Kleinasien

[115] Kleinasien (hierzu Karte »Kleinasien«), die große westasiat. Halbinsel, die zwischen 36 und 42° nördl. Br. und zwischen 26 und 42° östl. L. sich westwärts vom Euphrat zwischen dem Schwarzen und Mittelländischen Meer bis an das Ägäische und Marmarameer ausdehnt und den Kern des türkischen Reiches bildet. Gegen Osten hat K. keine natürliche Grenze; eine Linie, von Trapezunt zur Spitze des Issischen Meerbusens gezogen, ist als östliche Begrenzung rein willkürlich. Ebenso hatte das Altertum keinen eignen Namen für das weder politisch noch ethnisch ein Ganzes bildende Land; er findet sich erst im 4. Jahrh. n. Chr., gleichsam im Gegensatz zum übrigen Asien, ist aber auch in anderm Sinne zutreffend, da die Halbinsel in großen Zügen die Bodengestalt des großen Asien wiederholt: Tafelland in der Mitte, Randgebirge und Terrassenländer an den Seiten. Vom armenischen Hochland ziehen die Ketten nach W., die das Tafelland der Mitte umschließen. Den Nordrand bildet eine durch die Pontuszuflüsse häufig durchbrochene Reihe von Parallelketten, die nach W. bis zum Ida und zum Kap Baba ziehen und in Lazistan mit 3700 m gipfeln. Den Südrand bilden die Faltenzüge des Taurus. Vom armenischen Berglande zieht ein mächtiger Zug, bei Malatia vom Euphrat durchbrochen, nach SW. und trägt im N. der Bucht von Alexandrette Gipfel von über 3000 m. Er begleitet nach W. die Küste des Mittelmeers, erreicht im Bulgar Dagh 3500 m Höhe, steigt im Lykischen Taurus noch einmal über 3000 m an und läuft schließlich in langen, schmalen Halbinseln ins Ägäische Meer aus. An der Nord- und Südseite lassen die schroff abstürzenden Gebirge nur einen schmalen Küstensaum frei; dagegen senkt sich gegen W. das Bergland sanfter in mehreren Terrassen zum Meer. Die Küsten selbst sind fast überall steil und namentlich an der Westseite tief gebuchtet. Nach dem Innern dachen sich die Randgebirge allmählich ab und bilden die im Durchschnitt 800–1000 m ü. M. gelegene Scheitelfläche von K., die teils aus welligen Becken, teils aus ebenen Hochtafeln besteht, der einzelne Bergzüge ausgesetzt sind. An den Berghängen finden sich vielfach gut bewässerte Strecken und fruchtbare Talmulden; im ganzen aber ist das Binnenhochland (fast ein Drittel des Ganzen) wasserlos, pflanzenarm, oft sogar steppenartig, daher einförmig und heiß, während die Randterrassen sich durch eine reiche Vegetation auszeichnen. Über den geologischen Aufbau Kleinasiens vgl. Asien, S. 857. Im Innern sind besonders tertiäre Ablagerungen (Nummulitenkalke, Sandsteine, Mergel, Konglomerate, auch Gipse mit Salzlagern) sehr verbreitet; zwischen ihnen erheben sich vielfach bedeutende Gebirgsstöcke. Der Boden ist an vielen Stellen mit Salz durchsetzt, und in abflußlosen Räumen haben sich Salzseen gebildet. Erloschene Vulkane von zum Teil gewaltigen Dimensionen sind der 3850 m hohe Ardschisch (Argäus) bei Kaisarîe und südwestlich von ihm, mitten aus der abflußlosen Salzwüste schroff emporragend, der Kegel des Hassan Dagh (2400 m), beides Trachytmassen, im N. der mächtige Trachytwall des Ala Dagh. Die Flüsse Kleinasiens sind entweder kürzere, vom Randgebirge zum Meer gehende Gebirgsgewässer oder größere Flüsse, die vom Tafelland aus die Randgebirge durchbrechen. Die Wasserscheide zwischen Pontus und Mittelmeer liegt ziemlich weit im S.; auf dem Binnenhochland werden beide Gebiete durch abflußlose Becken voneinander getrennt. Die Flüsse sind sämtlich nur als Ernährer der Vegetation wichtig, schiffbar ist keiner. Der größte Fluß ist der Kisil Irmak (s. d.); dem Schwarzen Meere gehen ferner zu der Sakaria (Sangarius der Alten) und Jeschil Irmak (Iris). Ins Marmarameer fließen: die vereinigten Susurlu Tschai und Adirnas Tschai (Makestos und Rhyndakos); ins Ägäische Meer: der Gediz Tschai (Hermos), der kleine und der große Menderez (Kaystros und Mäandros); ins Mittelmeer: der Kodscha Tschai (Xanthos), Köprü Su (Eurymedon), Gök Su (Kalykadnos), Tarsus Tschai (Kydnos), Seihun (Saros) und Dschihan (Pyramos). Von den zahlreichen Seen sind der Tuz Tschöllü (Salzsee) im NO. und der Beischehr oder Kirili Göl und Ejerdir Göl im W. von Konia, der Isnik Göl im NO. von Brussa, der Abullonia- und Maniassee im S. des Marmarameers die namhaftesten.

