Sicilien

Sicilien

[180] Sicilien (das Königreich beider) umfaßt die Staaten diesseit der Meerenge (Dominj al di qua del Faro), d.i. das Königreich Neapel oder den südl. Theil von Italien, und die Staaten jenseit der Meerenge (Dominj al di la del Faro), d.i. die Insel Sicilien nebst den Liparischen Inseln (s.d.), den ägatischen Inseln, am westl Vorgebirge von S., und der Insel Pantellaria, südwestl. derselben, zusammen 1982 ! M. mit nahe an 8 Mill. Einw.

Das Königreich Neapel, auf das 1486 ! M. kommen, wird im NW. vom Kirchenstaate begrenzt, auf den übrigen Seiten aber vom Meere umgeben, das hier folgende bemerkenswerthe Busen bildet: auf der Nordseite den Meerbusen von Manfredonia, auf der Ostseite den Meerbusen von Tarent, und auf der West- und Südseite die Meerbusen von Eufemia, von Policastro, von Salerno, von Neapel und von Gaeta. Das Land wird von den Apenninen (s.d.) durchzogen, welche hier in den Abruzzen (s.d.), in den Bergen Gran Saffo (8200 F.) und Monte Velino (7700 F.) ihre größte Höhe erreichen. Abgesonderte Bergmassen sind auf der Nordseite der Apenninen der Monte Gargano, und auf der Südseite der Vesuv (s.d.). Die Flüsse sind bei der geringen Breite des Landes, dessen Mitte noch überdies von einem hohen Gebirge eingenommen wird, nur Küstenflüsse, darunter die bemerkenswerthesten der Garigliano und der Volturno, die sich in das tyrrhenische Meer ergießen, der erstere nur einige Meilen, der letztere gar nicht schiffbar. Doch sind die Gegenden südl. und westl. der Apenninen für den Anbau hinlänglich bewässert. Seen sind nur wenige und kleine, und nur einer hat einen bedeutenden Umfang, der Celanersee in den Abruzzen. Das Klima in Neapel gehört zu den reizendsten in der Welt, der Winter ist, außer in den Abruzzen, beinahe unbekannt; wenn auch zuweilen Schnee fällt, so bleibt dieser doch nicht leicht liegen, und auch die höchsten Gipfel der Apenninen werden für einige Monate ganz vom Schnee befreit. So hat man oft schon im Januar reife Erdbeeren. Die Hitze des Sommers wird wieder durch die Seeluft gemildert, und erreicht nur dann einen fast unerträglich hohen Grad, wenn der Sirocco aus SO. weht. Das Klima ist auch der Gesundheit sehr zuträglich und solche ausgedehnte ungesunde Gegenden, wie es im mittlern Italien gibt, findet man hier fast gar nicht. Zu diesem günstigen Klima kommt noch die Fruchtbarkeit des Bodens, die zum Theil von seiner vulkanischen Beschaffenheit herrührt. Daher ist Neapel, trotz der Trägheit seiner Bewohner, welche durch die angeborene Mäßigkeit und den auf dem bäuerlichen Besitzthum lastenden Druck noch vermehrt wird, reich an Producten aller Art und bringt Getreide, darunter Weizen von ganz vorzüglicher Güte, Flachs, Hanf, seines Obst, Gemüse, die edelsten Südfrüchte, darunter selbst Datteln, Wein und Öl in Fülle und Güte hervor. Unter den Weinen behaupten den ersten Rang die beiden am Fuße des Vesuv wachsenden Sorten, Lacrymae christi (Thränen Christi) und der griech. Wein. Auch Baumwolle und Zuckerrohr gedeihen, [180] werden aber sehr vernachlässigt. Holz ist trotz einigen großen Waldungen im Ganzen nicht hinlänglich vorhanden. Mehre Gegenden eignen sich mehr zur Viehzucht als zum Ackerbau, namentlich die an Dürre leidenden steppenartigen Ebenen auf der Seite des adriat. Meeres und die Gebirge. Unter den Hausthieren ist die Ziege am häufigsten, die schöne neapolitan. Pferderace ist geschätzt, aber im Allgemeinen die Pferdezucht schlecht, besser die Esel- und Maulthierzucht; in den Abruzzen ist starke Schweinezucht; die Schafe, wovon ein großer Theil, wie in Spanien, das ganze Jahr hindurch von den Gebirgen in die Ebenen und umgekehrt wandern, liefern sehr seine Wolle, Rinder sind nur in einigen Gegenden gut. Bienenzucht ist nur in der südöstl. Halbinsel bedeutend, Seidenbau in einigen Provinzen sehr wichtig. Das Thierreich liefert auch einige Landplagen, als Zugheuschrecken, Taranteln, Skorpione. Die Fischerei ist an allen Küsten sehr ergiebig. Metalle (Kupfer, Eisen und Blei) gibt es wol, werden aber wenig gewonnen; nicht unbenutzt ist dagegen der reiche Vorrath an Salz, Salpeter, Alaun, Schwefel, Bimstein, Puzzuolanerde, Marmor und Lava. Die Fabrikthätigkeit ist im Allgemeinen sehr zurück und fast nur in den Seestädten anzutreffen, am meisten in Seiden-, Wollen-, Baumwollen-und Metallwaaren und Kunstsachen aus Marmor und edlen Steinarten. Die Seestädte. sind auch die allein Handel treibenden, und selbst dieser ist mit auswärtigen Staaten mehr passiv, denn fast nur die Häfen der Berberei, Ägyptens und der ion. Inseln werden von neapolitan. Schiffen besucht; entferntere Länder holen die reichen Naturproducte Neapels auf eignen Schiffen. Zwischen den Seestädten findet aber ein lebhafter Küstenverkehr statt. Der Handel im Innern wird durch den Mangel an Straßen gehindert; im Allgemeinen geschieht für dieselben noch immer nur sehr wenig, doch wird jetzt an einer Eisenbahn von der Hauptstadt nach Castellamare gebaut, der ersten in Italien, welche im J. 1841 vollendet sein soll.

