46 De la Noue, 26. Discours, Obs. milit. Ed. 1587, S. 755.


47 SELLO, der Feldzug Burggraf Friedrichs im Februar 1414. Zeitschr. für Preuß. Gesch. 1882, Bd. 19, S. 101.


48 SELLO a.a.O. S. 101.


49 Die drei letzten Beispiele nach der Zusammenstellung bei G. Schneider, N. Jahrb. für das klassische Altertum, 1909, S. 139. Die Wirkung der türkischen Riesenkanone vor Konstantinopel wird von anderer Seite doch als sehr stark geschildert. Vergl. ESSENWEIN, S. 34. Vergl. auch JACOBS, S. 128 ff.


50 RUD. SCHNEIDER, Anonymi de rebus bellicis liber. 1908. Ders. Anfang und Ende der Torsionsgeschütze. N. Jahrb. für das klass. Alterum 1909. Ders. Die Artillerie des Mittelalters. 1910. Für nicht richtig in diesen sonst vortrefflichen Schriften halte ich, was über die karolingische Zeit gesagt ist. Die Kapitularien sind keine »Gesetze«, sondern bloße Verordnungen für den einzelnen Fall und Beweise, daß es Hebelgeschütze zur Zeit des Großen nicht gegeben habe, existieren nicht; es steht daher nichts im Wege, die Schneider, S. 24 f. zitierten Stellen eines Paulus Diaconus und der vita Hludowici auf solche zu beziehen, und es ist kein Grund (S 61), die Erfindung den Normannen zuzuschreiben. Unrichtig ist auch das Raissonement (S. 22) über die Unfähigkeit der scara, Geschütze zu fabrizieren und zu bedienen.


51 RATHGEN und SCHÄFER I. c.


52 JÄHNS, S. 429. Bei BURCKHARDT, Gesch. der Renaissance in Italien, § 108, S. 224 ist gesagt, daß Federigo von Urbino (1444-82) statt der hohen Festungen die niederen eingeführt habe, denen das Geschütz weniger anhaben konnte. v. STETTEN, Gesch. v. Augsburg, Bd. I, S. 195 ff. berichtet, daß, während in dieser Stadt in der 2. Hälfte des 15. Jahrh. noch die sehr eifrige Arbeit an der Stadtbefestigung darin bestand, die Mauern zu erhöhen, mit der Wende des Jahrhunderts ein sehr deutlich erkennbarer Umschwung in umgekehrter Richtung eingetreten sei. Mauern und Türme werden bis auf eine gewisse Höhe abgetragen, starke Erdwälle werden angelegt, die Gräben vertieft und »gefüttert«, Basteien und Ravelins geschaffen usw. Das Rayongesetz wurde immer schärfer, 1542 trotz des Protestes der Geistlichkeit selbst eine Kirche niedergelegt. Vergl. des Weiteren hierzu die Betrachtungen von Guicciardini, Hist. d'Italia (Venedig 1562), Seite 388 und Seite 425. Danach hat auch die Eroberung Otrantos durch die Türken i.J. 1480 und die Rückeroberung durch den Herzog Alfonso von Calabrien im folgenden Jahre im Belagerungskrieg Epoche gemacht. De la Noue, 18. Disk. 2. Parador. Ed. 1587, S. 387. Auf das Technische weder der Befestigung noch des Angriffs gehe ich hier nicht weiter ein, sondern verweise auf die betr. Abschnitte in JÄHNS Gesch. d. Kriegswissenschaften. Methodologisch interessant ist, was für Übertreibungen bei etwas Neuem und Überraschendem Glauben finden. Napoleon III. in seiner Geschichte der Artillerie stellt fest, daß Karl VIII. 1494 auf dem Zuge nach Italien 100 Geschütze mittleren und 40 schweren Kalibers mitnahm. Eine Reihe von Schriftstellern geben ihm aber bis zu 240 Kanonen und 2040 Feldstücken, ja bis zu 6000 leichten Geschützen, teils infolge von Abschriftfehlern, teils indem man die 6000 vastardeurs (Pioniere, Arbeiter), die das Heer begleiteten, für Geschütze hielt.


53 Nach »Quellen z. Gesch. der Feuerwaffen«, S. 100, findet sich das Wort »Kanone« zuerst in einem spanischen Zeugbuch Karls V.


54 GUICCIARDINI, Hist. d'Italia, I, S. 24. JOVIUS z. J. 1515. Hist. Lib. XV. Bd. 1, S. 298.


55 v. ELLGER, Kriegswesen und Kriegskunst der schweizerischen Eidgenossen Luzern 1873, S. 139.


56 JOVIUS lib. I z. J. 1494 und lib. XV. vor Marignano.


57 Die Schweizer bei Frastenz: STETTLER 342 bei Ranke, Werke 34, S. 115. VALERIUS ANSELM, Berner Chronik, Bern 1826, II, S. 396 JOVIUS, Leben Gonsalvos, Venedig 1581, S. 292 bei Cerignola 1503. Ebenso bei Suriano 1497: JOVIUS Hist. Lib. IV. Bei Marignano: JOVIUS Lib. XV; bei Ravenna 1512: JOVIUS, Leben Leos X. lib. II, GUICCIARDINI Hist. d'Itali lib. XI, REISSNER, Leben Frundsbergs, Frankfurt 1620 fol. 41, 42. Bei NOVARA sollen die Schweizer mit umgedrehten eroberten Geschützen der Franzosen gefeuert haben: FLEURANGES, Mem. S. 151.

Der venezianische Gesandte Quirini schreibt Ende 1507 vom deutschen Schlachthaufen: » ... hanno i fanti per costume, subito che vedono il fuoco delle artiglierie, alzar tutti insieme le alabarde e le lancie lunghe sopra le loro teste ed icrociar una lancia con l'altra e cosi le alabarde, e in un medesimo tempo abbassarsi fino a terra, tanto che le artiglierie, che non tirano in giù, passano di sopra, ovvero urtano nelle alabarde e lancie lunghe, non facendo molto danno nei fanti dell' ordinanza. Per questa causa usano i tedeschi al presente far le ruote delle carrette d'artiglie ia tanto piccole e basse che i'nemici possano esser offesi ancor che si abbassino come èdetto: e quando l'ordinanza è per affrontarsi, gli alabardieri, e cosi quelli dalle lancie lunghe, portano tutti l'alabarda bassa, e cosi la lancia, con la punta innazi, e non sopra le spalle.« Relazioni degli Ambasc. Veneti. Ed. Albèri, Serie I, vol. VI, S. 21-22.

1537 lehrte de Langen, das beste Mittel gegen die Artillerie sei, sie im Sturm zu nehmen, so daß sie nicht Zeit zum zweiten Schuß behalte, oder in zerstreuter Ordnung heranzugeben, so daß sie weniger Leute treffe. »Trewer Rat« fol. III empfiehlt, das Geschütz durch 300 »Läufer« (etliche gute Büchsenschützen darunter) unterlaufen zu lassen.


58 »Nullo prope usui fore«, Jovius, Hist. Lib. I, Venedig 1553, I, S. 30.


59 Buch II, Kap. 17. Vergl. auch die Erzählung von Commines II, 258 Ed. Mandrot.


60 Ejsais B. I.


61 Le vite di dicenove huomini illustri. Venedig 1581. lib. III


62 Avila, Schmalkaldischer Krieg. Venedig 1548. Bl. 40.


63 SIXL a.a.O. II, 167.


64 Der Name »Hafenbüchse« wird von diesem Hafen abgeleitet und hat sich lange erhalten, auch im französischen »haquebutte«. Dabei mag auch ein Anklang an »Arkebuse« mitspielen. JÄHNS hat jedoch die Vermutung ausgesprochen, daß der Name »Hafenbüchse« von dem Hafen herkomme, in den die Lunte eingeklemmt wurde, und das hat die inneren Gründe eigentlich für sich. Die Erfindung dieses »Hafens« war ein viel wichtigerer Fortschritt als die Erfindung des Rückstoßhafens. Dieser war ja nur in vorbereiteter Verteidigung und beim Scheibenschießen anwendbar. Die Gabel bot kein Widerlager für den Rückstoß; selbst ein dreibeiniger Bock wäre dazu zu schwach gewesen.


