Deutsche Philologie

[725] Deutsche Philologie (Germanistik), das methodische Studium der Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, als selbständige Wissenschaft erst seit dem Anfang des 19. Jahrh. vorhanden. Vgl. R. v. Raumer, Geschichte der germanischen Philologie, vorzugsweise in Deutschland (Münch. 1870); v. Bahder, Die d. P. im Grundriß (Paderb. 1882).

[Die Behandlung der ältern Sprache und ihrer Denkmäler.] Einzelne Männer allerdings beschäftigten sich schon im 17. und 18. Jahrh. mit der Herausgabe und Erklärung altdeutscher Schriftwerke; wir nennen vor allen Goldast und Franz Junius, den ersten Herausgeber des Ulfilas, aus dem 17. Jahrh.; aus dem 18. Eckhart (gest. 1730, Hauptwerk: »Commentarii de rebus Franciae orientalis«), Diederich von Stade, Palthen, Schilter (»Thesaurus antiquitatum teutonicarum«) und Scherz. Während die Tätigkeit dieser letztern besonders auf das Althochdeutsche gerichtet war, wurden nun in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. auch die Hauptwerke der mittelhochdeutschen Literatur herausgegeben von Bodmer und Breitinger und, im Anschluß an diese, von Chr. H. Myller (»Sammlung deutscher Gedichte aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert«, Berl. 1783–84, 3 Bde.). Einen neuen Aufschwung nahmen diese Studien im Anfang des 19. Jahrh., als nach Herders Vorgang durch die romantische Schule eine tiefere Auffassung der Kultur des Mittelalters angebahnt und durch die Befreiungskriege der deutsche Geist wieder erweckt wurde. F. H. v. d. Hagen begann seine fruchtbare Tätigkeit als Herausgeber, und G. F. Benecke erschloß zuerst ein tieferes Verständnis der mittelhochdeutschen Klassiker. Auch die Gebrüder Grimm hatten schon seit 1807 für die deutsche Altertumswissenschaft schriftstellerisch gewirkt, als durch das Erscheinen des ersten Bandes von Jak. Grimms »Deutscher Grammatik« (1819) die Forschung eine sichere Grundlage erhielt. Dieses epochemachende Werk, das alle bekannten ältern und neuern germanischen Sprachen historisch behandelt, erschien in 4 Bänden, von denen der letzte die Syntax des einfachen Satzes enthält; eine Weiterführung der Syntax hat Grimm nicht gegeben. Bald darauf wurde denn auch durch K. Lachmann die in der Schule der klassischen Philologie gewonnene Methode der Textkritik bei der Herausgabe mittelhochdeutscher Dichtungen (Hartmanns »Iwein«, Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Nibelungenlied) angewandt und die Metrik derselben in scharfsinniger Weise begründet. Auch seine Mitforscher und Nachfolger lieferten eine Reihe trefflicher Ausgaben. Von denjenigen, die mit und nach jenen Männern die deutsche Philologie bis zur Gegenwart weiter ausgebaut haben, sind als die hervorragendsten zu nennen: Wilhelm Grimm, Hoffmann von Fallersleben, Uhland, Schmeller, Graff, Maßmann, W. Wackernagel, M. Haupt, R. v. Raumer, Fr. Pfeiffer, Müllenhoff, Holtzmann, Zarncke, Bartsch, Weinhold, M. Heyne, W. Wilmanns, R. Heinzel, W. Scherer, Paul, Sievers. Eine nicht geringe Förderung erhielt die deutsche Grammatik von der ebenfalls erst aus diesem Jahrhundert datierenden, von F. Bopp begründeten Wissenschaft der vergleichenden Sprachforschung, die Jak. Grimm vor allem in seiner »Geschichte der deutschen Sprache« (t. Aufl., Berl. 1880) für die deutsche Sprachwissenschaft verwertete. Kurze Überblicke über die Gesamtentwickelung unsrer Sprache gaben Behaghel, »Die deutsche Sprache« (2. Aufl., Leipz. 