Die Einwohnerzahl im Königreich Neapel beläuft sich auf 6 Mill., darunter befinden sich zwischen 80,000 und 90,000 Arnauten, die in einigen Gegenden der südl. Küstenprovinzen wohnen und sich zur griech. Kirche bekennen, und 2000 Juden. Alle übrigen sind röm. Katholiken. Es gibt 24 Erzbischöfe, 112 Bischöfe, 26,300 Weltgeistliche, 11,700 Ordensgeistliche und 21,000 Mönche und Nonnen. In den letzten Jahrzehnden sind mehre früher aufgehobene Orden, namentlich der der Jesuiten, wiederhergestellt worden. Auch die Bildungsanstalten, darunter eine Universität, sind in den Händen der Geistlichkeit, und daher in schlechtem Zustande. Übrigens aber ist der Neapolitaner lebhaft und geistvoll und hat Kunstsinn, namentlich für Musik. Das Königreich besteht aus den vier Haupttheilen: Terra di Lavoro, Calabrien, Abruzzo und Apulien. Die Terradi Lavoro enthält zunächst die Provinz Neapel mit der Hauptstadt Neapel (s.d.). In der Gegend des Fleckens Portici mit 5200 Einw. lagen die alten Städte Herculanum und Pompeji (s.d.), welche man jetzt wieder ausgräbt. Am Fuße des Vesuv (s.d.) liegt das Dorf S. Giovanni di Tiduccio, wo das Grab Virgil's gezeigt wird. Nicht weit ist auch die Solfatara, eine vulkanische Vertiefung auf einer Anhöhe, etwa 1000 F. breit und 1250 F. lang, aus deren durchlöchertem Boden fortwährend widerliche Dämpfe aufsteigen. Sie steht wahrscheinlich mit dem Vesuv in unterirdischer Verbindung. Von den Bädern des Nero sind mehre in Sandfelsen eingehauene Gänge und Überreste von mit heißem Dampfe gefüllten Badekasten übrig. Die Sudatorii oder Schwitzbäder S.-Gena ro sind warme Höhlen, in welchen man nach kurzem Aufenthalt in den heftigsten Schweiß geräth. Der See Agnano füllt die Öffnung eines ehemaligen vulkanischen Kraters, und der lucrinische und avernische See stießen früher so heftige Ausdünstungen aus, daß über sie hinwegfliegende Vögel davon betäubt herunterfielen. Auch auf dem Boden der Hundsgrotte lagert eine erstickende Luft. Außerdem gibt es in der Umgegend von Neapel noch eine Menge von Grotten und Höhlen, welche wahrscheinlich Überbleibsel alter durch die Berge getriebener Stollen sind, die vor Zeiten zu Verbindungswegen benutzt wurden. Torre del Greco hat gegen 16,000 Einw. und Korallenfabrik; Afragola 12900 Einw., Castellamare, am Meerbusen von Neapel, 15,000 Einw. und Mineralbäder. In der Nähe lag das alte Stabiä. (S. Herculanum, Pompeji und Stabiä.) Bei Puzzuolo mit 10,000 Einw. und warmen Bädern, am neapolitan. Meerbusen, findet man die Puzzuolanerde, welche mit Kalk verbunden, steinhart wird. Sorrento mit 6000 Einw. ist Sitz eines Erzbischofs, hat eine Schiffahrtsschule und treibt Handel. Torquato Tasso wurde