65 SIXL, Zeitschr. f. hist. Waffenk. Bd. II, S. 334, 407, 409 auf Grund der Schießbriefe von Zürich 1472. Würzburg 1474, Eichstädt 1487 und anderer. In merkwürdigem Widerspruch damit steht die Bemerkung GUICCIARDINIS, daß vor Pavia 1525 die beiderseitigen Verschanzungen nur 40 Schritt (passi) von einander entfernt gewesen seien und die Bastionen so nahe daß die Arkebusiere sich hätten beschießen können. Die weiten Entfernungen bei den Wettschießen sind so vielfältig bezeugt, daß man sie nicht anzweifeln kann, aber selbst wenn die Schritte so klein wie irgend möglich genommen worden sind, so erscheint es doch schwer begreiflich, daß man mit den damaligen Gewehren auf solche Entfernungen Treffer erzielen wollte.


66 FORRER, Zeitschr. f. hist. Waffenk. IV, 55.


67 Zeitschrift für historische Waffenkunde I, 316.


68 Institution de la discipline militaire au Royaume de France. Lyon 1559. Bd. I, cap. 10. S. 46. Karl V. erlitt, nach Jovius, 1541 in Algier große Verluste, weil ein Regen die Lunten verlöschte. Ähnlich Bieillville, Mem. Bd. III, Kap. 22.


69 Nach dem Badminton Archery Book von CHARLES LONGMAN. London 1894.


70 TIELCKE, Beiträge zur Kriegskunst u. Geschichte d. Krieges von 1756 bis 1763. 2. Stück S. 22.


71 Über die erstaunliche Treffsicherheit der heutigen Mongolen mit dem Pfeil berichtet v. BINDER im Mil. Wochenbl 1905, Nr. 8, S. 173. Über Leistungen im Mittelalter GIRALDUS CAMBRENSIS, zit. bei OMAN, Hist. of the art of war, S. 559. Walliser hätten bei einer Belagerung mit ihren Pfeilen eine 4 Zoll dicke eichene Tür durchschossen; er selber habe im Jahre 1188 die Pfeile, die man der Kuriosität halber dringelassen habe, in der Tür gesehen; die eisernen Spitzen seien auf der Innenseite der Tür gerade zu sehen gewesen. Ein Pfeil sei einem Ritter durch das Panzerhemd, die Kettenhose, durch den Schenkel, durch das Holz des Sattels noch tief in die Flanke des Pferdes gedrungen.


72 Commines ed. Mandrot II, 296.


73 ESCHER, Neujahrsbl. der Züricher Feuerwerker, 1906, S. 23.


74 RANKE, Werk II, 269.


75 De vita magni Consalvi. Opere 1578, Bd. II, S. 243.


76 Nach der sehr folgsamen und einleuchtenden Untersuchung von R. FORRER, Zeitschr. für hist. Waffenk. IV, 57.


77 JOVIUS, Elogia vir. ill. Lib. III.


78 MARTIN DU BELLAY als Augenzeuge, Mem. Ed. 1753, V 296.


79 Vergl. auch MARTIN DU BELLAY. Mem. B. X, Ed. 1753 VI 35.


80 »Pistole« kommt von dem slavischen (böhmischen) »pistala« Rohr, Feuerrohr. In einem Breslauer Inventar von 1483 kommen schon 235 »Pisdeallen« vor. Es sind, schon nach dieser Anzahl, Handfeuerwaffen; was für welche, laßt sich nicht entscheiden. Quellen d. Feuerwaffen, herausg. vom Germ. Museum Textband. Leipzig 1877, S. 46 und 112. Mit Pistoja hat der Name der Schußwaffe nichts zu tun.


81 SUFANE, Hist. de la cavallerie francaise, I 48.


82 Nach den »Quellen z Geschichte der Feuerwaffen« S. 118 erscheint eine Pistole schon auf einer 1531 datierten Zeichnung; eine andere, mit Radschloß, wird »nach den Gliederungsprofilen und der Form« »etwa« ins 2. Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts gesetzt.


83 Quellen z. Gesch. der Feuerwaffen, S. 123.


84 PAULUS JOVIUS, vitae illustrium virorum tom. I, in opera tom II pag. 403 u. 405.


85 Man könnte an die Schlacht bei Sellesia denken, aber sie ist uns gar zu unsicher überliefert.


86 Auch die spanischen Theoretiker der Schule Albas, Baldes, Eguluz Lechuga (JÄHNS I, 729 ff.) treten für flachere Aufstellung der Infanterie ein; auf alle Fälle gegen das Manns-, für das Landquadrat, aber auch für noch flachere Aufstellung bis zum Verhältnis von 1 : 7. Baldes gibt als Beispiel, daß Alba einmal seine 1200 Spießer, drei Terzios, 60 Mann breit und 20 Mann tief aufgestellt habe.

Mendoza gibt keine positive Vorschrift, sondern erwähnt nur, daß man sowohl breitere wie tiefere Ordnungen habe. In der Inst. de la discipline milit. au royaume de France, Lyon 1559, S. 73, ist das Landsviereck, das doppelt so viel Rotten wie Glieder habe, vorgeschrieben.


87 Der Italiener Giovacchino da Coniano, in den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts Sergente maggiore in englischem Dienst gegen Frankreich, hat eine Serie von 32 Schlachtordnungen aufgezeichnet und beschrieben; es sollen sogar noch mehr gewesen sein. (Anm. d. Herausg. z. Schluß d. Schrift. Sie heißt: Dell' Ordinanze overo battaglie del capitan Giovacchino da Conjano, gedruckt im III. Buch des Werkes Della Fortificatione delle città di Girolamo Maggi e Jacomo Castriotto. Venedig 1583, 115 ff.). Das Ganze war im Jahre 1564 bereits fixiert. (Vergl. MAURICE I. D. COCKLE, A Bibliography of Englisch military Books up to 1642 and of contemporary foreign works. London 1900. S. 141 und 200). Obgleich der etwas ruhmredige Kriegsmann sich immer wieder auf praktische Erprobung seiner Aufstellungen vor dem Feind beruft, wird man ihm doch nicht zu viel Glauben schenken dürfen: was damals von englischer Seite vor Boulogne geleistet wurde, hat sonst in der Welt nicht viel Aufsehen erregt. Interessant ist immerhin, daß der Sergente maggiore schon sehr flache Aufstellungen zeichnet. Mit der Begründung, er habe erlebt, wieviel besser es sei, mehr Waffen in der Front gleichzeitig zur Wirkung zu bringen. (Fol. 119-720).


88 Grundlegend ist die sorgsame und ertragreiche Untersuchung von WILH. ERBEN »Ursprung und Entwicklung der deutschen Kriegsartikel« in der Festgabe f. Theodor Sickel, Mitteil. d. Inst. f. öftr. Gesch.-Forsch., Ergänzungsband VI, 1900, mit einigen späteren Ergänzungen desselben Verfassers. Hieran schließt sich das ebenfalls vortreffliche Buch von BURKHARD V. BONIN, Grundzüge der Rechtsverfassung in dem deutschen Heere zu Beginn der Neuzeit (bis 1600. Weimar 1904. Ferner sehr wesentlich und gut orientierend durch seine Übersichtlichkeit WILH. BECK, Die ältesten Artikelbriefe f. d. deutsche Fußvolk. 1908. Dazu ERBEN in der histor. Zeitschr. Bd. 102, S. 368.


