Brandraketen

[200] Brandraketen (Kriegsw.), Raketen zum Kriegsgebrauch, theils zum Zünden, theils zum Fortschleudern von Geschossen benutzt. B. waren schon in den früheren Jahrhunderten bekannt; in China u. Indien wurden sie schon in grauer Vorzeit angewendet, auch im oströmischen Heere fanden sie schon im 9. Jahrh., im übrigen christlichen Europa im 14. Jahrh. Anwendung; Fronsbray thut ihren 1537 Erwähnung; nach Furtembach (1650) bedienten sich die Barbaresken derselben im Seekriege. Später verlor sich ihre Anwendung in Europa, erhielt sich dagegen bei den indischen Völkern, u. Hyder Ali, Radscha von Mysore, hatte während der Kriege mit den Mahratten u. mit der Ostindischen Compagnie (1767–69 u. 1780) in seinem Heere einige 1000 Mann, welche brennende Raketen bes. gegen die feindlichen Elephanten dirigirten. Dieselben bestanden aus 10 bis 12 Pfd. schweren, mit Raketensatz ausgeschlagenen Röhren, an denen ein 8 Fuß langes Bambusrohr befestigt war. Hyder Alis Sohn u. Nachfolger, Tippu Saib, vermehrte das Corps der Raketenwerfer, u. von Engländern u. Franzosen wurden seitdem allerhand, jedoch ziemlich resultatlose, Versuche mit B. angestellt. Erst 1804 wurden sie in England durch General Congreve eingeführt u. unter dem Namen der Congreve'schen Raketen allgemein bekannt. 1806 bei der Beschießung von Boulogne, 1807 beim Bombardement von Kopenhagen, 1809 beim Angriff auf die französische Flotte bei der Insel Aix, bei der Beschießung von Vliessingen kamen sie mit einigem Erfolg zur Anwendung; so auch 1813 bei den Belagerungen von Danzig u. Wittenberg u. in dem Gefecht an der Göhrde, sowie in der Schlacht bei Leipzig wurde auch eine englische Raketenbatterie im freien Felde ins Treffen gebracht. Der dänische Hauptmann Schuhmacher erweiterte ihren Gebrauch dadurch, daß er sie zum Fortschleudern von Geschossen u. zum Leuchten benutzte, u. in Österreich wurde nach Beendigung der Freiheitskriege unter dem Hauptmann Augustin ein besonderes Raketencorps errichtet, von welchem eine Abtheilung dem österreichischen Heere in dem neapolitanischen Kriege 1821 beigegeben war. Während der langen Friedensperiode wurden in den Artillerien fast aller Staaten ausgedehnte Versuche angestellt, bei der bengalischen Artillerie u. in Griechenland wurden sogar berittene Raketenbatterien eingeführt. Immer wurden aber Zweifel gegen ihre wirklichen Leistungen laut, bis endlich die Kriege in Italien u. Ungarn 1848 u. 49 Beispiele von den außerordentlichen Erfolgen dieser Waffe lieferten u. zu dem Endresultate führten, daß die Leistungsfähigkeit der Artillerie, durch die leichte Handhabung, vielfältige Gebrauchsweise u. eigenthümliche Wirkung der Raketen als Kriegswaffe einen ausgezeichneten Zuwachs erhalten hat. Ihre Verwendung wird sich allerdings immer auf specielle Fälle beschränken u. von dem Terrain des Kriegsschauplatzes abhängig bleiben, deshalb ihr Platz bei richtiger Vertheilung der Artilleriewaffe in der Reserveartillerie sein. Oberitalien, wo fast alle Fruchtfelder mit dichten Baumreihen bepflanzt, u. die festonsartig vielfach verschlungenen Weinreben u. Buschranken die Flugbahn der B. aufhalten u. ableiten, wo ihre Einwirkung auf die steinernen Häuser u. Casinen nur unbedeutend sein kann, war für Anwendung derselben bei