Für das Klima charakteristisch sind die trocknen Sommer, dagegen Regen in den übrigen Jahreszeiten; Smyrna Jahressumme der Regenmenge 61 cm, Temperatur Jahr 16,9°, Januar 8,2°, April 14,6°, Juli 26,7°, Oktober 18,7° (mittlere Jahresextreme 39,6 und -4,4°). Die reichste Vegetation findet sich auf den Küstengebirgen. Zusammenhängende Waldungen besitzt der Taurus im S. sowie der Nordabhang der Pontischen Gebirge, wo noch Pinienwälder (Pinus Pinea) in größerer Ausdehnung sich finden. Von andern Koniferen sind P. orientalis sowie P. Cedrus und P. Peuce zu nennen. Die Buche steigt im Pontischen Gebirge mehr als 3000 m höher als an der anatolischen Westküste, wo die eßbare Kastanie ein häufiger Waldbaum ist. Endemische Bäume sind ferner die Eiche Quercus Libani und die Esche Fraxinus syriaca, der Storaxbaum (Liquidambar orientale) und zwei Mandelbäume (Amygdalus orientalis und A. salicifolia). An der Südküste Kleinasiens erreicht die Dattelpalme ihre Nordgrenze.[115] Die Olivenkultur steht am Süd- und Westrand in hoher Blüte und hört erst am Bosporus auf. Die dürre Hochfläche im Innern zeigt Steppenflora, charakterisiert durch Dornsträucher aus der Familie der Leguminosen (Astragalus); doch finden sich stellenweise Herde einer reichern Kultur mit Mohn-, Getreide- und Weinbau. Für Maulbeerpflanzungen sind Brussa und Amasia, für Tabakbau Basra Hauptorte. – K. zählt keine bemerkenswerten Charaktertiere zu seiner Fauna. Zahlreich vertreten sind Reptilien. Hervorragend ist die Zucht der Haustiere; Schafe und Pferde und in besonderm Bezirk die Angoraziege werden mit Erfolg gezüchtet. – Von Mineralien finden sich Steinkohle im NW. bei Eregli, Blei- und Kupfererze bei Adana, Samsun, Trapezunt, Gold am Astyraberg bei den Dardanellen, Antimon (auf Chios und bei Aïdin), Chromerz am Südabhang des Olymps und auf Lesbos, Borsäuremineralien bei Panderma, Schmirgel am Gume Dagh bei Ephesus (Skala nova), Meerschaum bei Eskischehr und im Gebiet von Kiltschik bei Konia, Eisenerze, Schwefel, Nickel, Alaun, Schleifsteine von großer Güte u. a. Bedeutende Steinsalzlager kennt man im Becken des Kisil Irmak (zwischen Kaledschik und Osmandschik); ferner werden manche Binnensalzseen, wie der Tuz Tschöllü, ausgebeutet. Seesalz gewinnt man an den Küsten des Mittelmeers. Heiße Quellen gibt es vielfach im westlichen K., besonders bei Tambuk.

