Schulen

[112] Schulen sind, im gewöhnlichsten Sinne des Wortes, Anstalten zum Unterrichte und zur Erziehung der Jugend. Wenn man nun Unterricht als diejenige Thätigkeit anerkennt, wodurch der Kundige dem Unkundigen nützliche Kenntnisse und Fertigkeiten beibringt, unter Erziehung aber die absichtliche und planmäßige Einwirkung auf die natürlichen Anlagen und Kräfte des menschlichen Körpers und Geistes versteht, welche deren Entwickelung und Veredelung gemäß der höhern Bestimmung des Menschen bezweckt, so ist hierdurch auch der Zweck aller Schulen genauer bezeichnet. Damit ist zugleich ausgesprochen, daß der Unterricht eigentlich nur ein Theil der Erziehung ist; gewöhnlich aber trennt man beide Begriffe, und versteht unter Erziehung im engern Sinne nur den Theil derselben, welcher den Unterricht nicht mit umfaßt. Wie jedoch schwerlich Derjenige den Namen eines Erziehers verdient, welcher nicht auch seinem Zöglinge Unterricht zu ertheilen versteht, so ist Der ein schlechter Lehrer, der nicht auch im engern Sinne erziehend auf den Schüler einzuwirken vermag. Der angegebene Zweck der Schulen kann nun zwar auch außerhalb derselben in einem gewissen Grade erreicht werden, wie dies vornehmlich die Geschichte der alten Völker beweist. Ja es würde sehr schlecht mit einer menschlichen Gesellschaft stehen, wo man Unterricht und Erziehung nur von den Schulen erwarten wollte. Vielmehr muß im häuslichen Kreise sowohl ehe das Kind die Schule besucht, als auch während dieses Zeitraums, auf die Ausbildung und Veredelung des jugendlichen Körpers und Geistes fortwährend hingewirkt werden. Auch ist erst vom Leben selbst, nach dem Austritte der Zöglinge aus den Unterrichts-oder Erziehungsanstalten die Vollendung der Erziehung zu erwarten, wie man ja auch sprüchwörtlich von einer »Schule des Lebens« redet. Aber dennoch sind die Schulen, namentlich bei dem jetzigen Zustande der menschlichen Gesellschaft und Bildung, ein unabweisbares Bedürfniß jedes nur einigermaßen über den Zustand der ersten Roheit emporgekommenen bürgerlichen Gemeinwesens. Auch lehrt die Erfahrung, daß grade diejenigen Länder, welche die meisten und besten Schulen besitzen, auch der in intellectueller und religiös-sittlicher Hinsicht gebildetsten Bevölkerung sich rühmen können. Denn vermöge der Wechselwirkung, die überall stattfindet, haben einerseits die Schulen den jetzigen höhern Culturzustand mit herbeigeführt, und andererseits hat das Menschengeschlecht grade auf dieser höhern Stufe geistiger Bildung das Bedürfniß, durch eigens dazu bestimmte Anstalten auf Erhaltung, Fortpflanzung und Vermehrung jenes geistigen Eigenthums hinzuwirken. Nur in sehr wenigen Fällen kann die Aufgabe der Schule auch außerhalb derselben theils im häuslichen Kreise, theils im Leben selbst an Einzelnen vollkommen gelöst werden. Wenigstens wird da, wo dies geschehen soll, der Privatunterricht und die Privaterziehung fast in allen wesentlichen Punkten der Thätigkeit des Lehrers in der Schule gleichen müssen. Was die männliche Jugend betrifft, so ist für dieselbe, wenn nicht körperliche oder geistige Schwäche oder örtliche Hindernisse entgegenstehen, der Besuch einer eigentlichen Schule, also einer mehr oder weniger öffentlichen Anstalt, in welcher Mehre zugleich unterrichtet werden, unbedingt zu empfehlen. Bei Mädchen, deren späteres Leben sich weniger auf dem Gebiete der Öffentlichkeit bewegen wird und welche schon die Natur, sowie der Zustand der bürgerlichen Gesellschaft mehr auf einzelnes als auf ein gemeinschaftliches Wirken hinweist, ist bloße Privaterziehung, wenn nur sonst die Verhältnisse ihre zweckmäßige Ausübung gestatten, weit weniger bedenklich. In den beiweitem meisten Fällen aber werden Ältern und deren Stellvertreter durch Mangel an Zeit, Tüchtigkeit, Luft oder Geldmittel verhindert werden, ihren Kindern und Pflegebefohlenen durch Das, was im häuslichen Kreise für dieselben gethan wird, die Schule entbehrlich zu machen. Wenn nun die Sorge für das Wohl der Völker die Aufgabe der Regierungen ist, jenes aber durch Bildung wesentlich gefördert wird, und Schulen wieder