Schulze [2]

[471] Schulze, 1) Joh. Ludwig, geb. 1734 in Halle, war Professor der Theologie, der Griechischen u. Orientalischen Sprachen daselbst u.st. 1799; er gab heraus: English originals, Halle 1760, 4. Ausg. ebd. 1784; Theodoreti opera. ebd. 1768–72, u. mehre alte Autoren; schr.: Handbuch der symbolischen Theologie, Halle 1790 u.a.m., setzte die Geschichte der Missionsanstalten vom 29. Stücke an fort u. gab mit Knapp u. Niemeyer die Zeitschrift: Franckens Stiftungen heraus. 2) Joh. Heinrich August, geb. 1755 in Nordhausen, wurde Conrector in Helmstedt u. Conventual des Klosters Marienthal, dann Rector in Zellenfeld u. Osterode, hierauf Garnisonprediger u. Director am Gymnasium zu Blankendurg, zuletzt Braunschweigischer Consistorialrath, Prior des Klosters Michaelstein u. Prediger in Blankenburg u.st. 1803; er schr.: Lehrbuch der christlichen Religion, Lpz 1789, n.A. ebd. 1795; Erklärende Anmerkungen zu der Braunschweigischen Schulencyclopädie der römischen Klassiker, u.a.m., u. gab Lykurgs Rede wider Leokrates, Braunschw. 1789, heraus. 3) Gottlob Ernst, geb. 23 Aug 1761 in Heldrungen, studirte in Wittenberg Theologie u. Philosophie u. wurde daselbst Diakonus an der Schloßkirche u. Adjunct der philosophischen Facultät, 1788 Professor der Philosophie in Helmstedt u. 1810 in Göttingen, wo er 14. Jan. 1833 starb. Er war ein Gegner der kritischen Philosophie u. Vertheidiger des Scepticismus u. schr.: Grundriß der philosophischen Wissenschaften, Wittenb. 1788, 2 Bde; Änesidemus od. über die Fundamente der von Reinhold gelieferten Elementarphilosophie (gegen Kant u. Reinhold), Helmst. 1792; Einige Bemerkungen über Kants philosophische Religionslehre, Kiel 1795; Kritik der theoretischen Philosophie, Hamb 1810, 2 Bde.; Grundsätze der allgemeinen Logik, Helmst. 1802, 5. A. 1831; Leitfaden der Entwickelung der philosophischen Principien des bürgerlichen u. peinlichen Rechtes, Gött. 1813; Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften, ebd. 1814, 3 A. 1824; Psychische Anthropologie, ebd. 1816, 3. A. 1826; Philosophische Tugendlehre, ebd. 1817; Über die menschliche Erkenntniß, ebd. 1832. 4) Friedrich August, ges. 1. Juni 1770 in Dresden, wurde Kanzelist beim Geheimen Finanzcollegium, studirte 1797–1800 in Leipzig u. trat unter dem Namen Friedrich Laun als Romanschriftsteller auf; 1807 wurde er expedirender Secretär bei der Landesökonomie- u. Commerziendeputation in Dresden, erhielt 1820 den Titel als Commissionsrath u.st. 4. Sept 1849 in Dresden; er schr. die Romane: Der Mann auf Freiersfüßen, Freib. 1800; Schloß Riesenstein, Lpz. 1808, 2 Thle.; Drei Tage im Ehestande, Dresd. 1819; Der wilde Jäger, ebd. 1820; Das Hausleben, ebd. 1820; Novellen, Frankf. 1921; Glitts Erzählungsabende, Lpz. 1821, 4 Thle.; Erzählungen, ebd 1822; Die Sache des Herzens, ebd. 1823; Die Luftschlösser, Berl. 1823, 2 Bde.; Gedichte, Lpz. 1824, 2. Aufl. ebd. 1828; Die Zigeunerin, ebd. 1825 u.a.; Lustspiele, Dresd. 1807; Gedichte, Lpz. 1824, n.A. 1828; Rodespierre mit Beziehung auf die neueste Zeit, ebd. 1837; u. gab mit A. Apel heraus: Gespenster- u. Wunderbuch, Lpz. 1810–17, 6 Bde. Mehre seiner Romane wurden ins Englische u. Holländische übersetzt. Sämmtliche Schriften herausgeg. von L. Tieck, Stuttg. 1843–44, 6 Bde. 5) Christ. Ferdinand, geb. 17. Jan. 1774 in Leipzig, studirte daselbst seit 1792 Theologie u. Philologie, wurde 1797 Privatdocent in der philosophischen Facultät, 1798 Lehrer am Pädagogium in Halle u. 1800 Professor am Gymnasium in Gotha; er trat 1848 in Ruhestand u.st. 2. Decbr. 1850. Er schr.: Vorübungen zum Übersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische, Jena 1801 (10, Aufl. ebd. 1836); mit Döring: Anleitung zum Übersetzen aus dem [471] Deutschen ins Lateinische, 1. Thl. 1800, 12. A. 1848, 2. Thl. 1805, 5. A. 1825; Kampf der Demokratie u. Aristokratie in Rom, Altenb. 1802; Flavius Stilicho, ebd. 1805, 2. A. 1809; Die Hauptlehren des Christenthums, Gotha 1803, 4. Aufl. ebd. 1840; Historischer Bildersaal, ebd. 1815–37, 10 Bde.; Volksversammlungen der Römer, ebd. 1815; Von der Entstehung u. Einrichtung der evangelischen Brüdergemeinden etc., ebd. 1822; Geschichte der alten Welt, 1824; Geschichte des Gymnasiums zu Gotha, ebd. 1824; Über Entstehung der Augsburgischen Confession, ebd. 1831; Elisabeth, Landgräfin zu Thüringen, ebd. 1832; Übersicht der Geschichte des Großherzogthums Baden, 1842, u.v.a.; gab auch die 2. A. von Lossius Bilderbibel, ebd. 1821–24, 5 Bde., heraus. 