Die Bevölkerung, auf 9 Mill. geschätzt, ist im W. am dichtesten. Den Hauptteil bilden die Türken, die aber nicht reine Nachkommen der Osmanen sind, sondern körperlich drei verschiedene Typen aufweisen. einen armenischen Typus im Innern, einen hellenischen im W. und einen semitischen im S. Die Türken haben den ältern Bewohnern Kleinasiens ihre Sprache und Religion aufgedrängt, sind aber physisch mit ihnen verschmolzen. 1/20 der Bewohner sind Griechen, die besonders im Küstengebiet und in Kappadokien ansässig sind und nebst den Armeniern und Juden den Handel vermitteln. Außerdem finden sich Turkmenen, nomadisierende Jürüken, Kurden, Tscherkessen und Einwanderer aus den Balkanländern, wenig Araber und eine kleine Anzahl Zigeuner.

K. ist in bezug auf historische Erinnerungen und auf die Lage für den Handel mit keinem andern Lande des Orients zu vergleichen, obschon es sich infolge der Türkenherrschaft und der ständig andauernden Waldverwüstung in traurigem Zustande befindet. In der Entwickelung von Ackerbau und Viehzucht liegt die ganze Zukunft des Landes. Der Boden ist, mit Ausnahme der öden Strecken der Hochebene, ergiebig und zum Teil sehr fruchtbar; nie gedüngt und nur von einem sehr rohen Pflug aufgerissen, gibt er dennoch immer Frucht. Der Binnenhandel ist im Aufstieg; dem Verkehr fehlen Wasserwege aber ganz, auch die Landverbindungen sind mangelhaft, selbst die Chausseen nicht immer fahrbar. Die Küsten, außer der nördlichen, sind reich an Baien und Reeden, die sich für Handelsorte trefflich eignen; aber die meisten sind verödet und ohne Hafeneinrichtungen. Den Ausfuhrhandel vermitteln europäische, griechische und armenische Händler in den Hafenstädten.

Bald nach dem Krimkriege wandte sich englisches Kapital dem Eisenbahnbau in K. zu. Seit 1865 wurden Eisenbahnen in 2165 km Gesamtlänge gebaut. Die älteste Linie ist die 521 km lange Aidinbahn, deren Bau von Smyrna nach Aidin (140 km) 1856 begonnen wurde, erst später wurde die Linie bis Diner weitergeführt und die kleinern Zweiglinien Torbali-Tireh, Baïndir-Ödemisch (zusammen 504 km) vollendet. Die Erbauung der Smyrna-Kassababahn (266 km) wurde 1866 genehmigt und im selben Jahr die Strecke bis Kassaba (94 km) eröffnet. Dann übernahm die türkische Regierung die Weiterführung der Bahn nach Alaschehr, überließ sie aber 1. März 1878 der englischen Gesellschaft, die die Zweigbahnen Manissa-Soma (92 km) und Smyrna-Burnabad hinzufügte und 1892 auch die Erlaubnis zur Fortsetzung der Hauptbahn von Alaschehr nach Afiun Karahissar (250 km) erlangte. Doch machte die Bahn schlechte Geschäfte und ging in den Besitz einer französischen Gruppe über. Die dritte Linie (65 km) geht von Mersina am Golf von Iskanderun nach Adana. In deutschen Händen befinden sich die ungleich wichtigern Anatolischen Bahnen, deren erste Strecke von Haidar Pascha (am Bosporus) bis Ismid (93 km) 1870 von der türkischen Regierung erbaut, jedoch bald darauf an eine englische Gesellschaft verpachtet wurde. Als aber die Deutsche Bank in Berlin 1888 die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer an diese Linie bei Ismid sich anschließenden Bahn über Eskischehr bis Angora (485 km) von der Pforte erlangte, wurde ihr zugleich die Strecke Haidar Pascha-Ismid gegen eine Zahlung von 6 Mill. Fr. überlassen. Der Bau der Ismid-Angorabahn wurde von der Deutschen Gesellschaft für den Bau der kleinasiatischen Bahnen zu Frankfurt a. M. 1889 begonnen; am 31. Dez. 1892 konnte die ganze Strecke eröffnet werden. Das Grundkapital der Gesellschaft besteht aus 45 Mill. Fr. Aktien und 80 Mill. Fr. 3 proz. Obligationen. Die Fortsetzung der Anatolischen Bahn von Angora nach Kaisarie (425 km) und der Bau einer Zweigbahn von Eskischehr nach Konia (444 km) wurde 1893 gestattet, die letzte Strecke ist in ihrer ganzen Länge bereits 28. Juli 1896 dem Betrieb übergeben worden. Für sämtliche Bahnen hat die türkische Regierung eine Garantie für die jährlichen kilometrischen Bruttoeinnahmen übernommen, für die Strecke Haidar Pascha-Ismid 10,700 Fr., für die Strecke Ismid-Angora 15,000, für die Strecke Angora-Kaisarie 17,800, für die Strecke Eskischehr-Konia 73,800 Fr. Die Weiterführung der Anatolischen Bahn von Kaisarie über Siwas, Charput, Diarbekr, Mardin und Mossul oder von Konia über Adana und Aleppo nach Bagdad wird vorbereitet (s. Bagdadbahn). Eine 42 km lange Bahn verbindet den Hafenort Mudania mit Brussa, ihr Weiterbau nach Tschitli wird geplant.