ein Hauptförderungsmittel dieser letztern sind, so ist es [112] Pflicht der Regierung jedes Staates, für Gründung und Erhaltung einer hinreichenden Anzahl zweckmäßig eingerichteter öffentlicher Erziehungsanstalten zu sorgen. Aber eben daraus geht auch das Recht des Staates hervor, das eigentliche Schulwesen sowol, als auch Alles, was die Stelle des Schulunterrichts und der Schulerziehung vertreten soll, zu beaufsichtigen (Schulinspection), nur muß dabei, wenn Misgriffe vermieden werden sollen, eine Zuziehung sach- und sachkundiger Männer stattfinden. Da ferner die Religiosität der Mittel- und Gipfelpunkt aller menschlichen Bildung ist, so kann und darf die Schule sich von der Kirche nicht losreißen wollen. Was man von Emancipation der Schulen genug und hier und da ziemlich laut gesagt hat, mag allerdings zum Theil gut gemeint sein und eines Grundes von Wahrheit nicht ermangeln; aber wenn die Kirche zuweilen ihren Einfluß auf die Schulen gemisbraucht hat, so folgt daraus nicht, daß dieser Einfluß ganz aufhören müsse, und wenn die letztere zum Gelingen ihrer Bestrebungen einer gewissen Freiheit bedarf, so kann dieselbe mit Anerkennung der kirchlichen Autorität und Unterordnung unter die Kirche recht wohl bestehen. Nur dann freilich werden beide Anstalten ihre gemeinschaftliche Aufgabe, Menschen zu bilden und zu veredeln, im segensreichen Zusammenwirken lösen, wenn Männer von gründlicher, pädagogischer Bildung und von humanem Charakter als Vertreter der Kirche die Schulen beaufsichtigen, und an dieser Erzieher arbeiten, welche ohne Dünkel die wahre Würde und Aufgabe ihres Berufs erkennen.

Obgleich nun alle Schulen, von der höchsten bis zur niedrigsten, dem gemeinsamen Zwecke der Jugendbildung dienen, so sind doch die einzelnen Arten dieser Anstalten mehr oder minder wesentlich voneinander unterschieden. Sie bezwecken nämlich entweder eine allgemein menschliche Ausbildung oder die Vorbereitung auf einen bestimmten Beruf, und zerfallen so in allgemeine und besondere; insofern ihnen aber das Ziel ihres Strebens höher oder tiefer gesteckt ist, theilen sie sich in höhere und niedere Schulen. Die wichtigsten Arten derselben sind etwa folgende: die Volksschule, deren untere Abtheilung die Elementarschule heißt und welche nach dem Geschlechte der Kinder in Knaben- und Mädchenschule zerfällt, umfaßt eigentlich alle Stadt-und Landschulen, in denen die Kinder, welche nicht schon früher eine höhere Anstalt besuchten, bis zu ihrer Confirmation unterrichtet werden. Von der Stadtschule unterscheidet sich die höhere Bürgerschule, als für die allgemeine Bildung der Kinder des höhern Bürgerstandes bestimmt, und die Realschule, welche Mittheilung der für höhere Berufsarten nothwendigen Sachkenntnisse zu ihrer Hauptaufgabe macht, was denn auch der Zweck der polytechnischen Schule ist, nur daß an diese noch höhere und bestimmter auf das praktische Leben gerichtete Anfoderungen gestellt werden. Dagegen soll das Gymnasium oder die Gelehrtenschule dem einstigen Gelehrten diejenige, namentlich sprachliche, Vorbildung gewähren, welche zu einem gründlichen Studium der Wissenschaften auf der Universität befähigt. Diese letztere, auch wol Hochschule genannt, nimmt als die öffentliche Unterrichtsanstalt, in welcher die gesammten Wissenschaften auf ihrem neuesten und höchsten Standpunkte gelehrt werden, und wo die Lernenden nur der erwachsenen männlichen Jugend angehören, unbestritten den ersten Rang unter allen Lehranstalten ein. Für gewisse Berufsfächer, welche eine höhere, mehr wissenschaftliche, aber doch nicht eigentliche gelehrte Bildung erfodern, wie für das Handels-, Forst-, Berg-, Militairwesen, für Ökonomie, Chirurgie, für mehre von den schönen Künsten (Malerei, Baukunst, Musik) gibt es besondere Unterrichtsanstalten, die man bald Schulen, bald Akademien genannt hat, die aber unter jedem Namen den Schulanstalten beizuzählen sind. Doch die Bedeutung und allmälige Entwickelung aller genannten Arten von Schulen, sowie des Schulwesens überhaupt wird durch eine kurze Darlegung der Geschichte desselben am klarsten sich herausstellen.

