Syrische Sprache u. Literatur

[162] Syrische Sprache u. Literatur. Die S. S. ist ein Zweig der Semitischen Sprachstammes u. wurde gesprochen in dem im A, T. Aram genannten Syrien im weiteren Sinne (s. Syrien, a. Geogr.), daher heißt sie auch Aramäische, u. zwar zum Unterschied von der Chaldäischen (Ostaramäischen) Sprache, welcher sie unter den verwandten am nächsten steht, Westaramäische Sprache. Sie wird von der Rechten zur Linken gelesen u. ihr Alphabet besteht aus 22 Consonanten, welche Hinsichtlich ihrer Benennung u. Anordnung den hebräischen ziemlich genau entsprechen, u. zugleich all Zahlzeichen gebraucht werden.

Syrische Sprache u. Literatur

Die älteste, in den Manuscripten vor dem S. Jahrh. n. Chr. übliche Schrift heißt Estrangelo u. ist mit der der alten Palmyrenischen Inschriften verwandt. Derselben ähnlich ist die sogenannte Doppelschrift, fast nur in Überschriften gebräuchlich. Dem Estrangelo nachgebildet ist das Alphabet der Nestorianer. Die jetzige Schrift heißt Peschito, welche einfach u. eine Art Cursivschrift ist, ebenfalls aus dem Estrangelo hervorgegangen; sie verbindet die meisten Buchstaben am Grund der Zeilen durch horizontale Linien. Nach dem Aussterben der S-n S. wurde es Sitte das Arabische mit syrischer Schrift zu schreiben, was man nach dem Erfinder Carschunschrift nannte. Die Vocalzeichen: Pethocho (a), Rebozo (e), Chebozo (i), Sekofo (o), Ezozo (u). Durch Verbindung entstehen folgende Diphthonge: au, eu, iu, ou, ai, oi. Orthographische Zeichen sind die Punkte Nuchoch u. Kuschoi, in Manuscripten von rother Farbe, im Druck schwarz. Das erstere, unter einer Adspirata, drückt die Adspiration[162] aus; das letztere, über derselben, hebt sie auf. Die horizontale Linie Marchetono, über der Zeile, steht unter dem ersten von zwei vocallosen Consonanten; die Linie Mehagjono, unter einem vocallosen Consonanten, verleiht diesem den Vocal u. od. e. Eine ähnliche Linie (Lineola occulta) macht den betreffenden Buchstaben stumm. Das Riburi, zwei horizontale Punkte über dem Worte, unterscheiden den Plural von dem Singular. Gewöhnliche Interpunktionszeichen sind Syrische Sprache u. Literatur sämmtlich unserem Komma od. Semikolon entsprechend, u. ., der Punkt, am Ende des Satzes. Die S. S. wurde in verschiedenen Dialekten gesprochen, von denen der Antiochenische od. Komagenische der reichste war. Wenig bekannt ist der Palmyrenische, Maronitische, Nestorianische u. der rohe sogenannte Jerusalemitische. Die Lautverschiebungen u. sonstige Veränderungen der Consonanten folgen im Allgemeinen denselben Regeln wie im Hebräischen. Eine eigenthümliche Erscheinung ist in den meisten Plural- u. Femininalendungen beim Verbum u. Substantiv das stumme Wau u. Jud. Der Ton ruht auf den letzten u. meistentheils auf der vorletzten Sylbe. Das Pronomen kommt in selbständiger Form u. als Suffix des Nomen u. Verbum vor, u. theilt im Allgemeinen die semitischen Eigentümlichkeiten. Die Wurzel des Zeitwortes besteht regelmäßig aus drei Consonanten. Die Conjugationsformen sind: Peal, Pael, Osel, Schofel, Ethpeel, Ethpaal, Ethafal, Eschtafal. Tempora sind: Futurum, zugleich als Präsens u. Präteritum; die Zusammensetzung des Präteritum mit dem Verbum substantivum bezeichnet das Plusquamperfectum; Modi: Infinitiv u. Imperativ; außerdem das Participium. Die ersten u. zweiten Personen