Artikel in der Wikipedia: Bonn
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246. Bonn.
246. Bonn.

[240⇒] Bonn, Stadt im preuß. Reg.-Bez. Köln, am l. Rheinufer, (1900) 50.736 E., Garnison, Land- und Amtsgericht, Oberbergamt, Handelskammer, Münster, kurfürstl. Schloß, jetzt Sitz der Universität (1818 gegründet) mit landw. Akademie in Poppelsdorf, Provinzialmuseum, Rheinbrücke (1898), Provinzialirrenanstalt. [⇐240]

Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 240.
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[205⇒] Bonn, Stadt (Stadtkreis) im preuß. Regbez. Köln, liegt in reizender Gegend am linken Ufer des Rheins, über den hier eine 1898 vollendete schöne Brücke nach dem gegenüberliegenden Beuel führt, 50 m ü. M. ist Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Köln-Koblenz und andrer Linien und hat 2 evangelische und 6 kath. Kirchen, eine englische Kirche und eine Synagoge. Unter den katholischen Kirchen ist das Münster, ein imposanter Tuffbau mit fünf Türmen (der Mittelturm 95 m hoch), die älteste und ausgezeichnetste.

Wappen von Bonn.
Wappen von Bonn.

Es ist teils im romanischen, teils im sogen. Übergangsstil erbaut, stammt in seiner jetzigen Form aus dem 11. bis 13. Jahrh. und ist seit 1847 restauriert. Die übrigen Kirchen sind: die Stiftskirche, 1879–81 neu erbaut, die Jesuitenkirche von 1693, die Minoritenkirche (1278–1318 erbaut), die Herz-Jesukirche von 1862 u. die 1892 vollendete Marienkirche. Von hervorragenden Profanbauten sind zu nennen: das 1717, bez. 1777 erbaute ehemalige kurfürstliche Schloß (jetzt Universität), das Rathaus (von 1737), das Theater, das Haus von E. M. Arndt in der schönen Koblenzer Straße, Beethovens Geburtshaus in der Bonngasse. Auf dem Münsterplatz steht Beethovens Bronzestandbild (von Hähnel modelliert) und auf dem sogen. Alten Zoll, einer ehemaligen Bastion, jetzt Gartenanlage am Rhein, das Arndtdenkmal (von Afinger). Sonst besitzt die Stadt noch ein Denkmal des altkatholischen Bischofs Reinkens. B. hat (1900) mit der Garnison (Königs-Husarenregiment Nr. 7 und ein Infanteriebataillon Nr. 160) 50,736 Einw., davon 10,937 Evangelische und 877 Juden. Die Industrie ist vertreten durch eine Steingutfabrik und Kunsttöpferei, Jutespinnerei und-Weberei, Dampfsägewerke, Fabriken für Fahnen, Zement, Besenwaren aus Reisstroh, Korbmöbel etc., Bierbrauerei, Gerberei, Obst- und Gemüsebau etc. Der Handel, unterstützt durch die Handelskammer, eine Reichsbanknebenstelle, die Bonner Bank und andre Bankinstitute, ist besonders lebhaft in Wein. Unter den wissenschaftlichen Anstalten nimmt die Universität (s. unten) die erste Stelle ein; sie zählte im Wintersemester 1902/1903: 159 Dozenten und 2214 Studierende. Das Universitätsgebäude enthält die Bibliothek von über 230,000 Bänden, die Münzsammlung (ca. 4000 römische u. griechische Münzen) und das rheinische Museum für vaterländische Altertümer, das physikalische Institut und die schöne Aula mit großen Freskobildern. Außerdem gehören zur Universität: das akademische Kunstmuseum (1884), ein chemisches Laboratorium (1868 vollendet), eine Anatomie, ein physiologisches, ein pathologisches und pharmakologisches Institut, 5 klinische Anstalten und eine Sternwarte. In dem benachbarten Poppelsdorfer Schloß (s. Poppelsdorf) am Fuße des Kreuzbergs befindet sich das naturhistorische Museum sowie das botanische Institut der Universität. In einem dem Schloß gegenüberliegenden Gebäude sind die landwirtschaftliche Akademie und das dazu gehörige chemische Laboratorium untergebracht. An sonstigen Bildungsanstalten hat B. ein katholisches Konvikt (Collegium Albertinum), ein königliches und ein städtisches Gymnasium, letzteres verbunden mit Oberrealschule, ferner ein Provinzialmuseum, eine Privatirrenanstalt, [⇐205][206⇒] eine städtische Irrenanstalt, 2 Waisenhäuser, eine Provinzialirrenanstalt etc. Der Naturhistorische Verein für Rheinland und Westfalen, die Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, der Verein von Altertumsfreunden im Rheinland, der Landwirtschaftliche Verein für die Rheinprovinz u. a. haben hier ihren Sitz. Auch befinden sich daselbst ein Oberbergamt, ein Land- und Schwurgericht und das Landratsamt für den Landkreis B., die Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz sowie der altkatholische Bischof. Die städtischen Behörden zählen 5 Magistratsmitglieder und 30 Stadtverordnete. In der mit den prachtvollsten Promenaden geschmückten Umgebung der Stadt ist zunächst der alte Kirchhof (vor dem Sternentor im W.) mit der 1847 von der Kommende Ramersdorf hierher versetzten zierlichen Deutsch-Ordenskapelle (aus dem 13. Jahrh.) wegen seines Reichtums an Gräbern berühmter Männer (B. G. Niebuhr, A. W. v. Schlegel, die Gebr. Boisserée, R. Schumann, E. M. Arndt u. a.) bemerkenswert. Auch ruhen daselbst Schillers Gattin Charlotte (gest. 1826) und Schillers ältester Sohn, Ernst (gest. 1841). Ein Kriegerdenkmal in karrarischem Marmor (1877 von Küppers in Rom) und ein monumentaler Brunnen nach Afinger (1879) zieren den Kirchhof. Außerdem sind der Kreuzberg mit einer 1627 erbauten berühmten Wallfahrtskirche und schöner Aussicht, weiter entfernt Godesberg, Rolandseck, der Drachenfels etc. Glanzpunkte in der Umgebung der Stadt. Neuere Ausgrabungen haben einen Teil des umfangreichen römischen Castrum am Rhein bloßgelegt. – Zum Bezirk des Landgerichts B. gehören die neun Amtsgerichte zu B., Eitorf, Euskirchen, Hennef, Königswinter, Lechenich, Rheinbach, Siegburg und Waldbröl.

B. ist römisch-keltischen Ursprungs. An die von Tacitus erwähnten »Castra Bonnensia«, die Drusus gegründet haben soll, lehnte sich ein (vorrömischer) keltischer Ort B. an. 70 n. Chr. wurden in der Nähe die Römer unter Herennius Gallus von den Batavern geschlagen. Im 4. Jahrh. zerstört, wurde die Stadt durch Kaiser Julian wieder aufgebaut, dann aber in den Kämpfen der Völkerwanderung öfter, zuletzt 869 von den Normannen, verwüstet. Hier schloß Heinrich I. mit König Karl von Frankreich 921 einen Freundschaftsbund. Befestigt wurde die Stadt vom Erzbischof Konrad von Hochstaden, und Engelbert II. von Falkenburg, von den Kölnern vertrieben, verlegte um 1265 seinen Wohnsitz nach B., das auch bis 1794 erzbischöfliche Residenz blieb. Die Stadt wurde 1673 von den Kaiserlichen und Niederländern, 1689 vom Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg, im Spanischen Erbfolgekrieg von Marlborough und dem Holländer Coehoorn erobert. 1717 wurden die Festungswerke geschleift. Im Oktober 1794 wurde B. von den Franzosen besetzt, kam durch den Lüneviller Frieden 1801 an Frankreich und 1814 an Preußen. Die schon 1777 begründete und 1786 eröffnete Universität wurde von Napoleon I. aufgehoben und erst 18. Okt. 1818 von König Friedrich Wilhelm III. wiederhergestellt. Vgl. Ritter, Entstehung der drei ältesten Städte am Rhein: Köln, B. und Mainz (Bonn 1851); Hundeshagen, Die Stadt und Universität B. (das. 1852); Hesse, Geschichte der Stadt B. während der französischen Herrschaft 1791–1815 (das. 1879); v. Sybel, Die Gründung der Universität B. (das. 1868); »Bilder aus der Geschichte von B.« (hrsg. von Hauptmann, das. 1887–97, 9 Tle.); Führer von Hesse (10. Aufl. 1901) und Hauptmann (1900). [⇐206]