Bei den alten Völkern bestand ein Schulwesen, wie es die Gegenwart noch gar nicht kennt, obschon es an Anstalten, die für gemeinschaftliche Unterweisung und Erziehung Mehrer bestimmt waren, wenigstens nicht ganz fehlte. In der Regel erbten Kenntnisse, Fertigkeiten, Sitten und religiöser Glaube der Ältern durch kunstlose, oft wol kaum beabsichtigte Überlieferung auf die Kinder fort, ohne daß daran gedacht wurde, die letztern planmäßig zu unterrichten oder gar einer eigens dazu bestimmten Anstalt anzuvertrauen. Was dem Knaben die häusliche Erziehung nicht gewährte, das mußte er später im Leben selbst sich aneignen, und in Betreff des weiblichen Geschlechts hielt man es ziemlich allgemein für unnöthig, ja wol gar für bedenklich, demselben zu einer etwas höhern Bildung zu verhelfen. Bei denjenigen Völkern, bei denen die Kasteneintheilung bestand, wie bei den Indiern, Ägyptern und Babyloniern, war die Priesterkaste im Alleinbesitze aller Wissenschaft und sie ertheilte denn auch der Jugend aus den vornehmern Classen einen gewissen Unterricht, der mit unserm niedern und höhern Schulunterrichte Ähnlichkeit hatte. Auch von den Persern wird berichtet, daß sie Schulen gehabt. Doch scheinen Moral und Gymnastik (s.d.) die einzigen Gegenstände dieses Unterrichts gewesen zu sein; nur die Kinder der Vornehmsten wurden von den Magiern (s.d.) in eigentlichen Wissenschaften unterwiesen. Die Israeliten hatten schon vor der babylonischen Gefangenschaft ihre durch Samuel gestifteten Prophetenschulen, in denen jungen Leuten Gesetzeskunde und religiöse Dichtkunst und zugleich die zur Erlangung dieser Kenntnisse nöthigen Fertigkeiten des Lesens, Schreibens und der Musik gelehrt wurden. Die nach dem Exile errichteten Synagogen (s.d.) oder Judenschulen waren nur der religiösen Unterweisung und Erbauung Erwachsener gewidmet. Selbst bei den Griechen gab es weder für die zartere noch für die reifere Jugend der Masse des Volkes eigentliche Unterrichtsanstalten. Während der ganzen Blütezeit des griech. Volkes fehlte es jedoch in keiner bedeutendern Stadt des Landes an öffentlichen Plätzen, auf welchen die Jugend von Erwachsenern zu Leibesübungen angeleitet ward. Die geistige Bildung der Masse des Volkes blieb aber fortwährend vernachlässigt; denn nur die vornehmern und reichern Bürger konnten ihre Söhne theils selbst unterrichten, theils durch gebildete Sklaven unterrichten lassen. Überhaupt wurde bei den Griechen, wie bei den Römern, die Freiheit, Behaglichkeit und Bildung einiger Tausende von Bürgern nur durch die Sklaverei, das Elend und die Unwissenheit der übrigen weit zahlreichern Bevölkerung [113] erkauft, und bei den damaligen Staatseinrichtungen ward an Erreichung einer allgemeinen Bildung nicht gedacht. In Athen geschah das Meiste für geistige Bildung. Wichtiger als eine Art Winkelschulen, die dort schon um 400 v. Chr. bestanden, waren die Philosophenschulen, die um dieselbe Zeit besonders in Athen, aber auch in andern griech. Städten einer großen Blüte sich erfreuten. Die Jünglinge, vornehmlich der wohlhabendern Classen, ja selbst Männer und Greise umgaben hier als Schüler die Meister der Weltweisheit, zu welcher man außer der eigentlichen Philosophie fast alle damals bekannten Wissenschaften, namentlich auch die Theorie der Staatskunst und Beredtsamkeit rechnete. Die noch jetzt gebräuchlichen Benennungen für gewisse höhere Lehranstalten, Lyceum, Gymnasium und Akademie, bezeichneten ursprünglich Orte zu Athen, welche anfangs zu Leibesübungen bestimmt, später die Sitze philosophischer Schulen wurden, in welchen die Meister bald in zusammenhängender Rede, bald gesprächsweise ihre Schüler unterrichteten. Im alten Italien, bei den Römern, fand sich vor der Kaiserzeit derselbe Mangel an eigentlichen Schulen, wie in dem alten Griechenland. In der letzten Zeit der Republik fanden sich, besonders in der Hauptstadt, Winkelschulen vor, in denen aber nicht eben viel gelernt wurde. Seit der politischen Abhängigkeit und endlich völligen Unterjochung der Griechen durch die Römer benutzten manche von den erstern ihre wissenschaftliche Überlegenheit, um durch die Anlegung von Schulen, in denen die griech. Sprache, Literatur und Redekunst gelehrt wurden, in Rom sich ihren Unterhalt zu erwerben. Zur Zeit der höchsten Macht der röm. Republik und während der Kaiserzeit war es Sitte, daß die vornehmern jungen Männer nach Griechenland gingen, um dort die Bildung zu vollenden, die sie im väterlichen Hause und in den einheimischen Lehranstalten sich angeeignet hatten. Die Zahl der letztern mehrte sich besonders seit dem Kaiser Vespasian, welcher zuerst öffentliche Lehrer der Redekunst anstellte und besoldete, und seit der Mitte des 2. Jahrh. gab es auch in den größern Provinzialstädten sogenannte Kaiserschulen, die im 4. Jahrh. verbessert wurden, aber auch nur für die erwachsenere Jugend bestimmt waren.