trennen sich in zwei Geschlechter. Die Gutturale u. quiescirenden Buchstaben bedingen besondere Conjugationsformen, wobei eigentlich nur die Wurzel Veränderungen zu erleiden hat. Derselbe Fall tritt bei den mit Nun anfangenden Wörtern ein. Das Nomen hat ein männliches u. weibliches Geschlecht; außer Singular u. Plural nur in seltenen Fällen einen Dual. Das Genitivverhältniß wird durch den Status constructus (s.d.), die übrigen Casus durch Präpositionen bezeichnet. Der Artikel wird dem Nomen am Ende angefügt, hat aber, da er gewissermaßen das Zeichen des Status absolutus geworden ist, seine Bedeutung dergestalt verloren, daß man, wenn er unentbehrlich ist, dafür das Demonstrativpronomen gebraucht. Der Comparativ wird durch Umschreibung mit einer Präposition ausgedrückt; der Superlativ nur dadurch, daß man den Positiv vor den Genitiv setzt. Das Adjectivum folgt immer auf das Substantivum. Die Präpositionen werden theils mit dem Nomen verschmolzen, theils abgesondert gestellt. Für Adverbien u. Conjunctionen existiren keine regelmäßigen Formen. Die Sätze folgen sich ohne Verwickelung, ohne Periodenbau, durch einfache Verbindung mit Conjunctionen. Der Anfang des Vaterunsers lautet:

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lies: abun debaschemajo, nethkadasch schemoch, d.h. Vater-unser, der-in-Himmeln, es-werde-geheiligt Name-dein. – Von der älteren S-n S. sind keine Denkmale vorhanden; zur Zeit Christi erscheint sie bereits vollständig ausgebildet. Den Verkehr der Syrer mit fremden Völkern bezeugt der Reichthum eingebürgerter Persischer, griechischer u. lateinischer Wörter, welche in der Folge durch italienische, arabische, französische etc. vermehrt wurden. Der in dem Wesen der Sprache begründeten Armuth, worin das Syrische selbst dem Hebräischen nachsteht, konnte freilich durch solche Vermengungen nicht aufgeholfen werden. Seit dem 5. Jahrh. n. Chr. wurde die Sprache grammatisch bearbeitet, vorzüglich in Edessa, wo der Sitz u. Sammelplatz der syrischen Gelehrten war. In diesem u. dem folgendem Jahrhundert lebten die Grammatiker Achudemen (st. 575), Joseph der Huzite (st. 580), Jesudenah (zu Anfang des 8. Jahrh.), Honain (st. 876), Elia von Nisib, Johannes Stylita (um 830) etc. Um die Reinigung der Sprache machte sich aber im 7. Jahrh. vorzüglich Jakob von Edessa verdient; im 10. u. 11. Jahrh. wurde sie durch das Arabische aus den Städten verdrängt, im 12. u. 13. Jahrh. verschwand sie auch auf dem Lande, u. das Arabische wurde nun auch Schriftsprache; die grammatischen Arbeiten des Bar Zugbi (eines nestorischen Mönchs zu Anfang des 13. Jahrh., welcher die erste genaue Grammatik schrieb) u. Barhebräus, im 13. Jahrh., behandelten das Syrische als ausgestorbene Sprache. Nur als Kirchensprache hat sie sich bei den Maroniten u. bei den persischen Christen erhalten; die Behauptung C. Niebuhrs, daß das Syrische noch in einigen Dörfern in der Umgegend von Damast gesprochen werde, ist von späteren Reisenden, namentlich von Burkhardt, widerlegt worden. Grammatiken: von Theseus Ambrosius, Pavia 1539; Caninius, Par. 1554; Widmanstad, Wien 1555, 2. A. von de la Boderie, Antw. 1572; Mercerus, Par. 1560, Wittenb. 1579; Tremellius, Genf 1569; Andreas Masius, in der Antwerpener Polyglotte, Bd. VI., 1573; Bertram, Laus. 1574; Waser, Leyd. 1594, 2. A. 1619; Amira, Rom 1596; Crinesius, Wittenb. 