Cäsar [1]

[726] Cäsar. I. Römer, Familie der Julia gens, genannt nach Ein., weil der Erste des Namens seiner gestorbenen Mutter aus dem Leibe geschnitten wurde (caesus est), od. weil er mit Haaren geboren wurde (Caesaries), od. blaue Augen (caesi oculi) hatte, od. weil er einen Elephanten (mauritanisch Caesar) tödtete. 1) Lucius Julius Cäs., 90 v. Chr. Consul, war gegen die Samniten u. den Papius siegreich u. mit dem Titel eines Imperator beehrt, dann 89 Censor, wo er den Luxus gesetzlich zu beschränken suchte; fiel mit seinem Bruder 2) Cajus Jul. Cäs. Strabo, der ein Redner u. Tragiker war, 86 als Opfer der Grausamkeit des Marius. 3) Lucius Jul. Cäs., Sohn von C. 1) u. durch seine Schwester Julia Oheim des Antonius, war 64 n. Chr. Consul u. stimmte für die Hinrichtung seines Schwagers Lentulus Sura, der sich an der Catilinarischen Verschwörung betheiligt hatte; unter dem Dictator diente er in Gallien, nahm dann Theil an der Ächtung seines Neffen, des Triumvirn Antonius, u. wurde dafür von diesem wieder auf die Liste der Proscribirten gesetzt; auf Fürbitten seiner Schwester Julia erhielt er aber Verzeihung. 4) Lucius Julius C., Sohn des Vor., focht auf der Partei des Pompejus mit Cato in Utica, welche Stadt er nach Cato's Tode dem Dictator C. übergab, weshalb er Verzeihung erhielt, aber bald darauf seinen Tod fand. 5) Cajus Jul. Cäs., des Dictators C. Großvater, schrieb griechisch eine Geschichte Roms. 6) Cajus Jul. Cäs., Sohn des Vor., durch Aurelia, Cotta's Tochter, Vater des Dictators C.; durch seine Schwester Julia Schwager des Marins, war Prätor; er st. 84 v. Chr. 7) Cajus Julius Cäs., Sohn des Vor., geb. in Rom am 12. Juli 100 v. Chr.; lebte als Jüngling verschwenderisch u. ausschweifend, ohne jedoch seine Studien zu vernachlässigen, denen er unter Leitung griechischer Lehrer mit Eifer oblag, vermählte sich 83 v. Chr. mit Cinna's Tochter, Cornelia, welche ihm die Julia gebar. Als Sulla Rom beherrschte, verlangte dieser, daß er sich von seiner Gattin trennen sollte; C. liebte indeß dieselbe zu sehr, um sich dem Machtworte Sullas zu fügen u. verließ heimlich Rom, wanderte im Sabinerlande umher, ging dann zu Nikodemus in Bithynien, von da zum M. Minuc. Thermus, Prätor in Asien, bekriegte unter diesem 80 n. Chr. Mitylene mit Glück u. kehrte 78 nach Sullas Tode nach Rom zurück. Dann wollte er seiner wissenschaftlichen Ausbildung halber nach Rhodos zu Apollonios, Lehrer der Beredtsamkeit, gehen, aber unterwegs caperten ihn, bei der Insel Pharmakusá, Seeräuber, u. er mußte sich mit 50 Talenten lösen. Kaum befreit, eilte er nach Milet, überfiel mit wenigen Schiffen jene Piraten u. ließ sie meist kreuzigen. Im Jahr 74 in seiner Abwesenheit zum Pontifex gewählt, kehrte er nach Rom zurück u. wurde 73 Tribunus militum. Obgleich dem vornehmsten Patriciergeschlechte angehörig, war er seiner politischen Stellung nach ein Gegner der Aristokratie; er näherte sich seit 70 dem Pompejus, welcher die Volkspartei ergriffen hatte, u. gewann das Volk dadurch, daß er das Andenken des Marius durch ein Standbild ehrte, dagegen die Anhänger Sulla's verfolgte. Indeß war er gerecht genug, die Bedeutung Sulla's anzuerkennen, deren Andenken er in späteren Jahren gleiche Ehre erwies. Nachdem eri. I. 68 als Quästor in Spanien gewesen war, wurde er i. J. 65 Aëdilis curulis, wo er das Volk durch die Pracht der von ihm gegebenen Spiele an sich