Eine neue Periode des Schulwesens wurde durch den Sieg des Christenthums überall, wohin dasselbe drang, herbeigeführt. Treu den Grundsätzen seines erhabenen Stifters, sorgten die Vorsteher der christlichen Gemeinden dafür, daß auch das zarte Kindesalter eine planmäßige und für die höchste Bestimmung des Menschen ausbildende Unterweisung und Erziehung genösse; die religiösen und sittlichen Wahrheiten wurden Hauptgegenstand des Unterrichts, auch der Ärmste und Geringste ward zu demselben zugelassen, und das weibliche Geschlecht blieb nicht mehr zu einer geistigen Unmündigkeit verdammt. Die Geistlichen waren zugleich die Lehrer der Jugend, und so dürftig der in ihren Schulen ertheilte Unterricht auch mitunter sein mochte, der Keim einer echten Volksbildung fing damals an sich zu zeigen, und obwol oft in seiner weitern Entwickelung gefährdet, ist er doch endlich hie und da herrlich gediehen. Die künftigen Geistlichen wurden in sogenannten Katechetenschulen gebildet, unter welchen vom 2.–4. Jahrh. die von Alexandrien in Ägypten die berühmteste war, und in der man, schon um den heidnischen Gegnern im Kampfe gewachsen zu sein, auch weltliche Wissenschaften, vorzüglich Philosophie und Rhetorik, trieb. Die Stürme der Völkerwanderung seit 375 n. Chr. gingen indeß auch an den damals bestehenden Schulen nicht ohne große Verheerungen anzurichten vorüber. Dagegen erhoben sich in den Bischofssitzen die Episkopalschulen, in den bedeutendern Städten die Parochialschulen und in den Klöstern die Klosterschulen. Das sogenannte Trivium (Grammatik, Dialektik und Rhetorik) bildete die Unterrichtsgegenstände in den Parochialschulen (daher auch Trivialschulen genannt), während in den höhern Anstalten auch die übrigen vier sogenannten freien Künste oder das Quadrivium (Musik, Arithmetik, Geometrie und Astronomie) gelehrt wurden. Der Unterricht war höchst dürftig, und die besten alten Schriftsteller wurden fast ganz vernachlässigt; am wenigsten gilt dies von den Klöstern der Benedictiner, denen die Gegenwart fast allein die Erhaltung der geistigen Schätze des Alterthums verdankt. Kräftig wirkte Karl der Große für allgemeinere Verbreitung und Verbesserung des Unterrichts in höhern und niedern Schulen. Außer einer Hofschule, die als Musteranstalt dienen sollte, errichtete er Bischofs- und Districtsschulen, und beaufsichtigte fleißig die von ihm gegründeten Anstalten. Als aber unter seinen Nachfolgern sein Reich zerfiel, nahm auch die alte Barbarei wieder überhand, die gegründeten Schulen geriethen in Verfall oder gingen ganz ein, sodaß in dieser Zeit die Christen von den mohammedanischen Arabern in Asien, Afrika und besonders Spanien hinsichtlich wohleingerichteter Lehranstalten übertroffen wurden, von diesem Volke lernten, ja selbst die jüdischen Rabbinerschulen vor den christlichen in mancher Hinsicht sich auszeichneten. Dieser traurige Zustand der christlichen Schulen war eine Folge von dem innern tiefen Verfalle der Kirche, deren Diener, wenn auch glänzende Ausnahmen nicht fehlten, immer mehr der Trägheit und Üppigkeit sich hingaben und in eine grenzenlose Unwissenheit versanken, sodaß sie immer weniger geneigt und geeignet wurden, den Unterricht und die Erziehung der Jugend zweckmäßig zu leiten und zu heben. Sie, die bei der Unwissenheit des Volkes mehr ihre Rechnung fanden, verboten sogar, in den niedern Schulen das Schreiben zu lehren, und auch in den höhern war der Unterricht geistlos und ohne wahre Religiosität. Aber grade während dieser Zeit des Verfalls wissenschaftlicher und religiöser Bildung entstanden unter dem Namen Universitäten (Hochschulen) zuerst in Paris und Bologna im 12. Jahrh. höhere Lehranstalten, welche zwar anfangs, im Dienste einer entarteten Kirche und einseitige Richtungen verfolgend, den Stempel der Unvollkommenheit ihres Entstehungszeitalters an sich trugen, aber doch Anfangspunkte eines erneuerten Geisteslebens inmitten der abendländischen Christenheit wurden. Auch für die Volksbildung wurde im 12. und 13. Jahrh. namentlich in mehren Städten Deutschlands durch Errichtung der Stadtschulen gesorgt, zu welcher Zeit auch der Titel Schulmeister aufkam, der den Rectoren der größern unter diesen Anstalten ertheilt wurde, während die Elementarlehrer in