Bei den Byzantinern erhielt K. den Namen Anatole (türk. Anadoly), d. h. »Land gegen den Ausgang«, eine Bedeutung, die auch der bei den Abendländern besonders für den Westrand übliche Name Levante hat. Administrativ zerfällt K. in neun Wilajets: Chodawendikjâr, Archipel, Aïdin, Angora, Konia, Kastamuni, Trapezunt, Siwas und Adana, zwei selbständige Mutessarifliks Ismid und Bigha und den asiatischen Teil des Wilajets Konstantinopel. Die antike Einteilung gliederte das Land: in das Binnenhochland mit den Landschaften Phrygien, Galatien, Lykaonien und im O. Kappadokien; in das pontische Randland mit Pontus im O., Paphlagonien in der Mitte und Bithynien im W.; in die westliche Abdachung mit Mysien im N., Lydien in der Mitte und Karien im S.; in den taurischen Südrand mit Lykien, Pamphylien, Pisidien und Kilikien. Letzterer vorgelagert ist Cypern; vor der Westküste liegen zahlreiche von Griechen bewohnte Inseln, als Rhodos, Kos, Ikaria, Samos, Chios, Lesbos, Tenedos etc.[116]

[Geschichte.] In der Geschichte ist das nie politisch geeinte K. als Übergangsglied vom Morgenland zum Abendland von Bedeutsamkeit, weil es von jeher Kampfplatz und Beute der sich hier in Krieg und Handel begegnenden Völker gewesen ist. Selbständige Reiche der Halbinsel waren immer nur vorübergehende Gebilde, die fremden Eroberern unterlagen. In ältester Zeit waren die Reiche der Phryger und der Lydier mächtig, und der mit griechischen Kolonien bedeckte Westrand war eine Stätte blühenden Handels und reger geistiger Entwickelung. Nach dem Sturze des lydischen Reiches 546 v. Chr. wurde K. mit dem Perserreich vereinigt. Um die griechischen Städte war zwischen Persern und europäischen Griechen langer Streit, bis Alexander durch seinen Siegeszug (333) auch diese Halbinsel in Besitz nahm. Nach seinem Tode 323 ward sie teils eine Provinz des syrischen Reiches, teils entstanden einzelne kleine Königreiche, wie Pergamon, Bithynien, Pontos, Kappadokien u. a. Die Römer betraten K. zuerst 190 im Kriege gegen Antiochos III. und machten 133 den nordwestlichen Teil unter dem Namen Asia zur Provinz. Nach den mithradatischen Kriegen wurde 63 v. Chr. ganz K. dem Römischen Reiche einverleibt. Handel und Ackerbau erhoben sich zu frischer Blüte; es wurden neue Städte erbaut und alte verschönert. Die Blütezeit reicht noch in das christliche Zeitalter hinein, wo in K. die sieben Kirchen Asiens entstanden, die zerstreuten Gemeinden der Apostel sich bildeten und die Konzile zu Nicäa und Chalcedon gehalten wurden. Bei der Teilung des römischen Reiches in eine östliche und eine westliche Hälfte (395) fiel K. an das Ostreich. Bald nach dem Aufkommen des Islams wurde es mehrfach von arabischen und turanischen Horden überfallen und stückweise besetzt; dennoch konnten die Seldschuken, die im 11. Jahrh. eindrangen und hier das Sultanat von Ikonion gründeten, erst vom Ende des 13. Jahrh. an die Zivilisation ertöten, besonders, nachdem Osman im 14. Jahrh. in Bithynien ein selbständiges Reich errichtet hatte. Mit der Eroberung Brussas durch seinen Sohn Murad beginnt das neue, osmanische Reich. Das Land sank unter der Türkenherrschaft so tief wie wenig andre. 1400 und 1402 überschwemmte es Timur mit seinen Mongolen (s. Angora); danach befestigten sich die Türken durch die Eroberung Konstantinopels und Trapezunts. Seitdem haben willkürlich schaltende Paschas das Land unablässig ausgesogen, und die einst mit prachtvollen Städten besetzte Halbinsel befindet sich in einem Zustand der Verwilderung und des Elends. Trotzdem ist K. die wichtigste und immer noch bevölkertste Provinz der asiatischen Türkei. – Über die neuern Forschungsreisen in K. vgl. Asien, S. 873 s. Vgl. auch den Artikel »Deutsche Gesellschaft für die wissenschaftliche Erforschung Anatoliens« (Bd. 4, S. 691).