fesselte. Er stand seiner Zeit im Verdacht des geheimen Einverständnisses mit dem Demagogen Catilina, doch ließ er wohl diesen nur gewähren, in der Hoffnung, sich selbst zum Herrn der Bewegung zu machen. Im J. 63 wurde er Pontifex Maximus u. das Jahr darauf Prätor, erhielt dann als Proprätor Hispania ulterior zur Provinz, die er glücklich verwaltete u. bes. Reichthümer sich erwarb, welche er zur Deckung seiner Schulden u. zur Erreichung seiner ehrgeizigen Absichten benutzte. Im J. 60 nach Rom zurückgekehrt, wurde er mit Bibulus Consul u. stiftete mit Pompejus u. Crassus, mit denen er durch die Bande der Freundschaft verbunden war, das erste Triumvirat u. gab dem Ersteren, um ihn noch mehr an sich zu[726] fesseln, seine Tochter Julia zur Frau, während er selbst in zweiter Ehe sich mit Calpurnia, der Tochter des für das nächste Jahr bestimmten Consul Caj. Calpurnius Piso, verheirathete. Mit Übergehung des Senates setzte er seine Pläne durch bloße Decrete des Volkes durch, so die Ermäßigung der Pachtgelder für die Ritter, die er gewinnen wollte, u. für sich selbst, indem er sich als Proconsul das Cisalpinische Gallien u. Illyrien (Oberitalien bis an die Donau) erst auf 5, dann noch auf 3 Jahre als Provinz ertheilen ließ, wozu der durch das energische Auftreten C-s eingeschüchterte Senat noch das Transalpinische Gallien (Frankreich) fügte 58 ging er in seine Provinz u. besiegte hier die Helvetier u. Ariovist, unterwarf fast das ganze Land, ging zwei Mal nach Germanien u. zwei Mal nach Britannien, s.u. Gallischer Krieg, Deutschland (Gesch.) u. England (Gesch.). Während C. in Gallien ein außerordentliches Feldherrntalent entwickelte u. durch immer neue Eroberungen seinen Ruhm u. sein Ansehen hob, griff in Rom immer mehr die Befürchtung Platz, daß der siegreiche Feldherr seine Macht zum völligen Umsturz der alten Staatsverfassung zu mißbrauchen beabsichtigte. Ob C. schon damals den Plan gehegt, den morschen Bau des römischen Staates umzustoßen, dessen äußere Formen zu den inneren, durch Parteiwuth u. das Verfolgen persönlicher Interessen von Seiten Derer, welche die öffentlichen Angelegenheiten leiteten, unter. wühlten Zuständen in Widerspruch standen, ist nicht ausgemacht, jedenfalls wurde er eben so sehr durch die Umstände, wie durch persönliche Neigung dazu gedrängt, sich durch Unterwerfung der Gegenpartei zum Dictator zu machen. Durch den Tod seiner Tochter Julia u. den Untergang des Crassus lockerte sich das freundschaftliche Verhältniß zu Pompejus, welcher eifersüchtig auf den Ruhm C-s (52) zu den Gegnern desselben, der Partei der Optimaten, übertrat. Als C. sich im Jahr 50 um das Consulat bewerben wollte, verlangte der Senat, daß er dem Gesetze gemäß seine Statthalterschaft niederlege. C. versprach dies zu thun, wenn Pompejus, welcher in Spanien Statthalter war, dieselbe Forderung erfülle. Dies geschah nicht, vielmehr berief der Senat den Pompejus zur Vertheidigung Italiens nach Rom u. trat allen Versuchen C-s, eine Ausgleichung des Conflictes herbeizuführen, in schroffer Weise entgegen, indem er C. zur sofortigen Entlassung seines Heeres aufforderte u. im Weigerungsfalle für einen Feind des Vaterlandes zu erklären drohte. C. antwortete mit der Überschreitung des Rubicon, des Grenzflusses zwischen der Provinz u. Italien, womit der Bürgerkrieg thatsächlich erklärt war. Die Städte Italiens fielen ihm zu, u. Pompejus entwich