kleinern Städten Kindermeister hießen. Aber die ungewisse Stellung dieser Lehrer, welche von den Stadträthen oder Pastoren auf Zeit gemiethet wurden, ihre Abhängigkeit von unwissenden geistlichen oder weltlichen Vorgesetzten, die Unbedeutendheit ihres Gehalts, den sie oft auf die unwürdigste Weise (durch Geschenke,[114] Freitische, Singumgänge) beziehen mußten, der Mangel an Bildungsanstalten für Lehrer, das Zunftmäßige in dem ganzen Schulwesen und endlich das Wanderleben, welches Lehrer und Schüler oft zu führen genöthigt waren, dies Alles bewirkte, das jene Stadtschulen, wenigstens der Mehrzahl nach, bis zu den Zeiten der Kirchenverbesserung noch wenig Einfluß auf Volksaufklärung und Volksveredelung hatten. Namentlich konnte von Schulzucht kaum die Rede sein, vielmehr war das Herumstreifen der obern Schüler von Stadt zu Stadt an der Tagesordnung. Diese fahrenden Schüler, wie man sie nannte, erwarben sich auf ihren Zügen ihren Unterhalt durch allerlei Schelmstücke, und doch war man oft genöthigt, in Ermangelung besserer Subjecte, solche Menschen selbst als Lehrer anzustellen. Doch zeigte sich mitten unter dieser Verwilderung die Morgenröthe einer bessern Zeit, seitdem, zuerst in Italien, das Studium der alten griech. und röm. Schriftsteller wieder aufgelebt war. Gerhard Groote errichtete im 14. Jahrh. in seiner Vaterstadt Deventer in Holland eine für die damalige Zeit zweckmäßig eingerichtete umfangreiche Schulanstalt für niedern und höhern Unterricht. Im nördl. Deutschland folgte man zuerst diesem Beispiele, und ein Jahrhundert später wirkten Männer, wie Erasmus und Reuchlin, in demselben Geiste kräftig für Einführung eines geistreichern, echt wissenschaftlichen Unterrichts, und bahnten so den Reformatoren den Weg zu ihrem großen Werke, welches auch eine völlige Umgestaltung des Schulwesens in sich begriff.

Wie die Gründung der christlichen Kirche, so eröffnet auch die Reformation, als die Wiederherstellung jener in ihrer ursprünglichen Reinheit, eine neue Periode für das Schulwesen. Eingedenk der beiden wichtigen Wahrheiten, daß nur durch zweckmäßig eingerichtete Bildungsanstalten für das Volk der Barbarei des Mittelalters ein Ziel zu setzen sei, und daß es nur dann mit der Kirche wohl stehen könne, wenn die Schulen ihr zweckmäßig vorarbeiteten, widmeten Luther und Melanchthon derselben eine angestrengte Sorgfalt. Seit der im J. 1527 in Kursachsen angestellten Schulvisitation, welche die zahllosen Mängel der öffentlichen Lehranstalten nur zu deutlich zeigte, ward durch feste Anstellung besserer Lehrer, Vermehrung und genaue Beaufsichtigung der schon bestehenden Schulen, durch zweckmäßigere Vorbildung der Lehrer, sowie durch Vervielfältigung und Verbesserung der Lehrmittel (Luther's Katechismen) Vieles zur Hebung des Schulwesens, wie in Sachsen, so in andern protestantischen Ländern gethan. Die eingezogenen Kirchen- und Klostergüter wurden zum Theil zur Gründung neuer oder besserer Dotirung schon vorhandener Schulen verwendet. So entstanden in Sachsen durch Kurfürst Moritz die Fürstenschulen (s.d.), welche lange Zeit Muster des gelehrten Unterrichts blieben. In ihnen und den ihnen nachgebildeten Anstalten waren besonders die alten Classiker der Gegenstand eines eifrigen Studiums und aus ihnen ging mancher tüchtige Gelehrte hervor. Aber selbst in kleinern Städten und auf dem Lande entstanden protestantische Schulen, in welchen die Jugend auch der niedern Stände Elementarunterricht erhielt. Das Schulwesen der Katholiken litt länger an den Gebrechen des Mittelalters, bis endlich die Jesuiten, wohl fühlend, daß ihre Kirche in wissenschaftlicher Hinsicht die Concurrenz mit der protestantischen nicht aushalten könne, besonders in Spanien, Italien und der östr. Monarchie die Einführung eines verbesserten und bald, besonders bei der vornehmen Welt, sehr beliebten Unterrichts sich angelegen sein ließen. Leider wurde die Erziehung in den Jesuitenschulen zu sehr in dem papistisch-hierarchischen Geiste jenes Ordens geleitet, als daß sie neben vielem Guten, das sie wirkte, nicht auch sehr bedenkliche Folgen hätte haben müssen. Aber auch der Protestantismus nahm gegen das Ende des 16. und im Anfange des 17. Jahrh. eine für das Schulwesen verderbliche