hier geboren, und man hat ihm vor dem Hause, in welchem er das Licht erblickte, ein Monument aufgeführt, in welchem die Handschrift seiner Gedichte und die verschiedenen Ausgaben derselben niedergelegt sind. Arienzo mit 11,000 Einw. bringt berühmte Pfirsiche hervor. Nola mit 8400 Einw., und Aversa mit 14,000 Einw., sind Bischofssitze. Zu der Provinz Neapel gehören noch die Inseln Ischia (s.d.), Procida mit 18,000 Einw., Capri (s.d.) und Anacapri. In der Provinz Terra di Lavoro ist Sta.-Maria maggiore mit 8000 Einw. die Hauptstadt. Merkwürdiger ist Capua (s.d.). Die Benedictinerabtei Monte Cassino hat ein Einkommen von 19,281 Ducati und ist das älteste Kloster im Lande. In der Festung Gaeta mit 15,000 Einw., dem Sitz eines Bischofs, ist das Denkmal des 1528 gest. Connetable von Bourbon und des 1816 gest. Prinzen von Hessen-Philippsthal, welcher die Festung 1806 tapfer gegen die Franzosen vertheidigte. Bei S.-Germano wurde 1815 die das Schicksal des Königreichs entscheidende Schlacht geliefert. Arpino mit 10,000 Einw. ist die Vaterstadt des Marius und Cicero. Maddaloni hat 11,000 Einw. Caserta mit 4500 Einw. hat ein prachtvolles königl. Schloß, ausgezeichnete Gartenanlagen und eine kleine Festung. Unter den an der Küste liegenden vulkanischen Ponzainseln hat Ponza einen guten Hafen. – In der Provinz Principato citra liegt die Hauptstadt Salerno an dem nach ihr benannten Golf. Sie ist Sitz eines Erzbischofs, hat gegen 11,000 Einw. und treibt Seehandel. In dem alten Dome ist das Grab des Papstes Gregor VII. Campana mit 7500 Einw. ist Sitz eines Bischofs; Amalfi mit 3500 Einw. Sitz eines Erzbischofs. Auch zu Sarno, mit 7400 Einw., Cava und Capaccio sind Bisthümer. – In der Provinz Principato oltra oder Monte fusco ist Avellino mit 13,000 Einw. Hauptstadt. Sie ist Sitz eines Bischofs. Conza ist Sitz eines Erzbischofs. Bei dem Städtchen Arpaja liegen die in der röm. Geschichte berühmten caudinischen Pässe.

Abruzzo enthält drei Provinzen. In Abruzzo oltra [181] I. liegt als Hauptstadt der Bischofssitz Teramo mit 9500 Einw., ferner die Bischofssitze Civita di Penne mit 9300 Einw., Campli und Atri. Senarica ist eine von lauter adeligen Einw. bewohnte Stadt. – Zu Abruzzo oltra II. gehören die Hauptstadt Aquila mit 9500 Einw., Sitz eines Bischofs, die Bisthümer Pescina und Civita ducale und Sulmona mit 8600 Einw., die Vaterstadt des Dichters Ovid. – Abruzzo citra oder basso enthält die Städte: Civita Chieti, früher Theate, von welchem der Orden der Theatiner (s.d.) den Namen hat, der Sitz eines Erzbischofs, mit 15,000 Einw.; Lanciano, gleichfalls Sitz eines Erzbischofs mit 13,000 Einw.; die Festung Pescara und die Hafenstadt Ortona a Mare.

Apulien, südl. am adriat. Meere gelegen, zerfällt in vier Provinzen. In der Provinz Capitanata liegt die Hauptstadt Foggia mit gegen 21,000 Einw. und ansehnlichem Handel; Manfredonia, der Sitz eines Erzbischofs, mit einem Hafen und Seehandel; Ascoli di Satriano, Bisthum, mit 8000 Einw.; Monte St.-Angelo mit 19,000 Einw. Dazu gehören die tremitischen Inseln. Auf der Insel S.-Nicola oder Tremiti entstand 1816 ein Vulkan, welcher sieben Stunden lang Steine und Lava auswarf. – Die Hauptstadt der Provinz Molise ist Campo basso mit 8000 Einw.; Lucera mit 8500 Einw. ist Bischofssitz. – Zu der Provinz Terra di Bari oder Trani gehören die Hauptstadt Bari am Meere mit einem Hafen, 19,000 Einw. und Handel, Sitz eines Erzbischofs; Bitonto mit 15,000 Einw.; Terlizzi mit 10,000 Einw.; Bisceglia mit 10,500 Einw.; Trani, der Sitz eines Erzbischofs, mit 14,800 Einw.; Barletta, gleichfalls Sitz eines Erzbischofs, mit 17,700 Einw., Hafen, Salinen und Salzhandel; Altamura mit 17,000 Einw.; Molseta mit 11,500 Einw.; Monopoli mit 15,000 Einw. In der Nähe liegen Dörfer, welche in den Felsen gehauen sind und über sich Gärten haben. – Die Provinz Terra di Otranto oder Lecce hat keine Quellen und Bäche, welche jedoch durch den häufig fallenden Thau ersetzt werden und durch das Regenwasser, welches man in Cisternen sammelt. Hauptstadt ist Lecce mit 20,000 Einw., der Sitz eines Bischofs; in der Nähe wohnen viele noch griechisch sprechende Griechen, welche auch zu Lecce eine griech.-unirte Kirche haben. Taranto, von dem die hier häufig vorkommenden Taranteln (s.d.) den Namen haben sollen, am nach ihr benannten Meerbusen, ist Sitz eines Erzbischofs und hat 14,000 Einw. Gallipoli, eine Festung mit 8500 Einw., liegt auf einem hohen Felsen im Meere, ist mit dem Lande durch eine befestigte Brücke verbunden und hat am Meerbusen von Tarent einen guten Hafen. Otranto mit einem Hafen, am Eingange ins adriat. Meer, liegt auf einer felsigen Insel und ist Sitz eines Erzbischofs. Bisthümer sind zu Conversano, Alessano, Nardo, Matera. Brindisi, das alte Brundusium, einst der berühmteste Überfahrtspunkt nach Griechenland, dessen Hafen aber jetzt versandet, ist Sitz eines Erzbischofs.

Calabrien, südl. am mittelländ. Meere gelegen, enthält vier Provinzen. (S. Calabrien.)

Von Neapel durch die Meerenge von Messina getrennt, liegt die Insel Sicilien, in den ältesten Zeiten Trinacria geheißen, wegen ihrer dreieckigen Gestalt, 496 ! M. groß. Die Gebirge S.'s sind offenbar eine Fortsetzung der Apenninen. Der Hauptzug derselben geht mit der Nordküste parallel von dem östl. bis zum westl. Vorgebirge. Von der Mitte dieses Zuges aus streicht ein Gebirge in südl. Richtung. Der übrige Raum der Insel wird. meist von hügeligen Hochebenen eingenommen. Die höchsten Spitzen der nördl. Kette steigen bis zu 5000 F. auf. Im Innern ist der Berg Sparvero oder Scuderi, von dem man sowol das nördl. als das südl. Meer erblickt. Von diesen Gebirgszügen ganz abgesondert ist der feuerspeiende Berg Ätna (s.d.). Die größten Flüsse sind die Giaretta, der auf der Ostküste, und der Salso, der auf der Südküste mündet, beide nicht schiffbar; die übrigen trocknen im Sommer oft ganz aus. Die Gesundheit des Klimas und die Fruchtbarkeit des Bodens, wovon nur einige Strecken im Innern eine Ausnahme machen, ist in S. noch ausgezeichneter als in Neapel; dabei sind aber auch die Erdbeben noch häufiger und verwüstender. Die Producte sind ungefähr dieselben wie in jenem, nur sind die edlern, namentlich Datteln, hier noch einheimischer. Die Aloe ist als Einzäunung sehr gewöhnlich. Unter den Fischen ist der Thunfisch und die Sardelle, die einen wichtigen Erwerbszweig bilden, besonders auszuzeichnen. Die Vernachlässigung des Anbaus ist aber hier noch beiweitem größer als in Neapel. Das Zuckerrohr, welches hier einheimisch und von hier erst nach Spanien und Amerika verpflanzt ist, wird fast gar nicht mehr gebaut. Das Öl ist aus Mangel an Betriebsamkeit schlecht. Die mineralischen Schätze werden, mit Ausnahme von Steinsalz und Schwefel, gar nicht benutzt. So bildet S. jetzt einen traurigen Gegensatz zu den Zeiten des Alterthums, wo es die Kornkammer Italiens war. Und hieran sind nur die Einwohner und die Regierung schuld, denn Klima und Fruchtbarkeit des Bodens sind dieselben geblieben. Ihre Zahl beläuft sich jetzt nur auf 1,800,000, so viel als sonst vielleicht die einzige Republik Syrakus hatte. Diese sind, mit wenigen Ausnahmen, in höchst elende, verfallene Städte zusammengedrängt. Dörfer findet man beinahe auf der ganzen Insel nicht, und die meisten Häuser sind ohne Fenster, Meubles und sonstige Bequemlichkeit, kaum ein hinlängliches Schutzmittel gegen den Regen. Ebenso elend sind Bekleidung und Nahrung des Volkes. Es ist nichts Seltenes, daß Reisende in Städten von 12,000 Einw. keinen Gasthof finden, auf bloßem Stroh liegen müssen und mit Mühe schlechtes Brot, elenden Wein und etwas Obst erhalten können. Bei dem Mangel an fahrbaren Straßen, dem man erst seit kurzem abzuhelfen bemüht ist, kann von einem Handel kaum die Rede sein. Dieser beschränkt sich auch, mit Ausnahme der Hauptstädte, fast auf bloßen Küstenverkehr. Fabriken fehlen noch beinahe gänzlich. Dieser traurige Zustand des Volkes kommt besonders daher, daß der Bauer kein Eigenthum besitzt und Alles in den Händen des hier sehr zahlreichen und großbegüterten Adels und der überreichen Geistlichkeit ist. Man zählt 61 Herzoge, 117 Fürsten, 140 Marquis, über 1000 Barone und zahlreiche Familien des niedern Adels. Der Klöster, die meist sehr reich sind, gibt es 1100. Die höhere Geistlichkeit ist verhältnißmäßig nicht so zahlreich, es gibt nur drei Erzbischöfe und sieben Bischöfe. Die Bildung ist im Allgemeinen noch weiter zurück als in Neapel, doch gibt es zwei Universitäten, zu Palermo und zu Catania. S. hatte bis zum Jahre 1838 eine von dem Königreiche Neapel ganz getrennte Verwaltung, an deren Spitze ein Vicekönig stand. In dem genannten Jahre veranlaßten [182] aber die Unruhen, welche in Folge der Cholera in Palermo, Messina und andern Städten ausbrachen, daß S. zu einer neapolitan. Provinz gemacht und seine Behörden den höchsten Staatsbehörden in Neapel untergeordnet wurden.

Die Insel Sicilien wird eingetheilt in sieben Intendanturen oder Provinzen. In der Provinz Palermo liegt die gleichnamige Hauptstadt der ganzen Insel. (S. Palermo.) Außerdem gehören hierher noch Termini mit 14,000 Einw., einem Seehafen, Handel und berühmten warmen Bädern; Monreale mit 12,800 Einw., dessen Erzbisthum mit dem von Palermo vereinigt ist; Corleone mit 14,500 Einw. und einem auf einem unzugänglichen Felsen gelegenen Staatsgefängniß; Busachino mit 8000 Einw. und Achatbrüchen; der Bischofsitz Cefalu mit 8900 Einw. und einem Hafen. – Trapani, Hauptstadt der nach ihr benannten Provinz, ist eine auf einer Halbinsel gelegene Festung mit 24,000 Einw., Hafen, Seesalzwerk, Korallen- und Thunfischfang und Handel. Über sie erhebt sich der 2000 F. hohe Berg Monte Giuliano, auf dessen Gipfel die 8000 Einw. zählende Stadt gleichen Namens liegt. Marsala, das alte Lilybäum, hat über 20,000 Einw. und treibt Seehandel, besonders mit Wein. Bei Castel Vetrano mit 12,000 Einw. liegen die herrlichen hier abgebildeten Trümmer der alten Stadt Selinunt, einst eine der ansehnlichsten Städte Siciliens, von Griechen erbaut und bevölkert. Die Karthager bemächtigten sich ihrer, mußten sie nachmals an Dionysius überlassen, und zerstörten sie endlich im ersten pun. Kriege. Später erhob sich die Stadt nochmals aus den Trümmern. Die Ruinen, welche man noch sieht, zeugen von kolossaler Pracht. Man unterscheidet noch sechs Tempel, von denen der eine 310 F. lang, 150 F. breit war und 451/2 F. hohe Säulen hatte, welche 10 F. im Durchmesser halten. Salemi hat 15,000, Partanna 12,000, Alcamo 13,000, Calatafimi 10,000, Partinico 10,000 Einw. Bei Castellamare mit 6000 Einw. liegen die Trümmer von Segesta. Hierher gehören auch die ägatischen Inseln. – In der Provinz Girgenti liegt die Hauptstadt gleiches Namens, welche ehemals Agrigentum hieß. Sie zählt 15,000 Einw., ist Sitz eines Bischofs, hat einen Hafen, Handel und Schwefelminen. In der Nähe liegt eins der fünf großen unterirdischen in den Felsen gehauenen Getreidemagazine, welches 80,000 Salmen (= 360,000 wiener Metzen) hält. Prachtvolle Ruinen der alten Stadt, welche 800,000 Einw. hatte, umgeben es. Man sieht die Ruinen eines Jupitertempels, welcher für den größten des Alterthums gilt. Anderthalb Meilen nordöstl. von der Stadt liegt der Schlammvulkan Maccatubba. Sciacca hat 11,500 Einw., Handel und Schwefelbäder. Bei Cuisquina, wo die heilige Rosalia geboren wurde, ist die berühmteste Einsiedelei Siciliens. Naro hat 11,000 Einw., Alicata 11,000 und bedeutenden Handel; Caltagirone, auf dem alten Hybla, 19,600 Einw. und eine ansehnliche Messe. Bei Siculiana [183] und Regalmuto sind Schwefelminen. Auf der Insel Pantalaria liegen zwei Höhlen, von denen die eine auffallend warm, die andere so kalt ist, daß Wasser gefriert. In der Nähe hob sich 1831 eine vulkanische Insel aus dem Meere, welche nach einigen Monaten wieder verschwand. – Die Provinz Calatanisetta enthält die gleichnamige Hauptstadt mit 15,600 Einw. und Schwefelgruben; Piazza mit 12,000 Einw. und Castro Giovanni in der Mitte Siciliens mit 21,000 Einw. und Steinsalzbrüchen. – Die Provinz Messina mit der Hauptstadt Messina (s.d.). Bei Taormina sind Marmorbrüche und Überreste eines in den Felsen gehauenen röm. Theaters. Bei Ali sind Schwefelbäder von 38° R. Wärme, und Eisen-, Kupfer- und Bleigruben. Zu Roccalumera mit 12,000 Einw. wird Seidenbau betrieben. Castro reale hat 11,000 Einw., Randazzo, in einer überaus fruchtbaren Gegend, 12,000 Einw. Hierher gehören die Liparischen Inseln (s.d.). – Die Provinz Catanea, zwischen dem Ätna und dem Meere gelegen, ist der fruchtbarste Theil der ganzen Insel. Die Hauptstadt Catanea, am Fuße des Ätna, wurde 1693 durch ein Erdbeben zerstört, dann schön und regelmäßig aufgebaut. Sie zählt 55,000 Einw., ist Sitz eines Bischofs, hat 25 Klöster, darunter das Benedictinerkloster mit einer herrlichen Orgel, eine schöne Domkirche, eine Universität, eine Akademie der Künste, ein Seminar für Geistliche, eine Ritterschule, Museen, Fabriken und Handel. Durch das Erdbeben von 1818 hat sie abermals sehr gelitten. Lentini, das alte Leontium, liegt an einem sieben Stunden im Umfange habenden See, der größte auf der Insel. Bei Caltagirone mit 19,000 Einw. liegt der Naphthasee, welcher kohlensaure mit Wasserstoffgas gemischte Luft ausstößt. Aci reale hat 15,000 Einw., Paterno mit Mineralquellen 10,000 Einw., Nicosia 12,000 Einw., Agosta 10,000 Einw. – Die Provinz Siragossa hat zur Hauptstadt das berühmte Siragossa oder Syrakus (s.d.). Noto hat 18,000 Einw., Modica 19,700, Ragusa 16,600, Comiso 11,000, Vittoria 10,000. Im Thale Ispica findet man noch drei Stockwerk enthaltende Felsenwohnungen, zur uralten Felsenstadt der Sicaner gehörend. Bei der Insel Marzameni am Cap Passaro werden sehr viele Thunfische gefangen.

Das Königreich beider S. ist eine in männlicher und weiblicher Linie erbliche, fast unumschränkte Monarchie; denn der dem Könige zur Seite stehende Staatsrath, Consulta, der aus 16 Neapolitanern und acht Siciliern, nach des Königs Wahl zusammengesetzt ist, hat nur sein Gutachten abzugeben über Dinge, die ihm vorgelegt werden, ohne das Wohl des Volkes eigenmächtig vertreten zu können. Der Kronprinz führt den Titel: Prinz von Calabrien. Jetziger König ist Ferdinand II. (s.d.).

Die Geschichte zeigt uns das Schicksal von S. und Neapel fast immer vereint. In der vorrömischen Zeit wurden beide mit griech. Pflanzstädten besetzt, welche durch Handel und freie Verfassungen reich und mächtig, ja zu den wichtigsten Städten des Alterthums wurden. Sie waren entweder auf ihr Stadtgebiet beschränkt oder umfaßten noch weitere Strecken Landes und andere Städte, und drängten die Ureinwohner immer mehr in das Innere zurück. Die Anlage der meisten fällt in das 8. Jahrh. v. Chr. In Unteritalien waren solche Städte: Neapolis, das später dem ganzen Lande den Namen gab, Pästum, Rhegium, Locri Epizephyrii, Croton, Sybaris, Tarent, Brundusium. Das ganze Land bekam von der Menge der griech. Pflanzstädte den Namen Großgriechenland. In Sicilien: Messana (früher Zancle), Catana, Leontini, Megara, Syracus, Gela, Agrigent, Selinus, Himera und Mylä. Beide Länder wurden eine Beute der Römer, Unteritalien in der ersten Hälfte des 3. Jahrh. v. Chr., bald nach den Kriegen mit Tarent und Pyrrhus (s.d.), S., Jahrhunderte hindurch zwischen Karthago und Syrakus streitig, noch vor Ablauf desselben Jahrh., während des zweiten punischen Krieges, nachdem der karthagische Antheil der Insel schon durch den ersten punischen Krieg den Römern zugefallen war. Nach der Völkerwanderung (s.d.), welche dem weström. Reiche ein Ende machte, blieb Neapel und S., wie ganz Italien, ein halbes Jahrh. in dem Besitze der Ostgothen. Das Reich derselben wurde im 6. Jahrh. in einem 20jährigen Kampfe durch Belisar und Narses, die Feldherren des oström. oder griech. Kaisers Justinian (s.d.), zerstört, und Insel und Festland wurden griechisch. Letzteres ging aber noch in demselben Jahrh. an die Longobarden (s.d.) verloren, und den Griechen blieben nur einige kleinere Besitzthümer im nördl. und mittlern Italien, die Südspitze von Neapel und die Insel S. Letzterer bemächtigten sich im Anfange des 9. Jahrh. die Araber, und auch in Neapel stritten Araber, Longobarden und Griechen miteinander, wobei einzelne kleine Herzogthümer, wie Benevent und Capua, entstanden. Da gelangten im Anfange des 11. Jahrh. Normannen aus der Normandie in Frankreich nach Unteritalien, welche Neapel gegen Capua als Miethstruppen dienten. Dafür erhielt ihr Anführer ein Gebiet geschenkt, worauf er Aversa baute (1029). Bald folgten andere Normannen, namentlich die Söhne Tancred's von Hauteville. Der eine derselben, Robert Guiscard, erweiterte die Besitzungen in Unteritalien und nannte sich Herzog von Apulien und Calabrien, während sein Bruder Roger I. ganz S. eroberte, und, nachdem Robert Guiscard und dessen Söhne gestorben waren, beide Reiche vereinigte (1098). Sein Sohn, Roger II., vollendete 1101 die Eroberung von ganz Neapel und beherrschte beide Reiche unter dem Namen eines Königreichs beider S. Dieses nahm er vom Papste zu Lehn an, welcher Lehnsverband erst 1818 durch das mit dem röm. Stuhle geschlossene Concordat aufgehoben ist. Die normannische Dynastie starb 1189 aus, worauf das Land durch Heirath der Erbin mit Heinrich VI. (s.d.) an die Hohenstaufen kam. Aber nach Konrad IV. Tode (1254) schenkte der Papst es an Karl von Anjou, welcher sich durch Eroberung in den Besitz desselben setzte und Konrad's Sohn, Konradin, hinrichten ließ (1268). S. ging indessen den Franzosen 1282 durch die sicil. Vesper verloren, indem eine durch Johann von Procida, einen seiner Güter beraubten Edelmann, lange eingeleitete Verschwörung in Palermo zur Vesperzeit zum Ausbruch kam wobei alle Franzosen niedergemetzelt wurden. Dieses Blutbad heißt die sicilische Vesper. Bald folgten auch die andern Städte Palermos Beispiele, und als Karl von Anjou zur Wiedereroberung der Insel schreiten wollte, war bereits König Peter von Aragonien, dem dieselbe als Verwandten der letzten hohenstaufischen Herrscher angetragen worden war, gelandet, und setzte sich in ihrem Besitze fest. Jetzt hatte S. entweder eigne Herrscher aus der aragonischen Dynastie oder es war mit Aragonien vereinigt, während in Neapel [184] die Nachkommen Karl's von Anjou herrschten, namentlich Johanna I., welche zugleich Königin von Ungarn war, und Johanna II., welche Letztere Alfons V., König von Aragonien und S, adoptirte. Dieser vereinigte daher 1435 Neapel mit S. Nach seinem Tode (1458) kam S. an seinen Bruder Johann, und von diesem an Ferdinand den Katholischen, und blieb fortan bei Spanien; Neapel an seinen natürlichen Sohn Ferdinand I., unter dessen Enkel Ferdinand II. die Kämpfe zwischen Franzosen und Spaniern um Neapel