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 205-206.
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[74⇒] Bonn, 1) Kreis im Regierungsbezirk Köln der preußischen Rheinprovinz, sonst zum Erzstift Köln gehörig; hat fast 5 QM. u. 56,000 Ew.; meist am linken Rheinufer; 2) Hauptstadt darin am Rhein u. der Köln-Koblenzer Eisenbahn; der Verkehr über den Rhein wird durch eine fliegende Brücke vermittelt; 5 Kirchen, darunter das Münster, mit eherner Bildsäule der St. Helena als Mitstifterin, eins der prächtigsten Werke romanischen Baustyls, stammt zum Theil aus dem 11., zum Theil aus dem 12. u. 13. Jahrh., hat einen Haupt- u. vier Eckthürme. B. hatte schon seit 1777 eine Akademie, die, 1786 zur Universität umgewandelt, unter der französischen Herrschaft zu Grunde ging; am 18. October 1818 wurde vom König Friedrich Wilhelm III. die preußische Rheinuniversität (mit 5 Facultäten, darunter einer protestantischen u. katholischen theologischen) daselbst gestiftet; das ehemalige kurfürstlich-kölnische Schloß wurde als eins der großartigsten Universitätsgebäude in Deutschland dazu eingerichtet u. ausgebaut. In demselben befinden sich außer den Hörsälen u. der mit Fresken (von Götzenberger, P. H. Hermann u. E. Förster) geschmückten Aula viele Sammlungen; eine Bibliothek mit 150,000 Bänden, eine Archäologische Sammlung, eine Sammlung von Gypsabgüssen u. antiken Bildwerken, ein Physikalisches Cabinet etc. Eine sehr reiche Naturaliensammlung befindet sich in dem Stunde entfernten, durch schöne Alleen mit B. verbundenen Poppelsdorfer Schlosse, welches 1848 zu einer landwirthschaftlichen Lehranstalt (zur Universität gehörig) eingerichtet u. mit einem Botanischen Garten umgeben ist. An der Poppelsdorfer Allee liegt die Sternwarte u. in dem sich hinter dem Universitätsgebäude ausbreitenden Hofgarten die Klinik. Die Hochschule wird jährlich von 900–1000. Studenten besucht u. hat gegen 100 Lehrer. B. ist Sitz der Kreisbehörden u. eines Oberbergamtes, der Niederrheinischen Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde, hat ein Museum rheinischer u. westfälischer Alterthumer, Landwirthschaftlichen Verein, Verein der Alterthumsfreunde, Männergesangverein etc., 1 Gymnasium, mehrere Elementarschulen. Auf dem Münsterplatze befindet sich das eherne Denkmal des hier geborenen Beethoven, auf dem Friedhofe der Stadt Niebuhrs Denkmal. Die Stadt hat 18,000 Ew. außer der Garnison. Ihre Gewerbthätigkeit beschränkt sich auf Baumwollenspinnerei, Steingut, Vitriol-, Seifen- u. Tabaksfabrikation, Porzellanmalerei u. Schifffahrt; in der Umgebung der Stadt Baumzucht, Wein- u. Bergbau (Braunkohlen). Die Stadt hat sich in den letzten Jahren namentlich nach der Südseite ausgedehnt, wo die Koblenzer S. raße, mit prächtigen Hotels besetzt, den elegantesten Stadttheil bildet. Die reizende Lage der Stadt mit de: prachtvollen Aussicht auf das Siebengebirge (vom alten Zoll aus) u. das rege literarische Leben hat viele reiche Privatleute vermocht, sich hier niederzulassen; von Fremden haben sich hier vorzugsweise Engländer angesiedelt, sowie auch mehrere englische Erziehungsinstitute entstanden sind. – B., bei den Römern Bonna, wird erst seit 69 n. Chr. als fester Ort im Lande der Ubier (Germania secunda) genant u. war ein Stützpunkt der Römer gegen die Bataver u. daher stets Standquartier einer römischen Legion; Drusus schlug bei B. eine Brücke über ten Rhein. Um B. soll St. Maternus das Christenthum im 1. Jahrh. gepredigt u. eingeführt haben. Im 4. Jahrh. wurde es bei der Wahl des Gegenkaisers Silvanus zerstört, jedoch von Julian wieder erbaut u. befestigt. Später litt es durch die Hunnen, Franken, Sachsen u. Normänner sehr; 926 u. 936 schoß Heinrich I. mit Karl dem Einfältigen u. Rudolf hier einen Vertrag, wodurch Lothringen wiedr an Deutschland kam; 942 war hier eine große Smode; 1240 erhielt es Stadtmauern, die später Festungswerke wurden; seit 1273 war es Residenz des Kurfürsten von Köln bis 1794. B. litt viel im Truchseßschen Krieg im 16. Jahrh.; 1587 wurde es von Martin Schenk, dem niederländischen Parteigänger, besetzt, 1588 von den Spaniern wiedergenommen u. dem Kurfürsten Ernst von Baiern übergeben; 1673 hielten sich die Franzosen gegen die Holländer, Spanier u. Österreicher in B., das damals starke Festung war; 1689 nahm es der Große Kurfürst mit den Brandenburgern nach einem Bombardement u. 1703 die Holländer unter Coehorn; bis 1715 blieben die Holländer hier, worauf es die Kölner wieder besetzten. 1717 wurden die Festungswerke zum Theil geschleift u. dagegen das kurfürstliche Schloß erbaut. B. wurde 1802 durch den Luneviller Frieden französisch, 1814 kam es wieder unter deutsche Herrschaft, u. zwar durch den Wieder Congreß an Preußen. 3) Dorf im Schweizercanton Freiburg, 2 Stunden von der Stadt Freiburg an der Saane, mit einem Schwefelquell u. Badeinrichtungen. [⇐74]

Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 74.
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[612⇒] Bonn, Stadt in der preuß. Rheinprovinz. Reg.-Bez. Köln, am linken Rheinufer, mit 17600 E., Münster, Universität und Gymnasium, lebhaftem Handel und Verkehr, Seidenmanufakturen. Fabriken von Twist, Seife und Tabak. – Die Universität besteht seit 1786, ward während der franz. Herrschaft aufgehoben und erst 1818 wieder erneuert. Sie ist sehr reich an wissenschaftlichen Anstalten, mit einer gegen 150000 Bände haltenden Bibliothek. naturwissenschaftlichen Sammlungen, botanischem Garten, Sternwarte, vorzüglichen klinischen Anstalten, Museum für Alterthümer. Das Universitätsgebäude. einst kurfürstl. Residenzschloß, ist eines der schönsten in Europa; Denkmal Beethovens, der in B. geb. wurde. [⇐612]

Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 612.
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Bonn

[295⇒] Bonn, Kreisstadt mit 11,900 Einw. im Regierungsbezirk Köln, der preuß. Provinz Rheinland, liegt überaus freundlich auf einem sanften Abhange am linken Rheinufer und am Ausgange der Gebirge, welche bis dahin das Rheinthal einschließen und die sich am rechten Ufer mit dem romantischen Siebengebirge, am linken mit dem Godesberge endigen, der früher Wodansberg geheißen haben soll.

B. hat vier katholische Kirchen, unter denen sich die hier umstehend abgebildete alte Münsterkirche besonders auszeichnet, und seit 1817 eine evangelische Kirche, ist der Sitz eines Oberbergamts, der kön. Rheinuniversität, eines Gymnasiums und anderer Bildungsanstalten. B. ist aus einem von den Römern erbauten festen Schlosse entstanden, das im 4. Jahrh. zerstört, später indessen wieder aufgebaut und allmälig zur Stadt erweitert wurde. Seit dem 13. Jahrh. bis 1794 war es Residenz [⇐295][296⇒] der Kurfürsten von Köln, hatte im 17. und 18. Jahrh. wiederholt harte Belagerungen auszustehen, wobei seine alterthümlichen Gebäude fast sämmtlich zerstört wurden, 1717 aber wurden seine Festungswerke großentheils geschleift und aus den Steinen das kurfürstliche Schloß erbaut, welches jetzt von der am 18. Oct. 1818 neugegründeten Universität benutzt wird, der auch vorzüglich zu naturwissenschaftlichen Zwecken das unweit der Stadt gelegene ehemalige Lustschloß Poppelsdorf eingeräumt worden ist, bei dem sich der botanische Garten befindet. Die Universität besitzt auch eine katholisch-theologische Facultät und viele wissenschaftliche Sammlungen und Anstalten, ferner ein Kunstmuseum und ein Museum deutscher und röm. Alterthümer, welches durch Nachgrabungen in der Umgegend vielfach bereichert worden ist. Von 1794–1814 gehörte B. mit dem linken Rheinufer zum franz. Kaiserthume, nach dessen Untergange es an Preußen fiel und seitdem an Wohlstand fortwährend zugenommen hat. [⇐296]

Quelle: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 295-296.
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[132⇒] Bonn, eine reizende Stadt am linken Ufer des Rheins, von den letzten Höhen des Siebengebirges umgeben, mit 12,000 Einwohnern, hat eine schöne Münsterkirche, ein Schloß, Universitätsgebäude, Römer-Platz etc. Man findet römische Alterthümer. Merkwürdig sind hie Bibliothek, das Museum, Akademie der Naturforscher. Es gibt hier Baumwoll-, Seiden-, Vitriol- und Seifenfabriken; – der Handel ist lebhaft. [⇐132]

Quelle: Damen Conversations Lexikon, Band 2. Leipzig 1834, S. 132.
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[131⇒] * Bonn ist durch den Lüneviller Frieden auch bei Frankreich geblieben, und gegenwärtig der Hauptort eines Arrondissements im Departement Rhein und Mosel; hat eine sehr angenehme und fruchtbare Gegend, und zu dem schönen Lustschlosse Clemensruhe führt eine vierfache, 1200 Schritt lange Allee. – Die Akademie, welche 1777 gestiftet und 1786 zu einer Universität erhoben worden war, wurde 1798 in eine Centralschule und 1802 in ein Lyceum verwandelt. [⇐131]

Quelle: Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 7. Amsterdam 1809, S. 131.
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[165⇒] Bonn, eine nicht sehr große aber sehr volkreiche Stadt am Rhein (man zählt gegen 11000 Menschen darin), im Erzstift Cölln; die churfürstliche Residenz, so wie der Sitz der Landesregierung, der andern Collegien, und einer Universität, welche 1786 feierlich eingeweiht wurde. Es war 7. Oct. 1794, daß die Franzosen in Bonn einzogen. [⇐165]

Quelle: Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 1. Amsterdam 1809, S. 165.
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