89 »Weibel« hängt mit »weben« zusammen und bedeutet den Amtsdiener, der sich schnell hin- und herbewegt, hin- und herläuft. Der Feldwebel wird ursprünglich als Ordner für das ganze Regiment vom Obersten bestellt und wird erst allmählich zu einer Kompagniecharge. Die Gemeinweibel, die nach Manchem von den Mannschaften gewählt sein sollen, um ihre etwaigen Beschwerden beim Hauptmann zu vertreten, sind mir etwas fragwürdig. Vergl. hierüber BONIN S. 50, ERBEN S. 14.


90 BONIN S. 170 führt einige Stellen an, wonach der Feldwebel nicht mit der Faust, noch weniger mit Stöcken, sondern mit seinem Hellebardenstiel schlagen soll. Der Hauptmann und Leutnant sollen »mit dem Regiment, auch wohl mit Knebelstöcken zuschlagen«, aber »nit ohne große Ursach«.


91 BONIN S. 21.


92 GEORG PAETEL, Die Organisation des hessischen Heeres unter Philipp dem Großmütigen. 1897.


93 26. Discours. Observ. militaires. Ed. 1587, S. 750.


94 PAETEL a.a.O. S. 231.


95 Sächsische Kriegsartikel von 1546. Veröffentl. Wil. Wochenbl. 1909 Nr. 157, von G. BERBIG.


96 Eidg. Abschiede III, 1. 599.


97 Als im Jahre 1562 die Kämpfe um die Religion begannen, benahm sich das Kriegsvolk auf beiden Seiten zuerst sehr gesittet: bei den Hugenotten hörte man kein Fluchen, sah kein Spielen, kein Huren, das Volk wurde nicht geplagt. Aber Cologny sagte gleich zu de la Noue: »Das dauert keine zwei Monate«. Er behielt völlig recht. Er selber griff übrigens gelegentlich scharf durch und ließ Räuber aufhängen. De la Noue, Discours 26 (Observations). Ed. 1587, 681-86.


98 Über diese Kameradschaften eingehend De La Noue, Disc. XVI. Ed. 1587, S. 852 ff.


99 JÄHNS II, 924.


100 S. C. GIGON, La troisième guerre de religion. Jarnac-Moncontour (1568-1569), S. 376.


101 Kriegskunst zu Fuß, S. 20, 21.


102 Z.B. Georg von Lüneburg hatte 1636 nicht weniger als 1200 Polacken in seinem Dienst.


103 Archives Oranien-Nassau, 2. Serie II, 275.


104 Ebenda, S. 10.


105 CHEMNITZ, Schwedischer Krieg, IV. Teil, 2. Buch, S. 141.


106 PUFENDORF B. 19, ed. 1688 II, 320. Offenbar nach Chemnitz.


107 Eine solche Konvention »de bonne guerre« wurde z.B. zwischen Gonzago und Brissac im Jahre 1553 geschlossen. HARDY, Hist. de la Tactique francaise, p. 463 Hommes d'armes und Gemeine »seront soudain relâchés«, ohne zu bezahlen, nachdem sie »dévalisés«, d.h. entwaffnet und ausgeplündert sind.


108 Kriegskunst zu Fuß, S. 16, S. 22. Jähns II, 1018.


109 HOBOHM II, 518.


110 Die Schlacht ist ausführlich behandelt von RÜSTOW in der Geschichte der Infanterie, JÄHNS im Handbuch einer Geschichte des Kriegswesens und RANKE, Geschichte der romanischen und germanischen Völker. Alle diese Darstellungen, unter sich sehr abweichend, sind wesentlich zu ignorieren. RÜSTOW hat sich zu ausschließlich an Guicciardini gehalten, RANKE und JÄHNS haben sich vorwiegend auf Coccinius gestützt, der neben den besseren Quellen kaum in Betracht kommt. Die grundlegende quellenmäßige Untersuchung ist die Berliner Dissertation von ERICH SIEDERSLEBEN (1907). Verlag von Georg Rauck. Hauptquellen sind ein Brief des Fabricius Colonna, der die Ritterschaft auf der Seite der Spanier kommandierte (gedr. bei Marino Sanuto, Diarii Bd. 14, S. 176. Venedig 1886) und ein Bericht des florentinischen Gesandten Pandolfini der die Schlacht im französischen Hauptquartier mitmachte. (Gedr. Desjardins, Negociations diplomatiques de la France avec la Toscane. Bd. II, S. 581. Paris 1861.)


111 Nach dem Brief Colonnas.


112 Der Graben scheint nach dem italienischen Meßtischblatt noch heute vorhanden, nur daß er nicht so nahe an den Ronco heranreicht, wie es nach ungern Quellen im Jahre 1512 bei der Schlacht der Fall war.


113 Ich zähle die 400 Lanzen mit, die unter Alègre an der Ronco-Brücke standen und in die Schlacht eingegriffen haben.


114 Völlig klar ist das Artilleriemanöver nicht, da man nicht wohl annehmen kann, daß, wie es Guicciardini beschreibt, Este ganz in die rechte Flanke des Gegners gekommen ist und die Geschütze auch sicherlich nicht die Tragweite hatten, um die ganze feindliche Front entlang zu schießen. Vielleicht bringt eine Besichtigung des Schlachtfeldes noch einmal die Aufklärung.


115 Die Schlacht ist dicht hintereinander in zwei wertvollen Monographien behandelt worden: »Novara und Dijon. Höhepunkt und Verfall der schweizerischen Großmacht im 16. Jahrhundert«. Von Dr. phil. E. GAGLIARDI. Zürich 1907. Gebr. Leemann & Co. »Die Schlacht bei Novara«. Von GEORG FISCHER. Berl. Dissert. 1908. Verlag von Georg Rauck.


116 GAGLIARDI und FISCHER ordnen die einzelnen Gefechtsmomente sehr verschieden, ja sogar entgegengesetzt, da Fischer auf den rechten Flügel bezieht, was bei Gagliardi vom linken Flügel erscheint. Ich habe mich an Fischer angeschlossen. Wenn jedoch Fischer dem nördlichen Haufen der Schweizer nur 1000, dem mittleren 2000, dem südlichen 7000 Mann zuerteilt, so will ich das nicht für unmöglich erklären, halte es aber doch nicht für sicher. Wenn die Schweizer sehr gute Nachrichten über den Feind hatten und wußten, daß die Landsknechte im südlichen Teil des Lagers zu finden seien, hier aber kein gutes Gelände für die Reiter war, so mögen sie wohl daraufhin die nördliche und mittlere Kolonnen Infanterie sehr schwach gemacht, jener dafür die Reiter, dieser die Geschütze zugeteilt, beiden aber nur demonstrative Aufgaben zugeteilt und den eigentlichen Angriff ausschließlich dem dritten Haufen zugewiesen und ihm 7/10 der ganzen Infanterie zugeteilt haben. Aber solche Feinheiten darf man doch nur glauben, wenn sie sehr zuverlässig direkt überliefert sind. Ich habe deshalb, obgleich virtuell mit Fischer übereinstimmend, mich doch vorsichtiger und zurückhaltender ausgedrückt und die Angabe bestimmter Zahlen für die Truppenverteilung vermieden.


117 Die Quellen berichten von 400 eidgenössischen Hellebardieren, die erst die Hakenschützen der Landsknechte vertrieben hätten und dann dem Gewalthaufen in die Flanke gekommen wären. Gagliardi (162) sieht in ihnen einen zufällig abgekommenen Haufen, Fischer S. 138) ein mit Überlegung abgesandtes Detachement – ich vermute, daß es sich um Mannschaften handelt, die dem Zusammenstoß der Gewalthaufen an einer Seite überquollen.


118 Die Schlacht ist musterhaft untersucht von OTTO HAINTZ in der Dissertation »Von Novara bis La Motte«. Berlin 1912.


119 Diese Polarität ist vorzüglich entwickelt von GAGLIARDI, Novara und Dijon, S. 327.


120 Auch die Monographie von HEINRICH HARKENSEE (Göttinger Dissertation 1909) hat zwar im einzelnen die Forschung gefördert, taktisch richtige Vorstellungen von dem ganzen Kampf aber noch nicht gewonnen. Die vorzunehmenden Korrekturen ergeben sich von selbst bei Vergleich mit der obigen Darstellung. Im Besonderen räumt Harkensee auch den Übertreibungen in den Angaben über die französische Heeresstärke zu viel Wahrscheinlichkeit ein. Die Rezension HADANKS in der D. Lit. Zeit. 1910 Nr. 26 hängt sich zu sehr an Einzelheiten und erhebt zu Unrecht den Vorwurf, daß der Autor den strategischen Zusammenhang nicht verstanden habe. In der Berechnung der Franzosen auf 30000 dürfte er aber recht haben. Mit Recht verteidigt er auch wohl die Nachricht, daß die Gascogner große Setzschilde gehabt hätten. Solcher Schilde (Pavesen) bedienten sich die Schützen. Er zitiert eine Miniatur, wo Armbrustschützen mit großen Setzschilden davor abgebildet sind. HEWETT, ancient armour and weapons III (Suppl.) S. 543.


121 Oben S. 48 ist ein Zitat angeführt, das gerade die eidgenössische Artillerie lobt. Die Tatsachen sprechen dagegen.


122 Die Schlacht bei Bicocca, von PAUL KOPITSCH. Berl. Dissert. 1909. Verlag von E. Ebering.


123 Bei GUICCIARDINI lautet die Erzählung: Sie wollten nach Hause, aber um aller Welt zu zeigen, daß es nicht aus Furcht geschehe, wollten sie vorher noch den Feind schlagen. Es ist möglich, daß so gesprochen worden ist; aber wenn man gesiegt hätte, wären die Schweizer auch wohl noch geblieben, und so werden sie es im Grunde ihres Herzens auch von vornherein gemeint haben.


124 Die maßgebende Monographie ist die Berliner Dissertation von REINHARD THOM (1907), die viele Einzelfehler in früheren Darstellungen vermöge exakter Quellenanalyse berichtigt.


125 Dies gilt als Grund der Sorglosigkeit der Franzosen ausdrücklich der Bericht des Gesandten von Siena an.


126 Berl. Dissert. von KARL STALLWITZ, 1911. Dazu Bespr. von HADANK, D. Lit. Z. 1912, Rr. 16.


127 GUILLAUME S. 165.


128 E. FUETER in einer Rezension des Hobohmischen Werkes in der H. Z. 113, 578 erkennt zwar ein hohes Verdienst der Arbeit an, will jedoch im einzelnen viel aussetzen, vermißt methodische Schulung und sogar genügende Kenntnisse im Kriegswesen und in der italienischen Sprache. Ich habe diese Einwendungen nachgeprüft, und sie mit einer handschriftlichen Gegenkritik des Angegriffenen verglichen, und das Ergebnis war, daß der Tadel auf den Kritiker zurückfällt. Selbst wenn alle die Einzelheiten, die er moniert, wirkliche Fehler wären, so würde das gegenüber der stupenden Gelehrsamkeit und dem kritischen Scharfsinn, womit Hobohm Berge von überlieferten Mißurteilen weggeschafft und positive neue Erkenntnis aufgebaut hat, sehr wenig bedeuten, aber die Nachprüfung zeigt, daß von allen Einwendungen und Korrekturen Fueters auch nicht eine einzige, wirklich nicht eine einzige berechtigt ist. Nicht Hobohms Verständnis des Italienischen ist ungenügend, sondern Fueter hat die Unterschiede des modernen Italienisch von dem Sprachgebrauch des 16. Jahrhunderts nicht gekannt. Nicht Hobohm bringt Fehlerhaftes über das Kriegswesen jener Zeit, sondern Fueter. Nur drei Beispiele seien angeführt: Machiavelli empfiehlt, daß bei der Auswahl der Korporale der Miliz darauf gesehen werde, daß sie den anderen Konskribierten (scripti) genehm seien. Fueter ist dieser Grundsatz und dieser Sprachgebrauch nicht bekannt; er will einen Sinn in die Vorschrift bringen, indem er »scripti« mit Weisungen übersetzt und erklärt Hobohm wegen seiner richtigen Wiedergabe der Stelle für unwissend. Machiavelli rekrutierte ferner seine Miliz allein aus den Bauern der untertänigen Landschaft, nicht aus den Stadtbürgern. Fueter hat Hobohms Buch so flüchtig gelesen, daß er diesen Bauern die Gesinnungen des »florentinischen Kaufmannsstaates« zuschreibt.

Zu Machiavellis Milizsystem gehörte es drittens, daß Florenz das Reislaufen seiner Untertanen möglichst, wenn schon nicht immer mit Erfolg, zu unterdrücken suchte, während es in der Schweiz und in Deutschland behördlich erlaubt oft sogar mehr oder weniger organisiert wurde. Fueter hat den Gegensatz, der von Hobohm sehr interessant und ausführlich begründet ist, so wenig verstanden, daß er glaubt, Machiavelli habe die amtliche Reglementierung des Reislaufens dem schweizerischen Militärwesen entnommen, und Hobohm mit starker Betonung dahin zu verbessern unternimmt. So geht es fort Punkt für Punkt, und ich kann es nur bedauern, daß die »Historische Zeitschrift« ihre Leser über ein so fundamentales Werk so in die Irre geführt hat.


129 JÄHNS I, 336.


130 Hist. d'Italia L. IX. Venedig 1562, S. 425.


131 Jovius, Elogia viror. bel. vict. illustr. Basel 1575, S. 323.


132 HOBOHM II, 457, 464. Falsche Zahlen über Novara und Marignano. Disc. II, 18. Auch Escher, »Das schweizerische Fußvolk im 15. und im Anfang des 16. Jahrhunderts, (Neujahrsblätter d. Züricher Feuerwerker 1904-1907) legt eingehend dar, daß Machiavelli weder die Bewaffnung noch die Aufstellung der Schweizer richtig schildert.«


133 GEORGE T. DENISON, Gesch. der Kavallerie seit den frühesten Zeiten mit Betrachtungen über ihre Zukunft (deutsch von Brix. Berlin 1879) hat keinen wissenschaftlich-historischen Wert.


134 Über den Streit bezügl. der Erklärung des Namens: MANGOLD in dem Jahresbericht der Geschichtswissensch. 1892 III, 247. Sie kommen öfter vor im Küstriner Schlachtbericht über Mühlberg bei RANKE, Wk. VI, 244-246 und im Bericht des Nürnberger Kriegsteilnehmers Joachim IMHOF bei KNAAKE, Beitr. z. Gesch. Karls V., Stendal 1864, S. 46. Besonders aber AVILA, Gesch. d. Schmalkald. Krieges. Deutsche Ausg. S. 123. In Frankreich gab es, nach SUFANE I, 150 seit 1635 ungarische Kavallerie; 1693 wurde ein Regiment Husaren errichtet.


135 Über dieses Buch vergl. JÄHNS I, S. 498. HAUSER, les sources de l'hist. de France, Bd. II, S. 25 lehnt du Bellay als Verlasser ab und erklärt, wohl mit Recht, die Ausgabe von 1548 für die älteste (Jähns nimmt 1535 an). Ein sehr großer Teil des Inhalts, aber nicht des oben aus Bd. I, Kap. 8 wiedergegebenen stammt aus Machiavelli. Vergl. GEBELIN, Quid rei militaris doctrina renascentibus litteris antiquitatis debuerit, Bordeaux 1881, S. 44.


136 JOVIUS, Buch 44. Ed. 1578, S. 555.


137 Buch 45, S. 610.


138 Bericht des venezianischen Gesandten Navagero vom Juli 1546 bei Albéri, Serie I, Bd. I, S. 314, 328. Er beschreibt auch die Bewaffnung dieser Reiter (S. 314), wobei die Pistole noch nicht erwähnt ist, die sie nach anderem Bericht (Ranke, Werke IV, 223) hatten.


139 Alois Mocenigo, Relazione di Germania, 1548. Ed. Fiedler, Fontes rer. austriacarum. Bd. 30, S. 120. Wien 1870.


140 Bd. III, 3. Buch, 2. Kap., S. 289.


141 JÄHNS I, 740.


142 Ausführlicher Auszug bei Jähns, Gesch. d. Kriegswissensch. I, 474.


143 JÄHNS, Gesch. d. Kriegsw. I, 521.


144 Napoleon III. schreibt in seiner Schrift: »Du passé et del'avenir de l'artillerie« (Œuvres IV, 200): »Saint-Luc dit dans ses Observations militaires, que le duc d'Albe ayant trouvé les escadrons des reitres trop profonds, voulut que les siens eussent le front deux fois plus large que la profondeur. Aussi comtait-il, en supposant que chaque cheval occupât un espace de six pas sur deux, qu'un escadron de mille sept cents chevaux sur dix-sept rangs occuperait un rectangle de cent deux pas sur deux cent quatre.« Die Schrift von St. Luc scheint noch ungedruckt zu sein.


145 Ausg. v. Buchon S. 122.


146 Das dürfte zu schließen sein aus dem 15. Discours (Ed. 1587 S. 345), wo angenommen wird, daß eine siegreiche Eskadron doch nur 15 bis 16 der feindlichen im Haag aufgestellten direkt werfe, d.h. bei einer Normalstärke von 100 den sechsten oder siebenten Teil. Vergl. den 18. Discours.


147 Napoleon III. l. c. sagt, daß Heinrich IV. Eskadrons von 300-500 Pferden gehabt habe, die in 5 Gliedern rangierten. Montgommery habe verlangt, daß die Gensdarmen in 10, die chevaux l'egerrs in 7 Gliedern stehen sollten; Billon, Les principes de l'art militaire, Deutsche Ausg. S. 254 (1613) will die Schwadron fünf Glieder tief aufgestellt, »denn die Pferd trucken einander nit fort«.


148 GEORG PAETEL. Die Organisation des hessischen Heeres unter Philipp dem Großmütigen. 1897. Namentlich S. 38 u. 40. Ähnlich Jovius, B. 34, S. 278 über spanische Rüstungen.


149 Nach den Berichten des venetianischen Gesandten Alois Mocenigo, der den Kaiser begleitete. FIEDLER, Fontes rer. Austr., Bd. XXX, S. 120. Venetianische Depeschen vom Kaiserhof, herausgeg. v. d. histor. Komm. der Akad. der Wissensch. Wien 1889, Bd. I, S. 668, S. 670-71.


150 Zuerst werden sie genannt bei Avila, Schmalkald. Krieg, Deutsche Ausg. 1853, S. 58. Erste Ausgabe Venedig 1548, Bl. 34. Lazarus Schwendi nennt in einem Brief vom 6. Nov. 1552 die Reiter des Albrecht Alcibiades »Schwarze Reiter«. VOIGT, Albr. Alcib. II, 8. 1554 im Kaiserl. Lager kommen vor Ramur 1500 Schwarze Reiter an, alle mit bewimpelten Lanzen. Anonymes Tagebuch (1554 bis 1557), herausg. von Louis Torfs, Campagnes de Charles-Quint et de Philippe II. Antwerpen 1868, S. 23-24. Mehrfach wird in diesem Tagebuch von ihren Meutereien berichtet. 1554. Auf kaiserl. Seite kommt vor: un ost de reistres von 1800 bis 2000 Pferden unter Graf Wolfram von Schwarzenburg. Rabutin Comment. L. VI, Ed. Buchon 1836, S. 620, a.a.O. pour ... nous intimider, s'estoient tons faits noirs comme beaux diables. Für den Feldzug von 1558 ordnete Heinrich II, im Hinblick auf die Erfahrungen des Vorjahres (St. Quentin) die Anwerbung von möglichst viel reitres an ... pour ce que, l'an précedent, les plus grandes forces que son ennemy (Phil. II) eust, et dont l'on estimoit qu'il s'estoir peu le plus advantager sur luy, estoit pour le moyen de ces reitres, qu'ils on depuis appellé harnois noirs, lesquels se trouvans tous chargés de pistolles, armes de traict à feu, furieuses est espouvantables, sembloient estre inventés pour l'estonnement et ronpture de la gendarmerie frc. Et pourtant, afin d'en afoiblir d'autant son ennemy, et pour accoustumer et apprendre au François à estre usagiers et asseurés de telles armes, voulut en retirer à son service. Rabutin L. XI, Ed. Buchon 1836, S. 738. Die ersten pistolliers allemans in französischem Dienst erschienen, soweit ich gesehen habe, im Jahr 1554. Rabutin S. 605. Sufane will sie schon früher setzen. Im Jahre 1557 unterscheidet Rabutin S. 701 im französischen Heer Gensdarmerie, cavallerie und reitres. Der Ausdruck »Reiter« für die Kavallerie, offenbar mit dem Bewußtsein, etwas Spezifisches zu sagen, kommt vor in Marino Cavallis Relazione da Ferdinando Re de' Romani 1543. Ed. Albèri, Serie I, Bd. III, S. 122.


151 Sie werden nun zum ersten Mal genannt in einer Relation von 1550, wo sie sehr wenig Lob ernten. Relation de Michel Surlano, faite au retour de son Ambassade auprès de Philippe II., en 1559. Gachard, Rel. des amb. vén. sur Charles-Quint et Philippe II. Brüssel 1856, S. 116.

CLONARD IV, setzt ihre erste Erwähnung in die Ordinanza von 1560.


152 Geschichte des niederländischen Krieges. Buch 11, Kap. 11, 12.


153 Mocenigo berichtet dem Dogen 1546, 4. Sept.: Die Kaiserl. Reiterei fürchtet die gegnerische sehr, sowohl wegen ihrer Zahl, wie wegen ihrer vortreffl. Pferde und weil viele von ihnen tre archibusi piccioli da roda haben, l'uno all'arzone, l'altro dietro la sella, e il terzo in uno stivale, talchè dicono questi leggeri che nelle scaramuzze mai si repuiano sicuri, perchè tratto che hanno inimici con uno arcobuso, metteno mano all'altro, et molte volte anco fuggondo, mettendoselo su la spalla, lo sbarrano a dietro. Venetian. Depeschen vom Kaiserhofe, Wien 1889, I 670-71.

Ähnlich berichtet Federigo Badoero (Relazione di Carlo V. e di Filippo II, 1057. Ed. Albéri, Serie I, Bd. III, S. 189-90) von Ferraruoli, die mit 4 oder 5 Pistolen ausgerüstet seien.


154 In den Erinnerungen eines alten Offiziers (Feuilleton der »Post« vom 21. Mai 1890) ist zu lesen: Damals (1847) wurde auch noch zu Pferde nach der Scheibe geschossen, ein schreckliches Manöver, wobei die wenigsten Pferde still standen. Mit größter Vorsicht reichte ein Unteroffizier die geladene und mit Zündhütchen versehene Pistole dem Reiter aufs Pferd. Nun sollte man eine Volte reiten, vor der Scheibe halten und abfeuern. Aber sowie der Gaul merkte, daß man die Pistole in der Hand hatte, so ging meistens ein Bocken und Springen los, und Reiter, Pferd und Umstehende waren auf Höchste gefährdet. Es kam dann auch wohl vor, daß das Pferd ins Ohr geschossen wurde. Nun hatte aber unser guter Premierlieutenant v. B. eine alte Fuchsstute, Commode genannt, und, wenn er den Schießunterricht leitete, so kletterte die ganze Abteilung einer nach dem andern, auf die Commode, die ruhig stand, und jeder feuerte sicher seinen Schuß ab. Jetzt ist dieser Unsinn abgeschafft, man schießt nur zu Fuß, Signalschüsse der Bedetten zu Pferde sind natürlich nicht ausgeschlossen.


155 WALLHAUSEN, Kriegskunst zu Pferde. S. 6.


156 MENCKEN II, 1427.


157 Ed. Buchon, S. 291. Über Tavannes vergl. unten.


158 Über Albrecht als Reiterführer geht mir soeben eine Untersuchung von R. FRIEDRICHSDORF zu (Berliner Dissertation 1919), die neues, sehr wertvolles Material beibringt.


159 In der zweiten Auflage des Werkes, Basel 1572, ist die Schilderung noch etwas erweitert (Buch IX Fol. 309), ohne aber für uns etwas von Bedeutung hinzuzufügen. Lancelot Boisin, Sieur de la Popelinière, stammte aus Poitou und war Student in Toulouse, als die Nachricht von dem Blutbade von Vassy erscholl. Er trat sofort an die Spitze einer hugenottischen Studentenkompagnie, wurde schließlich durch eine Verwundung kriegsunfähig und führte von da an die Feder.


160 Bei der Erzählung der Schlacht von Ivry. S. 386. Da Ivry erst im Jahre 1590 ist, so spricht hier der jüngere Tavannes.


161 WALLHAUSEN schildert das Exerzitium des Caracolierens, aber ohne diesen Ausdruck zu gebrauchen, im 4. Kap. des 2. Buches der »Kriegskunst zu Pferde« S. 65. Auch GRIMMELSHAUSEN beschreibt es im Simplizissimus, Ausg. v. Gödecke 1897, Bd. 10, 11, S. 36.


162 Brantôme, Œuvres Edit. Lalanne 1864 ff. Bd. IV, S. 201; vgl. Bd. III, S. 376. Bd. 1, S. 339-40 erwähnt er dieses Beispiel in demselben Sinne und erwähnt als Parallele das Gefecht bei Aulneau (1. Nov. 1587).


163 Zugrunde liegt das italienische »corazza«, das von »corium«, Leder, abzuleiten ist.


164 Z.B. Villars Mem. L. X, Ed. 1610, S. 901; zum Jahr 1559, wie es scheint nach einem gleichzeitigen Dokument.


165 Im 16. Jahrhundert schreibt ein Graf Solms (Würdinger II, 371) richtig und am Ende doch falsch: »Wenn man bloß Wagenknechte und Bauern als Reiter hat, die ihre Pferde aus Wagen und Pflügen stehlen, da wird's im Felde böse Händel, Schlacht- und Feldflucht geben, und selbst, wenn sie nicht fliehen, sondern bleiben, so sind sie doch nicht hinlänglich beritten und gewappnet, haben den Krieg auch nicht gelernt, sondern bleiben Bauern auf Acker- und Wagenpferden. Solch Volk soll ein Adeliger dem Herrn, der Sold gibt nicht zuführen, denn der verläßt sich auf die Anzahl, weiß aber nicht, daß er nur einen losen, nichtigen Haufen hat; das nun soll jeder ritterliche Mann, der einem Herrn Reiter zuführen will, bedenken, denn es handelt sich um seine Ehre und Wohlfahrt, denn hat er in seinem Geschwader oder Fänlein bäuerisch Gesind, und kommt damit an einen rechten guten, gerüsten Haufen, was wollt er da ausrichten, und wie schlecht hat er da den Kriegsherrn um sein Geld versorgt.«


166 ERBEN, Mitteil des k. und k. Heeresmuseums 1902, Kriegsartikel etc.


167 SUFANE, Hist. de la cavallerie française I, 73 gibt die Genesis dieses Waffengattung etwas anders an; er bringt sie nicht mit den Feuerwaffen in Verbindung, sondern sieht nur die Schnelligkeit, die bei einzelnen Expeditionen die Infanterie überhaupt, sowohl Spießer wie Musketiere, auf diese Weise entwickeln konnten, als das Wesentliche an Wegen des Schreckens. den sie einflößten hätten diese Krieger sich selbst Dragoner genannt. Der Marquis Brissac auf dem piemontesischen Kriegsschauplatz 1550 bis 1560 schuf sie. nach Jovius, Buch 44, hat schon Pietro Strozzi i.J. 1543 einmal 500 erlesene Schützen (sclopettarii) auf Pferde gesetzt, um möglichst schnell Guise zu besetzen. Ludwico Melzo, Regule militari ... della cavalleria (Antwerpen 1611) faßt die Dragoner als berittene Schützen. Jähns II, 1050 WALLHAUSEN laßt sie wieder zum Teil mit Piken bewaffnet sein.

BASTA, 1. Buch, 8. Kap., ist der Meinung, der reisige Schütz oder Karbiner sei in Piemont erfunden worden. Er identifiziert ihn also mit den Dragonern. HUGO rechnet zu den Dragonern auch mit Spießen bewaffnete Leute, die zu Pferde marschieren, zu Fuß kämpfen. Militia equ. 1630, S. 184, L. III, p. 4. Über ihre Aufstellung im Gefecht, in der Mitte Pikeniere, rechts und links Schützen. Pferde im Hintergrunde, vergl. B. IV, Kp. 5, S. 271-72.


168 Wenn z.B. der Venetianer Soriano, Rel. di Francia 1562, Albèri Ser. 1, Bd. IV, S. 117 vom König von Frankreich sagt, neben seiner Ritterschaft habe er fremde ferraiuoli e cavalli leggieri, letztere meist Albanesen und Italiener, so ist der Unterschied, daß die cavalli leggieri hier die ältere, nicht so geschlossen fechtende Waffe sind, die ferraiuoli in geschlossenen Schwadronen zusammengehalten werden und sich um diese Zeit, 1562, auch wohl schon ausschließlich der Pistolen bedienen.


169 Rabutin, Commentaires, Ed. Buchon S. 573 als Augenzeuge.


170 Aloise Contarini, Relazione di Francia. Febr. 1572. Ed. Albèri Serie I, Bd. IV, S. 232-33.


171 Ed. Buchon S. 202, 203.


172 L'ordine del Francesi è con la fronte larga et con le spalle deboli, perchè ognuno si vuol mettere nelle prime file; ma li Fiammenghi moltiplicando le file, et ingrossando il corpo, lo fanno più forte et più sicuro. Relation de Michel Suriano, faite au retour de son Ambassade auprés de Philippe II. en 1559. In: Gachard, Rel. des amb. vén. sur Charles-Quint et Philippe II. Brüssel 1856, S. 116. Popelinière, Hist. des troubles L. 9 (Ausg. v. 1572, S. 309). »Le Reitre pour combatre d'une tout autre et diverse forme que les Français« ...


173 »Et le pis est que, du passé, ils combattoient en haye. Iceux regimens marchant en bataille, separés l'une de l'autre par le moyen des gens de pied, artilleries ou antres lieux, incommodes à se joindre les uns avec les autres, pour s'engrossir quand l'occasion se presente. Et encores qu'ils fussent en pleine campagne, si se joindront-ils fort envis, si de fortune le lieutenant de rov ne se treuve là pour leur commander, ayant un chacun d'eux envie de faire paroistre leur valeur, sans considerer ceste troupe, et (par manier de dire) montagne d'ennemis qui leur vient tomber sur les bras, ny la crainte que peuvent avoir les soldats, qui, pour se voir foibles et demesurés, sortent hors, espians non seulement de vaincre, mais de vivre s'ils affrontent telle troupe, où ils se tiennent quatre contre un unis, serrés et en gros, comme dit est.«

Man solle die Kompagnien 80 und 100 Mann stark machen und aus lauter einander bekannten Landsleuten bestehen lassen, um den Zusammenhang zu befördern. Die Kompagnien sollen in Regimenter von etwa 500 Mann (hommes d'armes) zusammengefaßt werden.