1611; Buxtorf, Bas. 1615, 2. A. 1650; Myricäus, Genf 1616; Abraham Ecchellensis, Rom 1628; Ludwig de Dieu, Leyd. 1628, 2. A. von Clodius, Frankf. 1683, von Erpen, Amst. 1628; Isaak von Sciadra, Rom 1636; Joseph von Acura, ebd. 1647; W. Beveridge, Lond. 1658; J. H. Hottinger, Zür. 1652; Sennert, Wittenb. 1651, 2. A. 1666; Leusden, Utr. 1658, 2. A. 1672; Grafunder, Wittenb. 1665; Alting, Frankf. 1667, 6. A. von Otho, 1701; Cellarius, Zeitz 1677 u. 1682; Opitz, Lpz. 1678, 2. A. 1691; Danz, Jena 1689, 3. A. 1715; Schaaf, Leyd. 1686; Chr. Ben. Michaelis, Halle 1741; J. D. Michaelis, ebd. 1784; Adler, Altona 1784; Hezel, Lemgo 1788; Tychsen, Rost. 1793; Jahn, Wien 1793, u. A. von Oberleitner, ebd. 1820; Vater, Lpz. 1802 u. 1817; Yeates, Lond. 1819, 2. A. 1821; P. Ewald, Erl. 1826; Hoffmann, Halle 1827 (engl. von Cowper, Lond. 1858); Uhlemann, Berl. 1829, 2. A. ebd. 1857 (engl. von Hutchinson, New York 1855); Groenewond, Utr. 1845; Stoddard (Die neusyrische Sprache), Lond. 1855; des Barhebräus Grammatik herausgeg. u. übersetzt von Bertheau, Götting. 1843. Wörterbücher: von Masius, Antw. 1521; de la Boderie, ebd. 1572; Crinesius, Wittenb. 1612; Bapt. Ferrarius, Rom 1622; Buxtorf, Bas. 1622; Trost, Köthen 1623; Gutbier, Hamb. 1667; Castelli, in dem Heptaglotton u. daraus einzeln von Michaelis, Gött. 1788, 2 Bde., Supplemente dazu von Agrelli, herausgegeben von Lindgreen, Ups. 1839; Cellarius, Zeitz 1683; Schaaf, Leyd. 1708. 2. A. 1771; Zanolini, Padua 1742; Bernstein, Berl. 1857 ff. [163] Chrestomathien: von Michaelis, Gött. 1768, 3. A. von Döpke 1829; Adler, Kopenh. 1784; Hasse, Königsb. 1788; Kirsch, Hof 1789, u. A. von Bernstein; Tychsen, Rost. 1793; Grimm, Lemgo 1795; Knös, Gött. 1807; Hahn u. Sichert (Gedichte Ephraims), Lpz. 1826.

Die Syrische Literatur, deren Anfang schon vor dem Auftreten des Christenthums anzunehmen u. deren Ursprung in Chaldäa zu suchen ist, blühte bes. vom 4.-10. Jahrh. n. Chr. Schon seitdem sich nach Alexanders des Großen Zuge mehre Griechen in Antiochien niederließen, wurde hier griechische Wissenschaft heimisch, u. dieser Verkehr mit griechischer Wissenschaft wurde durch das Christenthum vermehrt, da die heiligen Bücher desselben griechisch geschrieben waren. Die vornehmsten syrischen Schriftsteller sind Ephraem, Barhebräus, Dionysius, Johannes, Simeon Stylites u.a. gelehrte Syrer in Edessa u. Hierapolis. Zuerst wurden vom Ende des 2. bis ins 7. Jahrh. mehre Übersetzungen des N. T., dann der griechischen Kirchenväter, bes. der Briefe des Ignatius (s.d. 1), der Osterbriefe des Athanasius (herausgeg. von Cureton, Lond. 1848, deutsch von Larsow. Lpz. 1852), Briefe des Clemens Romanus (herausgeg. von Beelen, Löwen 1856), die Didaskalia der Apostel (herausgeg. Lpz. 1854), die Theophanie des Eusebius (herausgeg. von Lee, Lond. 1843) etc., ferner der Concilienbeschlüsse gefertigt. Die älteste von den syrischen Übersetzungen der Bibel heißt Peschito (Peschittho) u. ist wahrscheinlich im 2. od. 3. Jahrh. n. Chr. gemacht; sie umfaßt das A. u. N. T., in letzterem fehlen der 2. Petri-, der 2. u. 3. Johannisbrief u. die Apokalypse. Sie steht als Übersetzung sehr hoch, da sie aus dem Originale stoß u. der Verfasser sowohl der Hebräischen Sprache ganz mächtig war, als auch die besten hermeneutischen Grundsätze befolgte; der jetzt vorhandene Text ist nach der edessenischen Recension. Zuerst gedruckt in der Pariser, dann in der Londoner Bibelpolyglotte; 1823–26 ließ die Londoner Bibelgesellschaft eine neue Ausgabe besorgen; herausgeg. das N. T. von Moses von Martin, Wien 1555, 2 Thle., von Tremellius, Genf 1569, dann in den Polyglotten u. öfter, so von Gutbier, Hamb. 1664, 3. A. Franks. 