1902) und O. Weise, »Unsere Muttersprache« (3. Aufl., das. 1897). Zur Orientierung über das ganze Gebiet der deutschen Sprache dient der »Grundriß der germanischen Philologie« (hrsg. von H. Paul, 2. Aufl., Straßb. 1901ff.); eine grammatische Darstellung der deutschen Sprache in ihrer Entwickelung vom Gotischen und Althochdeutschen bis zur Gegenwart gibt Wilmanns »Deutsche Grammatik« (2. Aufl., Straßb. 1897ff.). Hilfsmittel zum Studieren des Alt- und Mittelhochdeutschen bieten: W. Wackernagels »Deutsches Lesebuch« (5. Aufl., Basel 1873) nebst dessen »Altdeutschem Wörterbuch« (5. Aufl., das. 1878); Schades »Altdeutsches Lesebuch« (Halle 1862) nebst dazugehörigem »Altdeutschem Wörterbuch« (2. Aufl., das. 1873–81); Braunes »Althochdeutsches Lesebuch« (5. Aufl., das. 1902) und »Althochdeutsche Grammatik« (2. Aufl., das. 1891). Im Gebiete der Lexikographie ist E. G. Graffs »Althochdeutscher Sprachschatz« (Berl. 1834–42, 6 Bde.; alphabetischer Index von Maßmann, 1846), worin die hochdeutschen Wörter aus den Quellen der frühesten Zeiten bis gegen das 12. Jahrh. gesammelt und etymologisch behandelt sind, als wichtige Erscheinung hervorzuheben. Für das Mittelhochdeutsche ist das umfassendste Werk dieser Art das »Mittelhochdeutsche Wörterbuch« (nach Beneckes Vorarbeiten ausgeführt von Müller und Zarncke Leipz. 1851–67, 4 Bde.). Ein »Mittelhochdeutsches Handwörterbuch«, das zu jenem großen Werke reichhaltige Ergänzungen liefert, gab Lexer heraus (Leipz. 1869–78); ein kurzer Auszug daraus ist Lexers »Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch« (5. Aufl., das. 1897). Als grammatisches Hilfsmittel für das Mittelhochdeutsche ist die »Mittelhochdeutsche Grammatik« von Weinhold (2. Ausg., Paderb. 1883) sowie die kürzere von Paul (5. Ausg., Halle 1900) zu nennen. Die mittelniederdeutsche Sprache wurde grammatikalisch von Lübben bearbeitet (»Mittelniederdeutsche Grammatik«, nebst Chrestomathie und Glossar, Leipz. 1882); ein Wörterbuch derselben gaben Schiller und Lübben (Brem. 1872–81, 6 Bde.) heraus.

[Neuhochdeutsche Grammatik.] Die ältesten grammatischen Behandlüngen der neuhochdeutschen Schriftsprache verfolgten den Zweck Anleitungen zum Lesen und Schreiben zu geben, so die durch vortreffliche phonetische Beobachtungen ausgezeichnete »Teutsche Grammatica« des Valentin Ickelsamer (um 1534) u. die »Orthographia« des Schlesiers Fabian Frangk (1531). Für Ausländer schrieb Albert Oelinger seine »Grammatica« (1574), die sich vielfach mit der des Laurentius Albertus deckt, während die zuerst 1578 erschienene »Grammatica« des Joh. Clajus, ganz auf Luthers Sprache gegründet, als eine lange und weitverbreitete Schulgrammatik der Einbürgerung des »Lutherschen Deutsch« auch im katholischen Süddeutschland Vorschub leistete. Im 17. Jahrh. ragt Schottels »Ausführliche Arbeit von der Teutschen Haubtsprache« (1663) durch Gründlichkeit und Gelehrsamkeit weit über alle Vorgänger hinaus, während Bödikers »Grundsätze der deutschen Sprache« (1690 u. ö.) größere praktische Bedeutung erlangten, bis seit 1748 Gottscheds »Deutsche Sprachkunst« zunächst die maßgebende Grammatik wurde. Eine gleiche Bedeutung erlangte die 1781 für die preußischen Schulen verfaßte »Deutsche Sprachlehre« von Adelung (6. Aufl. 1816), der 1782 ein[725] »Umständliches Lehrgebäude der deutschen Sprache« folgte. Doch wurden sie besonders durch I. Chr. A. Heyses Lehrbücher verdrängt; seine »Theoretisch-praktische deutsche Grammatik« (Hannov. 1814) verwertete in der Neubearbeitung von K. W. L. Heyse (»Ausführliches Lehrbuch der deutschen Sprache«, 1838–49, 2 Bde.), die inzwischen durch Grimms Grammatik erschlossenen Resultate der historischen Sprachforschung, und seine Schulgrammatik (zuerst 1816) bewährt sich in der wissenschaftlichen Neubearbeitung von Lyon (26. Aufl. 1900) auch heute noch. Gegenüber den Versuchen A. F. Beckers, die Grammatik nach logischen Gesichtspunkten zu konstruieren (»Schulgrammatik«, 1831; neue Ausg., Prag 1876; »Ausführliche deutsche Grammatik«, 1836–39, 2. Aufl. 1870), hat auch in der neuhochdeutschen Grammatik die historische Richtung gesiegt. Von den zahlreichen neuern Darstellungen seien erwähnt: Engelien, Grammatik der neuhochdeutschen Sprache (5. Aufl., Berl. 1902); Sütterlin, Die deutsche Sprache der Gegenwart (Leipz. 1900). Darstellungen der Syntax gaben unter andern Erdmann-Mensing (Stuttg. 1886–98), und Wunderlich: »Der deutsche Satzbau« (2. Aufl., Stuttg. 1901). Das Verhältnis zwischen Schriftsprache und Dialekt behandelte Socin (Heilbr. 1887); die »Geschichte der neuhochdeutschen Schriftsprache« schrieb H. Rückert (Leipz. 1875, 2 Bde.).

[Wörterbücher.] Den ersten Ansatz zu einem neuhochdeutschen Wörterbuch bildeten die deutsch-lateinischen alphabetischen Wörterverzeichnisse, die den lateinisch-deutschen Vokabularien beigefügt waren, und deren ältestes Gherardus de Schuerens »Vocabularius teuthonista« (Köln 1475) enthält. Später ließ man den deutsch-lateinischen Vokabular für sich erscheinen, was zuerst in dem durch K. Zeninger gedruckten »Vocabularius theutonicus« (Nürnb. 1482) geschah, auf den bald der »Vocabularius incipiens teutonicum ante latinum« (gegen 1500), ferner ein »Vocabularius primo ponens dictiones theutonicas« (Straßb. 1515) und u. d. T.: »Die Teutsch spraach« (Zürich 1561) ein die Schweizer Mundart darlegendes deutsch-lateinisches Wörterbuch von Maaler folgten. Dagegen war das »Dictionarium germanico-latinum« von P. Dasypodius wieder dessen »Dictionarium latino-germanicum« (Straßb. 1535 u. ö.) angehängt. Das erste eigentlich deutsche Lexikon war das Reimwörterbuch von Erasmus Alberus, das u. d. T.: »Novum dictionarii genus« (Frankf. 1540) erschien. Den vollständigen deutschen Sprachschatz aufzustellen, unternahm zuerst G. Henisch in seinem weitschichtig angelegten Werk »Teutsche Sprach und Weißheit«, von dem aber nur der erste, mit G abschließende Band (Augsb. 