Richtung. Unfruchtbare Glaubensstreitigkeiten im Innern und gehässige Polemik gegen die Gegner ihrer Kirche vertrieb auch aus ihren Schulen den durch die Reformation geweckten echt wissenschaftlichen Geist und das durch sie erzeugte frische Leben. Zu diesem innern Verfall kam der äußere, der durch den dreißigjährigen Krieg herbeigeführt wurde. Aber in derselben Zeit ward in England durch Bacon von Verulam (gest. 1626) wenigstens der Gelehrtenunterricht umgestaltet, während in Frankreich die Ideen eines Montaigne (gest. 1592) und Anderer manchen Mängeln der zeitherigen Pädagogik abhalfen. Der engl. Philosoph Locke, in vielen Punkten Montaigne folgend, ging in seinem berühmten Werke über Erziehung von dem Grundsatze der Alten aus: »Eine gesunde Seele in einem gesunden Körper«, und es fehlte nicht an Schulmännern, die seine Ansichten beherzigten. Auch in Deutschland regte sich seit Amos Comenius (gest. 1671), dem berühmten Herausgeber der »Gemalten Welt« (Orbis pictus), auf dem Gebiete der Schulen ein neues Leben, und Aug. Herm. Francke (s.d.), der Schüler Spener's (s.d.) und Stifter der berühmten hallischen Erziehungsanstalten, hatte das große Verdienst, die Schulmänner von einseitiger Bildung des Verstandes und Gedächtnisses ihrer Zöglinge abzuziehen und Veredelung des Wollens und Gefühls als einen Hauptzweck des Unterrichts erkennen zu lassen. Fiel man auch, einer ebenso einseitigen pietistischen Richtung huldigend, von einem Extrem ins andere, so ist doch mancher tüchtige Mann in dem von Francke selbst oder von seinen Schülern (Kloster-Bergen bei Magdeburg) gegründeten Anstalten hervorgegangen, und eine spätere Zeit hat wenigstens zum Theil, von jeder Richtung das Beste wählend, die Gegensätze vermittelt und ausgeglichen. Großes Aufsehen machten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. Rousseau's (s.d.) geistreiche, aber oft ausschweifende und unpraktische Ideen über Erziehung, die sich bei der damaligen Herrschaft franz. Mode, Sprache und Literatur über das ganze gebildete Europa, bald weiter verbreiteten und in Deutschland besonders von Basedow (s.d.), dem Gründer des Philanthropinismus, welcher Verstandesbildung und Brauchbarmachung für das praktische Leben als höchste Aufgabe der Erziehung geltend machte, mit großem Eifer ergriffen wurden. Die Richtung des Philanthropinismus war namentlich in der von Salzmann (s.d.) zu Schnepfenthal gegründeten Erziehungsanstalt herrschend, und während diese nur für die Jugend der wohlhabendern Stände zugänglich war, stellte die Anstalt des Herrn von Rochow (s.d.) zu Rekahn das vielbenutzte Muster einer nach philanthropischen Grundsätzen eingerichteten Landschule dar. Bald aber erregte die von Pestalozzi (s.d.) nach mehren frühern Versuchen, 1807 zu Yverdun in der Schweiz errichtete [115] Anstalt in hohem Grade die Aufmerksamkeit von ganz Europa. Daß der Mensch von innen her aus zur Selbstkraft gelangen, die Erziehung daher den jungen Menschen zur reinen Selbstthätigkeit anregen und in lückenlosem Fortschreiten kräftigen, zunächst aber seine Anschauungs- und Denkkraft bilden müsse, diese Grundsätze waren es, welche sich von Yverdun aus in einem weiten Kreise verbreiteten und bald auch in einer großen Anzahl der niedern Schulen, namentlich Deutschlands, von den Lehrern praktisch angewendet wurden. Die Erziehungsgrundsätze von Locke, Rousseau, Basedow und Pestalozzi haben unleugbar den gemeinschaftlichen Vorzug, daß durch sie die Schulmänner auf eine naturgemäßere und der einstigen Bestimmung der jungen Menschen entsprechende Behandlung ihrer Zöglinge hingewiesen wurden; aber leider vergaßen alle diese Männer mehr oder weniger über der gemeinen Menschennatur die höhere, sowie über der bürgerlichen Bestimmung des Menschen seine religiöse; jedoch sind Pestalozzi's Ansichten noch am meisten von der Idee des Christenthums durchdrungen. Die große Thätigkeit mehrer der ausgezeichnetsten Geister auf dem Gebiete der Erziehung hatte auch eine vermehrte Theilnahme des gebildeten Publicums und der Regierungen am Schulwesen zur Folge. Vermehrung und Verbesserung der Schulanstalten, sowie das Entstehen neuer Arten derselben waren erfreuliche Zeichen der Zeit. Die Trivialschulen in den kleinern und größern Städten verwandelten