1731; Lond. 1816, Par. 1824, Urmia 1846; das Evangelium Johannis von Bernstein, Lpz. 1853; die Apostelgeschichte u. die Briefe von White, Oxf. 1799 u. 1803, Lond. 1849; das A. T. in den Polyglotten u. mit alt- u. neusyrischem Text, Urmia 1850–1853, einzeln der Pentateuch von Kirsch, Lpz. 1787, die Psalmen 1585, 1610, von Gabr. Sionita, Par. 1625, mit den Propheten von Erpen, Leyd. 1625; von Gabriel Maronita, Rom 1737. Dathe, Halle 1768; Jesaias, die kleinen Propheten u. die poetischen Bücher von Middeldorpf, Verl. 1835; Jeremias u. Ezechiel von Norberg, Lund 1787; Jonas u. Obadja von Grimm, Duisb. 1805, Daniel von Eaj. Bugatus, Mail. 1788; vgl. Adler, Novi Test. versiones syr., 1789; J. Wichelhaus, De N. T. versione syriaca Halle 1850; Uhlemann, De versionum N. T. syriac. usu critico, Berl. 1850; Perles, Meletemata Peschitthoniana, Bresl. 1859. Daneben wurde auch zu Hebung des philosophischen, medicinischen u. mathematischen Studiums Aristoteles, Hippokrates, Galenos, Euklides u. Ptolemäos, bes. zu Edessa, studirt u. durch die Nestorianer u. Jakobiten übersetzt, ja sogar zwei Bücher der Iliade übersetzte Theophilos von Edessa (herausgeg. von Cureton, Lond. 1851), ein Anderer die Geoponika (Lagarde, De geoponicôn versione syriaca, Berl. 1855). Als die Nestorianer von hier vertrieben wurden, wanderte mit ihnen das Studium der Griechen nach Nisibis u. Dschendisabur. Die eigenen Werke der S-n L. verbreiten sich über alle Zweige der Wissenschaften, bes. der Theologie, der Bibelerklärung, z.B. von Cyrillus (zu Lukas herausgeg. von Payne Smith, Lond. 1859), von Barhebräus (zu den Psalmen u. Jeremias, herausgeg. von Tullberg, Ups. 1842, von Koraen u. Wennberg, ebd. 1852, von Schröter, Bresl. 1857), von Ephraem (zu den Paulinischen Briefen, herausgeg. von Aucher, Ben. 1833); der Liturgik, z.B. von Severus Alexandrinus über Taufe u. Abendmahl (herausgeg. von de la Boderie, Antw. 1572), dann die Liturgie bei den vierzigtägigen Fasten (herausgeg. von Clodius, Lpz. 1720), das Gebetbuch, 1808 etc., überhaupt die gottesdienstliche Liturgie der Maroniten (s.d.). Die Fragmente des alten syrischen Kirchenrechts gab de Lagarde, Lpz. 1856, heraus, mit den kanonischen Gutachten des Johannes von Edessa, welche letzteren nochmals mit denen des Johannes von Tela Lamy, Löwen 1859, edirte. Auch das Glaubensbekenntniß der Johannisjünger (Liber Adami) ist syrisch geschrieben (herausgeg. von Norberg. Lund 1815- 17,3 Bde.) der Gnostiker Bardesanes (s.d.) schrieb über das Schicksal (herausgeg. Leyd. 1857), Ephraem (s.d.) über die Hermeneutik (herausgeb. von Lengerke, Königsb. 