1616) im Druck erschien. Später legte I. G. Schottelius ein Verzeichnis der »Stammwörter der Teutschen Sprache« in seiner »Ausführlichen Arbeit von der Deutschen Hauptsprache« (Braunschw. 1663) nieder, und gegen den Schluß des Jahrhunderts folgte Kaspar Stielers alphabetisch nach Wurzeln und Stämmen (oft ziemlich wunderlich) geordneter, sehr reichhaltiger »Teutscher Sprachschatz« (Nürnb. 1691). Im 18. Jahrh. gab zuerst Steinbach sein ebenfalls nach Wurzeln und Stämmen geordnetes »Vollständiges deutsches Wörterbuch« (Bresl. 1734, 2 Bde.) heraus, das aber durch das dem Forscher noch heute nützliche »Teutsch-Lateinische Wörterbuch« von Frisch (Berl. 1741, 2 Bde.) verdunkelt wurde. Schon letzterer suchte dadurch, daß er die zusammengesetzten Wörter unter das erste Wort der Zusammensetzung in ihrer Reihenfolge ordnete, sich der rein alphabetischen Ordnung zu nähern. Streng und entschieden durchgeführt wurde dieselbe aber zuerst von I. Chr. Adelung in seinem großen »Grammatisch-kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart« (Leipz. 1774–86, 5 Bde.; 2. Aufl. 1793–1802, 4 Bde.), dem er ein »Kleines Wörterbuch für die Aussprache, Orthographie, Biegung und Ableitung« (das. 1788,2. Ausg. 1790) und einen Auszug aus dem Hauptwerk (das. 1793–1802, 4 Bde.) nachfolgen ließ. So einseitig und unhistorisch auch Adelung bei seinem Bestreben, den neuhochdeutschen Wortgebrauch zu regulieren, verfuhr, so standen doch die Wörterbücher der nächsten Zeit (Campe, Heinsius, Heyse u. a.) an Bedeutung hinter seinem großen Werke zurück, bis Jak. und Wilh. Grimm durch ihr »Deutsches Wörterbuch« auch die neuhochdeutsche Lexikographie auf historisch-wissenschaftliche Grundlage stellten. In seinen Anfängen durch freiwillige Mitarbeit bewährter Kreise unterstützt, jetzt durch das Deutsche Reich materiell gefördert, erscheint dies große nationale Werk seit 1852, nach dem Tode der Begründer in deren Geist von R. Hildebrand, K. Weigand, M. Heyne, M. Lexer, Ernst Wülcker u. a. fortgeführt. Es umfaßt den gesamten neuhochdeutschen Sprachschatz von etwa 1470 an bis auf die Gegenwart. Da neben sind noch zu nennen: das »Wörterbuch der deutschen Sprache« von D. Sanders (Leipz. 1860–1865,3 Quartbände), dessen »Handwörterbuch der deutschen Sprache« (5. Aufl., das. 1893) und »Ergänzungswörterbuch« (Stuttg. 1879–84), Dieffenbach-Wülckers »Hoch- und niederdeutsches Wörterbuch der ältern und mittlern Zeit zur Ergänzung der vorhandenen Wörterbücher« (Frankf. u. Basel 1874 bis 1885); das »Deutsche Wörterbuch« von K. Weigand (4. Aufl., Gießen 1882), von M. Heyne (Leipz. 1890–95, 3 Bde.), von H. Paul (Halle 1897). Ein vortreffliches »Etymologisches Wörterbuch« verfaßte F. Kluge (6. Aufl., Straßb. 1899). Synonymiken gaben EberhardVersuch einer allgemeinen deutschen Synonymik«, Halle 1795–1802, 6 Bde.; 4. Aufl. von Meyer, Leipz. 1853; und »Synonymisches Handwörterbuch«, das. 1802; 15. Aufl. von Lyon, das. 1896), WeigandWörterbuch der deutschen Synonymen«, 2. Aufl., Mainz 1852, 2 Bde.), Meyer (»Handwörterbuch deutscher sinnverwandter Wörter«, 5. Aufl., Leipz. 1863) und SandersWörterbuch deutscher Synonymen«, 2. Aufl., Hamb. 1882).

[Die deutsche Schrift.] Zu schriftlichen Aufzeichnungen in deutscher Sprache dienten in ältester Zeit die allen germanischen Stämmen gemeinsamen Runen (s.d.), die seit dem 3. Jahrh. n. Chr. nachzuweisen sind und wesentlich aus dem lateinischen Alphabet umgeformt waren. Sie dienten ausschließlich zum Einritzen und zu Einmeißeln auf Holz, Metall und Stein. Deutschland sind nur einige wenige Runeninschriften auf Geräten erhalten, während namentlich in Skandinavien die Steininschriften außerordentlich häufig sind. Mit der Einführung des Christentums wurde in Deutschland ebenso wie in den übrigen Ländern der römisch-kath. Kirche die lateinische Schrift auch zu allen Aufzeichnungen in der Nationalsprache benutzt, während die von der griechischen Kirche ausgehende Mission unter den Balkan-Goten naturgemäß zur Folge hatte, daß Ulfilas die Schrift, die er für die gotische Sprache wählte, an das griechische Alphabet anlehnte. Ein Unterschied in den Schriftzeichen für die lateinische und die deutsche Sprache hat das ganze Mittelalter hindurch nicht bestanden. Doch hat diese gemeinsame westeuropäische Schrift allmählich ihren Charakter geändert.[726] Während sie im frühern Mittelalter wesentlich die Züge der jetzt üblichen lateinischen Druckschrift, der sogen. Antiqua, hat, begann man seit dem Ausgang des 12. Jahrh. mehr und mehr die Rundungen in gebrochene Linien umzusetzen und die Enden der kräftig ausgesetzten Hauptlinien durch Spaltung oder Hinzufügen von Haarstrichen auszuzieren. Diese eckige und verschnörkelte Schrift, die im 13. und 14. Jahrh. ihre volle Entwickelung erreichte, wird Mönchsschrift oder, der Verwandtschaft ihres Kunststils mit der gleichzeitigen Baukunst gemäß, gotische Schrift genannt. Da sie auch die allgemeingültige Buchschrift des 15. Jahrh. war, so wurden nach ihr auch die Typen für den Buchdruck geschnitten, die zunächst ebensowohl für den Druck lateinischer wie deutscher Texte angewendet wurden. Dagegen führte in Italien die Renaissancebewegung zur Rückkehr zu der frühmittelalterlichen Antiquaschrift, und während diese bald bei allen romanischen Völkern, dann auch bei den Engländern ebensowohl für die Landessprache wie für das Lateinische angenommen wurde, entschloß man sich in Deutschland allmählich, sie für lateinische Texte zu verwenden, während man für die Nationalsprache doch die spätmittelalterliche Schrift beibehielt. Bei den übrigen germanischen und bei den westslawischen Nationen, die zunächst dieselbe Spaltung eintreten ließen, siegte doch größtenteils schließlich die Antiqua auch in der Anwendung auf die Landessprache. In Deutschland hat es zu keiner Zeit an entsprechenden Reformversuchen gefehlt, und bisher haben sie wesentlich nur den Erfolg gehabt, daß ein sehr großer Teil der wissenschaftlichen Literatur, vor allem die naturwissenschaftliche, medizinische und philologische, dagegen nur ein ganz geringer Bruchteil der populären Literatur in Antiqua gedruckt wird. Die Eigentümlichkeit der deutschen Schreibweise, nicht nur die Satzanfänge und Eigennamen, sondern auch alle Hauptwörter durch große Anfangsbuchstaben auszuzeichnen, hat sich nach vielen Schwankungen im 17. Jahrh. festgesetzt. Gegen sie wie gegen den Gebrauch der gotischen Schrift ist Jakob Grimm mit großer Entschiedenheit aufgetreten (vgl. sein »Deutsches Wörterbuch«, Bd. 1, S. LII f., und Sönnecken, Das deutsche Schriftwesen und die Notwendigkeit seiner Reform [Bonn 1881], sowie S. IV unsrer Schrifttafel beim Artikel »Schrift«).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 725-727.
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725 | 726 | 727
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