vor ihm nach Brundisium u. von da nach Griechenland. Nach zwei Monaten war C. Herr von ganz Italien u. Sicilien Da die Grundgesetze des Staates auf diese Weise vollkommen außer Kraft gesetzt waren, wenn auch zur Wahrung der Form die Ertheilung der Dictatur an C. durch den Prätor Marcus Lepidus erfolgte, so schreckte C. auch vor weiteren Gewaltmaßregeln nicht zurück, ließ den Staatsschatz aufbrechen u. rüstete mit dem Gelde eine Expedition nach Spanien aus, wo er im August 49 die Heerführer des Pompejus sich ihm zu unterwerfen zwang. Von dort zurückgekehrt, theilte er an seine Anhänger reiche Belohnungen aus, verfuhr aber nachsichtig gegen Diejenigen, welche an seinem Sturz gearbeitet hatten, wodurch er seinen Anhang vermehrte. Im Jahr 48 zum Consul gewählt, ging C. nach Griechenland u. schlug den Pompejus bei Pharsalus. Nach Ägypten ziehend, fand er seinen Gegner von Mördern umgebracht u. kehrte im Sept. nach Rom zurück, wo ihm unterdeß die Dictatur auf 1 Jahr, die tribunische Gewalt auf Lebenszeit u. das Recht über Krieg u. Frieden übertragen worden war. Nachdem er in Ägypten den Alexandrinischen Krieg (s. Ägypten) im J. 47 siegreich beendigt hatte, ging er nach Pontus, wo er den Pharnakes bei Zela schlug (damals berichtete er an den Senat mit den Worten: veni, vidi, vici! d.i. ich bin gekommen, habe gesehen u. gesiegt!) Nach Rom zurückgekehrt, feierte er vier Triumphe wegen seiner Siege seit 58, wurde vom Senat zum Dictator (47) auf 10 Jahre mit 72 Lictoren u. zum alleinigen Censor gewählt, u. sein Bild auf dem Capitolium aufgestellt. Darauf zog er nach Afrika, wo er den Rest der Pompejaner im April 46 in der Schlacht bei Thapsus schlug (s. Afrikanischer Krieg). Er gab mehrere Gesetze zum Steuer der demagogischen Umtriebe, zur Verbesserung der Gerichte, zur Ordnung des Kalenders etc. Dann verfolgte u. besiegte er die Pompejaner in Spanien (s. Hispanischer Krieg) durch die Schlacht bei Munda (45 v. Chr.). Hatte C. bisher hauptsächlich seine Feldherrngröße hervortreten lassen, so zeigte er, sobald er das Staatsruder ergriff, auch seine glänzenden Fähigkeiten als Staatsmann. Großmüthig verfuhr er gegen seine besiegten Gegner u. entzog ihnen nicht die Möglichkeit, dem Staate durch ihre Dienste zu nützen. Die Gemüther zu versöhnen, die Parteileidenschaft zu unterdrücken u. dadurch dem Staate den Frieden wiederzugeben, war sein eifriges Bemühen. Recht u. Ordnung gewannen unter seinem Regiment neue Festigkeit, vorzüglich dadurch, daß er zu öffentlichen Ämtern Männer berief, od. durch seinen Einfluß berufen ließ, welche keinen Mißbrauch mit ihrer Gewalt trieben, daß er die Armee in strenger Mannszucht hielt, die Staatsfinanzen ordnete, das Erpressungssystem der Statthalter in den Provinzen vernichtete, durch Anlage von Colonien der überdichten Bevölkerung Roms u. anderer Städte einen Abzug verschaffte, die Armen mit Getreidelieferungen unterstützte, die Strenge der Schuldengesetze milderte u. der Industrie neue Handelswege eröffnete. Die schroffe Parteistellung der Aristokraten u. Demokraten suchte er auszugleichen, indem er die Klasse der erstern durch nobilitirte Plebejer von hervorragenden Geistesfähigkeiten vermehrte. Was dem Adel dadurch an traditioneller Bedeutung verloren ging, gewann er durch Übergewicht an geistigen Capacitäten. Daneben wirkte C. auch auf die rein geistigen Bestrebungen in Kunst u. Wissenschaft, schuf