Weitem weniger günstig als Ungarn, wo das ebene u. freie Terrain überall ihren Gebrauch gestattete, wo sie an sumpfigen Ufern u. Waldgründen, auf lehmigen Gebirgswegen die nicht mit führbaren Geschütze ersetzten u. beim Angriff auf die leicht entzündlichen Dörfer mit Holzbaracken u. Schindeldächern, auf die ausgetrockneten Verhaue u. die in compacter Masse auftretende Infanterie u. Cavallerie entscheidend wirken konnten. Mit besonderem Erfolg wurden die B. dennoch in Italien angewendet bei Eroberung der Schanzen von Montanara u. Curtatone, im Gefecht bei Garda durch Bewerfung des starken Kirchhofes, in den Gefechten von Vicenza, wo eine Raketenbatterie zur Vertreibung des Feindes aus der festen Stellung an der Kirche Madonna del Monte beitrug. In Ungarn war, wie erwähnt, ihre Verwendung noch mehr zulässig u. sehr erfolgreich, so z.B. in den Schlachten bei Pered u. Szegedin. Bei der Belagerung Wiens wirkten Raketenbatterien entscheidend bei der Einnahme des Gloggnitzer Bahnhofes, beim Sturm auf die Leopoldstadt etc. Auch die Russen erwähnen im Feldzuge 1848 im Kaukasus beim Angriff auf Achti der guten Wirkung einer Raketenbatterie. Über die Benutzung der Raketen im Festungs- u. Seekriege fehlt es zwar an Resultaten aus dem Ernstfalle, doch fanden allenthalben günstige Versuchsschießen statt, welche ihre verheerende Wirkung nachwiesen, z.B. 1829 gegen einen Linzer Fortificationsthurm, dgl. in Preußen u. 1841 in Metz, u. auch bei Odessa wurden sie von der englisch-französischen Flotte 1854 nicht ohne Erfolg angewendet. In allen Artillerien wird an der Vervollkommnung der B. eifrig gearbeitet, man hat bei den Schießversuchen in England u. Frankreich ungemeine Tragweiten erreicht (mehr als 7000 Schritt), noch aber steht die Schwierigkeit der Regelung der Flugbahn, um sicher treffen zu können, der allgemeinen Anwendung der B. im Wege. Eine gewisse Berühmtheit haben die von dem Österreicher Lukaszy in der Schweiz angestellten Versuche mit B. erlangt. Die Construction u. Anfertigung der B. betreffend, so besteht jede B. aus der Hülse, dem Treibsatze, der Vorsetzung u. dem Stabe. a) Die Hülse ist ein hohler Cylinder von starkem Sturzbleche, bei den kleineren Raketen bis 8 Kaliber, bei den größeren meist nur 4–5 Kaliber lang, an welchem sich entweder eine Stabhülse od. Krempe zum Einschieben des Stabes, wenn der Stab an der Seite angebracht ist (in Österreich), od. der Boden der Hülse (Mundblech) befindet, welches mit einer durchlöcherten Stoßplatte verschlossen ist, in deren Mitte der Stab in der Richtung der Raketenachse verschraubt wird (in England). Die Entzündung[200] erfolgt im ersteren Falle von der Seite durch ein in der Seite des Mundlochs befindliches Zündloch, od. im anderen Falle von hinten vermittelst der Löcher in der Stoßplatte. Nach dem gleichen Gesetze, welches die ganze Rakete zur Bewegung in der dem Mundloche gegenüber liegenden Richtung nöthigt, entsteht bei dem österreichischen System, in Folge der Gasausströmung durch das Zündloch, demselben gegenüber ein Seitendruck, welcher die Rakete gleich Anfangs, wenn auch unbedeutend, nach der Seite des Zündlochs hin aus der gegebenen Richtung drängt, so daß die Ebene der Flugbahn einen kleinen Winkel mit der Visirlinie bildet. Man nennt dies die