sich in niedere und höhere Bürgerschulen; für einen gründlichen Unterricht in den für die höhern bürgerlichen Berufsarten nöthigen Sachkenntnissen entstanden die Realschulen (die erste in Berlin 1748); um die Kinder auch außer den eigentlichen Schulstunden zu nützlichen Beschäftigungen anzuleiten und der aus den Volksschulen entlassenen Jugend zum Nachholen des früher Versäumten Gelegenheit zu geben, wurden die Arbeitsschulen und Sonntagsschulen gegründet. Dem Bedürfnisse der Unbemittelten kam man durch Frei- und Armenschulen zu Hülfe, und selbst das zarteste, für den Unterricht in der eigentlichen Volksschule noch nicht reife, aber einer sorgsamen Aufsicht und geistiger Anregung bedürftige Kindesalter suchte man in manchen größern Städten durch Kleinkinderschulen (s.d.) vor leiblicher und geistiger Verwahrlosung zu bewahren. Für bestimmte Berufsarten, welche eine höhere wissenschaftliche Bildung erfodern, ohne daß der Besuch einer Universität sich für dieselbe eignete, wurden besondere Bildungsanstalten, als Bauschulen, Forstschulen, Handelsschulen, Militairschulen u.s.w. errichtet. Die Gymnasien wurden von allen den gewaltigen Umwälzungen, die durch die neuern Erziehungsgrundsätze auf dem Gebiete des Schulwesens bewirkt wurden, lange Zeit hindurch am wenigsten berührt. Auf den Unterricht in den alten Sprachen wurde fortwährend in diesen Anstalten beiweitem die meiste Zeit und Kraft verwendet, und da derselbe die unentbehrliche Grundlage jedes eigentlich gelehrten Studiums ist und, mit Geist und Liebe ertheilt, zur Bildung der Gesammtkraft des menschlichen Geistes ausnehmend sich eignet, so darf es nicht befremden, daß aus den Gymnasien, selbst bei dieser scheinbaren Einseitigkeit, eine große Anzahl nicht nur wackerer Gelehrter, sondern auch tüchtiger Beamten hervorgegangen ist. Doch machten theils die geistlose Pedanterie einiger Gymnasiallehrer, theils die Riesenfortschritte der Zeit in der Industrie, theils überhaupt das immer zunehmende Bedürfniß einer allgemeinen Bildung bei dem größern Publicum den Wunsch immer dringender, daß auch die Gelehrtenschulen auf die Sachkenntnisse (Realien) eine geeignete Rücksicht nehmen möchten. Man mußte endlich fast überall, mehr oder weniger, diesem Verlangen nachgeben, und wo dies mit weiser Mäßigung geschah, sind die guten Folgen nicht ausgeblieben.

Ganz umgewandelt wurde in den letzten 50 Jahren das deutsche Volksschulwesen, sodaß es in der Gegenwart trotz aller demselben noch anklebenden Mängel, wie eine neue Schöpfung dasteht. Bildungsanstalten für Volksschullehrer, die sogenannten Schullehrerseminare, wurden gegründet, die äußere Stellung der Lehrer bedeutend verbessert, der geistlose Schlendrian verschwand immer mehr auch auf den niedersten Unterrichtsanstalten und machte einer zweckmäßigern Methode Platz, die jetzt fast in allen protestantischen Volksschulen mehr oder weniger der Pestalozzi'schen sich annähert. An die Stelle des geistlosen Auswendiglernens und der blinden Nachbeterei ist Bildung der eignen Kraft der Schüler getreten, mancher wichtige, früher vernachlässigte Unterrichtsgegenstand hat seine gebührende Berücksichtigung gefunden, eine bessere Auswahl, Anordnung und Darstellung des Lernstoffes gewinnt immer mehr Eingang. Die Volksschullehrer versäumen seltner die früher seit dem Eintritte ins Amt nur zu oft vernachlässigte Fortbildung, wozu unter andern Schullehrervereine, Musteranstalten und treffliche Schriften ausgezeichneter Pädagogen (wir erinnern nur an die allgemeinern Werke von Niemeyer, Schwarz und Dufterweg) zweckmäßige Anregung geben. Am umfangreichsten vielleicht war der Einfluß Dinter's (s.d.), der zwar nicht unter den Gründern neuer Systeme des Unterrichts glänzt, aber in seiner Berufsthätigkeit das Volksschulwesen im nördl. Deutschland unglaublich gefördert hat, wenn auch manche seiner Verehrer, mehr die Form als den Geist seiner Unterrichtsmethode erfassend, auf Abwege geriethen. Der Hauptschauplatz aller angeführten Verbesserungen, die das Schulwesen in neuerer Zeit erfuhr, ist das protestantische Deutschland gewesen und bis jetzt geblieben, und besonders Preußens Regierung hat den Ruhm einer ausgedehnten und erfolgreichen Thätigkeit auf diesem Gebiete. Doch auch das