»Les hayes de cavalerie sont inutiles; les excadrons composés de 400 cavaliers sont les meilleurs; ceux de 1500 et de 2000, qui est l'ordonance des reistres, les emporteroient s'ils n'avoient à faire qu'à ces 400; et y en avant 1200 en 3 troupes chargeant l'une après l'autre, je tiendray l'advantage de leur costé. Tant de gens en gros n'apportent que confusion, et n'y a que la quatriesme partie qui combatte. Ceste grande quantité de soldats en un escadron sert aux reistres, parce une les trois quarts de leurs gens ne sont que valets. Les premiers qui chargent ces grands gros, les desordonnent, principalement donnant par flanc; et encore qu'iceux puissent resister aux premiers, les deuxiesme ou troisiesme escadron les emportent et defont, chargeant de bout à autre, et passant au travers: depuis que les deux premiers rangs sont passés, il y a peu de péril au reste. Qui a le plus grand nombre d'escadrons de 300 et 400 doit obtenir la victoire.« Gasp. de Saulx-Tavanes, Mem. Ed. Buchon. 1836. S. 328 ff.


174 Eine ähnnliche Argumentation finde ich auch in einer venetianischen Relation vom Jahre 1596. I raitri si rompono facilmente con le lancie dei cavalli leggeri. Solevano già i raitri, quando cadauna fila aveva fatto il suo giro, ristringersi tutti insieme e aspettare l'assalto, squadrare le lancie che venivano loro innazi, e poi, allargando la loro ordinanza, lasciarle entrare fra loro, e con le pistole e con l'armi trattarle male. Ma adesso le lancie non vanno più tutte unite in squadrone, ma divise in diverse e picciole squadre assaltano i squadroni dei raitri da tutte le parti, e li affligono, e li sbattono, e li trapassano da un canto all'altro, e li rompono con ogni facilita. TOMMACESO CONTARINI Relazione di Germania 1596. In: Relazione degl. Ambasc. Veneti. Ed. Albéri Serie I, Bd. VI, S. 235.


175 »Il a esté disputé des anciens et de ceux de ce temps, s'il estoit meilleur d'aller au trot au combat ou d'attendre de pied coy les ennemis: il semble que l'esbranlement et le gallop accroissent la force des hommes et des chevaux pour faucher les escadrons; mais aussi elle donne beaucoup plus de moyen à ceux qui n'ont volonté de ce mesler parmy cet eslancement, de faire halte, tenir bride et ce depestrer de la charge: tellement que soldats nouveaux et desquels le capitaine ne se fieroit, il semble qu'il feroit mieux de les faire attendre en ordre et de pied ferme, du moins ne prendre le trot ou gallop que de 20 pas, parce que l'on cognoistroit ceux qui se desbanderoient, et les couards auroient trop de honte de demarcher et quitter leur place à l'abordée des ennemis, d'autant plus aisément veus et recogneus de leurs capitaines, qui les forceroient d'estre vaillans mal-gré qu'ils en eussent Gaspard (Jean) de Saulx-Tavanes«, Mém. Edit. Buchon 1836, S. 116.


176 Frz. Ordonnanz vom 16. Okt. 1568. »Il est pareillement ordonné que les compagnies de chacun régiment de cavalerie marcheront ensemble et avec l'ordre qu'elles devront garder en combattant, afin que chacun soit accoutumé a maintenir son rang.« Weiter wird nichts vorgeschrieben. H. CHOPPON, Les Origines de la Cavalerie française. Paris et Nancy 1905, S. 22.


177 Bei dem Italiener DAVILA in seiner Storia della guerre civili di Franria und dem Engländer ROGER WILLIAMS, Art of war »The difference between Launtiers and Pistolers« (1590) finden sich ganz ähnliche Darstellungen und Betrachtungen. Sie sind zitiert bei C. H. FIRTH, Cromwells Army, S. 129.


178 In den Commentaires Bd. XI cap. 11, 12. Ed. Lonmier-Guillaume II, 214-222.


179 Mendoza in seiner Geschichte des Niederländischen Krieges berichtet in seiner Darstellung der Schlacht auf der Mooker Heide ausdrücklich, daß die »Reiter« auf spanischer Seite den Angriff der feindlichen Schwadronen stehenden Fußes erwartet hätten – freilich infolgedessen geschlagen worden sein. Erst ein Gegenangriff anderer spanischer Kavallerie wirft die Geusen.


180 Hist. lib. 44, Ed. 1578, p. 560.


181 RÜSTOW, Gesch. der Inf. I, 242f., 349. Jähns I, 724, 726, 731. HOBOHM II, 472. PÄTEL, Die Organisation des hessischen Heeres unter Philipp dem Großmütigen. Philipp gab den Schützen monatlich einen Gulden mehr als den Spießern; trotzdem wurde die Hälfte nicht erreicht.


182 JÄHNS I, 726.


183 Relazione di Vincenzo Quirini, Dezember 1507. (Rel. degli Amb. Veneti [Eugen Albéri], Serie I, Vol. VI, S. 21).


184 Clonard-Brix, S. 57.


185 Buch XV., Basel 1578. Bd. I, S. 315.


186 Warhafftige beschreibung des andern Zugs in Österreich, wider den Türcken ... vergangenes 1532. jares thatlich beschrieben. Und jetzund allererst in diesem 1539. jar in Druck gefertigt ... Neugedruckt in J. U. Goebel, Beitr. z. Staatsgesch. von Europa unter K. Karl V., Lemgo 1767, S. 326. Weiteres über die Caracole bei Hobohm II, 394, 405-07, 468, 483, 508.


187 Rabutin, Commentaires. Ed. Buchon, S. 530.


188 Zitate bei RÜSTOW I, 264.


189 Discours 18, Paradoxe 2, S. 384.


190 Jovius, Leben Pescaras. Le vite etc. Venedig 1581, S. 213.


191 1. Sept. 1546. Avila, Deutsch. Ausgabe S. 39.


192 Auch vom Mischkampf von Schützen und Reitern wird berichtet (Rüstow I, 314, nach Monluc) aber es können nur Einzelheiten gewesen sein, die keine Fortentwicklung gehabt haben.


193 Jovius 1535 vor Goleta »duas sclopetariorum manus, quas manicas vocabant, quod cornuum instar« ... Buch 34. Edit. 1578, S. 392. – 1542 vor Ofen; die italienische Infanterie des Alessandro Vitelli »prompto hastatorum agmine et utrinque sclopettariis in cornua expansis Barbaros invadunt«. Jovius Hist. B. 42, S. 518.


194 Rüstow hat, wie schon oben (S. 112), bemerkt, diese Ordnung die »ungarische Ordonnanz« genannt, die er in Anlehnung an die Wiener Parade von 1532 konstruiert hat; es ist jedoch nur ein Schema ohne praktische Bedeutung. Der Ausdruck ist auch nicht quellenmäßig, so wenig wie die »spanische Brigade«. Wallhausen spricht nicht von einer »ungarischen Ordonnanz«, sondern nur von einer »ungarischen Bestallung«, also keiner taktischen, sondern einer administrativen Einrichtung, und sagt in der »Kriegskunst zu Fuß«, 1. Buch, 6. Kapitel (S. 110), daß man in Ungarn keine andern als gevierte Ordnungen mache. – JÄHNS I, 711 nennt es verhängnisvoll, daß man nach der Anweisung des Italieners Tartaglia das Verfahren angenommen habe, statt die Schützen in Flügeln an die Spießerhaufen anzuhängen, wie es schon 1480 Seldeneck empfohlen, sie in die äußeren Glieder des Haufens zu stellen. – Diese Kritik scheint mir die Hauptsache zu verkennen. Die Ordnung der Schützen in Flügeln bot zwar den Vorteil der besseren Feuerordnung und insofern auch einen gewissen Schutz; wenn aber die Reiterattacke doch herankam, konnte man diesen immer mehr unter oder innerhalb der Spießer finden.


195 Als Beispiel, wie wenig man sich auf einzelne, auch anscheinend gut beglaubigte Nachrichten verlassen kann, diene, daß JORGA, Gesch. des osman. Reiches III, 295 erzählt von einer Niederlage der Türken 1593, »die Janitscharen wurden von der neuen Kavallerie des Westens, den in Eisen gekleideten schweren Reitern auf gepanzerten Pferden, und von den Arkebusieren aufgerieben«. Eine türkische und eine polnische Quelle werden dafür angeführt. Die Erzähler haben also gehört von der »neuen Kavallerie des Westens«, haben aber nicht verstanden, worin das Neue besteht, und schildern sie uns wie alte Ritter. Wenn wir es nicht aus andern Quellen wüßten, wäre es schlechterdings unmöglich, unter dieser Übermalung das Richtige zu erkennen; es ist ein Seitenstück zu der Versetzung Winkelrieds in eine Ritterschlacht. Ähnlich in demselben Werk, S. 314.


196 1608. Achives Oran. Nassau 2. Serie II, 389.


197 Institution de la discipline militaire au Royaume de France. Lyon 1559, S. 96 ff. Der Autor selbst ist gegen die verkleinerten Haufen und meint, da doch in den Zwischenräumen Schützen und Reiter seien, hätten die Kanonen auf alle Fälle ihr Ziel. Den zweiten Schuß solle man durch plänkelnde Schützen und Reiter zu verhindern suchen.


198 RÜSTOW hat in der Geschichte der Infanterie diese Formen sehr ausführlich behandelt. Ich halte es nicht für nötig, darauf einzugehen, da wir in den wirklichen Schlachten nichts davon finden.


199 Wie weit »Terzio« eine administrative oder eine taktische Einheit und Bezeichnung gewesen ist, bedarf noch der Untersuchung.


200 Lipsius, De militia Romana V, 20. Opera 1613 II, 460. De la Noue, 18. Discours, 2. Paradoxon. Ed. 1587, p. 377 ff.


201 Über Moritz v. Oraniens militärische Bibliothek CARL NEUMANN, Rembrandt I, 95.


202 JOURNAAL VAN ANTHONIS DUYCK, advokaat-fiskaal van den Rad van State (1591-1602). Herausgegeben im Auftrag des Kriegsdepartements mit Einleitung und Anmerkungen durch Ludwig Mulder, Kapitän der Infanterie, 3 Bde., 1862-66. s'Gravenhage u. Arnhem. Duycks Amt war das eines Chefs der Kriegskanzlei des Staatsrats und des obersten richterlichen Beamten für das Heer. (Mulder Einleitung S. LXXXVI.) Er war in der Regel im Heer anwesend und führte täglich Buch über die Ereignisse. Nach dem Befund seines Journals war er über die Gedanken von Moritz so vortrefflich unterrichtet, wie es nur durch mündliche Erkundung möglich war: Man darf das Journal an vielen Stellen als Moritzens Vermächtnis an die Nachwelt auffassen. – GUST. ROLOFF, Moritz v. Oranien und die Begründung des modernen Heeres. Preuß. Jahrb. Bd. 111 (1903).


203 JÄHNS I, 869 f.


204 Parademarsch im Gleichtritt empfiehlt Della Balle 1521 nach Jähns I, S. 472, 705; auch Lodrono, Jähns I, 724. Weiteres bei Hobohm II, 407. In einem Bericht über die Schlacht bei Ceresole von BERNARDO SPINA, veröffentlicht von STALLWITZ im Anhang an seiner Schrift über jene Schlacht (Berliner Dissertation 1911, S. 454), ist berichtet, wie der spanische Feldherr Del Guasto unmittelbar vor der Schlacht die Rekruten einüben läßt. Auch von den französischen Garden wird berichtet, daß sie exerziert hätten.


205 JÄHNS I, 735.


206 Dilich, Kriegsbuch (1607) S. 254 erwägt die Mittel, im Marsch die Ordnung aufrecht zu erhalten. Darunter »Daß man im marschiren im schrit und trit Gleichheit halte«; »daß die Trommelschläger den schlag recht halten, alß nach welchen der soldat tanzen muhß«.


207 Im März 1591 stand es 1 : 47. Mulder, Einleitung zu Duycks Journal, Bd. I, S. LI ff., 1862. Er gewinnt die Zahl, indem er aus einer nicht kontrollierbaren Menge von Einzelfällen in den Akten das Mittel zieht.


208 Nach den Aufzeichnungen Johanns v. Nassau wurden vor der Front der Doppelsöldner d.h. der Pikeniere, zwei Glieder Musketiere aufgestellt. PLATHNER Graf Johann von Nassau. Berl. Dissert. 1913, S. 57.


209 Dilich Kriegsbuch (1607) S. 290 ist nicht sehr klar darüber, was geschehen soll, wenn eine Aufstellung von Pikenieren und Schützen von Reitern oder Pikenieren angegriffen wird. Entweder sie sollen sich hinter die Piken retirieren oder in sie hinein.


210 Stuttgarter Manuskript von 1612. Jähns II, 924. Johann v. Nassau gibt an, Moritz habe an dem einmal festgesetzten Schema für die Zug- und Schlachtordnung niemals ändern lassen, damit auf bloße Trommel- und Trompetensignale hin jeder seinen Platz nehmen konnte. PLATHNER, S. 58.


211 PLATHNER, S. 57.


212 Brief Sandolins an Lipsius vom 16. Juli 1595. Zit. bei Jähns II, 880. Herzog Henri Rohan berichtet später in einer Schrift (zit. Jähns II, 951), Moritz habe gefunden, daß die Bewaffnung mit Schilden besser sei, habe aber seine Ansicht, da er ja nicht Souverän war, nicht durchschießen können. Vergl. HOBOHM II, 452.


213 MULDER, Van Duncks Tagebuch I, 636 ff. Vom 9. August bis 26. Oktober 1595. Ähnlich 1598. Reyd, Niederl. Gesch. Bd. XV. Edit. 1626, S. 569. Vom Exerzieren in den Garnisonen berichtet in demselben Jahr aus Groningen der Bruder Wilhelm Ludwigs Johann v. Nassau an den Vater. Archives Oranien-Nassau, 2. Serie II, 403. Wallhausen, »Kriegsk. z. Fuß« S. 23 schilt die, die sagen: »was ist das trillen, wenn man für den Feind kempt, trillt man nicht lang«.


214 Es sind die Kapitel IV und VII und aus Kapitel XVIII ein besonderer Paragraph, 144, den der Brief irrtümlich mit fol. 144 bezeichnet. Es sind darin die drei Treffen vorgeschrieben: »Has tres acies ad usum separatas, propinquitate conjunctas, ad se mutuo adjuvandas idoneas esse perspeximus«. Die Tiefe der Treffen, ist bei Leo auf 10 Mann angesetzt. Merkwürdig, beiläufig, wie Verständnis und Mißverständnis oft durcheinandergehen. Leo hat in ziemlich gedankenloser Weise die Tradition über die römische Infanterie (die in letzter Linie auf Livius VIII, 8 zurück geht) auf die Kavallerie übertragen. Das zeigt sich so wenig, daß Wilhelm Ludwig sie, offenbar ohne Leos Fehler zu bemerken, wieder auf die Infanterie zurückübertragen konnte.


215 Eine Anweisung zur Ausbildung des einzelnen Mannes ist »Waffenhandlung von den Rören, Musqueten und Spießen« von JACOB DE GEYN. Haag 1608. Gewidmet Joachim Ernst, Markgrafen von Brandenburg. Das Buch ist mit großen prachtvollen Kupfern ausgestattet. 1640 noch neu aufgelegt. Die Kupfer in Wallhausens Kriegskunst zu Fuß sind andere, auch in der Stellung öfter anders. Geyn unterscheidet Schützen und Musquetiere; für jene hat er 42, für diese 43 Kommandos. Die Musketiere haben hölzerne Pulvergefäße an Bandelieren, die Schützen nicht. Für die Spießer 21 Kommandos, viele in drei Tempis auszuführen.


216 RÜSTOW (I, 345) charakterisiert die Reformen Moritz' dahin, daß die taktischen Formen durch sie aufs höchste vereinfacht worden seien. Das scheint das direkte Gegenteil von meiner Darstellung, insofern ich in den neuen Formen eine Errungenschaft sehe, die gar nicht einfach, sondern nur durch schwere Arbeit zu erreichen war. Der Gegensatz ist aber nur ein sc