Vgl. Cramer, Description of Asia Minor (Oxf. 1832, 2 Bde.); Texier, Asie Mineure (Par. 1838, 6 Bde.); Hamilton, Researches in Asia Minor (Lond. 1842, 2 Bde.); Vivien de Saint-Martin, Asie Mineure (Par. 1845, 2 Bde.); Tschichatschew, Asie Mineure (das. 1853–69, 4 Tle. in 8 Bdn.); van Lennep, Travels in little known parts of Asia Minor (Lond. 1870, 2 Bde.); v. Scherzer, Smyrna etc. (Wien 1873; 2. Aufl. der französischen Bearbeitung, Leipz. 1880); Seiff, Reisen in der asiatischen Türkei (das. 1875); Tschichatschew, Kleinasien (das. 1887); »Reisen im südwestlichen K.« (Bd. 1 von Benndorf und Niemann; Bd. 2 von Petersen und Luschan, Wien 1889); Humann und Puchstein, Reisen in K. und Nordsyrien (Berl. 1890, mit Atlas); V. Cuinet, La Turquie d'Asie (Par. 1891–94, 4 Bde.); Ramsay, Historical geography of Asia Minor (Lond. 1890); E. Naumann, Vom Goldenen Horn zu den Quellen des Euphrat (Münch. 1893); Menz, Deutsche Arbeit in K. (Berl. 1892); G. Deschamps, Sur les routes d'Asie (Par. 1894); Sarre, Reise in K. Forschungen zur seldschukischen Kunst und Geographie des Landes (Berl. 1896); C. v. d. Goltz, Anatolische Ausflüge (das. 1896); Kannenberg, Kleinasiens Naturschätze (das. 1897); Hirschfeld, Aus dem Orient (das. 1897); Oberhummer und Zimmerer, Durch Syrien und K. (das. 1899); Herrmann, Anatolische Landwirtschaft (Leipz. 1900); Lindau, An der Westküste Kleinasiens (Berl. 1900); Fitzner, Anatolien, Wirtschaftsgeographie (das. 1902), Aus K. und Syrien (Rost. 1904, 2 Bde.) und Niederschlag und Bewölkung in K. (Ergänzungsheft 140 zu »Petermanns Mitteilungen«, Gotha 1902); Schaffer, Cilicia (ebenda, Nr. 141,1903); Strzygowski, K., ein Neuland der Kunstgeschichte (Kirchenaufnahmen von Crowfoot und Smirnow, Leipz. 1903); Reisehandbücher: von Murray-Wilson (Lond. 1895), Meyers Reisebücher: Griechenland und K. (5. Aufl., Leipz. 1901); Karten: H. Kiepert, Spezialkarte vom westlichen K., 1:250,000, 15 Blatt (Berl. 1890–92); E. Friedrich, Übersichts-, Handels- und Produktionskarte (Halle 1898); Ruge und Friedrich, Archäologische Karte von K. (das. 1899); R. Kiepert, Karte von K., 1:400,000, 24 Blatt (das., seit 1901 im Erscheinen); v. Diest, Karte des nordwestlichen K., 1:500,000, 4 Blatt (das. 1901–04); Huber, Carte de l'empire Ottoman, 1:1,500,000 (1902).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 115-117.
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