1831), Titus Bostrenus gegen die Manichäer (herausgeg. von de Lagarde, Lpz. 1859), Melito eine apologetische Rede etc. Fragmente von Schriften des Bardesanes, Melito, Ambrosius u. Mara Bar Serapion gab W. Cureton in dem Spicilegium syricum, Lond. 1855, heraus. Die Geschichte des Orients, z.B. das Chronikon des Barhebräus od. Abul Faradsch (herausgeg. von Bruns u. Kirsch, Lpz. 1789, von Bernstein, ebd. 1822, fortgesetzt von Tullberg), des Dionysius Telmahharensis (herausgeg. von Tullberg, Ups. 1850), die Annalen des Elias, Erzbischofs von Nisibis, u. der Kirche bes. vom Bischof Johann von Ephesus (theilweis herausgeg. von Cureton, Oxf. 1853, engl. von Payne Smith, Oxf. 1860; vgl. Land, Johannes der erste syrische Kirchenhistoriker, Leyd. 1856); der alte kirchliche Kalender wurde herausgeg. von Michael Hesronita, Rom 1637, die Acta martyrum, von St. E. Assemani, Rom 1748; vorzüglich wurde seit dem 6. Jahrh. die Grammatik (s. oben) u. seit dem 9. Jahrh. auch die Lexikographie cultivirt. Ein naturhistorisches Werk ist der sogenannte Physiologus, eine Geschichte der Thiere (herausgeg. von Tychsen, Rost. 1795). Über die philosophischen Studien der Syrer schrieb Renan (De philosophia peripatetica apud Syros Par. 1852, u. Averroes et l'Averroisme, ebd. 1852). Eine Art Encyklopädie schrieb ein Bischof von Edessa (vielleicht der bekannte Jakob), welche handschriftlich in Rom liegt. Eine nationale Poesie der Syrer gibt es nicht; die poetischen Productionen gehören meist in das Fach des religiösen Gedichtes u. kirchlichen Gesanges; im Formellen beruht der Rhythmus syrischer Verse einzig auf zweizeiliger an- u. absteigender Sylbenbetonung (Ő − u. − –) ohne Rücksicht auf Sylbenquantität u. Wortaccent, wodurch etwas Einförmiges in den Gedichten entsteht; auch der Reim ist weder ursprünglich, noch allgemein gebräuchlich (vgl. Zingerle in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Bd. X, S. 110 ff.). Solche [164] Gedichte gibt es bes. von Bardesanes u. Ephraem, (s. b.), von denen des Letzteren eine Auswahl z.B. von Burgeß, Lond. 1853; überhaupt eine Sammlung von Hymnen, Urm. 1855 u. m., metrische Homilien von Jakob von Sarug (theilweis übersetzt von Zingerle in derselben Zeitschrift Bd. XII, S. 117 ff., XIII, 44 ff., XIV. 679, XV, 629). Ein didactisches Gedicht von der Weisheit Gottes, herausgeg. von Gabr. Sionita, Par. 1628; ein historisches Gedicht ist das von Mar Jakob über Alexanders des Großen Zug nach Asien (deutsch von Weber, Berl. 1851). Eine neusyrische Zeitschrift gibt die amerikanische Mission in Urmia seit 1849 zur Belehrung der Syrischen Christen heraus, sowie auch mehre theologische Schriften (von Europäern u. bes. Engländern) in neuester Zeit syrisch geschrieben u. ins Syrische übersetzt worden sind. Die reichste Sammlung syrischer Handschriften finden sich in der Vaticana zu Rom, in der kaiserlichen Bibliothek zu Paris u. im British Museum zu London, welche bes. in neuerer Zeit durch Auffindungen in einem koptischen Kloster in Ägypten wesentlich vermehrt worden sind. Vgl. Assemani, Bibliotheca orient. Clementino-vatic., Rom 1719–28, 3 Bde., Fol., Ausz. daraus von Pfeiffer, Erl. 1776, 2 Bde.; S. E. Assemani u. I. S. Assemani, Bibliotheca Vaticanae codicum manuscr. catalogus, 2. u. 3. Theil Rom 1759; Rosen, Catalogus codd. manuscr. orientalium qui in Museo Britannico asservantur, 1. Bd. Lond. 1838; F. Neve, De la renaissance des études syriaques, Par. 1854; Wiseman, Horae syriacae Rom 1829; Wenrich, De auctorum graec. versionibus et commentariis syriacis, Lpz. 1842; Land, Einleitende Studien etc., Leyd. 1856; Ders. Analecta syr., Leyd. 1863.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 162-165.
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