katholische Deutschland blieb nicht stehen. So wurden in Östreich schon unter Maria Theresia und Joseph II., zuerst in Böhmen, die sogenannten Normalschulen als Musteranstalten für den Unterricht des niedern Volkes errichtet. In der Schweiz, sowie bei den den Deutschen ebenfalls stammverwandten Völkern, den Niederländern und Dänen, ward bis jetzt mehr für die Unterrichtsanstalten, besonders des Volks gethan, als in Schweden und England, in welchem letztern Lande namentlich eine unglaubliche Anzahl von Kindern ohne allen Unterricht ist, weil, trotz der Bemühungen des Lord Brougham, Staat und Kirche die Sorge für denselben bis in die neuere Zeit blos Privatgesellschaften überlassen haben. Auch in Frankreich sind noch Millionen Kinder ohne allen Unterricht, wenn auch mehre höhere Lehranstalten daselbst, wie in England, einer gewissen Blüte sich erfreuen; doch wirkten Männer, wie Guizot, Cousin und Andere unter dem jetzigen Könige auf Abhülfe jener Mängel hin. Auf einer sehr niedrigen Stufe steht der Unterricht und das öffentliche[116] Erziehungswesen in den meisten Staaten Südeuropas, wovon die Gegenbestrebungen einer unaufgeklärten Geistlichkeit und die Unbekümmertheit der Regierungen ebenso sehr als der Nationalcharakter dieser Völker die Schuld tragen. In Rußland ist das Schulwesen noch zu unausgebildet, als daß die neuesten Bemühungen der Regierung für dasselbe schon große Ergebnisse hätte liefern können. Durch Colonien ist das europäisch-christliche Schulwesen auch in fremde Welttheile verpflanzt worden, und in Nordamerika geschieht dafür das Meiste. Die Missionare haben mit der Gründung neuer Kirchen in fernen Zonen auch die Errichtung neuer Schulen verbunden, und so unvollkommen dieselben auch meist sein mögen, so sind sie doch ein Fortschritt in Ländern, wo unter der Herrschaft des Heidenthums entweder gar kein oder das schlechteste Schulwesen von der Welt besteht. Unter den heidnischen Völkern haben die Chinesen und Japaner die meisten Schulen, aber der darin ertheilte Unterricht ist, wenn auch die Masse des Gelernten nicht gering sein mag, wenig geistbildend. Unter den Mohammedanern haben der türk. Sultan und der Pascha von Ägypten, das Übergewicht europ. Bildung fühlend, angefangen, Schulen nach europ. Art zu errichten, aber fast nur individuelle Ausbildung wird durch diese Anstalten erstrebt und ihre Wirkungen können erst in Zukunft von Wichtigkeit werden.

Wenn das Vorstehende zu der Überzeugung führt, daß Deutschland sich rühmen darf, das beste Schulwesen in der Welt zu haben, so darf man deshalb für die auch hier noch stattfindenden Mängel nicht blind sein. Die Klage der neuesten Zeit, daß über dem Geiste in manchen deutschen Schulen der Körper vernachlässigt werde, ist nicht ganz ungegründet, und was man neuerdings gethan hat, um jenen Vorwurf nicht ferner zu verdienen, ist nur theilweise hinreichend. Noch wichtiger und gegründeter ist der Vorwurf, daß hier und da die Schulen mehr auf Bildung des Verstandes und Gedächtnisses, als auf die Veredelung des Herzens hinwirkten, und daß die öffentliche Schulerziehung namentlich noch lange nicht von einem christlichen Geiste durchdrungen sei. Aber freilich ist auch umgekehrt nur zu oft der redliche Schulmann zu der Klage berechtigt, daß seine Bemühungen, besonders was religiös-sittliche Bildung der ihm anvertrauten Jugend betrifft, wenig oder nicht durch die häusliche Erziehung unterstützt werden.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 112-117.
Lizenz:
Faksimiles:
112 | 113 | 114 | 115 | 116 | 117
Kategorien:

Buchempfehlung

Stifter, Adalbert

Bunte Steine. Ein Festgeschenk 1852

Bunte Steine. Ein Festgeschenk 1852

Noch in der Berufungsphase zum Schulrat veröffentlicht Stifter 1853 seine Sammlung von sechs Erzählungen »Bunte Steine«. In der berühmten Vorrede bekennt er, Dichtung sei für ihn nach der Religion das Höchste auf Erden. Das sanfte Gesetz des natürlichen Lebens schwebt über der idyllischen Welt seiner Erzählungen, in denen überraschende Gefahren und ausweglose Situationen lauern, denen nur durch das sittlich Notwendige zu entkommen ist.

230 Seiten, 9.60 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.

434 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon