Türkische Literatur

[947] Türkische Literatur, nennt man vorzugsweise die Literatur der Osmanen, obgleich man sonst mit dem Namen Türken (s.d.) im weiteren Sinne auch die Dschagataisch sprechenden u. schreibenden Osttürken u. die Bewohner des Kiptschak versteht. Wenn auch die T. L. ungemein reich in den verschiedenen Gebieten der Poesie, in der Geschichte u. den Wissenschaften ist, so besitzt sie doch nur wenig Eigenthümliches u. Originelles; fast alle Literaturwerke sind mehr od. minder nur Nachbildungen arabischer u. persischer Muster, bis herab auf die neueste Zeit, wo die abendländische Bildung namentlich in den wissenschaftlichen Leistungen der Osmanen ihren Einfluß zu bekunden angefangen hat. Die Anfänge der T-n L. reichen hinauf bis in die Zeit der Begründung des Reichs der Osmanen. Noch in die Zeit der Seldschuken in Kleinasien gehören die Weisheitssprüche im Buche des Oghus (bei Diez, Denkwürdigkeiten von Asien, Bd. 1, S. 157–205), eine Reihe türkischer Distichen in dem Rebabnameh des Sultan Weled, des Sohnes des großen persischen Dichters Dschelaleddin-Rumi, u. einige kleine Schriften über Jagd, bes. die Falknerei (vgl. von Hammer, Falcknerklee, Pesth 1840). Die Osmanen eigneten sich die vorgefundene Civilisation an, u. schon Orkhan begründete 1327 in Brussa Lehranstalten, worin ihm Bajazet für Adrianopel, Murad II. in den eroberten Ländern u. bes. Muhammed II. in Constantinopel folgten. Besonders unter Bajazet II. fanden die Gelehrten viel Anerkennung u. Aufmunterung; die glänzendste Zeit der Osmanischen Literatur war jedoch die Regierung Solymans I. Unter demselben traten Schriftsteller in allen Fächern auf, bes. wurden die schönen Redekünste damals ausgebildet, u. noch jetzt gelten die Schriften aus jener Zeit für klassisch. Schon mit Murad III. (1574) begann das Reich u. mit ihm die Blüthe der Literatur zu sinken; nachdem zu den Zeiten Murads IV. u. Muhammeds IV. bes. unter dem Schutze der beiden Köprili nochmals die Pflege der nationalen Literatur u. Wissenschaft belebt worden war, gerieth dieselbe bes. seitdem Frieden von Karlowitz immer mehr in Verfall. Der [947] Zeitraum seit dem Frieden von Kutschuk-Kainardsche vollendete denselben; die Literatur wurde ihrer nationalen Eigenthümlichkeiten entkleidet in demselben Maße, wie auch das Volk durch die nöthig gewordenen Zugeständnisse an das Abendland u. die inneren Reformen seine Nationalität zu verlieren begonnen hat. Bes. seit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrh. ist die abendländische Einwirkung immer sichtbarer geworden, namentlich sind es französische Werke, welche ins Türkische übertragen wurden, u. französische Muster schwebten den Verfassern von Originalwerken vor, überhaupt ist für die Türken der jüngsten Zeit abendländische Cultur soviel wie französische Cultur. Die im März 1851 nach abendländischem Vorbild begründete Akademie hat für die eigentliche Wissenschaft nichts. geleistet; eine Universität ist noch nicht zu Stande gekommen, obgleich das in Constantinopel dazu erbaute Gebände fertig ist. 1727 wurde in Constantinopel eine Druckerei errichtet, aus welcher eine Reihe von Werken hervorgingen, allein dieselbe erfuhr mehrsach Unterbrechungen. In jüngster Zeit jedoch hat, wie in Indien u. Persien, so auch in der Türkei die Lithographie zur Vervielfältigung älterer u. neuerer literarischer Productionen Anklang gefunden. Auch sind von Abendländern in Constantinopel Buchhandlungen begründet worden, welche sich theilweise auch mit der Besorgung dortiger Drucke nach dem übrigen Europa befassen.

Ganz bes. zeigt sich die Unselbständigkeit der T-n L. in der Poesie. Die Türken selbst besitzen keinen eigentlichen poetischen Genius, sie ahmen nur arabische, bes. aber persische Vorbilder nach; unnatürlich u. erkünstelt charakterisiren die türkische Poesie Schwulst u. kühne Bilder. Das Drama fehlt ganz, dagegen tritt das beschreibende u. didaktische Gedicht sammt dem mystischen, sowie die Lyrik in Fülle hervor. Gleich die Formen sind ganz die persischen. Man unterscheidet auch bei den Türken a) das Mesnewi od. doppelt gereimte Gedicht; es umfaßt nicht nur dasromantische u. historische Epos, sondern auch das Lehrgedicht, das ethische wie das mystische u. auch das beschreibende Gedicht. Die historischen Poesien führen insgemein den Titel Nameh (d.i. Buch), wie z.B. Timurnameh (das Buch von Timur); die romantisch-epischen Poesien sind nach den Namen der Hauptpersonen, wie Jussuf u. Suleicha, benannt. Sonst heißen Nameh auch kleinere beschreibende Poesien, welche öfter den Diwanen (d.i. den Sammlungen der lyrischen Poesien) angehängt sind. Auch die Himmelfahrt u. die Geburt des Propheten sind der Stoff vieler besonderer doppeltgereimter Gedichte, welche den Titel Miradschijeh (Himmelfahrtsgedicht) u. Mewlulidijeh (Geburtsgedicht) führen. b) Die Kasside, das längere lyrische Gedicht, bei welchem nur die zwei ersten Verse u. dann immer die zweitfolgenden mit demselben Reime endigen u. welches größtentheils panegyrischen Inhalts ist. Doch werden in dieser Form auch die Todtenklagen (Mersijeh) u. reine Schönheit beschreibende Gedichte (Nesib), die Satiren (Hedschw) u. die sotadischen Possen (Hesel), die beiden letztgenannten aber auch in Mesnewis verfaßt. c) Das Ghasel ist nicht in der Reimfolge, sondern nur in der Länge von der Kasside unterschieden, indem es aus nicht weniger als fünf u. nicht mehr als sieben Distichen bestehen soll; der Inhalt ist entweder rein erotisch u. bacchantisch od. allegorischen u. mystischen Inhalts. Die geistlichen Lieder der Derwische, welche unter Flötenbegleitung beim heiligen Reigen (Simaa) abgesungen werden, heißen Simaai, die erotischen Gassenhauer Schreki od. Kodschasch, d) Terdschii, Kassiden od. Ghaselen mit wiederkehrenden Schlußreimen. e) Die Glossen heißen, je nachdem ein Vers der Unterlage in fünf od. sechs. Verse etc. erweitert wird, Tachmis, Tesdis, Tesbii, Tesmin (d.i. Verfünffachung, Versechsfachung, Versieben- u. Verachtfachung). f) Rubijat, sind vierzeilige Strophen, in denen die erste mit der zweiten u. vierten reimt, während die dritte leer ausgeht u. in welche insgemein theils ethische, theils epigrammatische Gedanken gekleidet werden. Die Räthsel heißen Mimaa, die Logogriphen Laghs, die Akrostichen Maklub, endlich die Chronogramme Tarich. Die Sammlungen lyrischer Gedichte eines Verfassers heißen Diwan. Hat ein u. derselbe Dichter fünf Mesnewis, sei es nun epischen, ethischen od. mystischen Inhalts verfaßt, so heißt die Sammlung derselben Chamseh (d.i. ein Fünfer), Külllijat sind die sämmtlichen Werke eines Verfassers. Die Stoffe der epischen Poesie der Türken sind die der Perser. Es gehören dahin außer der Iskendersage die nationalen persischen Stoffe Chosrew u. Schirin u. Wamik u. Asra; die Liebesgeschichten Weise u. Ramin, Absal u. Selman, Werka u. Gilschad u.a.m. Daran schließen sich arabische, historische u. biblische Stoffe, unter denen vor Allem Jussuf u. Suleicha, dann Sulaiman u. Balkis, Leila u. Medschnun, Kessiret u. Asa, Amrolkais u. Oneise, Irwet u. Afra, Emher u. Tefe etc. zu nennen sind. In anderen mystisch-romantischen Dichtungen sind die Helden nur personificirte Allegorien, wie in Gül u. Bülbül (Rose u. Nachtigal) od. die Helden tragen keine historischen, sondern nur von den Dichtern erfundene Namen, wie Gül u. Gülendam (Rose u. Rosenstängel), Behram u. Anehid (Mars u. Venus) etc. Die Geschichten von Jussuf u. Suleicha u. von Leila u. Medschnun werden bes. auch im mystischen Sinne behandelt. Für den ersten bedeutenden türkischen Dichter gilt Aaschik-Pascha (gest. 1332), welcher bereits zu Anfang des 14. Jahrh. kurz nach dem Beginne des Reichs mit einem großen mystischen Gedichte (Diwan-i-Aaschik) auftrat, welches seiner Anlage nach ganz eine Nachahmung des persischen Mesnewi des Dschelaleddin Rumi ist. Fast gleichzeitig übertrug Scheich Elwan von Schirasdas mystische Gedicht Gülscheni-Ras aus dem Persischen des Mahmud Schebisteri, Die Werke der beiden Genannten sind die Grundlagen der osmanischen Poesie u. bezeichnen für die folgenden Jahrhunderte die Richtung, nachwelcher hin sich die letztere entwickelte. Unter Bajazet I. blühten Suleiman-Tschelebi, der Dichter des ersten Mewlud (Geburtsfeier des Propheten), u. Ahmedi (gest. 1412), der Dichter des Iskendernameh (Buch. von Alexander), eines großen historischen u. mystischen Epos, u. Dschelal-Arghun (gest. 1373), der Verfasser eines ethisch-didaktischen Gendschnameh (Schatzbuch). Der erste große Dichter des romantischen Epos bei den Türken war Scheichi, der unter Muhammed I. lebte u. Chosru u. Schirin dichtete. Hierzu kommen noch im 15. Jahrh.: Jasidschi-Oghlu od. Ibn-Katib, welcher um 1449 eine Mohammedijet, ein großes didaktisches Gedicht über den Islam, vollendete, u. Dschemalisade, welcher 1404 das Gedicht Chorschid u. Ferruchschad verfaßte.[948] dieser ersten Periode der Geschichte der osmanischen Dichtkunst, in welcher das religiös-didaktische u. mystische Gedicht die Oberhand hat, folgt die eigentliche Glanzperiode, welche mit dem Eroberer Muhammed II. beginnt u. in welcher Constatinopel nicht nur die Hauptstadt des Reiches, sondern auch Mittelpunkt der literarischen u. wissenschaftlichen Cultur wird. Unter dem genannten Herrscher blühte der erste große Lyriker Ahmed-Pascha (gest. 1496), welcher jedoch unter Bajazet II. von Nedschati u. Chiali übertroffen wurde. Rewani zeichnete sich im beschreibenden Gedichte aus; Hamdi lieferte in seiner Bearbeitung des Jussuf u. Suleicha ein zweites Meisterwerk des romantischen Epos; Sati war Hofdichter, welcher jährlich drei Kassiden, eine am Frühlingsanfang, die beiden andern an den beiden Beiram zu fertigen hatte; Firdewsi verfaßte das Suleimannameh (Buch von Salomo), eine Sammlung von Sagen u. Legenden, welche 360 Bände umfaßte, von der jedoch nur 70 erhalten sind; Mesihi lieferte Frühlingsgedichte. Die höchste Blüthezeit feierte die Osmanische Literatur unter Solyman II. (1519–66), welcher Poesie u. Wissenschaft begünstigte u. das Reich auf den Gipfelpunkt seiner Macht erhob. Es wurden jetzt die Thaten u. Feldzüge der Sultane in epischen Dichtungen in Schahnameh's, d.i. Königsbüchern, poetisch geschildert, wie von Aarisi, Hadidi, Hesar-parapara, Schehdi u. Andern. Mehr poetischen Werth beanspruchen jedoch die allegorischen u. mystischen Poesien, unter denen wohl Fasli's (gest. 1563) Gül u. Bülbül (türkisch u. deutsch von Hammer, Pesth 1834) die lieblichste ist. Andere berühmte Dichter dieser Zeit sind Jahja, welcher alle seine Vorgänger im beschreibenden Gedicht übertraf; ferner Baki (gest. 1600), der sich den Ruhm des bedeutendsten Lyrikers der Osmanen erwarb (sein Diwan, deutsch von Hammer, Wien 1825); Ali-Wast, der als Verfasser des Humajunnameh, einer türkischen Bearbeitung der Fabeln des Bidpai, für den glänzendsten Prosaiker gilt; Chalili verfaßte das elegische Firaknameh (d.i. Buch der Trennung); Fusuli u. Ghasali lieferten sotadische Dichtungen; Chelili bearbeitete wiederum die persischen Lieblingsgegenstände Chosrew u. Schirin u. Leila u. Medschnun; Fikri übersetzte Firdewsi's Schahnameh ins Türkische; Sururi, der Verfasser von drei Diwanen, übersetzte u. commentirte die persischen Meisterwerke von Hafis, Saadi, Dschami u. Attar. Der fruchtbarste u. größte Dichter dieser Zeit ist jedoch Lamii (gest. 1531); außer verschiedenen prosaischen Werken, welche zum Theil Übersetzungen persischer Werke des Dschami sind, verfaßte er vier große epische Gedichte Wamik u. Afra (bearbeitet von Hammer, Wien 1833); Weise u. Ramin, Absal u. Selman u. das Ferhadnameh, die Geschichte von Chosrew u. Schirin enthaltend (bearbeitet von Hammer, Stuttg 1812, 2 Bde.). Außerdem verfaßte er noch viele lyrische, didaktische u. beschreibende Gedichte, z.B. die Verherrlichung der Stadt Brusa (deutsch von Psizmeier, Wien 1839). Unter den Nachfolgern Solyman's begann bereits der Verfall der Literatur. Aus der großen Anzahl von Dichtern, welche zwischen 1566 u. 1640 blühten, nehmen nur drei eine hervorragende Stelle ein: Attaji, der Verfasser einer Chamseh romantischer Gedichte, wie schon vor ihm Muidi u. Bihlschli geliefert; der Mufti Jahya, welcher die Bordah ins Türkische übertrug, einen Diwan u. andere Gedichte verfaßte; u. Nefii (hingerichtet 1635), der namhafteste türkische Satiriker. Dem Zeitalter der Köprilis gehörte Nabi (gest. 1712) an, welcher von den gleichzeitigen Geschichtschreibern einstimmig als Dichterkönig bezeichnet wird. Neben ihm dichteten Deschewri u. Misri mystische Poesien, während Fasli, Medihi u. Aarif sich in anderen Dichtungsarten hervorthaten. In die Periode zwischen dem Frieden von Karlowitz u. Kutschuk-Kainardsche fallen noch mehre namhafte Dichter; dahin gehören vor Allen Wehbi der Ältere, der bedeutendste Lyriker seiner Zeit, Thalib, Kiani u. Aasim (der Geschichtschreiber Tschelebisade), sowie der Großvezier Raghib-Pascha, ein philosophischer Dichter, welcher von seinen türkischen Biographen der Sultan der Dichter Rums u. der Vorsitzer der Veziere genannt wird. Nach ihm sank die Dichtkunst zur reinen Chronographik herab; jedenfalls der letzte bedeutende Dichter der Osmanen war der Mystiker Ghalib (gest. 1795), neben welchem von seinen Zeitgenossen nur etwa noch der jüngere Wehbi, Nischeet u. Newres, sowie Fasilbeg, der Dichter des Sennameh (Buchs der Weiber), den Namen eines Dichters verdienen. Unter allen bisher genannten Dichtern werden schon von den Türken selbst jedoch nur sieben als Sterne ersten Ranges bezeichnet, nämlich Ahmedi, Sati, Lamii, Baki, Nefii, Nabi, der ältere Wehbi u. Ghalib. Die türkischen Dichterbiographen zählen mehr als 3000 Dichter auf; Notizen über das Leben von 2200 Dichtern u. reiche Proben von deren Dichtungen gibt von Hammer in seiner Geschichte der osmanischen Dichtkunst (Pesth 1833, 4 Bde.). Der für den größten türkischen Dichter des 19. Jahrh. gehaltene Ketschedschisade hat sich nur im Chronogramm ausgezeichnet u. ist von gar keiner eigentlichen poetischen Bedeutung, obgleich er eine große Anzahl von Nachahmern gefunden hat. Die Zahl der Dichterinnen ist nur gering; zu nennen sind aus früherer Zeit Seineb, Mihri u. Hubbi, aus neuerer Ummesuhah (Sidki) Ani, Fillnet, Leila Chaniim u. Heibelullah (die Schwester des Sultan Mahmud). Auf dem Gebiete des Märchen u. der Erzählung sind außer dem Humayun-nameh noch zu nennen dietürkische Bearbeitung des Tuti-nameh (deutsch von Rosen, 2 Theile, Lpz. 1858), die Schwänke des Nasr-ed-Din (deutsch von Camerloher, Triest 1857), die Geschichten der 40 Veziere von Scheikh Sade (deutsch von Behrnauer, Lpz. 1851) u.a.m. Eine türkische Übersetzung der 1001 Nacht hat Ahmed-Nadhif (Const. 1858–60, 6 Bde.) besorgt. Sammlungen von Märchen lieferten auch Lamii (Buch der Beispiele) u. Dschenani (Wunderbare Denkmale). Eine Art von Ritterroman, Sid Battal, ist gleich dem arabischen Antar ungemein populär; weniger bekannt sind das Iskendernameh u. das Hamsenameh, zwei Romane, ein jeder in 24 Bänden, beide von Hamsewi, welcher unter Bajazet lebte, u. in Prosa verfaßt. Unter den ethischen Dichtungen, halb in Prosa, halb in Versen, sind das Achl aki Aleaji von Ali Kinalisade u. der Rath für Könige von Sari Abdallah. Nachahmungen von Saadi's Gulistan u. Dshami's Bostan sind der Nigaristan, der Kemal pascha u. der Nachlistan Fasli's. Wie die Persische Literatur, so besitzt auch die Türkische eine große Anzahl von poetischen Anthologien u. Sammlungen von Dichterbiographien (Teskiret); welche zugleich auch Proben aus deren Werken geben. Unter den Blüthenlesen sind hervorzuheben[949] die von Kafsade (gest. 1621), die große von Nasmi u. die von Dschewdet-Esendi (gest. um 1834). Hieran reihen sich die Dichterbiographien von Seht (gest. 1548), betitelt die Acht Paradiese, welcher Notizen über 200 Dichter gibt, von Ahdi (1495–1583), Aaschik-Tschelebi (gest. 1571) u. Latifi (gest. 1582), welche sämmtlich der Regierung Sultan Solyman's u. seines Sohnes Selim II., der Zeit des höchsten Flors des Türkischen Reichs u. der Türkischen Poesie, angehören; ferner die Dichter-biographien von Hassan Tschelebi Kinalisade (gest. 1602), welche 607 Dichter behandelt, von Rijasi (gest. 1644), von Risa, von Safaji (gest. 1725), von Salim, von Seid Ismail (gest. 1729) in dessen Sammlung von Lebensbeschreibungen aller berühmten Männer, die in Brusa verstorben sind, von Aasim-Tschelebi, Pertew (gest. 1807) etc. Das neueste Werk dieser Art ist der Tezkere-i-Chatime ül Esch'ar von Fathin-Efendi (lithogr. Const. 1855).

Sehr reich ist die historische Literatur der Türken. Was den Werth derselben betrifft, so besteht derselbe wohl zumeist nur in der treuen Überlieferung der Thatsachen. Die Form der Historiographie ist selbst in den historischen Werken der neuesten Zeit noch immer die der mittelalterlichen Chronik. Die Ereignisse werden in chronologischer Ordnung u. in gesonderten Abschnitten erzählt, ohne daß dabei auf logische Verbindung der verschiedenen Thatsachen unter sich Rücksicht genommen od. aus der Gesammtheit ein zusammenfassendes Bild abstrahirt würde. Dabei zeigen sich jedoch die Verfasser weniger parteiisch als man erwarten sollte. Nur bei Besprechung europäischer Verhältnisse u. fremdländischer politischer Einwirkung auf die Pforte waltet, mit wenigen Ausnahmen, die starre Ausschließlichkeit islamitischer Anschauungsweise vor. Fast immer sind die türkischen Geschichtsschreiber hochgestellte Staatsdiener, welche ihre Aufzeichnungen nach Möglichkeit geheim zu halten suchen mußten, weshalb denn auch dieselben weniger bekannt geworden sind. Die officiellen Staatsannalen der Hohen Pforte wurden von eigens dazu ernannten Beamten angefertigt, welche bis auf Solyman den Großen Schehnamehdschi, später Wakaa-nüwis (d.i. Novellisten) hießen. Dieselben wurden in schönen Abschriften in irgend einem Palaste des Sultans niedergelegt, wo sie für die Außenwelt gänzlich unzugänglich blieben. Manche gelangten zwar im Laufe der Zeit auf Befehl. der Sultane zur Veröffentlichung, doch geht die zuletzt gedruckte Staatschronik nicht über den Frieden von Kutschuk. Kainardsche (1774) hinaus. Für klassisch gilt das Geschichtswerk des Saad-eddin (türkisch u. lateinisch von Kollar, Wien 1750), welches die Geschichte der Osmanen von ihrem Ursprung an bis auf Mahmud I. od. bis 1520 erzählt; demselben schließen sich folgende gedruckte Staatschronisten an: Naima, von 1591–1659 (Const. 1734, 2 Bde.; engl. von Fraser, Lond. 1832–36, 2 Bde.); Reschid, von 1660–1721 (Const. 1741, 3 Bde.), Tschelebisade von 1721–27 (Const. 1741); Sami, Schakir u. Subhi von 1730–1743 (Const. 1785); Issi von 1744–52 (Const. 1785), endlich Wassif von 1752–73 (Const. 1805, 2 Bde., Kairo 1831); Auszug von Caussin de Perceval unter dem Titel: Précis hist. de la guerre des Turcs contre les Russes de 1769 à 1774, Par. 1822. Ein vollständiges Verzeichniß der Quellenschriften zur Geschichte der Türken bis 1774 gibt von Hammer-Purgstall in seiner darnach bearbeiteten Geschichte des Osmanischen Reichs. Die Hauptwerke über die neuere türkische Geschichte lieferten die Staatsgeschichtsschreiber: Enweri (gest. Nov. 1794) von 1769–91 in fünf verschiedenen Werken; der bereits genannte Wassif-Efendi (gest. 1807), welcher außer seiner gedruckten Chronik auch noch drei andere für die Zeit bis 1802 verfaßte; Edib-Efendi von 1788–92; Nuri-Bei von 1794–1798; Aasim-Efendi, welcher sich in seiner Darstellung mehrfach über den Standpunkt eines bloßen Chronikenschreibers erhebt, von 1806–8; der als vielseitiger Gelehrter u. Dichter bekannte Schanisade (gest. um 1827), dessen Chronik von der Thronbesteigung Mahmud's bis 1821 reicht; Esad-Efendi (geb. 1789, gest. 1848), dessen beide officiellen Werke die Zeit von 1821–22 u. 1825–26 umfassen, dessen Darstellung aber, wie auch sein Üssi-Safer (eine Geschichte der Vertilgung der Janitscharen) an Redeschwulst u. Überschwänglichkeit leiden. Überhaupt ist der Styl in diesen historischen Werken affectirt u. geschraubt, voll der gesuchtesten Metaphern u. weithergeholter Vergleiche. Der gelehrteste Historiker des 17. Jahrh. war Hadschi-Khalsa (s.d.), gewöhnlich Tschelebisade, welcher außer seinem arabischen Bibliographischen Wörterbuche auch sehr reichhaltige historische Tafeln verfaßte, die von Adam bis 1640 reichen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrh. bildete der Historiograph Esad-Efendi den Mittelpunkt der türkischen Geschichtschreibung. Gegenwärtiger Staatschronist ist Ahmed Dschewdet Efendi, dessen Geschichte des Osmanischen Reichs mit dem Frieden von Kainardsche beginnt u. seit 1854 in Druck erscheint. Außer den Staatschroniken hat er auch die geheimen Pfortenarchive benutzt u. gibt einfache, gesunde u. unparteiische Beurtheilungen der jeweiligen politischen Lage der Dinge. Sonst haben sich als historische Schriftsteller bekannt gemacht Ibrahim Petschewi, dessen Geschichtswerk (1525–1631) wichtig für die Geschichte der Türkenkriege in Ungarn ist; Abdurrahman, welcher eine Geschichte der französischen Invasion in Ägypten verfaßte; ferner Muhhib-Efendi, Mustapha-Nedschib-Efendi; Wahib-Efendi; Halimgerai-Khan, welcher im Gülbüni Chanan eine Geschichte der Khane der Krim lieferte; Ghasi Hasan Pascha (gest. 1790), welcher eine Geschichte seiner Feldzüge schrieb. Eine allgemeine Weltgeschichte (Gülscheni Maarif) compilirt Feraisade Efendi auf Befehl Sultan Mahmud's (gedr. Const. 1836, 2 Bde.) von Adam bis zum Frieden von Kainardsche. Die Geschichte der türkischen Sultane (Tarichi Osmaniije) schrieb Hadschruhah-Efendi (Const. 1854–57, Bd. 1–11). Eine Geschichte der türkischen Großveziere verfaßte Osmansade Ahmed Taib, welche von Dilaweragasade Omer-Efendi, von Schehrisade Muhammed Said-Efendi, von Dschawid-Bei (Wardi Muthara) u. weiter von Abdulsellah Schäwket Efendi fortgesetzt wurde. Die Biographien der Mufti schrieb Mustakim-Efendisade, die der Ulemas u. Scheiche: Taschköprisade (gest. 1598) u. dessen Fortsetzer Ali Ben-Bali, Newisade (Altaji), Uschakisade Efendi, u. Scheichi, zu denen in neuerer Zeit noch Munib-Efendi hinzugekommen ist. Die Lebensbeschreibungen der Reis-Efendi sammelte Resmi Ahmed Efendi u. sein Fortsetzer Faik (Const. 1853). Aarif-Hükmet Bei, der bis in die neueste Zeit herab den hohen Posten eines Scheich-el-Islam bekleidete u. die reichste Privatbibliothek in Constantinopel besitzt, hat die Protokolle der Verhandlungen des Friedens[950] zu Sistow u. Jassy (Const. 1855–58, 4 Bde.) drucken lassen. Eine kurzgefaßte Geschichte der osmanischen Historiker hat Dschemaleddin-Efendi (gest. um 1856) verfaßt Geographische Werke besitzt die ältere T. L. außer dem Dschihán-numa (d.i. Schauplatz der Welt, Const. 1783), u. dem geographischen Wörterbuch des Hadschi-Khalsa nur wenige; Reiseberichte lieferten in neuerer Zeit Ewlia-Efendi (engl. von Hammer, Lond. 1834), Muhammed-Efendi (Par. 1841) u. in jüngster Zeit Mehemed Churschid Efendi (Tiahatnamei-Hodud, lith. Const. 1861).

Wie in der Poesie, so sind die Osmanen auch in der Wissenschaft nicht zur Selbständigkeit gelangt u. bewegen sich auch hier in den von den Arabern u. dem Islam überhaupt vorgezeichneten Bahnen u. Grenzen. Die wissenschaftlschen Leistungen der Türken bestehen meist nur in Übertragungen, Auszügen u. Compilationen, namentlich aber auch in Commentaren zu arabischen Werken Wenn sich auf einzelnen wissenschaftlichen Gebieten in den letzten Jahrzehnten der abendländische Einfluß geltend gemacht hat, so verharrt die türkische Wissenschaft in starrer Stabilität in allen den Disciplinen, welche unmittelbar mit dem Islam in Verbindung stehen, wie die Philosophie, Dogmatik u. Rechtswissenschaft; es ist auch keine Hoffnung zu einer freieren Entwickelung vorhanden, so lange der Körper der Ulema mit allen seinen Abstufungen, Lehranstalten u. Privilegien unverändert fortbesteht. Die eigentliche theologische Literatur hat wenig Originelles aufzuweisen u. besteht fast nur aus Commentaren zu den gebräuchlichen arabischen Abrissen u. Lehrbüchern u. wiederum Glossen zu den Commentatoren. Das höchste Ansehen genießt der Abriß der Glaubenslehre nach dem orthodoxen Lehrbegriff der Sunniten von Muhammed-Pir Ali el Berlewi (Const. 1802 u. ö.; franz. von Garcin de Tassy, Par. 1822), welcher vielfach commentirt worden ist, wie u.a. von Sadreddin aus Konia (1562) u. von Kasisade (Ahmed Ben-Muhammed Emin, gedr. Const. 1839). Einen Umriß der Glaubenslehre enthält auch Enwâru'l-Aaschikin (d.i. Lichter der Liebenden), welches um 1449 von Muhammed-ben-Katib, genannt Jasidschi-Oghlu, arabisch verfaßt u. von dessen Bruder Ahmed-Bidschan ins Türkische übertragen wurde (Const. 1845). Die berühmten dogmatischen Werke (Akaid) von Nesesi u. Adhadeddin u. deren Commentatoren Dewani u. Testasana wurden von Kelenbewi u. Silkuti, zweien der berühmtesten türkischen Gesetzgelehrten des 18. Jahrb., glossirt. Verschiedene Commentare u. Glossen gibt es zu der Senusijje des Senusi u. deren Commentatoren Hudhudi, Scheich el Baguri, zu dem Lehrgedichte El-Dschauhareh nebst dessen Commentator. Abd-es-Selam, u. andern Tractaten, welche die Grnndlage der dogmatischen Studien bilden. Dasselbe gilt von den Werken über Koranexegese (Tefsir), wie den Commentaren von Sujuti u. Mahalli, von Beidhawi, Abu-Snud u. der Glossatoren der Genannten (Scheich-el-gemel, Ibn-Attijeh, Karamani etc.), sowie von denen über Tradition (Bokhari, Muslim, Abi-Dawud, Nisai, Ibn-Mágeh, Tirmidi etc.). Geschätzte liturgische Werke sind bei den Türken das Ghunijet (ein Commentar Ibrahims zum Munijet des Imam Kaschgari) u. das Hallijet von Nakschbendi aus Giselhissar (1826). Das gewöhnliche Lehrbuch für die Logik ist die Isadschudschi der El-Abheri (Ebheri), welches ebenfalls mehrfach commentirt wurde, u.a. von Kelenbewi. An der Spitze der metaphysischen Werke steht das Mewakif von El-Idschi; von den Commentaren zu demselben sind die von Testasani u. Dschordschani von Chiali u. A. glossirt worden. Mit großem Fleiße, wenn auch wiederum fast nur in Commentaren, Glossen u. Anhängen, ist von den Türken die mit der Theologie eng verschwisterte u. auf gleichem Fundamente ruhende Rechtswissenschaft bearbeitet worden (Ilm-el-Fikh), welche überhaupt der Zielpunkt aller wissenschaftlichen Bestrebungen bildet. Die juristischen Werke sind meist arabisch verfaßt u. commentirt, doch haben Türken zahlreiche Subcommentare u. Glossen sowohl in türkischer wie in arabischer Sprache über dieselben geliefert. Die erste Klasse derselben umfaßt diejenigen Arbeiten, welche eine systematische Gesammtdarstellung nach den Principien des Koran geben. Dahin gehören bei der Secte der Schafiiten: El-Mmhag mit dem Commentar von Ramlis; El-Menheg u. Et-Tahrir von Zakarijael-Ansari etc. Bei den Hanefiten gelten als Autorität Ed-Durr-el-Mohtar von Scherembelani mit den Glossen von Scheich et-Tahtawi u. von Ibn-Abdin, der Kenz ed-Dakaik mit den Commentaren von Aini, von Maula Meskin, von Tajji; ferner Nurel-Gdah etc. Eine zweite Reihe von juristischen Werken stellt blos die Entscheidungen (Fetwa) berühmter Rechtsgelehrten für specielle Fälle od. schwierige Rechtsfragen zusammen. Derartige Sammelwerke od. Fetawi besitzt die T. L. eine ganze Reihe. Mehre derselben, welche von dem Mufti Ali-Efendi von Abderrahim (Const 1827, 2 Bde.), von Scheikh Mustapha-el-Kudusi (Const. 1822), sowie vom Muhammed-Arif (Const. 1837) sind im Druck erschienen. Das Grundwerk des moslemischen Kriegsrechts ist das Seir-ul-Kebir, welches mehrfach commentirt u. mit dem Commentar des Sarchasi (Const. 1826, 2 Bde.) von Said-Munib ins Türkische übertragen wurde. Zur Zeit Solyman's des Großen stellte Scheich Ibrahim-Elhalebi eine große Gesetzsammlung zusammen, die Multeka; welche von Mewkusati (gest. 1655) ins Türkische übertragen wurde (Const. 1853, 2 Bde.). Unter verschiedenen türkischen Werken, welche Muster von Formeln, Urkunden u. gerichtlichen Aufsätzen aller Art enthalten u. gewöhnlich den Titel Sokuk führen, ist das von Debbaghsade Nuuman-Efendi (Const. 1832) am meisten geschätzt. An Monographien über einzelne Disciplinen der Rechtswissenschaft, wie bes. über das Erbrecht, ist kein Mangel. Auch die Politik der Türken ist religiöser Natur, die Schriften darüber enthalten nicht selten gute Sittenlehren, sonst sind sie in den Grundsätzen gemäßigt. Geschätzt sind unter den Türken die Bücher von Newati, dem Lehrer Murads III., von Mahumed ben-Ali Alik, Mueddinzade, Lufti-Pascha (Verfasser des Spiegels der Veziere), aus neuerer Zeit von Weisi, Ratib (hingerichtet 1799) u. A. Der jüngsten Zeit gehören die Taalimati umumije, od. politische Belehrung für alle Beamte des Osmanischen Reichs (gedruckt Const. 1846) u. Ilmtedbiri-Milk, ein Adriß der politischen Ökonomie (englisch von Wells, Lond. 1860). In der Philologie haben die Türken wenig für ihre eigene Sprache gethan, desto eifriger aber die Arabische u. Persische Sprache bearbeitet. Besondere Erwähnung verdienen hier die türkischen Übersetzungen des arabischen Wörterbuchs des Dschauhari von[951] Wankuli (Const. 1803, 2 Bde.), des arabischen Wörterbuchs Kamus durch Asim-Efendi (ebd. 1814, 3 Bde., Kairo 1835, 3 Bde.); wichtig ist auch das persisch-türkische Wörterbuch Ferhengi-Schuûri (ebd. 1742, 2 Bde.). Sehr geschätzt ist das persisch-türkische Glossar des Wehbi, welches von Ahmed-Hajati-Efendi (ebd. 1822) u. von Lebib (ebd. 1846) commentirt wurde. Ein gereimtes türkisch-arabisch-persisches Glossar verfaßte Aini aus Aintab (ebd. 1834). Ebenso wichtig sind die zahlreichen commentatorischen Werke bes. über die beliebtesten persischen Dichter. In hohem Ansehen standen die Commentare des Sudi (st. 1596) über den Gulistan, des Sadi (Const. 1833) u. über die Gedichte des Hafis (Kairo 1835, 3 Bde.), des Ismael-Hakki (st. 1725) über das Pendnameh des Ferid-ed-Din Attar (ebd. 1834) u. über das Mesnewi des Dschelâl-ed-Din Rumi (Kairo 1836), ferner des Schakir-Efendi über den Beharistan des Dschami (Const. 1836). In neuester Zeit verfaßte Fuad-Efendi eine türkische Grammatik (ebd. 1852). Das Hauptwerk über Encyklopädik hat Taschköprisade (st. 1598) geliefert. In Bezug auf Mathematik, Astronomie, Naturwissenschaften u. Medicin war die T. L. bis auf die neuere Zeit herab von ihren arabischen u. persischen Vorgängern eben so abhängig, wie auf dem theologisch-juristischen Gebiete. Jedoch zeigen sich hier schon in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrh die Spuren abendländischen Einflusses Dahin gehören das medicinische Werk des Schanisade (1820, 2 Bde.), welcher sich auch auf dem Gebiete der Mathematik u. Militärwissenschaft auszeichnete. Auf letzterem wurden die Werke von Ishak-Chodscha, dem Vorsteher der Ingenieurschule, von großem Einfluß; er schrieb eine Encyklopädie der mathematischen Wissenschaften (Const. 1831–32, 4 Bde.), über Befestigungskunst (ebd. 1834), über Höhenmessen etc. Man studirte in den letzten Jahrzehnten, in welchen sich die Regierung u. Verwaltung des sich auflösenden Osmanischen Reichs soweit als möglich abendländische Principien anzubequemen suchte, Staats- u. Cameralwissenschaften, gab seit 1847 ein Sâl-nameh od. Staatshandbuch heraus u. suchte durch officielle Zeitungen (eine Staatszeitung war schon im 3. Jahrzehnt unseres Jahrh. begründet worden) auf das Volk zu wirken; s.u. Zeitungen.

Die neueste u. modernste Form der literarischen Thätigkeit der Türken bekunden die Zeitschriften nach dem Vorbilde der französischen Revue des deux mondes, deren im Herbst 1863 in Constantinopel drei erschienen. Die inhaltreichste derselben, an welcher sich die angesehensten u. hochgestelltesten Männer betheiligen ist Medschmuaï-Füann, welches seit Juli 1863 von der Osmanischen wissenschaftlichen Gesellschaft (Dschemieti-ilmieï-osmanié) herausgegeben wird. Ernste Forschung bekundet auf einem im Orient selbst nochgar nicht gepflegten Gebiete der Fürst Subti in den Tekmiletul'ibar Const. 1862) einem numismatischen Werke. Über die T. L. geben Nachweisungen Toderini, Letteratura Turchesca, Ven. 1787, 3 Bde., deutsch von P. W. G. Hausleutner, Königsb. 1790, 2 Bde.; I. G. Eichhorn, Geschichte der Literatur, 3. Bd., S. 1103–1297; Chabert, Biographische Nachrichten von vorzüglichen türkischen Dichtern, Zür. 1800; Derselbe Geschichte der osmanischen Dichtkunst, Pesth 1836–38, 4 Bde.; Freiherr von Schlechta Wssehrd in Sitzungsberichten u. Abhandlungen der Wiener Akademie. Die türkischen Drucke verzeichnet Zenker, in der Bibliotheca orientalis (Lpz. 1847–62, 2 Bde.).

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Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 947-952.
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