schöne u. nützliche Bauten u. trug sich mit dem großen Plane, ein Rechtsbuch für den römischen Staat zusammenzustellen. Dieser, sowie andere Entwürfe zur vollkommneren Organisation des Staatsganzen wurden abgeschnitten durch das gegen sein Leben gerichtete Complot des Decius Brutus u. seiner Genossen. Thatsächlich im Staate der Erste, längst mächtig genug sich zum Alleinherrscher aufzuwerfen, scheute C. den Staatsstreich u. suchte auf einem wenigstens formal gesetzlichen Wege zur Monarchie hinüberzuleiten. Im Vertrauen auf seine Popularität, auf die Dankbarkeit des Volkes[727] u. die Anerkennung seiner großen Verdienste um das öffentliche Wohl, hielt er eine Verschwörung gegen sein Leben, von dem er selbst sagte, daß es für den Staat mehr als für ihn selbst Werth habe, für unmöglich. Aber seine Sorglosigkeit brachte ihn zu Falle. Eine Anzahl Republikaner, welche zum Theil seine persönlichen Feinde waren, zum Theil von dem Glauben geleitet wurden, daß zur Rettung der republikanischen Staatsform nur der Tod C-s nöthig sei, überfielen ihn am 15. März 44 v. Chr. in der Senatsversammlung, wohin er trotz vorhergegangener Warnungen sich, von Brutus in seiner Arglosigkeit bestärkt, begeben hatte. Nachdem einer der Verschworenen, Tillius Cimber, welcher ihn um Gnade für seinen Bruder bat, aber abgewiesen wurde, ihm die Toga von den Schultern gerissen hatte, stieß ihm Casca den Dolch in den Nacken. Als C. unter 23 Stichen der Mörder zusammensinkend auch den Brutus, den er mit Wohlthaten überhäuft hatte, gewahrte, rief er: Auch Du, mein Sohn! u. fiel entseelt an der Bildsäule des Pompejus nieder. Einige Tage nachher wurde sein Leichnam auf dem Forum ehrenvoll bestattet, wobei Antonius ihm die Leichenrede hielt. Er starb kinderlos, da seine einzige Tochter von Cornelia, Julia, schon 52 gestorben war; zu seinem Erben hatte er den von ihm adoptirten jungen Caj. Octavius, Enkel seiner Schwester, eingesetzt, der von da den Namen Octavianus annahm (s. Augustus). Octavianus stellte in dem von C. erbauten Tempel der Venus Genetrix dessen Standbild, mit einem Stern auf dem Haupte, auf, wodurch seine Vergötterung bewirkt wurde. Was den Privatcharakter C-s anlangt, so war er, wenn man von den Verirrungen seiner Jugend, von den Verlockungen, denen er durch die Gunst der Frauen ausgesetzt war, u. von der Schwäche, die ihm in späterer Zeit der Schmeichelei zugänglich machte, absieht, eine durch u. durch ehrenvolle, achtunggebietende Persönlichkeit. Streng gegen sich selbst, Mühsal u. Entbehrung nicht scheuend, war er seinen Untergebenen ein Muster. Seine Entschlüsse überlegte er lange, aber einmal entschlossen, war er rasch im Handeln u. schreckte vor keinen Consequenzen zurück. Auf Wahrsagerei u. Zeichendeuterei gab er nichts u. den religiösen Glauben scheint er als ein für den Staat Nothwendiges, nicht aber aus persönlicher Überzeugung unterstützt zu haben. Freigebig u. liebenswürdig in seinem äußeren Benehmen, hielt er auf gute Sitte u. duldete nicht, daß die Institution der Ehe profanirt wurde. Er besaß eine umfassende wissenschafltiche Bildung, verfaßte mehrere Gedichte, eine Schrift über Augurallehre, eine andere astronomischen, eine dritte grammatikalischen Inhalts; keine derselben ist erhalten, ebenso auch keine seiner Reden, die durch Klarheit u. Schärfe des Urtheils mehr als durch rhetorische Verzierungen u. berechnete Effecte