Declination der Raketen. hilft sich in der Praxis, um bei einem schmalen Ziele nicht vorbeizuschießen, durch erfahrungsmäßiges Seitwärtshalten beim Richten. Bei der Zündung in Richtung der Achse tritt dieser Übelstand nicht ein. Um zu verhindern, daß der Treibsatz durch den Rost des Bleches leidet, wird in die Hülse eine Papierhülse eingeschoben. b) Der Treibsatz (Füllung) besteht aus einem möglichst verdichteten Pulversatze, in Österreich 68 Th. Salpeter, 17 Th. Kohle, 15 Th. Schwefel; in England 531/2 Th. Salpeter, 121/2 Th. Schwefel, 20 Th. Kohle u. 14 Th. Feuchtigkeit; in Frankreich 8 Pfd. Mehlpulver, 21/4 Pfd. Schwefel u. 20 Loth Terpentin-Essenz. Zunächst dem Mundloche in Richtung der Raketenachse befindet sich in dem Treibsatze eine Ausdrehung (Bohrung), welche theils cylindrisch, theils konisch gemacht wird u. 3–6 Kaliber lang ist, der nicht ausgebohrte Theil des Treibsatzes heißt die Zehrung, u. auf dieser befindet sich, am anderen Ende der Hülse, ein schwacher Thonverschlag mit einer Öffnung, durch welche das Feuer, nach beendigtem Ausbrennen der Rakete, sich dem Brandstoffe od. dem Zünder des an der Rakete befestigten Geschosses mittheilt. Der Treibsatz wird über einen konischen Dorn von der Gestalt der Bohrung mittelst einer Schrauben- od. Hydraulischen Presse in die Hülse gepreßt, oft hat man aber auch die Füllung massiv hergestellt u. dann eine Ausbohrung vorgenommen. Seine Dichtheit od. Raschheit müssen hierbei ins richtige Gleichgewicht gesetzt werden. c) Die Vorsetzungen sind die am vorderen Ende der Hülse angebrachten Geschosse, z.B. Vollkugeln, Hohlkugeln, Kartätschbüchsen, Shrapnels, Brandgeschosse, Signal- od. Leuchtkörper. d) Der Stab von Holz, rund, vier- bis achtkantig, 30–50 Kaliber lang, dient der Rakete als Gegengewicht. Er steht entweder in der Verlängerung der Achse der Hülse, od. ist seitwärts derselben in eine Krempe eingeschoben u. festgenagelt. Versuche, eiserne Stäbe anzuwenden, od. ihnen durch Züge eine spiralförmige rotirende Bewegung zu ertheilen, od. den Stab ganz entbehrlich zu machen durch, an die Hülse angesetzte Flügel, haben bis jetzt keine ausreichenden Resultate geliefert; vgl. jedoch die Kühn'sche Rakete. Die Kühn'sche B., erfunden von dem Bergrath Kühn in Meißen, hat den Zweck, unter Beseitigung des bisher üblichen Stabes, dem Projectil doch eine möglichst genaue Richtung zu geben. Kühn erreichte dies durch eine eigenthümliche Treibsatzmischung u. Ladungsweise, wodurch die Entwickelung der Triebkraft mit voller Beseitigung jeder augenblicklichen Explosion, auch bei der höchstmöglichen Anspannung des Pulvergases, in einem stetigen u. geregelten Gange erhalten, zugleich aber die Verbrennungszeit (von nicht einer vollen Secunde) bis auf einen willkührlich geringen, sie dem Schusse annähernden Zeittheil beschränkt wird. Diese Rakete besteht aus einem 101/2 Zoll langen, 41/4 Zoll im äußeren Durchmesser haltenden Blechcylinder, welcher am hinteren Ende mit einer 1/4 Zoll starken Platte geschlossen ist, worin sich zwei 1 Zoll weite Brandlöcher befinden. Innerlich ist der Cylinder durch eine zweite Eisenplatte in einen 81/2 Zoll langen Raum für die Raketenladung u. in das nur 2 Zoll lange Lager zur Aufnahme einer 41/4 Pfd. schweren Granate abgetheilt, welche den Kopf