ausbrachen, welche 1505 mit der Besitznahme des Landes durch die Letztern endeten. Nun blieb Neapel mit S. bis zum span. Erbfolgekriege eine span. Provinz und befand sich in keinem glücklichen Zustande. Namentlich wurde die ständische Verfassung immer mehr unterdrückt. Der verunglückte Aufstand im J. 1647 (s. Masaniello) vermehrte nur den Druck der Regierung. Der span. Erbfolgekrieg (s. Erbfolgekriege) brachte Neapel nebst Sardinien an Östreich, S. an Savoyen. Aber schon vier Jahre darauf (1718) wurde S. gegen Sardinien vertauscht. Östreich blieb aber nicht lange in dem Besitze dieser Länder, sondern mußte sie in dem Frieden zu Wien (1735) an Don Carlos, Infanten von Spanien, abtreten. Als dieser 1759, unter dem Namen Karl III., König von Spanien wurde, übergab er sie seinem dritten Sohne Ferdinand, mit der Bestimmung, daß das Königreich beider S. nie wieder mit Spanien vereinigt werden sollte. Ferdinand IV. regierte von 1759–1825. Seit 1816 nannte er sich Ferdinand I. Unter seine Regierung fallen also die Stürme, welche die franz. Revolution und ihre Folgen auch über das Königreich beider S. brachte. Die Kriegserklärung an Frankreich, im J. 1798, war das Werk der Königin Karoline, welche durch ihre Herrschsucht und die Begünstigung Unwürdiger, welche sie, um immer ihren Willen durchsetzen zu können, zu den höchsten Stellen erhob, alle Verhältnisse des Landes zerrüttet, eine heftige Gährung im Volke erregt hatte und nun der Unzufriedenheit desselben eine andere Richtung geben zu können glaubte. Aber schon 1799 besetzten die Franzosen Neapel und verwandelten es in eine parthenopeische Republik. Die königl. Familie entfloh nach S., das ihr auch fortan verblieb. Der Umschwung der Verhältnisse in Italien führte sie indessen noch in demselben Jahre nach Neapel zurück, wo nun mit einer unerhörten Grausamkeit gegen alle Anhänger der franz. Regierung gewüthet wurde. Im J. 1805 wurde Neapel abermals von den Franzosen besetzt und an Joseph Bonaparte (s.d.) gegeben (1806), der dasselbe 1808 an Murat (s.d.) abtreten mußte. Im J. 1815, nach dem Sturze Napoleon's, kehrte König Ferdinand wieder in seine Staaten zurück. Unter der franz. Herrschaft waren aber viele freisinnige Ideen angeregt worden, welche sich mit dem wiederhergestellten alten Regimente nicht vertrugen. Geheime Gesellschaften wurden immer zahlreicher und die Keime zu Unruhen schienen überall ausgestreut. (S. Carbonari.) Endlich veranlaßte 1820 die in Spanien erfolgte Proclamation der Constitution von 1812 auch in Neapel den Ausbruch einer Revolution. Zuerst erklärte sich am 2. Juli Nola für die span. Constitution, diesem Beispiele folgten andere Städte, der General Pepe (s.d.) ging zu den Insurgenten über, zog an ihrer Spitze, nachdem der König sich zur Nachgiebigkeit bereit erklärt hatte, in der Hauptstadt ein, und schon am 13. Jul. beschworen der König und die Prinzen die mit den nöthigen Abänderungen einzuführende span. Constitution. S. schloß sich der Revolution von Neapel an. Allein der Monarchencongreß zu Laibach, dem auch König Ferdinand beiwohnte, beschloß, obgleich dieser bei seiner Abreise dem Parlamente in Neapel die Aufrechthaltung der freien Verfassung zugesichert hatte, zum Umsturze derselben zu interveniren. Ein östr. Heer rückte unter Frimont in Neapel ein, Pepe wurde besiegt und am 24. März 1821 auch die Hauptstadt besetzt. Der König, der schon von Florenz aus alle revolutionnairen Einrichtungen aufgehoben hatte, kehrte am 15. Mai dahin zurück und begann unter dem Schutze des östr. Heers, das für mehre Jahre als Besatzung im Lande blieb, alle Spuren jener Bewegung zu vertilgen. Zunächst gab er noch in demselben Jahre eine Constitution, die aber fast nur in der Errichtung der oben erwähnten Consulta bestand. Bis zu seinem Tode machte das Land offenbare Rückschritte. Unter seinem Sohne, Franz I. (1825–30), geschah vieles Gute und die Regierung zeigte sich viel nachgiebiger gegen die Foderungen nach Verbesserungen und Reformen. Auf demselben Wege scheint auch der jetzige König Ferdinand II. (s.d.), Sohn von Franz I. fortschreiten zu wollen. S. wurde 1837 von einem großen Unglücke heimgesucht, indem hier die Cholera mit besonderer Heftigkeit wüthete, und in Folge derselben Unruhen ausbrachen und furchtbare Greuelscenen verübt wurden. Doch scheint auch für dieses von der Natur so gesegnete Land allmälig eine bessere Zeit aufgehen zu sollen.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 180-185.
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