wirkten. Als historischer Schriftsteller ist er für die Geschichte seiner Zeit von großer Bedeutung. Vollständig besitzen wir 7 Bücher Commentarii (eine Art Memoiren) de bello Gallico (dazu ein 8. Buch als Fortsetzung von A. Hirtius) u. 3 Bücher de bello civili. Dem C. wurden auch die (schlecht geschriebenen) Commentarien de bello alexandrino, de bello africano u. de bello hispaniensi (von And. dem A. Hirtius od. C. Oppius) beigelegt, die entschieden einer späteren Zeit angehören. Erste Ausg. Rom 1469, Fol.; dann von Jungermann (Frkf. 1606), von Grävius (Amst. 1697), von Davisius (Camb. 1706), von Sam. Clarke (Lond. 1712, Fol.), von Oudendorp (Leyd. 1737, n. Ausg. von Bardili, Stuttg. 1821 f., 2 Bde.), von Morus (Lpz. 1780) u. von Oberlin (ebd. 1805 u. 1819), von A. Baron (Brüssel 1827, 4 Bde.), von A. Baumstark (Stuttg. 1828, 3 Bde.), von Lünemann (Hannov. 1831); Der gallische Krieg von Herzog (Lpz. 1825), von Held (Sulzb. 1825, 3. Aufl. 1839) von Lippert (Lpz. 1835), von Schneider, Halle 1840, von Nipperdey, Lpz. 1847; der Bürgerkrieg von Held, Sulzb. 1822, 3. Aufl. 1836; übersetzt von Haus, Frkf. 1785–88 u. 1801 bis 1803, 2 Bde., von Wagner, Bayreuth 1808 u. Hof 1815, 2 Bde., von Schaumann, Prenzl. 1827 ff., 3 Bde., Vollmer, Landsh. 1835, von Baumstark, Stuttg. 1836 ff.; vgl. Guischard, Mém. militaires etc., Haag 1756 u. Lyon 1760, 2 Bde.; de Pecis, Observations sur la campagne de César dans la Gaule, 1777; Observ. sur la camp. de J. César en Espagne, Par. 1782; Warnery, Mélanges de remarques sur César etc., Warschau 1782, Dresd. 1785; Rösch, Commentar über die Commentare des Cäsar etc., Halle 1783; Lebensbeschreibungen von Suetonius u. Plutarchos, von Julius Celsus od. n. And. von Petrarca, herausgeg. von Schneider, 1827. 8) Sextus Julius C., Oheim des Vorigen, war 91 v. Chr. Consul; 9) Sextus Jul. C., Enkel des Vorigen, diente unter den Cäsarianern 49 in Hispanien gegen die Pompejaner u. wurde 46 v. Chr. in Syrien ermordet. 10) Cajus Jul. Cäs., Agrippa's u. der Julia Sohn, des Augustus Enkel u., wie sein jüngerer Bruder Lucius, dessen Adoptivsohn, geb. 20 v. Chr., zuerst Princeps juventutis genannt; wurde im Jahre 1 n. Chr. Consul; schloß 2 n. Chr. Frieden mit dem Könige Phraotes von Parthien, setzte den Meder Ariobarzanes als König von Armenien ein u. st. im Jahr 3 zu Limyra in Lycien. II. Heiliger: 11) St. Cäsar, Bischof in Durazzo, einer der 70 Jünger Christi; Tag der 15. Mai. Ill. Andere Personen: 12) Cäs. von Napoli genannt, geb. 1486, ausgezeichnet in mehreren Kriegen, in kaiserlichen Diensten, 1525 bei Pavia, wurde mit der Grafschaft Ducio bei Mailand vom Kaiser belohnt; er eroberte 1536 unter Karl V. Piemont bis auf Turin, trug zu dem Siege über Peter Strozzi am Scrivia bei, focht gegen den Schmalkaldischen Bund u. st. 1568 in Mailand. 13) K. Adolf, geb. 1744 in Dresden, wurde 1778 Professor der Philosophie in Leipzig u. st. 1810; er schr.: Betrachtungen über die wichtigsten Gegenstände der Phil osophie, Lpz. 1783; Denkwürdigkeiten aus der philosophischen Welt, ebd. 1785–88, 6 Bde.; Philosophische Annalen, Nürnb. 1787–93; Darstellungen des Geistes der neuesten Philosophie, Lpz. 1801 bis 1806; übersetzte mehrere philosophische Werke aus dem Französischen u. Italienischen. 14) Joh., s. Cäsarius (Joh).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 726-728.
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