6) Gottlob Lebrecht, geb. 1779 in Hirschberg, wurde 1808 Lehrer am Gymnasium zu Schneeberg, 1811 Pfarrer in Polenz, 1823 Kirchen- u. Schulrath in Bautzen, 1834 Kirchen- u. Schulrath im königlich sächsischen Ministerium u.st. 7. April 1856 in Dresden; er schr.: Kurze Darstellung des Planetensystems, Lpz. 1808, 2. Aufl. 1815; Darstellung des Weltsystems, ebd. 1811; Das Sonnensystem, ebd. 1811; Lehrbuch der Astronomie, ebd. 1821; Legographologie, ebd 1821. 2. Aufl. 1830; Erstes Übungsbuch, ebd. 1821, neueste Aufl. 1842; Wandtafeln, ebd. 1838; Das Volksschulwesen etc., ebd. 1833. 7) Johannes, geb. 15. Jan. 1786 in Bruehl, studirte in Halle u. Leipzig Theologie u. Philologie, wurde 1808 Professor am Gymnasium in Weimar, 1812 in Hanau, dann großherzoglich Frankfurter Oberschulrath u. 1813 Director in Hanau; 1816 trat er in preußische Dienste, wurde Consistorial- u. Schulrath in Coblenz u. 1818 Geh Oberregierungsrath u. Vortragender Rath im Cultusministerium u. 1849 Director in der Unterrichtsabtheilung des Ministeriums in Berlin; er st. 1859 u. schr: Predigten, Lpz 1810; Reden über die christliche Religion, Halle 1811; Über Ifflands Spiel, 1810; Über den standhaften Prinzen des Calderon, 1811; Schulreden, Hanau 1813; vollendete Borhecks Übersetzung des Arrian u. gab heraus mit Meyer Winckelmanns Geschichte der Kunst des Alterthums (Dresd. 1809 ff) u. Hegels Phänomenologie des Geistes, 1833. 8) Ernst Konrad Friedrich, geb. 22. März 1789 in Zelle, studirte seit 1806 in Göttingen Theologie, dann Schöne Wissenschaften, nahm 1814 an dem Feldzuge gegen Frankreich als hannöverischer Freiwilliger Theil u. kehrte nach dem Frieden nach Göttingen zurück; er starb 29. Juni 1817 an einem Brustübel in Zelle u. schr.: Psyche (erzählendes Gedicht), Lpz. 1806, 2. A. 1819; Cäcilia (romantisches Epos, zu welchem ihn der Tod seiner Geliebten Cäcilie Tychsen begeisterte), n.A. Lpz. 1822, 2 Bde., Miniaturauszug, 4849; Gedichte, Gött. 1813, 2. A. 1841, Miniaturausg. 1852; Die bezauberte Rose (romantisches Gedicht), Lpz. 1818, 8. A. ebd. 1852; Miniaturausgabe, 8. A. 1860 (englisch von Caroline von Crespiguy, Heidelb. 1844); mehre lyrische Gedichte; Poetische Werke, begleitet von einer Biographie von Bouterwek, Lpz. 1819–20, 4 Bde., n.A. ebd. 1822; Sämmtliche Werke, herausgeg. von H. Marggraff mit Biographie des Dichters (als 5. Bd.), ebd. 1855. 9) Friedrich Gottlob, geb. 28 Jan. 1795 in Obergävernitz bei Meißen, studirte seit 1809 in Schulpforta u. dann in Leipzig, erlernte hierauf die Ökonomie, besuchte seit 1816 Sturms landwirthschaftliche Lehranstalt zu Tiefurth bei Weimar, wurde 1817 Oberverwalter in Oberweimar, 1819 Privatdocent in Jena u. 1821 Professor, gründete daselbst 1826 eine landwirthschaftliche Lehranstalt, wurde 1832 nach Greifswald berufen, wo er Gründer u. Director der staats- u. landwirthschaftlichen Akademie zu Eldena war, kehrte aber 1829 nach Jena zurück u. starb hier als Professor der Cameralwissenschaften u. Director des Landwirthschaftlichen Instituts 3. Juli 1860. Er schr.: De aratri forma et composit ione, apud veteres, Jena 1820; Nationalökonomie od. Volkswirthschaftslehre, ebd. 1820; Über das Papiergeld, Lpz. 1823; Über Wesen u. Studium der Wirthschafts od. Cameralwissenschaften, ebd. 1826; Das landwirthschaftliche Institut in Jena, 1843; Thaer od. Liebig? 1846; Nationalökonomie, 1856; u. gab heraus: Deutsche Blätter für Landwirthschaft u. Nationalökonomie, 1844–53, 2 Bde. 10) Hermann Joh. Friedrich, Sohn des Vor., geb. 23. Sept. 1824, früher außerordentlicher Professor der Rechte in Jena, seit 1857 ordentlicher Professor der Rechte in Breslau; er schr.: Das Recht der Erstgeburt in den deutschen Fürstenhäusern, Lpz. 1851; Nationalökonomische Bilder aus Englands Volksleben, Jena 1853; Die staatsrechtliche Stellung des Fürstenthums Neuenburg, ebd. 1854; Neuenburg, eine geschichtlich-staatsrechtliche Skizze, Berl. 1856; Die Hausgesetze der regierenden deutschen Fürsten, Jena 1862. 11) Vgl. Schultz, Schultze u. Schulz.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 471-472.
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