der Rakete bildet. Die Treibladung wiegt 2,8 Zollpfund, die ganze Rakete 111/2 bis 12 Pfd. u. ist einschließlich der Granate 137 Zoll lang. Durch ein eigenes Verfahren werden diese B. in eine Achsendrehung versetzt, welche zur Erhaltung ihrer Richtung im freien Felde dient u. deren Stärke früher 1 Umgang auf 14 Elle Flug betrug, neuerer Zeit aber bis auf eine Drehung auf 21/2 Elle Flug herabgesetzt wurde. Zum Abfeuern bedient man sich eines 5 Dresdner Ellen langen, an beiden Enden offenen, in einer hölzernen Rinne befestigten Rohres von Weißblech, welches in der verlangten Richtung u. in dem erforderlichen Elevationswinkel aufgestellt wird. Der Apparat ist so leicht, daß ein mäßig starker Mann das Rohr mit seiner hölzernen Rinne Stunden weit auf dem Rücken tragen u. damit die steilsten Berge erklimmen kann. Kühn begann seine Versuche schon im Jahre 1823; die entscheidende Prüfung fand am 21. Aug. 1849 bei Dresden statt. Man verwendete dazu 6 Raketen mit starker, 4 mit schwacher Achsendrehung, u. erlangte bei ersteren bei 13° Elevation durchschnittlich eine Entfernung von 1648 Ellen, bei 10° von 1515 Ellen, u. bei 4° von 1040 Ellen; bei letzteren aber bei 4° 1650 Ellen, u. bei nur 3° 1698 Ellen. Kühn hat seine Erfindung der Regierung zur Benutzung überlassen. Zum Abfeuern der Raketen u. zur Ertheilung der für ihren Flug nöthigen Richtung bedient man sich der Abfeuerungsgestelle (Raketengestelle, Raketenstation, Raketengeschütze), od. man legt sie bei ebenem Terrain auch wohl auf den Boden. Zur Bedienung eines Raketengeschützes rechnet man 4 Mann, 6–8 Raketengeschütze formiren 1 Batterie, die Mannschaft fährt in Osterreich auf vierspännigen Wurstwagen, auf welchen gleichzeitig die Raketen u. Gestelle transportirt werden. Bei den reitenden Raketenbatterien in England u. Griechenland führt jeder Raketier entweder einige Raketen od. die Gestelle u. Stäbe. Auf den Gestellen befindet sich entweder eine Rinne (wie in Österreich), od. eine Röhre, in welche die Raketen gelegt werden, um ihnen eine bestimmte Direction zu geben; man wendet aber auch Gestelle an, die es gestatten 6 u. mehr Raketen auf einmal (salvenweise) abzufeuern. Das Gewicht der Raketen steht in keinem bestimmten Verhältniß zu der Benennung derselben, denn in England benennt man die Rakete nach dem Gewicht einer eisernen Vollkugel von gleichem Durchmesser, ebenso in Preußen, in Österreich dagegen benennt man sie nach dem Gewicht eines gleichseitigen Bleicylinders von gleichem Kaliber. Die gleichnamigen Raketen Englands sind daher viel größer als die österreichischen. In Frankreich, u. neuester Zeit auch in Deutschland, benennt man die Raketen nach dem Längenmaße des Durchmessers. Je nachdem die Rakete mit mehr od. weniger Elevation[201] abgefeuert wird, unterscheidet man auch Bogen- u. Aufschlagsraketen, u. je nach der Vorsetzung spricht man von Kugel-, Bomben-, Leuchtraketen etc. Für den Gebrauch im Felde hatman in Österreich 3-, 6- u. 12pfündige B., von 11/2–3 Zoll Durchmesser; die Tragweite der letzteren betrug bei 35° Elevation mehr als 5000 Schritt. Für den Festungskrieg sollen die Österreicher B. von 6 Zoll Durchmesser haben, die eine Tragweite von 8000 Schritten erreichen. In Frankreich existiren B. von 5,4, von 6,8 u. von 9,5 Centimetre (2, 21/2 u. 31/2 Zoll) Durchmesser; in England wendetman 14-, 2-, 3-, 6-, 9-, 12- u. 18pfünder für den Feldkrieg, 24-, 32-, 42-, 64- u. 74pfünder Raketen (die letzteren von 7 u. 8 Zoll Durchmesser) für den Festungskrieg an, u. es entspricht die 2pfündige einem Gewicht von 10 Pfund, die 12pfündige einem Gewicht von 50–60 Pfund, die 74pfündige einem Gewicht von mehr als 500 Pfund. Congreve hat in England selbst Raketen von 2000 Pfd. Gewicht zum Breschelegen herstellen wollen. In Preußen hat man für den Feldgebrauch 2- u. 3 zöllige Raketen. Was die Wirkung der B. anlangt, so ist ihre Percussionskraft gegen Mauerwerk nur gering, in Erde dringen sie aber auf weitere Distancen mehr als 10 Fuß tief ein; gegen Menschen u. Pferde wirken außer den Beschädigungen, welche das Treffen u. Zerspringen ihrer Geschosse hervorbringen, auch noch der Stab u. die Hülse mit tödtender Kraft; sehr wirksam sind namentlich die Kartätschraketen, um so mehr, als dieselben bis zu 2000 Schritt angewendet werden können. Ein besonderer Vorzug vor den Geschützen liegt in der Unabhängigkeit ihrer Anwendung bei solchem Terrain, wo man mit Fuhrwerk nicht ankommen kann, da überall, wo ein Mensch hinkommen kann, auch Raketen abgeschossen werden können. Als Brandgeschosse nehmen sie heut zu Tage den ersten Platz ein, u. als Leuchtmittel übertreffen jede andere Vorrichtung die Fallschirmraketen, zum Werfen von Leuchtkugeln. Sie werden ganz wie die versetzten Raketen angefertigt, nur anstatt mit Brillantfeuer, mit einem Brande u. Fallschirme versetzt. Der Brand wird wie die Granatbränderhülsen gepappt, ist ungefähr halb so lang wie die Hülse u. von gleichem Kaliber der Rakete; er wird mit einem bunten, ziemlich faulen Feuer ausgeschlagen, am unteren Theile angefeuert u., zur Ausstoßung der Einschlußhülse, in Kornpulver getaucht; am oberen Theile wird ein Pappendeckel befestigt (welcher die Hülse in der Weite ausfüllen muß), u. in dessen Mitte ein 2 Ellen langer Bindfaden befestigt, an dessen anderem Ende sich der Fallschirm befindet. Dieser besteht aus einem Stück Seide, von der Form einer Scheibe, 1 Elle im Durchmesser; die Peripherie wird in 8 gleiche Theile getheilt, an den Theilungsstellen Löcher gestochen u. in diese 11/2 Elle lange Stücken Bindfaden befestigt; diese werden dann an ihren anderen Enden zusammen in einen Knoten gebunden u. an den Bindfaden in dem Deckel befestigt. Dann wird der Brand mit so viel Seidenpapier umwickelt, daß der ganze leere Raum um denselben herum bis an die Hülse ausgefüllt wird, u. dann in die Hülse eingesetzt, die Öffnung im Vorschlage wird ebenfalls angefeuert. Der Fallschirm wird zusammengedrückt, auf den Pappdeckel gelegt u. dann die Hülse mit einem Hütchen verschlossen. Sobald sich nun in angemessener Höhe die Leuchtkugel von der Hülse trennt, entfaltet sich der Fallschirm u. läßt die Leuchtkugel od. den Leuchtkegel langsam herabsinken. Sie erhellen dann mit einem bläulich weißen Lichte einen Kreis von 3_–4000 F. bei einer Dauer von 2–21/2 Minuten Leuchtzeit. Mit diesen Raketen machte man im April 1850 bei München gelungene Versuche; sie stiegen mit großer Schnelligkeit 1500 F. hoch.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 200-202.
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